Gerade habe ich diese Initiative unterstützt:
https://eci.ec.europa.eu/052/public/#/screen/home
"HouseEurope! möchte Anreize schaffen, damit die Renovierung und der Umbau bestehender Gebäude in Zukunft die Norm sind. Dadurch soll der Renovierungsmarkt angekurbelt und der Gebäudebestand aufgewertet werden. Das Ziel besteht darin, Häuser und Gemeinschaften zu erhalten, eine gerechtere und lokalere Bauwirtschaft zu schaffen, Energie und Ressourcen zu sparen und Erinnerungen unserer Baukultur zu bewahren. Denn der Abriss bestehender Gebäude ist genauso überholt wie Lebensmittelverschwendung, Tierversuche, Fast Fashion und Einwegplastik.
Um diese Ziele zu erreichen, fordern wir ein Recht auf Wiederverwendung für bestehende Gebäude, das sich auf drei Säulen stützt: I) Steuerermäßigungen für Renovierungsarbeiten und wiederverwendete Materialien, II) faire Regeln für die Begutachtung der Risiken und Potenziale bestehender Gebäude und III) neue Werte für das in Bestandsgebäuden gebundene CO2."
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Eigentlich ein sinnvolles Thema, welches ich mit meinem Vermieter hier praktiziere.
Einige Beispiele:
Auf der Suche nach Lehm (ich wollte an manchen Stellen im Haus unbedingt Lehm) wurde ich doppelt fündig: ein Hausbesitzer hat aus der Zwischendecke seines Hauses die Lehmschüttung raus genommen. Es war ein wenig mit Bauschutt vermischt, den ich aufwändig rausgesiebt habe. Dafür hat er mir ein komplettes Schlafzimmer aus Vollholz vom Vorbesitzer dazu geschenkt.
Den Lehm habe ich dann im Schlafzimmer an der kältesten und feuchten Wand aufgebracht. Der Lehm hat mir die das feuchte Mauerwerk trocken gezogen.
Im Bad habe ich Lehm auch an der Decke und teilweise auf der Wand aufgebracht. Der Vermieter hatte aus einem sanierten Plattenbau, der dann doch abgerissen wurde, sowohl die Badewanne als auch die Toilette ausgebaut. Ich habe sie wiederverwendet.
Die Schlafzimmertür aus Glas wäre bei einem anderen im Container gelandet. Ebenso der Heizkörper im Bad.
Meine Küche aus Vollholz war 20 Jahre alt. Der Vorbesitzer hat sie zum Verschenken bei Kleinanzeigen eingestellt. Ich habe sie etwas überarbeitet und mit einer neuen Arbeitsplatte ergänzt. Man kann den Unterschied zwischen alter und neuer Arbeitsplatte kaum erkennen.
Alles in Allem habe ich für die Möbel (Couch und Bett waren auch für einen schmalen Taler bei Kleinanzeigen zu haben), Baumaterialien (die zum größten Teil der Vermieter bezahlt hat) und viel tatkräftiger Unterstützung meiner Ukrainer keine 1000 € ausgegeben. Das Haus, das etwa 4 Jahre leer stand, könnte noch so einiges mehr vertragen. Hier wäre eine Förderung sinnvoll.
Weitere Arbeiten im Frühjahr sind geplant: Dachgeschoss neu isolieren und beplanken. Fenster aufarbeiten.
Hier einige Fotos:
Dusche neu gemauert und behindertengerecht barrierefrei gemacht (Bodenfliesen fehlen noch)
aufgearbeitete Küche
Wanne mit Lehmputz
selbst gebauter Waschtisch (gesägt aus einer alten Douglasie, die im Nachbardorf gefällt werden musste)
Glastür
Küchenboden vorher
Lehmwand Schlafzimmer
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