Dieses video hier (Englisch, 15 min) beschreibt sehr gut, wie sowas über eine Kettenreaktion zu einem großflächigen, langandauernden blackout führen kann und …
welche Dinge dann sonst noch so nicht funktionieren, die man normalerweise nicht aufm Schirm hat.
Und er stellt die Frage, wie lange die Gesellschaft das aushält, bevor sie zusammenbricht (beantwortet sie allerdings nicht).
Derweil tobt in den deutschen Medien in größter Aufgeregtheit die Debatte über das Zeigen von Armbinden in Katar (hat übrigen Seven Lehmann Nancy Faser begleitet, um mal in Katar queer Flagge zu zeigen ?) , marginalisieren WM-Spielberichte u. mit großer Wichtigkeit daherkommend Debatten über Ballspielstrategien die Berichterstattung über Ukraine, Iran und Kurdistan.
Aber war es nicht genauso als Menschen in den Regenfluten der Klimakatastrophe ersoffen?
Die schwierige Frage, die sich daraus ergibt, ist, inwieweit die Menschen in der Lage sind, in solchen extremen Krisenzeiten so solidarisch zusammenzurücken, dass der Zusammenhalt - zugegeben aus der Not geboren - ausreicht, um nicht als Gesellschaft unterzugehen - oder eben nicht…
Aus den Berichten sowohl meiner eigenen Verwandtschaft als auch den Infos aus Schule, Medien etc. sehe ich durchaus Parallelen zwischen der Endphase des WK2 in Deutschland als auch in der unmittelbaren Nachkriegzeit…
Auch diese haben nicht dazu geführt, dass die Deutschen (und auch einige hart getroffenen anderen europäischen Regionen komplett zusammen gebrochen sind (was durchaus im Bereich des möglichen lag, wie ich denke)
Die Rezepte dagegen könnte man denn auch Ansatzweise aus jener Zeit entlehnen - wenn dieser Krieg mal zu Ende oder auch nur in einem Waffenstillstand mündet, ist es extrem wichtig, dieses Land wieder aufzubauen - völlig unabhängig davon, ob es die „bösen Russen“ waren, die das Land so verwüstet haben, und gemäß Verursacherprinzip eigentlich dafür gerade stehen müssten - und auch unabhängig von unseren eigenen aktuellen Befindlichkeiten wie Rezession etc. - denn wir können auf Dauer als europäische Nachbarn nur dann prosperieren, wenn dieser Zusammenbruch verhindert wird - die Gefahr ist allerdings groß, dass wir das Gefahrenpotential gewaltig unterschätzen, weil wir immer noch auf einem Autonomiegedanken beharren…
ZEIT ONLINE: Muss man sich auch vor Plünderungen, Gewalt und einer Außerkraftsetzung der gesetzlichen Ordnung fürchten?
Sökefeld: Nein, das ist eine falsche Vorstellung, die allerdings viele Menschen haben: dass in solchen Krisensituationen der Mensch im Hobbesschen Sinne des anderen Wolf ist. Ich kann das aber aus den Erfahrungen mit Krisen in aller Welt überhaupt nicht bestätigen. Natürlich kann man nie ausschließen, dass es irgendwo zu lokalen Ausschreitungen kommt oder dass jemand ein Schaufenster einwirft und Fernseher klaut. Aber daraus wird eigentlich fast niemals ein Flächenbrand, schon weil Repression durch die Polizei wirksam ist. Allgemein gibt es auch in Krisenzeiten ein großes Bewusstsein dafür, dass das Leben weitergehen und der Alltag funktionieren muss.