Hier der Bericht und danach meine Erläuterungen:
Klingbeil sieht ‚Indiz‘ für schwindende Macht Putins (handelsblatt.com)
Ausgangspunkt Klingbeils eher oberflächlich angesetzte Statement-Vermutung könnte eine Konfrontation der Partei Bündnis 90/ Die Grünen mit ihren Koalitionspartnern werden, ähnlich der Attacke aus dem Feld bei der Tour de France.
Begründung: Natürlich ist das mutmaßliche Vorgehen (ungeklärt, wird auch schwerlich aufgeklärt werden können) entweder des russischen Militärs oder auch des FSB, die Maschine mit Prigoschin und Utkin an Bord abgeschossen zu haben, keines mit welchem der politische Westen sich anfreunden kann, in der Form des Wie. Aber es erscheint mir nichts Neues, so dass der SPD-Co-Vorsitzende damit besonders aufhorchen lassen muss und sich in die Reihe von CDU Politikern wie Norbert Röttgen und Roderich Kiesewetter, die immer mal wieder durch Medien kurz eine Bühne bekommen, stellen muss.
Die Frage ist doch, wenn suggeriert wird, Putin ist angeschlagen, ist dann nicht gerade jetzt sogar der richtige Zeitpunkt für ein Verhandlungsangebot? Er könnte doch Milde walten lassen, da auch er, Putin, seine politische Karriere sich dem Ende entgegen streben sieht. Noch weiter gedacht, wenn Putin abgesetzt werden würde, weil er mit dem vermutlichen Okay für den Abschuss der Maschine mit Prigoschin sich im Staat doch mehr große Feinde gemacht hat, als dies für ihn gut wäre, wer übernimmt dann?
Ich bin der Überzeugung man kann Putin ein Verhandlungsangebot machen, schon alleine deswegen, weil er uns Ende 2021 auch eins gemacht hatte.
Zu meinem Standpunkten hier der Querverweis: Diesen Krieg kann keiner gewinnen. Kehrt jetzt Vernunft ein? - Ausland - Forum für Grüne Politik (das-gruene-forum.de)
Lange Ausführungen, kurzer Sinn, bis zur Wahl 2025 ist es noch ein bisschen hin, selber wenn ein grüner Vorstoß in Richtung Verhandlungen daneben gehen würde, bliebe die alte Marke „Friedenspartei“ von einigen alternativen, linken Grünen gestärkt, dass kann ja auch innerhalb der Partei medienwirksam als ein lauter grüner Streit debattiert werden. Aber die Zielfigur der politischen Auseinandersetzung jetzt über Verhandlungen in der Bundespolitik sprechen zu wollen ist niemand geringer als Lars Klingbeil, der Co. Vorsitzende der SPD, die Partei des Kanzlers. Dass würde in den Lagern der Union und der FDP erheblichen Gegenwind und neue Munition für eine von Grünen vorgestoßene Debatte geben, auf der linken Seite Unterstützer finden, und in AFD und SPD Verwirrung stiften. Die Wähler, die in den nächsten Landtagswahlen im Osten, die AFD bereits wählen wollen, weil diese als einzige effektiv für den Frieden eintreten (die Linke ist ja gerade dabei sich selber vielleicht sogar aufzulösen), werden wieder vor einem Rätsel gestellt und die Verschollenen in der SPD, die mittlerweile auch den Mund für Frieden nicht mehr aufmachen, würden der von den Grünen angestoßenen Debatte ebenfalls neue Munition geben. Die Grünen waren doch früher schon immer ein bisschen wild gewesen. ![]()