Ich sprach gestern mit zwei AfD Wählern. Es ging um das GEG.
Die Annahme war, dass das mit dem Heizungsverbot eine grüne Spinnerei sei, die spätestens nach der nächsten Wahl verschwinden wird.
Wie können wir bitte unsere Kommunikation verbessern?
AFD-Wähler überzeugen: Kannst du nicht.
AFD und Grüne werden als diametral entgegengesetzt wahrgenommen. Bei einer solchen Kluft gibt es einen paradoxen Effekt: Fakten und Argumente verstärken die Ansicht, die jemand bereits hat.
Für die Überzeugung von Menschen nutzen Argumente und Fakten meist wenig, insbesondere, wenn bereits viele präsentiert worden sind. Die meisten Menschen in Deutschland sehen den Klimawandel als großes Problem. Das ist schon ein wesentlich besserer Ausgangspunkt als in manchen anderen Staaten. Aber die Verwirrung darüber, was gemacht werden muss, ist groß. Auch ist die Einschätzung, welchen Stellenwert Klimaschutz gegenüber anderen realen Problemen hat und welche Belastungen für wen nötig und fair sind, sehr unterschiedlich.
Die meisten Menschen haben nicht die Möglichkeit, sich durch fachliche Argumente zu beißen. Sie sind auf Vermittlung angewiesen, und diese nehmen sie von Menschen an, denen sie vertrauen.
Das sind meist nicht die Grünen, sondern solche, die als Mitglied der eigenen Gruppe wahrgenommen werden und einen hohen sozialen Status haben.
Zwei Wege könnten sich imo daraus ergeben:
Konservative Multiplikatoren überzeugen
Sich anderen Bevölkerungsschichten echt annähern
Außerdem ist es wichtig, es nicht zu einem politisch polarisierten Thema zu machen, bei dem dann Fakten wenig zählen und Konsens schwer erreichbar ist.
Am Besten im Paket mit einer Verbesserung der Bundespolitik.
Beim GEG zum Beispiel Unterschiede zwischen Altbau und Neubau.
Außerdem Bevorzugung von effizienten Technologien (z.B. Wärmepumpe nur in Kombination mit Solartherrmie, Erdsonde oder Eisspeicher fördern, keine Luftwärmepumpen fördern).
Ansonsten das Gespräch auf die Trockenheit durch den Klimawandel lenken, die nach der nächsten Wahl nicht weg geht., siehe auch hier:
Lieber AFD-Wähler: Wenn du weniger Ausländer willst, musst du dafür sorgen, daß die Zuhause noch Leben können. (oder so ähnlich) ![]()
Das wird ihn verrmutlich nicht interessieren, weil sich die EU ja gerade sowieso abschottet und massiv aufrüstet.
Für ihn werden die Folgen des Klimawandels in Deutschland (z.B. Dürren, Waldbrände) interessanter sein, wenn er das nicht für fake news hält.
Da muss es wohl bei uns noch ein paar Dürren und Brände geben, bevor er es glaubt.
Ich glaube, dass das stimmt. Es beunruhigt mich, dass es so ist. Nach x Jahren der Diskussion über den Klimawandel ist die Wucht dieses Themas nicht verstanden. Dass „man“ beim Klimawandel „mal“ etwas tun muss mag ein gewisser Konsens sein- und das ist gut.
Bloß klappt das mit den Bündnissen nicht. Vielmehr scheint es mir, als ob die Grünen den Klimawandel verantworten- alle anderen verstecken sich hinter den Büschen. Die FDP verweist auf den Zaubertrank (eFuels), die Konservativen haben einfach nur Zeit (Merz).
Es gibt ihn eben nicht: diesen Grundkonsens. Auch hier nicht. Der Klimawandel geht nicht weg. Er ist nach der nächsten Bundestagswahl auch noch da.
Es ist wie die Diagnose einer schweren Krankheit. Man geht solange zu anderen Ärzten bis ein Scharlatan den Krebs mit einem Zaubertrank besiegen will oder eben zu wöchentlichen Sitzungen mit Pendel und Tarotkarten einlädt.
Die Fakten nehmen andere allenfalls noch wahr und sagt dann aber, dass sich bitte Dritte kümmern sollen. Deutschland mit nur 2% Verantwortung. Das Problem solle lieber mal China mit deren 30% lösen. Dumm ist nur, dass alle Staaten, die nur 2% oder weniger CO2 in die Luft pusten, insgesamt rund 40% Anteil am Problem haben.
(Das ist übrigens ein Argument, dass man in Deutschland eher selten hört. Wir schwurbeln hier immer von einer angeblichen Vorbildfunktion Deutschlands.)
Wie bekommen wir diesen Konsens? Eine Politik ohne handwerkliche Fehler hilft. Aber das ist es doch nicht allein, oder?
Es ist schon die Mehrheit, die den Klimawandel für ein wirklich großes Problem hält, auch unter konservativen Menschen. Gerade lokal ist oft ein Bündnis möglich, wenn es nicht so sehr um Selbstdarstellung und Außenwirkung geht. Vieles läuft in Verwaltung, in Institutionen wie Stadtwerken und in Betrieben, und da ist noch Raum nach oben, wenn die Leute besser wüssten, was sie machen können, ohne die Kommune zu überfordern. (ich habe mal eine Studie gelesen, nach der die Haupthindernisse für Klimapolitik in den Kommunen in fehlender Information/Sachkunde zur Umsetzung und in leeren Kassen bestanden.)
Mit Mediatoren meine ich etwa Stadträte, Lehrer, Ärzte, Vereinsvorstände, Verwaltungsangestellte Handwerker, Geschäftsinhaber, Betriebsleiter, Betriebsräte u.ä., also Leute vor Ort, die persönliches Vertrauen aufgebaut haben.
Leute in den Führungsebenen von Parteien sind oft extremer als die Mitglieder oder die Menschen, die sie wählen. Große Sprüche wie die von Merz richten sich oft nicht so sehr an typische Wähler, sondern taktisch sonstwohin (So ärgerlich und fehlleitend sie oft sind).
Damit will ich nicht sagen, dass es vor Ort nicht viel Blockade gibt. Aber lokale Entscheidungen sind oft nicht so politisch aufgeladen wie in der Landes- oder Bundespolitik. (Auch da laufen Ausschüsse meist nicht so dramatisch ab, wie es Debatten scheinen lassen)
Verzögerungsdiskurse gibt es zwar verbreitet, aber in dieser extremeren Form eher bei einer Minderheit.
Oh ja, wie sehr. Und klare Kommunikation. Das macht aber nicht das Gefolge, und man kämpft gegen Springer ua an.
Einen größeren Konsens hatten wir bereits, ich meine, er ist unter Corona, Ukraine, vor allem aber Inflation etwas geschrumpft. Gerade die Reaktion auf die Inflation zeigt, dass der soziale Aspekt sehr viel mehr Aufmerksamkeit braucht. Das ist der Punkt „sich anderen Bevölkerungsschichten echt annähern“. Aber darin sind die Grünen nicht gerade gut.
So dringend eine gute Klimapolitik ist, sie wird nicht gelingen, wenn nicht auch soziale Aspekte und schlicht die Anpassungsfähigkeit/Wandlungsfähigkeit der Menschen berücksichtigt werden. Wir sind einfach in der bescheidenen Situation, dass wir zu spät dran sind und alles gleichzeitig machen müssen.
Das geht aber nicht mit mehr Druck.
Es sind keine Kinder, aber ein Grundsatz für den Umgang mit ihnen gilt vielleicht auch hier: Wenn man unter Zeitdruck will, dass es schnell geht, muss man umso mehr Ruhe und Geduld haben.
Dazu muss man die innere Spannung, die das erzeugt, eben aushalten. Man hat nicht alles in der Hand, man kann nicht alles zwingen.
Verrtrauen wäre wichtig.
Wenn das weg ist, ist es schwer wieder aufzubauen.
In jeder Krise gibt es immer Gewinner und Verlierer.
Die Gewinner der Klimakrise sollten sich die Taschen nicht zu sehr auf Kosten anderer voll machen können. Das wäre ein erster Schritt.
Ich bin ungeduldig. Ja. Vorletzte Generation. Ich spüre den Handlungsdruck.
Auch ich sehe, dass in der Kommune vieles erreicht wird. Dort geht es häufiger mal um Lösungsalternativen.
Am Ende kommen wir aber mit 15 % nicht weit. Und Merzsches Warten und vertendeln bringt glatte 30%. Schließlich gibt es bei der CDU Klimaschutz ohne Zumutung. Aber eben nur so viel, dass man die Wiederwahl nicht gefährdet.
Dabei hatte ich gedacht, dass die CDU in der strategischen Falle sitzt: tun, was mehrheitsfähig ist, aber keine Mehrheiten mit vermittelnder Politik schaffen können. Das hatten wir 16 Jahre lang.
Und das löst kein einziges Problem.
Die „mit dem Kopf durch die Wand“-Politik hilft auch nicht. Haben wir gerade gelernt.
Ich kann mir nur noch nicht vorstellen, wie wir aus der Kommune heraus auf Bundesebene in den nächsten zwei Jahren auf 25+x kommen (wobei x keine negative Zahl sein sollte).
Es soll fair zugehen. Warum darf aber das Verkehrsministerium sein CO2 Budget sprengen und muss nicht mal dafür zahlen? Jede Tonne CO2 zuviel gibt 100 Euro weniger im Verkehrshaushalt.
Warum gibt es den CO2 Preis eben nicht für alle?
Ich bin seit gut über 30 Jahren ungeduldig. In den letzten Jahren hat sich etwas qualitativ geändert: Klimaschutz wird nicht mehr als Marotte angesehen, auch nicht von den Konservativen. Spät, zu spät. Und immer wieder bin ich auch richtig sauer. Auch das seit 30 Jahren.
Es werden nicht die Grünen sein, die Klimaschutz in der Breite durchsetzen, sondern die Konservativen. Große Änderungen werden eher akzeptiert, wenn es die „Eigenen“ machen.
Und ich lese, wie urkonservative Kommentatoren fordern, dass die CDU das Thema nicht den Grünen überlässt, weil sie es wichtig finden und meinen, dass die es besser machen. Das ist ein erheblicher Fortschritt. Zwar reichlich spät, aber immerhin.
Saftladen Verkehr: Da kann man wohl nur auf die EU hoffen, die Vorgaben macht, auf die internationale Wende zur e-Mobilität und auf kommunale/regionale Projekte zu Öffis, Fahrrad und Fuß.
25 + x: Glaub ich nicht dran, nach dem, wie ich die Grünen jetzt von innen erlebt habe. Die Grünen können aber andere treiben und die Vorstellung davon einbringen, was möglich sein könnte.
Visionen werden selten in der Breite gewählt, aber sie wirken dennoch.
Ich gehe inzwischen davon aus, dass das in den Koalitionsverhandlungen so ausgehandelt wurde.
Wir haben dort einfach die falschen Leute hin geschickt.
Die FDP (bzw. das Verkehrsministerium) fordert nun nur ein, was dort vereinbart wurde.
Die Sektorziele aufzugeben, zeugt von wenig Verhandlungsgeschick, in der Tat. Aber dann wenigstens den Verkehrshaushalt um die ein oder andere Milliarde kürzen, wenn man sein CO2 Budget nicht im Griff hat.
Otto N zahlt, Wissing nicht. Warum? Wäre doch Marktwirtschaft. Verhaltensweisen ändern sich über den Preis. Ist das Geld nicht da, gibt es eben eine Autobahn weniger.
Und ich bin dringend dafür, Ulrich Schneider vom Paritätischen einen Mitgliedsantrag zuzuschicken.
möchte zurück zu der Anfangsfrage:
Sind tatsächlich viele - und noch wichtiger, einfach verständliche und umfassend erklärende Fakten und Argumente dargestellt worden, dass die Bürger:innen, die nicht wissen, was eine Wärmepumpe ist und warum diese die bessere Lösung sein soll etc. von der Notwendigkeit der Lösung überzeugt werden können?
Ich finde sicher nicht.
(und das ist ein Kommunikationsproblem tatsächlich in der Verantwortung in erster Linie der Grünen, denn diese sollten darauf pochen, verstanden zu werden, insbesondere von jenen Leuten, auf die ihre politischen Maßnahmen die meiste Auswirkung haben würden, und die überzeugt werden müssten, hinter diesen Lösungen durch evtl. großen oder scheinbar großen Verzicht zu stehen…).
Nicht mal die interessierten Bürger:innen bekommen ohne Weiteres ausreichend Antwort ohne lange recherchieren zu müssen: siehe da die Inhalte der Seite
Ich finde da immer noch nicht / nicht mal das Basalere genau heraus, warum die Wärmepumpe überhaupt tatsächlich die beste Lösung sein sollte.
Wo sind Funktionsweisen und -folgen Erklärungen, wo sind Vergleiche mit anderen Technologien (oder nicht-Technologien
) usw. ?
Der Text macht eher auf Stimmenfang-überzeugen-wollen den Eindruck, als auf das Erklären einer besseren und notwendigen Lösung.
Wieso wird erwartet von den xy-beliebig fach-un-oder -gebildeten Bürger:innen, dass sie wissen, was eine Wärmepumpe sein soll?
Geschweige den Zustand der Kommunikation in und durch die Massen-Medien, wo in Nachrichten und Talkshows nur das Gezanke von Politikern vorgestellt wird, meist zugunsten von populistischen Sprüchen.
Es ist ein Mit-Resultat einer generell mangelnden Kommunikationspolitik in vielen Themen seitens der progressiven Kräfte (damit sind gemeint: ab dem Zentrum linke inkl. grünen Positionierte) dass es tatsächlich in der Praxis gilt:
und dass
Eben daran müssen die Grünen viel mehr im Kommunikationsfeld investieren, das Gespräch mit jenen Gesellschaftsgruppen hinzukriegen, die noch nicht aus Überzeugung der bösen Seite angehören und profit-motiviert und willentlich das Falsche erzählen, sondern aus Unwissenheit und Überforderung gegenüber einer überstülpenden Realität, auch politischen, die sie zu Benachteiligten macht, be-lässt und somit auch ver-lässt.
So könnte es auch klappen (evtl. und hoffentlich) für mehr Erfolg bei
wäre auch verwunderlich, wenn die Befürworter der Interessen der Verursacher, wirklich und nicht nur angeblich, das Problem bekämpfen wollten, oder ?
Ja, eine Politik ohne handwerkliche Fehler hilft… nur nicht unbedingt um einen Konsens zu erreichen… Denn,
gegen einen Konsens, hätte wahrscheinlich angesichts einer angehenden und für alle Beteiligten eindeutig sichtbaren Katastrophe Keine:r viel zu widersprechen,
aber
- kann/darf sich grüne Politik auf das Abwarten dieser Koinzidenz zurückziehen?
sowieso nicht, wäre sie sonst kaum als Grün zu bezeichnen - ist eine solche Perspektive intern-logisch nachvollziehbar?
Denn die Befürworter der Interessen der Verursacher werden, selbst dann, wenn die Katastrophe da ist, weiterhin Lösungen vorschlagen, die auf nicht viel Anderes abzielen werden, als eben die gleichen Interessen der Verursacher zu schützen.
Also auf eine Konsensfindung kann man sich nicht als Ziel ausruhen oder beschränken
und Ja, das ist es doch nicht allein !
da soll grüne Politik eine starke alternative und verständlich kommunizierende Instanz aufstellen. Gegen die Lobbypropaganda des MilitärIndustriellenKompexes …
tbc ![]()
Danke.
Eine Wärmepumpe in der Kommunikation ist einfach: man spart langfristig Geld und kann im Sommer die Räume kühlen.
Ein Recht auf kühle Wohnung im Kampf gegen den Hitzetod.
Und die GWh mehr gibt es per PV und das ergänzt die Technologieoffenheitsfixierung um eine soziale Dimension.
Irgendwie ist Kommunikation nicht unser Ding.
Gut, am GEG kann man Kommunikation sicher gut aufdröseln ![]()
Du hast in deinem letzten Beitrag so viel geschrieben, dass ich nicht recht weiß, worauf ich antworten soll. Vielleicht können wir das gemeinsam verstehen lernen.
Vielleicht ist das ein Ansatz: Kommunikation hängt sehr von der spezifischen Situation ab: Sender, Empfänger, Zuhörer, Setting.
Beim GEG gibt es sehr viele verschiedene relevante Siuationen/Empfänger, die sich sehr unterscheiden, zB (lockere Sammlung):
Die öffentliche politische Diskussion auch in den Medien
Verfügbare Sachinfos
Was bei den Leuten ankommt, die demnächst eine neue Heizung brauchen
Was bei Mietern ankommt
Was bei bislang unbeteiligten Hausbesitzern (privat, Unternehmen) ankommt
Was Fossillobbyisten senden
Die Bedeutung von Vorwissen, verfügbarer Zeit und Interesse zur Meinungsbildung
uvm.
Die wenigsten Leute haben genug Vorwissen, Zeit und Interesse, sich in das Thema einzulesen. Aber alle sind Hausbesitzer oder Mieter.
Hausbesitzer:
Leute, die demnächst eine neue Heizung brauchen, kennen sich mit der alten aus und nicht mit der neuen. Das ist erst einmal eine grundsätzlich unangenehme Situation, abgesehen von der finanziellen Belastung, die auf jeden Fall auf sie zukommt und bei den privaten Hausbesitzern ein richtiger Einschnitt ist. Hausbesitzer, bei denen das noch nicht aktuell ist, antizipieren das und haben zusätzlich das Gefühl einer unsicheren, unkontrollierbaren Zukunft. Wenn es ums Wohnen geht, sind die Leute auch nachvollziehbar besonders empfindlich, da werden Urängste ausgelöst.
Dazu kommt, dass ein Eingreifen in als privat erlebte Entscheidungen (die durch Gewohnheit als privat erlernt wurden) als Angriff aufgefasst werden. Da spielt Verlustaversion eine Rolle: Was ich früher durfte, nämlich selbst entscheiden, wird mir jetzt verboten. Das ist schlimmer als es nie gehabt/gedurft zu haben.
Was bei solchen Leuten hilfreich sein kann: Etwa massive Informationskampagnen von den Stadtwerken, die Sachinformationen liefern, aber auch das Gefühl vermitteln, dass es vorgefertigte Lösungen gibt, einen Standard „so mache ich das“. Das verschafft Sicherheit. Leute wollen sich nicht alleine in unbekanntes Terrain wagen, sondern immer mit der eigenen Horde. Dabei sind vor-Ort Ansprechpartner sehr wichtig, denen vertraut wird.
Was das angeht, wäre eine frühere Einbeziehung der kommunalen Wärmeplanung unbedingt nötig gewesen. Das nicht zu tun war ein Kardinalfehler. (das lag allerdings auch daran, dass die Sache vorzeitig geleakt wurde.)
Mieter:
Die möglichen zukünftigen Steigerungen der Heizungskosten werden als sehr bedrohlich erlebt, insbesondere nach dem Anstieg, der gerade stattgefunden hat. Mieter haben keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Hausbesitzer. Ein Ausweichen ist bei dem aktuellen Wohnungsmarkt in der Regel nicht möglich. Das verursacht ein generelles Gefühl der Unsicherheit, einer nicht kontrollierbaren Situation, im intimen Bereich des Wohnens. Mieter haben durchschnittlich deutlich weniger Rücklagen und erleben sich als vulnerabler als Besitzer. Ob die Preissteigerungen tatsächlich kommen, hat nicht so viel Einfluss wie die Erwartungen, die die Leuten haben. Das Vertrauen darauf, dass ihre Belange eine Rolle spielen, ist bei einem erheblich großen Anteil nicht vorhanden.
Was da hilft: Jetzt gar nichts, da den Beteuerungen, das sozial zu gestalten, schlicht nicht geglaubt wird. Eine andere Politik in der Vergangenheit hätte geholfen. Jetzt muss dieses Vertrauen erst mühsam wieder aufgebaut werden, und den Grünen wird dabei nichts zugetraut. Das könnte eher die SPD. Für die Grünen wäre es schon ein Fortschritt, wenn sie die Situation der Unterschicht besser kennen und verstehen würden und nicht von oben herab reden würden.
Hier ein paar Artikel dazu, zwar aus den USA, aber manches ist übertragbar: Can Democrats Win Back the Working Class?, Trump’s Kryptonite: How Progressives Can Win Back the Working Class. Da sind auch links zu den Studien, die dazu gemacht wurden.
Dann im öffentlichen Diskurs die heftige Fehlinformation von mehreren Seiten: Die Fossillobby, Leute, die mit Halbwissen laut rumposaunen und der Lobby auf den Leim gehen und Leute wie FDPler, die die Gunst der Stunde nutzen wollten.
Da sind die Bundesgrünen, insbesondere die Minister, in der Pflicht (und im Hagelsturm).
Das war ein perfekter Sturm: Inflation, geleakte Papiere, FDP unter Druck ohne Beißhemmung, auf der Grundlage einer allgemeinen Verunsicherung durch den Ukraine-Krieg und die Gasprobleme.
Da kann man eigentlich nur sehen, wie man mit möglichst wenig Schaden rauskommt. Normalerweise legen sich Politiker dann 3 Sätze hin, die sie immer wieder wiederholen. Ob es was besseres gibt? Ich hoffe, die sind gut beraten.
So, das ist mal der Versuch eines Anfangs einer Analyse ![]()
_ müsste sie aber werden …!
denn, wie Politik betreiben ohne Kommunikation?
nehmen wir an, das sollte eine Erklärung seitens der grünen Partei sein, zum Überzeugen von Unwissenden, die ein Haufen Geld investieren sollen (oder müssen)…
ohne dass erklärt wird, was eine Wärmpumpe überhaupt ist und wie sie funktioniert und wie es im Vergleich mit anderen Technologien in Sachen Bilanzierung aussieht…
…hört sich an das wie Kartenlegen-Schönwetter-Wunsch-Einreden in Telegram-Gruppen für Blind-Einzahlungen bei Kryptowährung-fake-Unternehmen…
(
bitte nicht persönlich nehmen
)
wollen wir auf so einem Niveau bleiben, ist eine erfolgreiche Niveau-Unterscheidung gegenüber Populisten in AFD, CDU, Sekten und Einiges mehr, …schwierig bis gar nicht überzeugend, weil der Komplexität des Sachverhaltes nicht genügend Aufmerksamkeit gewidmet wird und der Sachverhalt unverstanden bleibt…
sehr schön beschieben ![]()
_ nebenbei frage ich mich, sind die Grünen wirklich so realitätsfern in der vermittelnden Kommunikation gerade, obwohl die Spitzen als Kommunikationskanonen eher wahrgenommen werden…bzw bisher wurden - und entsprechend als Spitzen gewählt wurden?
wo liegt da genau das Problem? nur Kapazitäten unterschätzt um dem
zu handeln? Es existiert eine Kommunikationslücke…
Schließlich sollte die Transition zu neuen Technologien seit Jahren im Programm und Zielsetzungen stehen …fertig zur Aktivierung auch auf der kommunikativen Ebene…
Oder sind die bestimmten Zielgruppen außerhalb des Fokus geblieben?
Und Minister, denkt man, hätten genügend Mitarbeiter für die Einzelheiten… ?
Auf Bundesebene ist das Spitzensport: Die anderen sind auch gut.
Annalena und Robert haben unterschiedliche Kommunikationsstile: Annalena emotional und polarisierend. Das ist für die ingroup aktivierend und kann sie zusammenhalten. Für andere ist das ein Hindernis und sie wird als Feindbild aufgebaut. Robert integrierend und ruhig. Das kann auch andere eher ansprechen und dazuholen. Allerdings tendieren Menschen unter Druck dazu, eher nach polarisierendem Stil zu suchen, die Gräben zwischen Gruppen werden tiefer. Ich halte es für extrem wichtig, dass Führungspolitiker integrierend kommunizieren, aber unter Angriffen ist das schwer durchzuhalten. Manchmal, bei besonders hohem Status, wird es von der Bevölkerung anerkannt und auch in einer Krise bevorzugt, aber von der Presse normalerweise eher nicht. Dh. dass Roberts Kommunikationsstil gerade jetzt einen Nachteil hat.
Ja, da habe ich auch oft den Eindruck, dass das irgendwie nicht durchkommt. Es gibt viele Untersuchungen dazu, wie Dinge kommuniziert werden sollten, auf den unterschiedlichen Ebenen, aber die Papiere scheinen in den Schubladen steckenzubleiben.
Ein Problem scheint es mir zu sein, dass man bei technischen Problemen weiß, da sind Fachleute, die sagen das und das, aber in der Psychologie und Soziologie gibt es ziemlich viel Halbwissen, und jeder hat eine theory of mind, aber relevante wissenschaftliche Erkenntnisse verbreiten sich nicht so schnell wie nötig. Offenbar nicht einmal unter den Mitarbeitern der Ministerien. Außerdem ist die Transformation einer Gesellschaft (technologisch, ökologisch, sozial) extrem komplex und die Denkweise darüber ist für viele neu.
Aber am Ende kann ich mir diese Unfähigkeit auch nicht recht erklären. Vielleicht: Vertrauen kann man nicht konstruieren, auch nicht mit Psychotricks oder Bürgerhearings, man muss es persönlich als Beziehung aufbauen.
Ja, darin liegt sicher ein wesentlicher Teil des Problems. Bei den Grünen sehr stark, aber auch bei den anderen Parteien. Ich hatte die more in common Studie hier https://das-gruene-forum.de/t/wie-geht-es-weiter-gruene-bald-gleichauf-mit-der-afd/1735/181?u=dape12345 verlinkt, da ist das beschrieben. Hier https://das-gruene-forum.de/t/wokeness-gender-und-so-weiter-zum-x-ten-ist-man-automatisch-ein-faschist-wenn-man-nicht-richtig-gendert/2050/7?u=dape12345 sind die Sinus-Milieus, die sind auch hilfreich.
Nehme ich nicht persönlich. Darum müsste man mich schon nachdrücklich bitten.
Tatsächlich lernen wir doch, dass es offensichtlich einer zielgruppenspezifischen Ansprache bedarf. Und ganz ehrlich: mich muss nicht interessieren, wie eine Wärmepumpe funktioniert- ich will wissen, was man damit machen kann und was es kostet.
Wenn die Dinger kühlen, kauf ich.
Wenn ich Sparfuchs bin, kaufe ich auch- wenn denn das Argument besser wäre als „fossiles Heizen wird teurer“. Um wieviel weiß niemand. Also nehme ich das billigere. Im Zweifel wird der Gaspreis subventioniert.
Und ansonsten gilt doch: ich entscheide, was in meinen Keller kommt. Bevormundung führt zu 600000 Trotzkäufen.
Cem ist geduldig und niemand kauft eine Extraportion Schweinekotelett.
Kaum aber macht er was, brechen ganze Industriezweige zusammen: Süßigkeiten und Werbeindustrie.
Bevormundung oder eben der Kontrollverlust, das ist ein so basales Gefühl, dass es nicht einmal einer Aufteilung in Gruppen bedarf. Mit einem „Sie kennen mich.“ kann man Wahlen gewinnen. Würde Robert das plakatieren lassen, würden alle denken: „Ja, eben. Der will in meinen Keller. Der hat mir schon mal gar nichts zu sagen.“
Wenn wir da schon mal besser würden, käme als Kür die zielgruppengerechte Sprache hinzu.
So traurig es ist: Argumente hört man erst, wenn ein gewisses Vertrauen da ist. Ich möchte aus dieser Ideologiefalle raus.
ist eine zentrale Denkweise im Konsumkapitalismus für eine Mehrheit der Bürger, davon können wir ausgehen. Und eine menge Leute werden nicht an die Folgen für die nächste Generationen denken wollen oder können. Muss als Tatsache in die Bilanzplanung.
Ab da sollte man aber doch von allen abverlangen, am nachhaltigem Wirtschaften mitzuspielen, solange man dies im Voraus ordentlich dargestellt und erklärt und in Vergleich zu anderen Meinungen gestellt hat.
Um Bevormundung / Kontrollverlust zu vermeiden, bräuchte man doch vorhergehend die
denn, wenn man alles versteht, kann man als Bürger:in auch bewußt sich für das Bessere entscheiden.
Also ist es umgekehrt in der Reihenfolge zwischen Kommunikation und Vertrauen… - Kommunikation kann Vertrauen schaffen. Zumindest sollte man es so angehen und es versuchen… solange bis es klappt ![]()
Ich glaube nicht, dass die Grünen grundsätzlich in einer Ideologiefalle gefangen sind, denn vernünftige Überlegungen waren die Grundprämissen bei Gründung der ökologischen Bewegung und auch der Grünen.
Insbesondere wenn mehr Aufklärung gepaart mit Demokratie-Empowerment praktiziert und verbreitet wird, glaube ich nicht, dass Bevormundungseffekte daraus resultieren würden.
Lassen wir nicht zu, dass mangelnde Kommunikation, eine Ursache für den Klimawandel bleibt
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