Korrektur der Arztausbildung

Heute habe ich mal wieder festgestellt, das es einen guten Arzt zur Bekämpfung von Krankheiten und einem guten Arzt für Patienten gibt. Neben der Tatsache das Ärzte laut Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) sehr wenig Geld für Arzt/Patientengespräche bekommen.

Sie können es auch nicht.

Ich wünschte mir im ersten Jahr der Ausbildung zum Mediziner gäbe es schon einen Kurs „Arzt-Patienten-Gespräche“. Die Prüfung zu diesem Kurs sieht so aus, daß ein Schauspieler den Patient spielt und 5 echte Patienten die Jury bilden. Wer da durchfällt, kann kein Arzt werden (bzw. muss die Prüfung wiederholen).

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Gesprächsführung für Ärzte: Ja.
Ist schon lange überfällig, und zwar nicht nur als ein Kurs, den man eben durchmacht, sondern im gesamten Studium. Die Inhalte des Medizinstudiums werden immer wieder überarbeitet, und da gibt es Fakten, Verständnis von Zusammenhängen, Prozeduren und „soft skills“ als Längsschnittaufgaben, was jeweils ein anderes setting zum Lernen und in Prüfungen braucht. (Ich hab aus Zufall einmal in einer AG gesessen, die neue Inhalte ausarbeiten sollte).
Gesprächsführung kann man lernen, das ist aber nicht trivial. Man braucht für verschiedene Situationen unterschiedliche Ansätze (edukativ, sachorientiert/gefühlsorientiert, explorativ, offen oder zielorientiert, ua) und muss sich auf sehr verschiedene Patienten mit ihren Voraussetzungen, Bedürfnissen und Erwartungen einstellen, samt Familien. (Deshalb finde ich eine Patientenjury nicht so sinnvoll). Ich habe den Eindruck, dass in der Ausbildung inzwischen mehr Wert darauf gelegt wird, aber um Gesprächsführung zu lernen braucht man jahrelange Übung, Erfahrung mit Menschen, aber auch Rollenspiele mit Rückmeldung und Lernen am Modell. Das geht nicht nebenbei. (Wenn Studenten selbst die Patienten im Rollenspiel spielen, lernen sie mehr als bei Schauspielern, weil sie beide Seiten erfahren. Rollenspiele können sich sehr realistisch anfühlen)
Ich denke auch, manche Fächer innerhalb der Medizin gelten als gesprächsnah, und bei anderen wird die Notwendigkeit einer guten Gesprächsführung einfach nicht gesehen.

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Bei den Friseurinnen ist das Gespräch mit der Kundin Ausbildungsinhalt.

Wirklich? Seit wann?

Weiß ich nicht.

Tatsächlich ist das berühmte „erzähl 's doch deinem Frisör“ nicht bloß ein Witz mit Bart.

Den angehenden Friseurinnen soll beigebracht werden,
an den Antworten des Kunden zu erkennen,
wie er / sie / es sich unter der „körpernahen Anwendung“ fühlt.

Eigentlich fast schon eine Anamnese.

(Weiß ich, weil ich mal Probeprüfungen für Friseurinnen korrigiert habe. Und da stand es im „Löser“.)

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