Krankenkassenfinanzierung - abgedreht?

Habe ich doch gerade meinen Barmer-KV-Beitragsbescheid bekommen - 926€/Monat … als Kassenpatient … da fällt es einem schon echt schwer auch weiterhin solidarisch zu sein … Und unsere Gesundheitsminister der letzten Jahre feiern die geringen Beitragssatzerhöhungen, drehen aber ganz locker die Beitragsbemessungsgrenze nach oben - trifft ja sowieso weder sie, noch ihre Beamten und eigentlich nur die paar Doofen die sich noch nicht aus dem System verabschiedet haben, dies aber jederzeit tun könnten - und ich habe mal an die Bürgerversicherung a’la Schweiz geglaubt …

Ich stelle mir daher die Frage ob unsere Sozialpolitik da nicht überdreht und würde mich daher freuen, wenn es wieder darum gehen würde, dass man Kosten senkt und nicht nur die Leute ruhig stellt.

Beim Thema Kostensenkung denke ich aber weniger an die Pfleger und Arbeitskräfte sondern an die Kostentreiber im System - wer auch immer das ist …

Gibt es eigentlich dazu Untersuchungen, wie die Kostenverteilung innerhalb des Systems ist ?

Das ist ein sehr Kompliziertes Thema. Der Hauptkostentreiber sind Bürokratiekosten und zum Teil auch Überteuerte Medikamente. Etwa die Mondpreise für Krebsmedikamente. Wen ein Patient zu retten ein Lottogewinn kostet, dann wird es eng für das Gesundheitssystem. Das ist eigentlich viel zu teuer.
Manche Krebsbehandlung kostet über 1 Million Euro pro Patient! Absurd, da ist der Arzt noch nicht eingerechnet…

Dann währe da noch die Sache mit einigen unnötigen Operationen. Corona hat gezeigt warum viele Kliniken in Deutschland pleite gehen, seit dem Lockdown Schock.

Ganz einfach, viele haben hauptsächlich an überflüssigen Operationen verdient.

Dazu zählen zum Beispiel Knie OP und Bandscheiben OP. Das braucht man nur bei einem echten Schaden, der entweder zur Arthrose führt oder auf einen Nerv drückt. Der Grund ist der ,dass Rüchenschmerzen von Verspannungen kommen, nicht von kaputten Bandscheiben, die haben gar kein Schmerzempfinden.

Die meisten Menschen mit Rücken haben keine Bandscheibenschäden, sondern eher Muskelkrämpfe, da hilft sowieso keine OP sondern Sport.

OP am Rücken macht aber nur be itatsächlichen relevanten defekten Sinn. Was keiner Weiß:

Die meisten Bandscheibenvorfälle bemerkt niemand, sind völlig Symptomlos, erlaubt in gewissen Grenzen soagr schmerzfrei Sport…

Nur ein Beispiel, man weiß das in Deutschland etwa dreimal so oft Operiert wird am Rücken, obwohl die Franzosen nicht mehr Rückenprobleme wie die deutschen haben.

Die Kliniken die deswegen Pleite gegangen sind brauchen wir nicht, denn die sind nicht auf Sinnvolle Operationen eingerichtet.

schwierig.
Pfleger und Personal sollen nicht sparen.
Die Bevölkerung wird immer älter und braucht mehr Leistungen.
Die Medikamente werden teurer, weil und wenn wir sie wieder in der EU herstellen statt in China.
Die Krankenhäuser sind pleite.
(Haus)Ärzte zu finden/anzusiedeln wird in manchen Gegenden schwierig, denen kann man also auch nicht viel wegnehmen.
Was bleibt? mehr zahlen oder Leistungen einschränken.
oder eben Selbständige und Beamte einbeziehen, wobei ich nicht sicher bin, ob das hilft, die Altersstruktur dieser Gruppen wird auch nicht besser sein als die der restlichen Bevölkerung.
Oder was verspricht man sich davon?

Lieferanten von medizischen Gütern verdienen sich häufig eine goldene Nase. Insofern sind die Kostentreiber die Krankenkassen, die die Erstattungssätze aushandeln.

Beispiel: der Rollstuhl meiner Mutter kostete IIRC 565$ Miete+Service für 5 Jahre.
Jetzt schau Dir einen Rollstuhl mal genau an. Das ist Fahrrad-Technologie, nur ohne die 24-Gang-Schaltung und ohne Federbeine. Ein praktisch baugleiches Modell habe ich hier in Thailand in einem Sanitätsfachgeschäft für 120€ gesehen. Etwas einfachere Modelle gab es ab 65€. Zum Kauf, versteht sich. Das sind realistische Preise.

Ja das Problem kenne ich auch. Ich kenne jemanden ,der hatte wegen Krebs ein Bein verloren und trägt heute eine Beinprothese. Klar, das Teil ist hightech und kann nicht ganz billig sein, aber zu teuer ist es trotzdem. Denn allen das blöde Titanrohr, dass den Künstlichen Fuß mit dem Schaft (oberer Teil der prothese) Verbindet kostet über 10,000 Euro! Nur für das blöde 20 Zentimeter Metallrohr… Ohne die eigentliche Hightech Mechanik!

Nur weil Medizintechnik draufsteht wird der Preis verdoppelt. Wäre dasselbe Rohr für eine Maschine benutzt worden würde es erheblich weniger kosten… Da steckt viel Gierige Lobby der Industrie dahinter…

Im normalen leben würde niemand 10 Riesen für ein paar Zentimeter Rohr bezahlen…

Und sauteuer sind auch gewöhnliche Hörgeräte:

Ein normales Kassengerät kostet bis zu etwa 1.300 Euro, obwohl die Technik schlechter als in einem Handy ist. Der Tonumpfang ist nicht höher als bei einem billigen Telefon. Die haltbarkeit beträgt nur wenige Jahre ,die Kasse zahlt aber nur alle 6 Jahre… Und trotzdem muss man noch hunderte Euro zuzahlen, dazu noch die sauteuren Batterien. Die sind so teuer wie Druckertinte…

was auch eine Diskriminierung Hörgeschädigter ist. Ja taub sein ist wahnsinnig teuer…

das führt oft dazu dass man gar kein Hörgerät bezahlt bekommt ,das genug Leistung hat, viel hört ma ndamit nicht. Kann man echt vergessen… und ein privat bezahltes ,das Ausreicht kostet gut 3000 Euro oder noch etwas mehr, hält aber auch nur 4 Jahre ungefähr… dafür könnte man ständig einen High End Gaming PC kaufen so viel Geld kostet das… Vergleich: Ein Top Gaming PC mit der allerbesten Hardware kostet rund 2500 Euro statt über 3000. (Es sei denn, man kauf gleichzeitig Teure Bildschirme noch dazu…)

Komischerweise ändert sich das wenn man eine Hörprothese bekommt, die ist zwar auch sauteuer, aber die wird inklusive Batteien voll von der Kasse übernommen.

Und mit einer Hörprothese hört man sogar einen besseren Ton als aus einer guten Stereoanlage. Wesentlich besser als die meisten Lautsprecher überhaupt hergeben.

Und die Hörprothese ist zwar die einzig sinnvolle Lösung bei erheblichen Hörschaden ,aber diese Kostet rund 40.000 Euro pro Ohr NICHT pro Patient!

Hab mal nachgesehen, das reicht fast für einen Tesla E Wagen, oder für einen Steinway- Flügel. (einsteiger Modell oder mittelklassemodell gebraucht)

Da wird also oft auch mit zweierlei Maß gemessen. Leider auch bei sinnvollen sachen… Warum muss man bei Hörgeräten nen haufen zuzahlen und zu tode blechen?

Das ist ungerecht weil viele Leute auch wenn sie eher die Prothese brauchen of tnoch Hörgeräte tragen. Nicht jeder will oder kann die OP machen…

Ja, die werden ungefähr genau so häufig krank, aber sie haben im Schnitt ein höheres Einkommen und zahlen folglich höhere Beiträge. Und die soziale Subventionierung der KV für Hartzer und Geringverdiener verteilt sich auf mehr Schultern.

Hmh - wie machen das Länder wie die Schweiz wo das Niveau ja nicht schlechter ist aber die Beiträge weniger als die Hälfte betragen - OK - jeder muss sich versichern, also keine Familienversicherung aber … das wäre ja auch hier möglich … und die Versicherung derjenigen ohne Einkommen würde dann von der Solidargemeinschaft der Bundesbürger - sprich über Steuern - getragen werden. So haben wir im oberen/mittleren Bereich (also zwischen 40 - 120T€) eine gewaltige Steuerlast und bürden den Zahlern auch noch die Mitversicherung all der Leute auf, die keine Zahlungen leisten können …

Ich weiß aus dem Stand nicht, wie die Schweiz das bei der KV macht. Bei der RV haben sie 12,x % und keine Beitragsbemessungsgrenze. D.h. wenn Du 1 Mio verdienst, zahlst Du auch 120.000 Fränkli RV!
Da sind Deine 900+ doch ein Schnäppchen :wink:

Wir werden bald sowieso nur noch über Steuern Gesundheitssystem und Rente halten können, wegen der Demografie.

Die versorgung zu verschlechtern ist unbedingt zu vermeiden… Es gibt nur eine Lösung, Krankenhausreform und weniger Bürokratie. Krankenhausreform aber nicht a la Lauterbach. Sondern so:

NICHT alle Häuser auf dem Land abschaffen sondern einen Teil davon abschaffen und durch gute Notfallkliniken ersetzen und mehr in größere Häuser Schaffen um unnötige Doppelstrukturen zu vermeiden. Sonst sieht es überal aus wie bei mir im Saarland: Jeder Herzinarkt muss weit gefahren Werden, nach Homburg Saar, nur dort kann das behandelt werden. Bis man da ankommt, kann man aber schon verstorben sein…
Dumm gelaufen…

Das ist hier schon Realität was der lauterbach will. Saarländer müssen beten ,keinen Infarkt zu bekommen, der erste kann schon der letze sein… Die doofe Dorfklinik die komischerweise jeder behalten will, kann da nix machen. Aber warum macht man keine Infakt und Schlaganfall Notfallklinik daraus, das man auch auf dem Land im Notfall überleben kann? Is das Politisch nicht gewollt um den altersdurchschnitt zu senken ? So fragen stelle ich mir da immer wieder. (Info: Auch jüngere können einen Infakt bekommen, sollen die auch weg?)

Also da stimmt vieles nicht… Mal altersdikriminierung hier, mal die pauschale Dampf- Walze da usw…

Rente ist ein anderes Thema, denn:
Wenn die damit auch eine entsprechende Rente bekommen und nicht die gleichen Leistungen wie alle anderen dann ist das doch OK. Und dann - ab einem gewissen Einkommen wird es auch immer schwerer, die auch noch im normalen „Lebensunterhalt“ unterzubringen, sondern die dienen eh nur noch für die Geldvermehrung oder mehr oder weniger teure „Nebenausgaben“.

Die Beitragsbemessungsgrenze muss weg, die ist ungercht ,denn die sorgt dafür ,dass reiche NCHT entsprechend einzahlen. Dann reicht das Geld auch, vorausgesetzt man entschlackt mal die Bürokratie.

Ist dasselbe Problem wie bei der Bundeswehr… Mehr Geld allein bringt da auch nix…

Jetzt wird es wirklich krank - die KV ist KEINE Sozialkasse sondern eine Versicherung … eigentlich … Ohne Deckel würde ich knapp 25% auf mein gesamtes Einkommen dafür zahlen - zusätzlich zu den +/-35% Steuern ( dank Splitting, da sonst noch viel mehr ) etc …

Die PKV ist eine Versicherung. Die GKV hat sehr ausgeprägte soziale Elemente.

Aber ist das sinnvoll über die Solidargemeinschaft einer Versicherung hinaus ? Ich habe da so meine Zweifel.

BTW - die Erhöhung wurde noch unter Spahn durchgeführt. Die 933€ zahle ich seit dem 1.1.2022 …

Gesamtausgaben Gesundheit geteilt durch 83 Mio sind ca. 320 € pro Kopf.
Bei einer 4-köpfigen Alleinverdienerfamilie also 1280€. Für einen Hartzer überweist das Amt IIRC 126€.
Aber es sollten schon alle eine KV haben, oder? Irgendwo muss das Geld herkommen.

In D machen wir das halt innerhalb der KV. Alternativ könnte man jeden Bürger zwangsversichern und den Bedürftigen einen Zuschuss aus Steuermitteln geben. Oder man macht das Gesundheitswesen komplett steuerfinanziert. Als Besserverdiener zahlst Du in allen Fällen.

Aber wir wollen nicht ein Land sein, in dem sich viele Menschen eine medizinische Behandlung nicht leisten können.

@anonymeNutzer

Das ist in der Tat etwas, dass die Medizin teuer macht - da ich in einem lntegrationsunternehmen arbeite, habe ich viele KollegInnen mit diversen Einschränkungen - wenn man sich die - aus meiner Sicht durchaus nachvollziehbaren - Ansprüche der KollegInnen anBetreuung und/oder Material ansehe, so kann ich verstehen, dass die Dinger so teuer sind…
Es ist dann nämlich nicht nur ein Durchschnittsrohr, sondern ein mehrfach qualitätsgesichertes Teil, zudem mit weitaus höherer Grundforderung an die Qualität als "Durchschnitts-"Rohre (auch wenn es die mit 95%iger Wahrscheinlichkeit auch täten)…
Was die Möglichkeiten der Krebsbekämpfung angeht, so hat sich in den letzten 20 Jahren hier unglaubliches getan…
Trotzdem ist es bei einigen Krebsarten (Pankreaskarzinom z.B., oder bei metastasierendem Krebs) immer noch so, dass die Möglichkeiten begrenzt und eher palleativer Natur sind…
Wenn nun der Arzt in solchen Fällen ein neues, deutlich teureres Medikament an der Hand hat, dass besser verträglich ist und die durchschnittliche Lebenserwartung um ein halbes oder ein ganzes Jahr verlängert - werden die meisten Patienten zu (schlechten) Politikern, die Geld ausgeben für etwas, dass nur sehr sehr begrenzt (auch ihnen selbst) hilft - aber rel. großen Schaden für die Solidargemeinschaft bedeutet - aber wer will ihnen das verübeln???

Und was den Betreungsschlüssel und die Qualität der Betreuung (egal, ob Ärtze oder anderes Fachpersonal) angeht, so sind wir uns hoffentlich einig, das wir das Problem seit Jahrzehnten kennen - aber bislang nicht den „richtigen Moment“ gefunden haben, dieses - vor allem finanziell - hinreichend auszustatten - jede(r), der also demnächst in die Verlegenheit kommt, unter einer schlechten Versorgung zu leiden, sollte sich zumondest über die letzten Jahrzehnte freuen, in der er/sie zu geringe Beiträge gezahlt hat…

Natürlich muss man auch über Dinge wie Bürokratieabbau dringend sprechen und Massnahmen in die Wege leiten…

Und - das finde ich den eigentlichen Skandal - muss mit der 2-Klassen-Medizin Schluss gemacht werden - es kann nicht sein, dass die Lebensqualität oder das Leben selbst von der Frage GKV/PKV abhängt - die Behandlung darf hier nur von der Dringlichkeit des Handlungsbedarfs - und vielleicht von der chronologischen Fallmeldung - abhängen - nicht aber von der Bezahlung…

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Aspekte, die man dabei diskurieren muss - z.B. die Frage, wnn ein Artzbesuch wirklich notwendig/geboten ist - auch das ist eine unglaublich hiekle Frage jenseits der Großkonzerne…

Pro Jahr ? Und warum bezahle ich dann das 3x pro Monat?

Sorry, da fehlt ne Null. 3200 p.a., also knapp 300 p.M.

Weil Du für die ganzen Geringverdiener mitbezahlst. Das nennt sich sozial.

Ja, aber das muss man sehr vorsichtig machen. Derzeit gibt es eine Querfinanzierung der GKV-Patienten durch die PKV. Wenn Du die PKV abschaffst, steigen die GKV-Beiträge nicht unerheblich (um 15-20 %).

Ein befreundeter Zahnarzt sagte mir, wenn seine Helferin eine Zahnreinigung bei einem GKV-Patienten durchführt, zahlt er drauf!

@Duke

Das stimmt - ist aber kein wirkliches Gegenargument - as wird sogra noch deutlicher steigen, wenn die „unnötigen“ Überbehandlungen" der PKV gekürzt werden - es leiden nämlich nicht nur die gesetzlich Versicherten unter eine „Unterversorgung“ sondern auch de PV unter einer „Überbehandlung“…
In beiden Fällen gibt es für die Behandlung keinen „realen“ Preis…

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Das kann ich voll bestätigen. Zumindest bei schlechten Ärzten. Die habe ich allerdings längst aussortiert, zumindest bei den Fachrichtungen, mit denen ich bislang zu tun hatte.

Aber wenn diese ‚Überbehandlungen‘ - meist sind es nur Untersuchungen - wegfallen, dann steigt der GKV-Beitrag vielleicht sogar um 30 %. Das wäre in mehrerlei Hinsicht eine durchaus kritische Größenordnung.