Ich selbst bin kein Freund von solchen „Lösungen“ - ich finde nur, sie müssen offen diskutiert werden, wenn sie im Raum stehen.
Deswegen habe ich den Gedanken exemplarisch aufgegriffen.
Wenn wir schon über diplomatische Lösungsansätze sprechen, die Konflikte mindern oder gar auflösen sollen, dann geht es mir nur darum, die eingebrachten Vorschläge daraufhin zu untersuchen, ob es auch dann noch - insbesondere für den Vorschlagenden - ist, wenn er/sie selbst davon betroffen ist.
Das jede diplomatische Lösung auf die ein oder andere Weise „kaltherzig“ ist, liegt dabei wahrscheinlich in der Natur der Sache, da eine solche Entscheidungsfindung die Bedürfnisse der Individuen, die davon betroffen sind, nie in individueller Tiefe mitberücksichtigen kann. Es ist also eher eine „kaltherzige“ intellektuelle Abwägung von Vor- und Nachteilen zu Lasten individueller (und auf dieser Ebene auch berechtigter) Interessen.
Das rechtfertigt natürlich keine „unmenschlichen“ Entscheidungen - es gelten u.a. erst einmal immer noch Menschen- und Völkerrechte, um überhaupt legitim sein zu können.
Genau an dieser Stelle habe ich denn auch bereits große Vorbehalte gegenüber Diplomatie mit Diplomatie gegenüber despotischen Diktatoren wie Putin (und vielleicht bald auch Trump).
Da solche Systeme deutlich zur Menschenverachtung neigen, sind diplomatische Kompromisse oft eben auch Zugeständnisse an eben diese Menschenverachtung.