Krieg um Bergkarabach

Der Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien geht wohl in eine neue Runde. Nachdem seit unserer Zeitenwende Waffenlieferungen in Kriegsgebiete ja nicht nur kein Tabu mehr sind, sondern gern alternativlos gesehen werden, stellt sich hier die Frage: Müssen wir militärisch helfen Bergkarabach zu verteidigen? Wenn ja, gegen wen? Wer sind hier die Guten und wer die Bösen?

Krieg um Bergkarabach ausgebrochen: Aserbaidschan startet Großangriff - taz.de

In dieses Gebiet sollten wir uns gar nicht einmischen. Wir michen uns zu viel in fremde Konflikte ein, das funktioniert nicht. Die Konfliktparteien müssen die Konflikte lösen, das können wir gar nciht für die tun. Wir sollten davan abkommen Weltpolizei zwischen den Staaten zu spielen. (Hat nix damit zu tun dass Interpol u.ä. gegen einzelne Kriminelle oder Terroristen sinvoll ist)

Die Konflikt um Bergkarabach geht uns nix an…

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Das heißt ja nicht, dass wir hier nicht darüber diskutieren können.

Allerdings:

In Bergkarabach ist eine Feuerpause vereinbart worden. Die armenischen Separatisten hätten einer russischen Initiative zugestimmt, heißt es. Aserbaidschan bestätigt das.

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/bergkarabach-aserbaidschan-neue-kaempfe-100.html

Hoffen wir mal, dass sich die Lage dort beruhigt.

Offensichtlich geht es dabei auch um gewisse Versorgungsengpässe, die auch blockiert werden.

diese „gewissen Versorgungsengpässe“ werden von manchen auch als Völkermord bezeichnet: Konflikt um Bergkarabach: Droht ein Genozid? (deutschlandfunk.de)

Was braucht es, damit wir uns in einen Konflikt diplomatisch oder gar militärisch einmischen?

  • eine leidende Zivilbevölkerung reicht offenbar nicht aus
  • müssen deutsche (oder „befreundete“) Wirtschaftsinteressen berührt sein?
  • braucht es eine geographische Nähe, sodass wir zumindest von den Flüchtlingen etwas spüren?
  • braucht es ausreichend Schmiergeld? (Aserbaidschan-Affäre – Wikipedia)
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Wir müpssen uns gar nicht einmischen. Das ist nicht unsere Aufgabe, weil wir solche Probleme nicht für andere lösen können.

Mit einer Ausnahme:

Im Falle eines Angriffskrieges nach der Machart Putins der angegriffenen Partei Waffen und Hilfsgüter liefern.

Im Falle Bergkarabach liegt so ein Fall aber nicht vor.

In diesem Fall gibt es ja zwei Streitparteien und kein eindeutiges Opfer.
Sondern es ist ein fremder Streit um die Vorherrschaft wo keine der Parteien im Recht ist.

In so einen Streit von außen einzugreifen bringt nix. es hat noch nie funktioniert solch einen Streit durch Eingriffe von dritten zu beenden. Finger weg von der Region. Weil nur die Streitparteien eines solchen Streites diesen beenden können, sonst niemand.

das hat ja auch zwischen Plästina und Israel nicht funktioniert von außen gegen solche bewaffeneten Konfikte einzugreifen.

Da müssen sich die betroffenen Partein miteinander arrangieren, wir können da gar nix tun.

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sagen wir so, das stärkt die Motivation :slight_smile:
Aber derzeit können wir eh nicht dort eingreifen, wir sind ja schon mit der Ukraine überfordert.

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Hat uns eine der beiden Kriegsparteien gebeten, dort einzugreifen?

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Gott sei Dank nicht!

Einen Tag nach dem Beginn eines aserbaidschanischen Militäreinsatzes gegen die von Armeniern bewohnte Region Bergkarabach hat der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev den Einsatz seiner Truppen für beendet erklärt. Aserbaidschan habe seine Souveränität über das Gebiet wiederhergestellt, sagte er am Mittwoch in einer Fernsehansprache in Baku. Von armenischer Seite gab es zunächst keine Stellungnahme.

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/politik/aserbaidschan-armenien-bergkarabach-feuerpause-100.html

Soweit ich weiß, haben beide Seiten uns um Hilfe gebeten. Mit Aserbaidschan haben wir trotz des Korruptionsskandals neue Verträge über Energielieferungen geschlossen. Nach Armenien haben wir sogar eine Polizeimission zum Grenzschutz geschickt (geleitet von einem deutschen Bundespolizisten). Wir sind also längst nicht mehr unbeteiligt in dem Konflikt.

Das mindeste, was wir tun müssen, ist genau hinschauen. Es hat schon einmal einen massiven Völkermord an den Armeniern gegeben, der sich nicht wiederholen darf.

Der aktuelle Angriff Aserbaidschans nutzt die aktuelle Schwäche Russlands aus, das die armenische Position gestützt hat. Die Türkei steht dagegen auf der Seite Aserbaidschans. Hoffentlich liefert die Region eine Musterlösung, wie man ethnische Minderheiten in seinem Land haben kann, ohne sie zu unterdrücken oder zu vertreiben oder umzubringen.

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Mag sein, aber dazu mus diese Minderheit aber auch akzeptieren dass sie zu klein ist für einen eigenen Staat haben zu können.

Und wo wird eine Minderheit nicht unterdrückt? Das ist doch überall der Fall.

Das kann nur mit gutem Minderheitenschutz funktionieren und eien Lösung die so funktioniert, dass nicht jede Minderheit einen eigenen Staat ausrufen will. Weil so eine Idee einfach nicht funktioniert weil es extrem viel Konfliktpotential wegen sich überschneidender Interessen der Minderheiten und der Mehrheiten birgt.

Und deine Hoffnung auf eine Musterlösung in der Region ist äußerst optimistisch. Ob das klappt ist zweifelhaft.

Du erwartest eine Musterlösung von einem Diktator? Ich habe da ein ganz schlechtes Gefühl.

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Ja an eine Musterlösung von einem Diktator zu glauben ist surreal. Das wird es nicht geben. Kann man echt vergessen…