Krypto-Währungen: Der nächste Börsencrash!

Bin auf einen sehr guten Vortrag über Kryptowährungen gestoßen, der auch für Laien verständlich sein sollte (hoffe ich):

ACATIS Value Konferenz 2022 - Was ist eigentlich eine Kryptowährung? - Felix von Leitner

ACATIS ist eine Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft und Felix von Leitner ist - im meinen Kreisen - besser bekannt unter seinem Pseudonym Fefe ist ein Nerd. :slight_smile:

Sein Fazit: „Ein Racheakt der Nerds, um sich an den Eliten zu rächen, von denen Sie sich ungerecht behandelt fühlen“

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Ich habe noch ein paar Fakten über Bitcoin. Die zugrunde liegende Blockchain ist eigentlich nur eine große Datei, die jeder der bei dem Spiel neue Bitcoins zu berechnen mitmacht speichern muss.

Diese Blockchain-Datei ist aktuell 435 Gigabyte groß und wächst natürlich kontinuierlich.
Es gibt auf der Welt aktuell 15.788 nodes im Blockchain Netzwerk.
D.h. allein um die aktuelle Blockchain weltweit auf all diesen nodes zu speichern werden in Summe 6.277.261 GB oder 6,3 Petabyte verwendet.
Und der Stromverbrauch liegt irgendwo in der Nähe von dem von Argentinien.

Die neuen Bitcoins, die man als Teilnehmer an diesem Schneeballsystem erhalten kann werden automatisch über die Zeit weniger (Das ist Teil des Algorithmus). Das geht so lange gut, wie der Preis für ein Bitcoin weiter steigt. Aber wenn der „Wert“ der berechneten Bitcoins mal nicht mehr ausreicht um die Serverfarmen und den Strom zu finanzieren, macht es PUFF bzw. eher BUMM!!!* - wie bei den Tulpenzwiebeln am 7. Februar 1637.

Wenn doofe Menschen Geld verlieren hält sich mein Mitleid in Grenzen. Mit diesem Charakterfehler muss ich leben.
Aber im Moment beteiligen sich halt auch Banken an diesem Mist. Und wenn die Blase platzt und man sieht das der Kaiser nackt ist, sind auf einen Schlag 318 Milliarden USD verschwunden.

Aus meiner Sicht müsste allen Europäischen Banken und Börsen so schnell wie möglich jeglicher Handel mit Kryptowährungen verboten werden. Auch als Sicherheit dürfen Kryptowährungen nicht akzeptiert werden.

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Da könnte man Besseres damit machen, und wenn es nur Wettervorhersagen oder Analyse von Astronomiedaten sind.

Schließe mich dem an.

Das Geld haben nur andere. Besser ist das nicht.

Da bin ich mir in diesem Fall nicht sicher. Durch Bitcoin wurde ja Wert aus dem Nichts erschaffen - wie bei allen Währungen durch den gemeinsamen Glauben daran, das diese Bits etwas Wert sind.

Wenn ich dich um eine Million betrüge, dann habe ich ne Million mehr und du eine weniger.
Aber in diesem Fall sehe ich das eher wie eine Hyperinflation: Die Währung selbst ist dadurch
plötzlich nichts mehr Wert.

Sind Wirtschaftswissenschaftler unter uns? :slight_smile:

Nein. Es sind dann BitCoins im vermeintlichen Wert von 318 Mrd USD verschwunden.
Das ist bitter für die Anleger, hat aber keinerlei Auswirkung auf den USD.
Das ist eher vergleichbar mit dem Fall Wirecard.

Wenn ein Staat durch übermäßige Kreditaufnahme und/oder Anwerfen der Notenpresse eine Hyperinflation erzeugt, tritt der gleiche Effekt ein: die Menschen merken irgendwann, dass die Staatsanleihen niemals zurückgezahlt werden und der 50€-Schein morgen nur noch 30€ wert ist.
Niemand will diese Währung noch haben/halten; das System bricht zusammen.

Ein Zusammbruch einer staatlichen Währung ist allerdings dramatisch schlimmer als so ein paar BitCoin. Es sind nicht nur ein paar Anleger betroffen, sondern jeder!

Hab noch nie sehr viel von Bitcoins gehalten. das ist eigentlich der normalen Aktienspekulation recht ähnlich. Kann man gleich Aktiengeschäfte machen… Bitcoins sind kein Reservegeld wie viele glauben…

Nein beim Kauf einer Aktie erwirbst du einen Anteil an einem Unternehmen (Mit Umsatz, Gebäuden, Waren, Knowhow und hoffentlich auch mit Gewinnen).

Bei Bitcoin erwirbst du einen Anteil an einer Datei (der Blockchain) - eine Abfolge von Bits und Bytes. Des Kaisers neue Kleider ist der einzige Vergleich der hier noch Sinn macht.

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Nicht zwingend. Kryptos sind Vermögenswerte, von deren Wertrückgang nur durch Finanzspekulation Andere unmittelbar profitieren können.

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Ja, ich habe aber keine Lust, mich hier auch noch zu Kryptos zu äußern. Habe ausreichend dazu in der Vergangenheit getwittert - kritisch bis hin zum Verbot, mindestens aber verstärkter Regulierung. Der Schneeball schmilzt aber eh gerade, Kryptos werden nicht aus der Nische heraus kommen und hoffentlich bald verschwinden.

Nein, etwa 90% des Geldes werden durch Kreditvergabe des Geschäftsbankensektors geschaffen. Gern werden aber Staat/EZB als Verantwortliche ausgemacht, von Lobbyisten der Verantwortlichen.

Selbst das ifo-Institut konstatierte kürzlich, dass Unternehmen diverser Branchen Preise über Gebühr erhöht hätten und Inflation weiter befeuert hätten.

Der bundesdeutsche Haushalt mit einem Bruchteil des BIP ist definitiv nicht genereller Inflationstreiber.

Sagtest Du nicht jüngst an anderer Stelle, Du möchtest die Privatbanken abschaffen? Dann sind doch Staat/EZB wieder die alleinigen Verantwortlichen für das Währungssystem, ganz ohne Lobbyisten.

Für mich ist das Problem nicht, das irgendwelche Leute ihr Geld gehen Bits tauschen und sich dadurch reicher fühlen sondern das die Banken und Aktienbörsen mittlerweile da mitspielen.

So einfach ist das nicht :wink: Die Realwirtschaft übt auch einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf Währungsströme aus. Das Schrumpfen des Geschäftsbankensektors samt derer Renditen wäre allerdings schon ein wesentlicher Schritt zur Stärkung der eigentlichen wirtschaftlichen Kernaktivitäten.

Und staatliche Organisationen werden belagert von Lobbyisten, ich sehe durchaus auch eine steigende Gefahr von Korruption und fehlender Qualifikation bei Ausweitung staatlicher Verantwortlichkeiten.

Eins möchte ich hier auch noch anbringen: ich befürworte ein zinsloses Geldsystem, in dem lediglich Ausfallrisiken vergütet werden. Keine Windfall Profits bei Finanzgeschäften, Zinsen müssen auch erst einmal in der Wirtschaft verdient werden, das geht im Kern nur durch Wachstum. Es gibt Leute, die an Grünes Wachstum inkl. Schonung von Ressourcen glauben, ich sehe das eher kritisch und würde mich Ulrike Herrmann anschließen:

Womit wir beim übergeordneten Thema Klimawandel gelandet sind.

Das ist aktuell vernachlässigbar, den kompletten Crash der Kryptos könnte das Finanzsystem verkraften. Institutionelle haben sich eh weitgehend heraus gehalten.