Landwirtschaft geht auch anders

Wollt Ihr mal einen Haufen glücklicher Schafe sehen? Die Herde hatte vorher so 200-250 Tiere. Mit den neuen Lämmern müssten es jetzt > 600 sein. Das ist alles 100% Bio und - wie man sehen kann - 120% Tierwohl :slight_smile:

Und nein, ich habe das Rechnen nicht verlernt. Die 20% rechne ich für die handvoll Schutzhunde :wink: Nicht mal große Greifvögel wagen es, sich die Lämmer zu krallen. Geschweige denn Koyoten.

Englisch nicht erforderlich. Greg erzählt nichts wichtiges. Es ist einfach nur ein schöner Tag auf der Weide. Ein Wohlfühl-Video. Sehr entspannend.

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Wo ist das?
Einfach nur schön! :heart_eyes:

Natürlich geht es auch anders.

Nur, bei den Betrieben mit Massentierhaltung spricht man da von ein paar tausend Tieren. :sleepy_face:

Es geht auf jedenfalls auch anders, ein Hof in unserer Nähe:

https://www.frohnenbruch.de/

Der Mensch muss nur lernen, sich im Konsumieren von Fleisch etwas einzuschränken.

Da muss man nicht unbedingt gleich zum*zur Veganer*in werden.

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Vermutlich USA, Missouri:

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Das Tierwohl hat nichts mit der Menge der gehaltenen Tiere zu tun. Du kannst 1000 Rinder auf der Weide halten oder 10 Milchkühe im dunklen Stall in Anbindehaltung. Tierwohl hängt einzig und allein von der Haltungsform ab.
Problematisch ist „Massentierhaltung“ nur dann, wenn die Zahl der Tiere nicht zur verfügbaren Fläche passt. Dann hat man Überweidung, also Kahlfraß, und/oder Überdüngung durch zu viel ausgebrachte Gülle und Mist. Bei entsprechender Fläche kann man aber ökologisch unschädlich und tierwohlgerecht so viele Tiere halten, wie man will.
Die Herden von wild lebenden großen Weidetieren (Gnus, Bisons, Karibus…) umfassen regelmäßig mehrere 1000 bis 100.000 Tiere.

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Diese Haltungsform skaliert sehr gut. Gabe Brown macht das Gleiche auf 20.000 acres. Greg Judy hat aber ‚nur‘ 1680 acres (~650 ha) und davon sind knapp die Hälfte Buschland und Wäldchen. Sein Hauptgeschäft ist eine Rinderherde mit knapp 400 ‚heads‘.

Das ist gleich einer der großen Tricks. Läßt man Schafe oder Rinder das ganze Jahr auf einer großen Weide, fressen sie alles Grünzeug bis auf den Boden runter. Bewegt man sie hingegen wie Gred 2x am Tag weiter auf die nächste kleine Weide, fressen sie nur ihre Lieblingspflanzen. Und die sind bei Schafen und Rindern sehr unterschiedlich. Die beiden Herden ergänzen sich also nahezu perfekt.

Manchmal leiht oder mietet sich Greg auch noch eine kleine Ziegenherde für die Büsche, die Schafe und Rinder stehen lassen. Er benutzt also die Tiere als ‚Werkzeuge‘ zur Landschaftsgestaltung und spart so einen Haufen Arbeit, Diesel und Kosten für Chemie.

Nicht mal sehr viel weniger. Bei industrieller Stallhaltung, aber eigener Futtermittelproduktion ernährt 1 ha Mais etwa 2 GVE. Greg kommt auf 1,5 bis 1,7 GVE, aber ohne das Land auszureizen. Er hat lieber ein paar Reserven.

Diese Form der Weidehaltung funktioniert mit Rindern, Schafen und Ziegen wunderbar. Ginge auch mit Schweinen, aber da haben wir in Europa zu viel Angst vor der Schweinepest.

Hühner mögen eigentlich gar keine Freilandhaltung (aus Angst vor Raubvögeln), aber sie sind eine ideale Ergänzung der Herden, wenn sie 2-3 Wochen nach ihnen die Kuhfladen aufkratzen und verteilen.
Joel Salatin hält die Hühner in 3x3m mobilen Schutzkäfigen auf der Weide.

Greg, Gabe, Joel und weitere werden nicht müde zu betonen, dass sie deutlich mehr profit machen als ihre industriell wirtschaftenden Nachbarn. Ich finde es faszinierend und traurig, dass wir einerseits genau wissen, wie gute Landwirtschaft mit Tieren funktionieren kann und andererseits durch eine verfehlte EU-Agrarpolitik (plus eine Portion Ignoranz bei den Bauern) daran gehindert werden, das auch umzusetzen.

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Insofern lernen wir daraus, dass die komische, freche Bauernregel : „Der dümmste Bauer erntet die dicksten Kartoffeln“ leider falsch ist.

Leider meinen die meisten dass sie alles wüssten und nur noch den Trekker beherrschen müssen… Das ist in der Tat ein Arroganzproplem.

Es gibt sogar einen in Youtube sehr bekannte bauern, der Behauptet doch tatsächlich er könnte so viel Pestizid sprühen wie er will, das würde gar keine Insekten ausrotten und das leben würde nur so blühen, nur, man sieht auf der Aufnahme diee er veröffentlicht hat kaum was davon…

Uii wie peinlich der aurftritt… Scheinbar merkt er gar nicht dass das nur wenige Insektenarten überleben… Und deswegen glaubt er nicht am Vogelsterben schuld zu sein, das wären die Großstadtmenschen mit ihrem Müll…

Ein Paar Sachen stimmen was der Typ sagt, aber er wirft einiges durcheinander:

Ergänzung: der Bauer im Film heißt Thomas Essig und kommt aus der Region Brandenburg.
(er tritt auch auf wie eine beleidigte Essiggurke, Name scheint Programm zu sein) :face_with_diagonal_mouth:

Das gleiche sagt auch ein Bauer die hier in meiner Nähe seinen Hof hat… nur die Kloschüsselfabrik hier in der Nähe macht die Umwelt kaputt, die Güllereste die er verbotenerweise in dén Bach kippt, ist NUUR Natur so seine Worte… Pestizidreste richtem im Bachangeblich auch keine Schäden an ,ja das BLÜHENDE LEBEN " NÖÖ sind keine Umweltzerstörer…
Zitat Ende. Ich war sprachlos .Der wurde dann noch aggressiv…
Zeitpunkt meiner Unangenhmen Begegnung mit einem ähnlichen Bauern (sogar das alter passt): Während des großen Corona Lockdown

Fun Fact: Die Kloschüsselfabrik ist schon einige vor dem Lockdown geschlossen worden. Pleite gegangen…

So wie der hier auch was exemplarisch für meine eigenen Erfahrungen mit arroganten Bauern ist… Es gibt auch andere Bauern aber diese Meinung ist scheinbar ziemlich verbreitet .Youtube födert das anscheinend noch…

Nur komisch ist, dass nachgewiesen ist, das Landwirtschaft ein Hauptfaktor bei der Umweltzerstörung und Klimawandel spielt…

Siehe Hier das exemplarische Beispiel zum Thema „Blühendes Leben auf totgespritzen Feldern“:
Meine eigne unangenheme Erfahrung mit Bauern passt auch hier zu der nächsten folgenden Aussage in nächsten Film:

Hinweis: Dieses Beispiel bezieht sich nicht direkt auf einen Viehbauern, aber hier wird viel von dem Thema gesprochen…

Hier ist noch eine sehr anschauliche Darstellung des Verhaltens von Erde aus zwei Versuchsfeldern; das eine wurde 52 Jahre lang ‚ganz normal‘ gepflügt, gedüngt etc., das andere (nur 5 m vom ersten entfernt) wurde 52 J nicht gepflügt (‚no till‘). Das ist jetzt nicht exakt der Vergleich von Weide mit Acker, aber nahe genug dran.

Etwas Englisch wäre hilfreich für die Erklärungen, ist aber auch hier nicht erforderlich. Der dunkle Brocken ist immer der gesunde Boden.

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Ja genau das, es blüht eben NICHT das bunte Leben auf dem vergifteten Acker. Man muss eigentlich schon doof sein zu glauben Pestizide und Bodenberarbeitung wäre grundsätzlich unproblematisch…

Aber gut… schwamm drüber…

wenn es bald durch den Klimawandel so heiß wird dass es jahrelang fast nicht mehr regenet ,wächst sowieso nix mehr… Dann hat sich das mit den Giften von selber erledigt. und mit dem teilweise übertriebenen Grubbern auch…

na ja, mal sehen was die Zukunft bringt, ich gebe eher der Vertical Farm eine Zukunft, da die heutigen Bauern die Anpassung an der extreme Klimaveränderung anscheinend nicht packen. Einige verstehen das Problem gar nicht… Duch Kontraproduktive Maßnahmen schaden sie ihrem eigenen Acker…

Sicherung der Ernährung sicht für mich eher anders aus… Leider ist da auc hder Bioanbau nicht unbedingt besser, da die Zwar schonender arbeiten aber das Wasserproblem nicht genug Beachtung hat.

Das gilt auch für den extremen Wasserverbrauch der Tierhaltung. Ob das bald überhaupt noch geht oder ob wir dann alle synthetische Laborkost essen müsen um nicht zu verhungern ,wenn die Möglichkeiten der Vertical Farms nicht für eine komplette Ernährung reichen sollten, bin ich nicht wirklich sicher…

Ich schlage daher vor die Viezucht nicht mehr zu fördern und das gleiche gilt für Bauern, die keine sinnvollen Methoden betreiben…

Da hast Du natürlich Recht.

Aber, wenn man das Wort „Massentierhaltung“ hört, denkt man natürlich automatisch an Betriebe mit einer umstrittenen und tierquälerischen Haltung.

Wir sollten diesen Begriff dringend gegen „industrielle Tierhaltung“ austauschen. Im GSP kommt Massentierhaltung glücklicherweise schon nicht mehr vor.

Wenn wir gendern lernen können, ist das ein Klacks :wink:

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Hier ist ein ähnliches video, diesmal von der Kuhherde. Viele neue Kälber :slight_smile:

Ich habe hier mal ein paar videos über die Grundlagen dieser Haltungsform herausgesucht.
Alle Englisch mit dt. Untertiteln.

Hat nix mit regenerative agriculture zu tun, aber wer Lämmer und Kälber mag, dem wird auch dieses video gefallen :slight_smile:

Nach meiner Kenntnis bleibt die Menge des Niederschlags aktuell gleich, nur anders verteilt.

Diese ewige Wiederholung der Wüste hilft auch nicht weiter.

Ja das ist schon richtig dass sich die Niederschläge znächächst auf den Winter verlagern. Da die Klimaerwärmung aber leider nicht auf 1,5 Grad begrenzt wurde führt das dazu dass es bei uns langfristig eher weniger Regnet von einzelnen Starkregen mal abgesehen.

Leider gibt es aber keine mir bekannte (Schwamm) Bodenart die die extreme Verlagergung des Regens auf den Winter ausgleichen kann. Wen nSchwammboden nur 1,5 Monate Wasser liefert ,wasd durch zunehmde Hitze eher noch duch mehr Wasserverbrauch geschmälert wird, reicht das nicht aus für 6 Monate Trockenperiode zu überbrüchen. Bleiben 5 Monate übrig…

Schwammboden schützt also vor Überflutung bei Starkregen wie im Ahrthal, aber leider nicht vor Dürre.

Deswegen machr das auch niemand, weil die wahscheinlichkeit eine Ahrthal Flut immer noch als zu gering bewertet wird, dass schaffung von Schwammboden politisch ernsthalt erwogen wird…

Mir musst du nicht beweisen, dass das vor Hochwasser schützt, aber die Politik ist nicht überzeugt davon dass der Nutzen, Millarden in Bodenverbesserung reinzustecken lohnt.
In dem Sinne wäre das Sinnvoll…

Das solche Maßnahmen vor Dürre schützten ist aber nicht überzeugend belegt.

Oder du weißt, welche real existierende Bodenart ALLEN Winterregen komplett aufsaugt und so die Sommerbedarf- Deckungslücke mit Wasser schießen kann.

Die 1,5 Monate Schammkapazität die realsitisch möglich ist, schließt diese Lücke nicht ansatzweise. Wo ist die Reserve für die Fehlenden gut 5 Monate Trockenheit pro Jahr?

Willst du Superabsorber im Boden einarbeiten um en Winterregen aufzusaugen was kein Boden kann? Der kann es theoretisch… (saugendes Füllmaterial von Babywindeln, Inkontinenzwindeln, Tampons usw…) Umweltfreundlich ist das aber nicht…

Was soll denn das?

Du musst doch wissen, was gemeint ist, wenn es darum geht, Wasser in der Fläche zu halten.

Das haben wir hier an leider sehr verschiedenen Orten diskutiert.

Vielleicht spricht es sich langsam rum, dass Tierhaltung nicht das Problem, sondern Teil der Lösung ist (bzw. sein kann): https://edition.cnn.com/2023/07/03/us/climate-crisis-cattle-amp-grazing/index.html

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Der Artikel ist für mich heute zu lang. Welche Form der Tierhaltung wird für den Klimaschutz dort empfohlen?

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Er nennt den Trick „Adaptive Multi-Paddock“ oder „AMP“-Beweidung, aber es ist nur ein neues Branding für eine alte Beziehung zwischen Tier und Land. In Großbritannien auch als „Mob-Grazing“ bekannt, füttert diese Technik Rinder auf eine Art und Weise, die nachahmt, wie Millionen wilder Büffel, Elche und Hirsche in ganz Nordamerika wildes Futter fraßen und nur mit ihrem Kot und ihren Hufen eine Schicht reichhaltiger, fruchtbarer Boden in den Great Plains bis zu einer Tiefe von 15 Fuß.

-…

Aber während Byck mit dem Ausmaß des Kuhproblems auf der Erde einverstanden ist, bricht er mit Brown und anderen, die glauben, dass eine vegane Ernährung am umweltfreundlichsten ist.

„Früher dachte ich, wir müssen die Leute dazu bringen, mit dem Fleischessen aufzuhören“, sagte er. „Aber dann bin ich auf diese Farmen gegangen und habe mit diesen Bauern gesprochen. Durch Tiere im Grasland hat die Natur über Hunderttausende von Jahren den Boden aufgebaut, und wenn man die fünf größten in Amerika angebauten Nutzpflanzen auf die Waage stellt und das Vieh auf die andere Seite stellt, verursachen die Nutzpflanzen aufgrund ihres Weges fünfmal so viele Kohlenstoffemissionen sie werden bewirtschaftet. Wenn Sie sich wegen des Klimawandels Sorgen machen: Es geht um Pflüge, nicht um Kühe.

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Heute kam ein Beitrag zum „mob grazing“ in den Brandenburger Abendnachrichten: "Rinder-Rotation" - Neue Methode, um Wiesen saftiger zu halten | rbb
Grade die trockenen, sandigen und nährstoffarmen Böden in Brandenburg könnten davon profitieren. Ich hoffe, das fängt langsam an, sich durchzusetzen.

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