Le Monde: "Warum die Sanktionen gegen Russland scheitern"

Ein Interessanter Artikel aus Le Monde, der etwas anders klingt als die Presse bei uns:

Der westliche Plan, den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine durch einen Sanktionsfeldzug zu stoppen, war von Beginn an unrealistisch.

Ende Februar 2022, kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, brachte die EU ihr erstes Sanktionspaket gegen den Aggressor auf den Weg. „Das wird Russland ruinieren“, zeigte sich Deutschlands Außenministerin Annalena Baer­bock damals überzeugt. Kurz darauf verkündete auch der französische Minister für Finanzen und Wirtschaft, Bruno Le Maire: „Wir werden den Zusammenbruch der russischen Wirtschaft herbeiführen.“

Nach weiteren zwölf Sanktionsrunden vermeldet Russland das zweite Jahr in Folge ein höheres Wirtschaftswachstum als die EU und die USA: Das russische Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist 2023 um 3,6 Prozent gewachsen, und im laufenden Jahr dürfte der Zuwachs nach den mehrfach nach oben korrigierten Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) erneut bei 3,2 Prozent liegen.

Die Presse bei uns ist wirklich das Letzte.

„Mittelfristig könnten sich die Militarisierung der Wirtschaft, der Mangel an Arbeitskräften und der erschwerte Zugang zu westlichen Technologien allerdings negativ auswirken.“
Na immerhin.

Das letzte würde ich jetzt nicht sagen. Da ist sicher noch viel Luft nach unten. :wink:
Aber zum Thema Ukrainekrieg finde ich zu viele Artikel klingen nach „Prinzip Hoffnung“.

Es mag sein dass die Sanktionen nicht in der Art und Weise greifen wie man sich das vorgestellt hat aber es gibt ein paar Punkte zu bedenken.

Bereits viele Jahre vor dem Krieg hat Russland angefangen seine Wirtschaft intern um zu strukturieren um eigenständiger zu werden das hätte man bei den Sanktionen bedenken müssen.

Des Weiteren ist die Wirtschaft in Russland sehr stark jetzt auf Kriegswirtschaft ausgerichtet das heißt die großen Umsätze und Gewinne werden hauptsächlichst mit Kriegswirtschaft erzielt wenn morgen Frieden ist und diese Kriegswirtschaft von heute auf morgen wegfällt ist Russland bankrott aber so richtig bankrott.

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Worauf stützt du diese Aussage? Oder ist das Wunschdenken?

War die Ironie nicht zu erkennen? Müssen diese Seitenhiebe gegen unsere Presse sein? Es geht hier doch um etwas anderes.

Das wird doch schon aus allerlei Richtung so berichtet egal ob von diversen Mill-bloggern oder von offiziellen Kanälen wie dem Lagezentrum der Bild-Zeitung etc.

Immer das Gleiche.
Der Krieg gegen die Ukraine läuft noch, also haben die Sanktionen nicht gewirkt.
Hört sich irgendwie wie BSW und AFD an.
Gäbe es die Ukraine noch, wenn keine Sanktionen verhängt verhängt worden wären?
Sind die Sanktionen umfänglich genug und wirklich konsequent umgesetzt?

Da könnte man genauso schreiben, dass wir uns den ganzen Klimaschutz sparen können, weil der CO2-Gehalt der Atmosphäre und die Temperatur weiter steigt.

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Hast du dazu Links?

Das steht nicht im Artikel und wäre ja auch Schwachsinn. Nur weil Dir die Analyse nicht gefällt, daß gleich in die AFD-Schubladen zu stecken scheint mir eine Abwehrreaktion gegen die genannten Fakten zu sein.

interessant ist die Berichterstattung bei TimesRadio auf YT.
zB

Die stellen Putins Position durchgehend als sehr wacklig und riskant dar.
Bei uns wird Russland ja als stark und bedrohlich wahrgenommen, dort ist das völlig anders.
Was stimmt denn jetzt? Keine Ahnung.

zu Times Radio

Times Radio is a British digital radio station owned by News UK, part of the Murdoch media empire. It is jointly operated by News Broadcasting (which News UK acquired in 2016, when it was known as Wireless Group), The Times and The Sunday Times.[1][2]

The content of the station builds to a large extent on the content of The Times and The Sunday Times newspapers.

Dann solltest du einen anderen Titel wählen.

Das einzige was wächst ist die Kriegswirtschaft.
Zu gutem Teil auf kosten der sonstigen Wirtschaft.
Das geht auf Dauer nicht gut, weil dann ganze Wirtschaftsbereiche zusammenbrechen können.
Darunter leidet dann das normale Volk noch zusätzlich zum Krieg.
Das kann sehr schnell zu großen Problemen für Putin führen.

Am schnellsten geht das, wenn wir endlich die Sanktionen konsequent durchsetzen.

Mich erinnert das ein bisschen an Hitlers Wirtschaftspolitik, auch sehr dirigistisch, enormer Ausbau der Rüstungsindustrie. Das hatte auch erstmal die Arbeitslosenzahl drastisch verringert, war aber nicht sehr nachhaltig. Das ist ein Grundproblem des Dirigismus, wenn er versucht, ökonomische Grundsätze auszuhebeln. Aber Putin hat wohl sehr fähige Wirtschaftspolitiker und er macht angeblich nicht den Fehler, nicht auf sie zu hören.

Hier ist ein ganzes Video zum Thema

angeblich ist Russland auch nur minimal verschuldet, 3-5 % des BIP oder sowas.
andererseits ist der Lebensstandard ja wohl eher lausig in vielen Landesteilen.
Letztlich beruht die (vermutliche) Stärke wohl auf der Leidensfähigkeit der Bevölkerung. Altes russisches Prinzip.

Es gibt zurzeit keine aktuellen Daten zum BIP von Russland da die entsprechenden Verantwortlichen die das berechnen, zurzeit keine ordentliche Grundlage zur Berechnung haben.

Denn Russland gibt zur Zeit sogar hergestellte Munition als Wertschöpfung an obwohl diese längst verschossen ist und somit gar nicht mehr existiert. „Thema Kriegswirtschaft“

Es könnte sein, dass in Russland eine Trennung vom realen und monetären Sektor der Wirtschaft stattfinden wird, oder schon stattfindet. Im Binnenverhältnis spielt dann das Geld nur noch eine untergeordnete Rolle, Hauptsache die Kriegsindustrie produziert . Das Geld ist dann nur noch als Devise für den Einkauf im Ausland wichtig.

Je mehr Ressourcen in die Kriegswirtschaft umgeleitet werden, umso enger wird es in der übrigen Wirtschaft.
Da fehlen dann (Ersatz)Investitionen und Leute.
Der Rest des Landes geht dann den Bach runter.
Das betrifft dann auch devisenbringende Konzerne wie Gasprom…
Wie lange das gut geht, werden wir sehen.

Das gilt - leider - für beide Seiten. Abnutzungskrieg!