Da hat doch Lisa gerade einen, in meinen Augen, sehr derben Bock geschossen, als sie die geplante Abschaffung der Steuerklassen 3/5 als Startschuss zur Abschaffung des Ehegattensplittings proklamiert hat.
Warum tut sie so etwas, wo sie doch sehr genau weiß, dass es dafür keine Mehrheit gibt - nicht in der Koalition und auch nicht im Bundestag und nach der nächsten Wahl sicher noch viel weniger.
Oder weiß sie es doch nicht so genau und versteht 3/5 als Ehegattensplitting, wie es wohl ein nicht geringer Teil der Bevölkerung tut ?
Schade, dass sie sich so in’s Abseits stellt und uns Grüne als unverbesserliche Ideologen.
Woher weißt du, dass es keine Mehrheit dafür gibt? Für die meisten Leute ist es egal, außer bei Bezug von Lohnersatzleistungen wie ALG I und Elterngeld.
Also tut es kaum jemandem weh.
?? Du weißt schon, was das Ehegattensplitting ist ??
Für uns ( verheiratet ) wäre das eine massive Steuererhöhung und natürlich gibt es da weder bei CDU/CSU noch bei der FDP große Freunde davon.
Und selbst wenn so ein Gesetz beschlossen werden würde, könnte es wohl durch das BVerfG gestoppt werden, da ja die ursprünglichen Gründe ( Gleichbehandlung Ehe + Nicht-Ehe / Selbstständige + Nicht-Selbstständige ) nicht weg sind, wenn man nicht parallel die Steuerprogression verändert sowie Grundsätze im Familienrecht ( Zugewinngemeinschaft ) über den Haufen wirft.
Selbst Rot/Grün wollte um 2000 herum lediglich den Splittingvorteil auf einem Niveau deckeln, welches erst bei sehr großen Differenzen ( Alleinverdiener mit sehr hohem Einkommen ) zum Tragen gekommen wäre.
Gebe ich Dir zwar Recht - abre was ist daran falsch (ausser, dass die davon profitierenden dafür wenig Gegenliebe geben).
Wenn ich mir die Ehepaare ohne Kinder so ansehe, die (egal, ob nun verheiratet oder nicht) davon profitieren, dass sie zu zweit nur eine Wohnung brauchen, aber 2 Gehälter haben, und viele Dinge, die Alleinlebende zu 100% zahlen diese Paare nur zu 50% brauchen und bezahlen, dann sollte das doch Vergünstigung genug sein - warum muss man das steuerlich zusätzlich fördern?
wirklich brauchen tut man das tatsächlich erst, wenn der Abstand zu groß wird, wie Du gesagt hast - der klassiker war hier lange Zeit, wenn Kinder da sind und einer über längere Zeit zuhause bleibt (die Lücke damit Maximal wird) der Fall ,der früher Standard war, ist heute eher weniger oft anzutreffen (zumal selbst bei Kindern oft auch wieder beide bald arbeiten.
In der Sache ist der Vorschlag also durchaus begründet - aber Du hast insofern Recht, als es sein könnte, dass das derzeit nicht mehrheitsfähig ist.
Ein Punkt ist sicher auch die Förderung der Ehe, die seinerzeit wahrscheinlich auch eine Rolle spielte - aber das ist längst überholt.
Die Förderung von Solidargemeinschaften aller Art !
Ich habe überhaupt nichts dagegen, solche Solidargemeinschaften wie die Ehe aufzuweiten als Verantwortungsgemeinschaften und da gern auch ein Familiensplitting draus machen statt dem Kinderfreibetrag.
Was ich aber überhaupt nicht verstehe ist, wenn das Solo-Leben als Referenz hervor geholt wird. Wenn das ( Solo-Leben ) in größerem Stile gelebt werden würde, dann würde unsere Gesellschaft sehr schnell zusammen brechen - sei es wegen fehlendem Nachwuchs, fehlenden Betreuungspersonen bei Krankheit und im Alter, sei es wegen emotionaler Vereinsamung, …
Wenn das Splitting ersatzlos wegfällt, wird jeder individuell besteuert - da gibt es keinen Ausgleich mehr…
Die Frage ist eher, ob es für viele wirklich ein großer Verlust wäre.
Wenn er nicht die Lebensplanung dramatisch verschlechtert (immer in Relation auf die Kosten zweier getrennter Solohaushalte gerechnet), dann könnte sich das als verschmerzbar bzw. Als zumutbare Belastung erweisen…
Warum - in der Zeit, als ich noch mit meine spätere Frau und 10 andere in einer WG zusammen wohnten, und wir alle getrennt veranlagt wurden, gab es keine sozialen Defizite - die hängen so gar nicht von der Frage ab, wie viele Steuern man zahlt, und ob und in welcher Form es das Splitting gibt…
Was die Kinder angeht, so sollte man sich bei bald 10 Milliarden Menschen die Frage stellen, ob es nicht ein Akt der Gesundschrumpfung (auch in Bezug auf die Ressourcen kommender Generationen) handelt…
Ist das also wirklich ein Argument?
das glaube ich nicht.
Im Vergleich zum Zustand ohne Splitting (das wäre Einzelveranlagung) ergibt sich ein steuerlicher Vorteil.
Ein Beispiel zum Ehegattensplitting:
Sie sind verheiratet und sowohl Sie als auch Ihr:e Partner:in haben Einkünfte. Sie verdienen im Jahr 100.000,00 Euro, Ihr:e Partner:in verdient im Jahr 20.000,00 Euro.
Die Einkommensteuer für 100.000,00 Euro beträgt 32.663,00 Euro.
Die Einkommensteuer für 20.000,00 Euro beträgt 2.138,00 Euro.
Zusammen zahlen Sie eine Einkommensteuer von 34.801,00 Euro.
Sind Sie allerdings zusammenveranlagt, ändert sich die Besteuerung. Auf die Hälfte Ihrer gemeinsamen 120.000,00 Euro wird der Grundsteuersatz angewendet.
Bei 60.000,00 Euro beträgt die Einkommensteuer 15,863,00 Euro. Dieser Betrag wird dann einfach verdoppelt. So ergibt sich eine Einkommensteuerlast von 31.726,00 Euro für beide gemeinsam. Sie sparen also zusammen knapp 3.000,00 Euro an Steuern."
Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
„Art 6
(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.“
Die besondere Förderung der Ehe ist immer noch im GG verankert.
Ich weiß es nicht sicher, aber vermute, dass die Fans des Splittings damit argumentieren.
das könnte man auch als Grund für das SPlitting sehen: es wird die Ehe gefördert, und klassischerweise gibt es in der Ehe Kinder. So jedenfalls die Vorstellung des Gesetzgebers vor XX Jahren.
Sinnvoller wäre heute vielleicht ein höherer Kinderfreibetrag oder eine ähnliche Begünstigung, die an das Kind anknüpft.
Hmh, ich nehme mal an, dass das hier nicht Konsens ist. Erstens bewegt sich die Bevölkerungsquote gerade sehr stark nach unten und es gibt nicht wenige Wissenschaftler, die das Plateau bei weit weniger als 9 Milliarden sehen um danach in ein sehr starkes Schrumpfen überzugehen.
Und dann möchte ich nicht in einem D leben, welches NUR noch per ausländischer Zuwanderung am Leben erhalten werden kann. Unsere Kinder sollen schon auch noch eigene Kinder haben wollen/dürfen/können.
Unser System kann auf eigenen Nachwuchs nicht verzichten. Etwas Anderes will ich mir gerade überhaupt nicht vorstellen.
Da hast Du Lisa aber falsch verstanden - sie möchte explizit das Splitting abschaffen und befeuert damit den „Feldzug“ von CDU/CSU/FDP und wohl auch der AFD/BSW - wir schaffen auch noch die 8,3% aus der Wahl 2013 ( Trittinsches Steuerdesaster ).
da sagt die AFD aber as anderes
Aber Spass beiseite - es wird sich natürlich einiges ändern, wenn wir weiter so eine geringe Kinderquote haben - und natürlich soll weiterhin jeder, der Kinder haben will, auch welche haben können - da sind wir uns durchaus einig!
Sicherlich ist die Frage interessant, woran der derzeitige Rückgang liegt - das hat eine ganze Reihe von Ursachen - wahrscheinlich ist die Abschaffung des Ehegattensplittings kein Indikator, da wir das derzeit noch haben, und trotzdem eine Quote deutlich kleiner 2 haben. Diese beiden als miteinander zu verknüpfen, ist also sehr gewagt!
Das ist also ein Thema, das sehr interessant sein könnte (allein die Frage, was „am Leben erhalten“ ganau meint) - ist aber hier erst einmal aus meiner Sicht eher off-Topic und sollte in einen eingenen Diskurs ausgelagert werden - allein schon, weil wir uns doch inzwischen - aufgeklärt, wie wir sind - eher als Europäer denn als Deutsche fühlen, und somit ein Zuzug aus europäischen Strukturen - die dabei übrigens an Geburtenrückgang und am Wegzug (u.a. nach Deutschland) leiden - nicht unter diese Kategorie fällt!
" Die von der Ampel geplante Reform der Steuerklassen für Ehepaare (BILD berichtete) sei „der Startpunkt in Richtung Abschaffung des Ehegattensplittings“ – auch wenn man noch „einen Weg“ vor sich habe.*
Also gut, sie persönlich will dann wohl sogar das Ehegattensplitting abschaffen, aber die Ampel plant das aktuell nicht.
Das Problem dabei aus Sicht des Staates wäre dabei ja auch, dass man auch nicht mehr von Ehepartnern verlangen könnte, dass sie gegenseitig füreinander aufkommen, wenn es mal für den einen nicht so rosig aussieht. Der eine kriegte dann wohl Grundsicherung, obwohl der andere „Krösus“ heißt. Ob das für den Staat günstiger würde, sei mal dahin gestellt, und wozu man die „Ehe für Alle“ eingeführt hat, müsste dann auch mal jemand erklären.