Mangel an ErzieherInnen, was kann man dagegen tun?

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Besser bezahlen würde helfen. Es gibt genug Erzieherinnen, nur sitzen davon sehr viele zuhause als Hausfrauen oder wandern in andere Jobs mit attraktiveren Rahmenbedingungen ab. Die Qualitätsstandards zu senken kann natürlich kurzfristig auch helfen, eine nachhaltige Verbesserung wird man so aber wohl nicht erreichen.

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Würde es wirklich die Qualitätsstandards senken? Wie kann dies verhindert werden? Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es? Und natürlich ist mehr Geld immer eine Lösung.

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Es ist ja keine Pflege im Kindergarten, sondern eine pädagogische Aufgabe.
Das ist nicht so trivial, wie es klingt.

Erzieher:innen haben eine fünfjährige Ausbildung und ein Berufsqualifikationsniveau wie Bachelor, Meister oder Betriebswirt (DQR6). Kinderpfleger:innen haben eine zweijährige Ausbildung (DQR3). Man kann natürlich in Frage stellen, ob es diese Qualifikation wirklich braucht. Damit einher geht dann wohl auch die Frage was wir von Kindergärten erwarten: Nur die Verwahrung unserer Kinder, oder soll auch pädagogische Arbeit und Bildung stattfinden?

Die Frage ob Kinderpfleger:innen ausreichen um eine Kindegartengruppe zu leiten ist in etwa so, als würde man fragen: Braucht es für die Statik eines Bauvorhabens wirklich einen Bauingenieur, oder kann der Maurer das auch machen?

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Ok. Das beantwortet teilweise meine Frage. Der andere Punkt der Weiterbildung fehlt mir aber. Und zum Maurer kann ich nur sagen, das er Standardhäuser, die er schon x-mal gebaut hat, auch hinkriegt. Nennt sich Berufserfahrung.
Aber Ihr denkt schon wieder 0/1. Mein Punkt war, ob es eine Weiterbildung gibt, dir den Pflegerinnen das Rüstzeug für die Betreuung kleinerer Gruppen gibt. Anderes Stichwort wäre duale Ausbildung. Da steckt noch Potential drin.

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Die „Fortbildung“ ist die Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin. Das sind ja nicht zwei getrennte Paar Schuhe (insofern war mein Beispiel mit dem Maurer/Bauingenieur nicht gut). Man kann Kinderpfleger (mancherorts auch Sozialassistent genannt) als Zwischenprüfung auf dem Weg zum Erzieher sehen. Wer nach zwei Jahren aufhört ist Kinderpfleger, wer noch drei Jahre weiter macht Erzieher. Da jetzt noch eine dritte Qualifizierungsstufe einzuziehen erscheint mir irgendwie überflüssig. Welches Kompetenzprofil soll das in Abgrenzung zu den beiden schon existierenden darstellen? Und wenn Kinderpfleger + (beispielsweise) einjährige Fortbildung zum leiten von Kindergartengruppen qualifiziert, ist das Berufsbild des Erziehers praktisch abgeschafft oder auf eine dreijährige Ausbildung degradiert - je nachdem wie man es sieht.

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Schwierig…
Man muss seine Berichte schon selbst schreiben, weil man selbst gezielt beobachtet.

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Vielleicht auf ihrem Fachgebiet. Ich meinte pädagogische Berichte.

Ich kann auch schreiben, aber keinen Werkstattbericht schreiben, wenn ich zuschaue, wie jemand ein Auto repariert.

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Gibt es denn irgend welche verlässlichen Daten, warum so viele ErzieherInnen fehlen? Liegt es an den Dokumentationspflichten? An der Bezahlung? An der Verfolgung männlicher Erzieher als vermeintliche Pädophile?

Daten dazu wären für eine Analyse hilfreich. Und wenn es keine Daten gibt, warum kümmern sich die zuständigen Minister nicht um so was.

PS: Wer ist eigentlich für Kindergärten zuständig?

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Ich glaube, die Kommunen.
Und die Ausbildung musste selbst bezahlt werden, bei Aussicht auf mickriges Gehalt.

Die Regeln um Erzieher:in zu werden sind sehr vielfältig.Es gibt staatliche Schulen die kostenfrei besucht werden können, daneben auch private Schulen mit Schulkosten und jetzt auch eine Ausbildung angelehnt an „normale“ handwerkliche Ausbildung.
Erzieher:in haben auch häufig mit Infekten zu kämpfen und fallen dadurch reihenweise aus.
Da soviele Erzieher:in fehlen sind Auszeiten auf Grund von „Kopfschmerzen !“ eine gute Möglichkeit sich zu erholen.

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Bei uns muss jede Gruppe von einer Erzieherin geleitet werden und die zweite Kraft ist eine Kinderpflegerin (sozialpädagogische Assistentin) Ursprünglich waren die Kinderpflegerinnen für die Krippenkinder bis 3 Jahre zuständig.

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Für die Kindergärten sind die Länder/Kommunen zuständig. Der Anspruch auf einen Kindergartenplatz ist allerdings vom Bund im SGB 8 festgelegt.
Die Erzieherausbildung findet auf Erzieherfachschulen statt. Zur Ausbildung gehören 33 Wochen Praktikum.
Die Erzieherausbildung kann mit Bafög gefördert werden.
Leider gab es dabei um die Jahrtausendwende Probleme, weil die Erzieher vorher in ihrem Praktikumsjahr bereits Gehalt bekamen, aber wegen einer Änderung der Erzieherausbildung, so jedenfalls in meinem Bundesland, wurde eine Zeit lang im Praktikum kein Bafög gezahlt. Dadurch gab es einen Einbruch bei den Zahlen der auszubildenden Erzieher, weil das Praktikum nicht finanziert wurde. Zudem war eine Zeitlang das Abitur Voraussetzung.
Inzwischen kann man wieder mit Realschulabschluss Erzieher werden und auch wieder berufsbegleitend (also „Lehre“) eine Ausbildung machen, wie es früher war.

5 Jahre- wo das? Normalerweise 3 Jahre.
Die Ausbildung und Qualität von Erziehern ist enorm wichtig. Grade im Vorschulalter (Fragealter), wenn Kinder fragen „Warum, Warum ist die Banane krumm ?“ muss eine Erzieherin eine gewisse Bildung haben und die pädagogische Kompetenz, dies zu vermitteln. In der DDR hatte alle Erzieherinnen Abitur! Aber sie hatten auch einer bessere Bezahlung.
Neben einer besseren Bezahlung muss es auch bessere Arbeitsbedingungen geben. In meinem Bundesland wurden vor 30 Jahren aus Kostengründen die Anzahl der Kinder in einer Gruppe von 18 auf 22 Kinder angehoben. Vorbereitungszeiten wurden verkürzt oder ganz gestrichen, dafür die schriftliche Dokumentation immer mehr ausgeweitet.
Kleinere Gruppen, vernünftige Kindergärten mit Außengelände und Platz , auch für Pausenräume der Erzieherinnen, die Reduzierung der immer größer werdenden Dokumentationspflicht der Erzieher, eigenes „Erwachsenenessen“ in der Mittagspause in einem eigenen Raum, es gibt so viel, was den Beruf der Erzieher verbessern würde und vieles gab es früher auch, wurde aber aus Kostengründen abgeschafft.

Kinder wählen nicht. Kinder werden in D aus meiner Sicht nicht behandelt, als wären sie die Zukunft des Landes. Auch wird nicht darüber nachgedacht, dass die Investition in die Erziehung und Bildung ein Vielfaches an Steuer- und SV-Einnahmen bringt. Und die Politik schert sich einen Dreck darum dass Kinder das wertvollste Gut einer Gesellschaft sind. Daher gibt es weder genug Pflegerinnen, ErzieherInnen und Lehrer*innen. Der Staatsapparat ist der Feind der Kinder und deren Zukunft.

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Wenn wir uns die Gegenwart anschauen, sollten wir uns auch die Frage stellen, ob wir „alten“ Kinder besser behandelt worden sind. Oder warum die Gegenwart ist wie sie ist.

Und unabhängig davon, das selbstverständlich mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlung benötigt werden, vielleicht auch mal die Lehrpläne bzgl Werte und soziale Kompetenz überdenken?

Wie sollten Kindergartenkinder erzogen werden, damit die Zukunft für deren Enkelkinder besser ist als die ach so schreckliche Gegenwart? Und was ist eigentlich mit den Eltern, welche Rolle spielen die noch in der Erziehung?

Das sehen Lisa Paus und Sven Lehmann bestimmt anders. Die geben doch gerade alles dafür, damit die Zukunft besser wird. (Sarkasmus)

Meine bessere Hälfte hat ja jahrelange Erfahrung als Kitaleiterin sowie als Praxisberaterin in dem Bereich.
Das Problem ist vor allem ein Schlüssel- und danach ein Qualifikationsproblem. Beides hängt mit der prekären Finanzierung zusammen, durch die Kitas ihr Personal praktisch nicht am oberen Ende des ohnehin schon schwierigen Personalschlüssels fahren können, da sie mit 1…2 Kindern weniger möglicherweise Personal abbauen müssten um nicht defizitär zu arbeiten. Es wäre also besser einen Ziel-Schlüssel festzulegen der für bestimmte Kitagrößen gilt, statt jedes Kind zu zählen sowie bei einer Unterdeckung an Personal gleich mit dem Ende der Betriebserlaubnis zu wedeln weshalb sich mit geringer qualifiziertem Personal „geholfen“ wird.
Und wenn man feststellt, dass das Geld fehlt, dann darf man nicht noch Geld rausziehen (Beitragsfreiheit) die die Eltern im Zweifel nicht so wichtig finden wie die gute Betreuung ihrer Kinder.

Zumindest hier im Osten ( BB, MVP ) ist das Ganze sehr „sozialdemokratisch“ - der Staat soll „alles“ machen und sich kümmern und Geld darf das dann aber auch nicht kosten, weil knapp … Bleibt nur, dass dann die Gruppen groß sind und demzufolge das Frustpotential bei den Erzieherinnen ebenfalls groß ist.

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Zumindest waren Unterrichtsausfälle die willkommene Ausnahme, nicht die Regel.:wink: Aber grundsätzlich war es nicht besser. Es wehte noch der Geist des dreckigen kleinen Österreichers durch die Schulgänge. Unterricht läuft heute sicher anders und vermutlich sogar besser. Aber die Ungleichheit zwischen Schulen in armen und wohlhabenden Gegenden war nicht so groß. Und auf Deutsch wurde noch wert gelegt.

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