Mehrfach-Wahlrecht für Eltern

Die Zukunft der minderjährigen Kinder wird in unserer Demokratie zu schwach gewichtet. Eine Folge dessen ist die zu geringe Betroffenheit über den Klimawandel. Wenn alle Eltern für jedes minderjährige Kind bei Wahlen eine weitere Stimme erhalten, bekommt die Zukunft ein größeres Gewicht.

Manche noch minderjährigen Kinder verstehen mehr von Politik als ihre Eltern :wink:

Ansonsten ist der Vorschlag nicht mit dem GG konform:

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden
in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer
Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an
Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem
Gewissen unterworfen.

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Hä? Was ist denn das für ne Idee? :thinking:

Das ergibt keinen wirklichen Sinn… das verstehe ich nicht .Die Eltern können nicht für ihre Kinder in dem Sinne stimmen, dass diese für die wählen gehen. Das geht nicht… oder wie soll das Grundgesetzkonform funktionieren?

siehe @Kalo

Tolle Idee… dann gibt es bei Scheidungen nicht nur Sorgerechts-Kämpfe sondern auch Stimmrechts-Streit. Soll dann vor jeder Wahl im Wahlregister ein zu aktualisierender Eintrag vorgenommen werden… mit Streichungen bei Volljährigkeit eines Kindes? Wenn ich da nur an meine Berliner Verwaltung denke…
(Ende des Ironie-Teils).
Schönes Beispiel für ‚gut gemeint‘ als Gegenteil von gut gemacht…

  1. Gleiches Wahlrecht ist eine historisch lang erkämpfte Errungenschaft… eine höhere Kinderzahl berechtigt genauso wenig wie höheres Einkommen (Stichwort: preußisches 3-Klassenwahlrecht) unterschiedliche Stimmgewichte. Da ist das GG eindeutig.
  2. Gibt es irgendeinen validen empirischen Beleg dafür, dass eine hohe Kinderzahl dazu führt, dass die Eltern sich im Wahlverhalten vom Kindeswohl leiten lassen? Die hohe Zahl an vernachlässigten Kindern in dieser Gesellschaft lässt mich da zweifeln.
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Wenn man Kindern mehr Gewicht geben möchte, muss man an die Altersgrenzen rangehen … wobei der Einfluss von Eltern und Lehrern auf die Wahlentscheidung von Kindern vermutlich groß wäre.

Eine andere Möglichkeit wäre eine Altersgrenze nach oben - wenn wir Menschen unter 18 keine vernünftige Entscheidung zutrauen, könnten wir das ebenso mit Menschen über (z.B.) 70.

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Ja und? Die haben doch auch sehr unterschiedliche Meinungen.

Spinnst Du? (Nicht böse gemeint, soll mehr die Abwegigkeit Deiner Idee zum Ausdruck bringen). Dann hätte der letzte Bundestagspräsident und der jetzige Bundespräsident am Ende seiner Amtszeit nicht wählen dürfen. Absurd.

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Mit zunehmenden Lebensalter werden mehr und mehr politische Entscheidubgen irrelevant für das eigene Leben (Bildung, Arbeit, Nachhaltigkeit). Außerdem dürfte es unstrittig sein, dass die Fähigkeit für vernünftige Entscheidungen zum Lebensende durchschnittlich nachlässt. Eine Altersgrenze nach oben ist daher genauso sinnig oder unsinnig wie eine Altersgrenze nach unten.

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Ich bestreite das, wenn für dich das Lebensende mit 70 beginnt. Ich kenne 80-Jährige, die noch sehr vernünftig sind.

Es ist unstrittig, dass einige kognitive Leistungen schon relativ früh nachlassen, hauptsächlich in den Bereichen Merkfähigkeit, Stressresilienz, Aufmerksamkeitsspanne u.ä. Aber die Fähigkeit zu vernünftigen Entscheidungen wächst eher. (Mein Eindruck aus persönlicher Erfahrung in meinem Umfeld, habe dazu keine Belege).

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Auch wenn ich selber noch recht jung bin, würde ich auch verneinen, dass die Fähigkeit für vernünftige entscheidungen im Alter Grundsätzlich nachlässt.

Das kann manchmal sein, wenn die Gesundheit nicht mehr gut ist. Jeder fitte Rentner, den ich bisher gesehen habe, kann das noch.

Bei den fit aussehenden, wo ich zweifel hatte, stellte sich später heraus, dass diese meist schon versteckte ernste Gesundheitsprobleme hatten, das führt dann endweder direkt zu nachlassender Hirnleistung oder die werden duch bestimmte Pillen bekloppt. ( Zu starke Tablletten vor allem! begünstigt auch Stürze bei Senioren!! oder nebenwirkungsreiche Pillen, manchmal auch ungeeignete Pillen…)

Ich kannte mal einen alten Herren, der war sehr nett und sehr gebildet. Er hatte selbst mit 90 noch Rasentraktoren repariert… und immer den garten Gemacht und noch was für andere gemacht…

Er war mal Ingenieur von Beruf im Berech Rundfunktechnik und Elektrotechnik. Der immer genau gewusst was los ist… Er war auch nie dement oder so. bis zum Schluss…

Er konne auch mit dem Internet und Computer umgehen was viele mit 90 nicht so können… obwohl er kein EDV Mann war…

Leider starb er an Herzschwäche. vor etwa 7 Jahren…

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Ich kenne jede Menge Minderjährige die auch schon sehr vernünftig sind (und nicht selten sehr gut informiert). So eine Altersgrenze rechtfertigt sich ja über den Durchschnitt und der wird sowohl nach oben als auch nach unten irgendwann unvernünftiger. Also wenn die ein Grenze „spinnst du“ ist, ist die andere es ebenso.

Kleines Experiment: Man gehe in ein beliebiges Altenheim und diskutiere übers Gendern (beliebiges politisches Thema). Und dann gehe man in eine beliebige Sekundarschule und diskutiere dort übers Gendern. Wo wird man wohl die gehaltvolleren Argumente finden?

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Upps, da rutscht Du aber leicht in die Diskriminierung.

Die Lebenserwartung der Menschen wird immer höher und mit über 70 Jahren steht man heute noch lange nicht auf dem Abstellgleis und sie sind noch ganz schön helle.
Ich habe zwar noch 5 Jahre Zeit, aber mein Mann wird 78.
Manche Politiker haben sogar den Wunsch, dass man bis 70 Jahre arbeiten soll.

Die alten Menschen in den Pflegeheimen haben teilweise tatsächlich keinen Wunsch mehr an den Wahlen teilzunehmen.

So war es bei meiner Mutter, die mit 90 Jahren verstarb.

Und andersrum:
Ich kenne einen Rechten Aktivisten, dieser hat mehrere Kinder.
Nein danke!

Mit dem Wahlrecht ab 16 Jahre kann ich durchaus mit leben.

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Das ist ein sehr vereinfachtes Pauschal-Argument. Die Kinder erhalten eine Stimme in den Wahlen, die bis zu einem gewissen Alter von den Eltern abgegeben wird. Das widerspricht keinem der Prinzipien des Grundgesetzes.

Es gibt auch Kinder und Jugendliche, die im Laufe der Jahre komplett andere Meinungen und Ansichten wie ihre Eltern haben.

Auch werden sie von vornherein in eine politische Richtung gedrängt, ohne gefragt zu werden.

Das ist eine Bevormundung der Kinder und widerspricht dem Wahlrecht.

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Na dann doch einfach gar keine Altersgrenze. Soll der kleine Hosenscheißer doch auf dem Wahlzettel rumkritzeln wie er will.

ich finden den Gedanken richtig.
Wenn ich 70 bin und keine Kinder /Enkel habe, denke ich bei der Wahl im Zweifel an meine verbeibenden 10 Jahre.
Wenn ich 40 bin und 3 minderjährige Kinder habe, denke ich wahrscheinlich auch an die nächsten 60-70 Jahre meiner Kinder.
Es gibt wie immer keine Garantie, dass das so ist, aber die Wahrscheinlichkeit ist für mich groß genug, um ein Mehrfachwahlrecht von Eltern mit minderjährigen Kindern zu befürworten.

Ob das mit dem GG kompatibel ist, müsste man prüfen.
„Gleichheit der Wahl“? sind die beiden o.g. Personen gleich?
Oder man gibt auch den Minderjährigen das WahlR, lässt es aber durch die Eltern ausüben.
Im GG steht nichts davon, dass Minderjährige nicht wählen dürfen (oder? korrigiert mich, hab nicht nachgelesen).
Notfalls kann man das Gesetz auch ändern.

Wahlrecht für 16-Jährige finde ich hingegen nicht so einfach.
Sind die dafür wirklich alt und „reif“ genug? Da bin ich unentschlossen.

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Ja, Politiker die Arbeiten bis mindestens 70 Fordern sitzen ja auch im Parlament und sind keine Dachdecker. Haben es also recht bequem… Ja dann geht das, na ja meistens zu mindest.

Ich frage mich nur eines in diesem zusammenhang mit Pflegeheimbewohnern: Warum wollen Menschen, die im Pllegeheim sind, die noch geistig eingiermaßen fit sind, also noch wählen können, nicht mehr wählen?

Das verstehe ich nicht, da ich von dem Problem bisher noch nichts mitbekommen habe…

Weiß vielleicht jemand woran das liegt?

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Ich könnte mir vorstellen, dass ihn das überfordern würde, so früh mitverantwortlich zu sein.
Ich finde, er hat sich seine unbeschwerte Kindheit verdient.

Ich bin für die Wahlberechtigung ab 14, weil sie ab dem Alter auch für ihre Straftaten zur Rechenschaft gezogen werden.

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Vielleicht kann dies ein Mensch, der in der Pflege arbeitet, besser erklären.

Zumindest war das bei meiner Mutter der Fall.

Sie haben im Pflegeheim den tatsächlichen letzten Lebensabschnitt erreicht und haben andere Sorgen.

Ich hatte für meine Mutter die Briefwahl vorbereitet.

Einige Wochen nach den Wahlen habe ich den Umschlag in einer Schublade gefunden.

Umsonst heißt es nicht Pflegeheim und nicht mehr „Altersheim“ wie früher.

Sie haben auch schon viel erlebt und können sich deshalb oft mit keiner der Parteien identifizieren.

Dummerweise ist da was dran, meine andere Oma, die heute noch lebt, sie ist über 80, war wegen eines Unfalls für Kurze Zeit ins Pflegeheim gekommen. Miir viel auf, dass das Pflegeheim zwar ganz gut war, Die Betreuung war gut, die Leute wurden ständig mit Fitnesspielen und Veranstaltungen beschäftigt, hatten regelmäßig besucher von Freunden und Verwandten usw…

Die Ausstattung der Wohnungen einschließlich Kurzzeitpflegezimmer war recht modern für ein Pflegeheim dessen Gebäude von Außen uralt 60 Jahre Bau in hässlicher kotzbrauner Fassadenfarbe war.

Trotzdem merkte man sofort, ich hatte vorher noch niemals ein Pflegeheim betreten, dass die Stimmung der Bewohner trotzdem irgendwie allgeimen ansteckend depressiv war.
So freundlich und bemüht das Personal auch war. :anguished:

Das bestätigte mir meine Oma sofort auch. Sie sagte die Leute bemühen sich enorm aber die Stimmung ist trotzdem total depressiv. Oma war irgendwie komisch drauf. Kurz nach der Entlasung war sie wieder die alte, denn trotz des Alters ist sie eigentlich kein depressiver Mensch. Ich brauchte noch etwa 2 Stunden nach dem Besuch von etwa 45 Minuten um wieder zu normaler Stimmung zu kommen.
uuh, gruselig, wie schnell man da depressiv wird…

Ich nehme daher inzwischen an, dass dierser Effekt in vielen Pfegeheimen vorkommt.

Das bedeutet die Pflegebedürftigen sind wahrscheinlich zu depressiv zum Wählen, selbst wenn sie noch könnten. Selbst wenn es gar keine wirklich schlechte Einrichtug ist!

Kein Wunder dass da niemand hin will.

Wahrscheinlich bräuchten wir ganz andere Pflegemodelle die eher der Häuslichen Pflege ähnlich sind um diesen Effekt zu vermeiden.

Alles andere scheint als quasi als Wartezimmer des Sensemanns empfunden zu werden. Nach dem Motto: Losnummer für Todesfall XY morgen oder in ein paar Jahren? Mehr oder weniger ehlend? Ich fürchte, dass ist die Ursache für diesen Effekt…

heutige Pfelgeheime sind also leider beinahe Sterbeheime keine Lebensheime… das ist das Problem…

Also eher an Abstellgleis für „ausgemusterte Senioren“ die die Gesellschaft nicht mehr haben will…
Und da gibt es keine Vertraute Nachbarschaft und so weiter… sehr schädlich für die Psyche…

so will niemand alt werden… garantiert. Egal ob Deutsche, Migranten oder wer auch immer…

man könnte mit etwas scharfer Zunge auch „Verwahranstalt für potentielle Todesfälle“ dazu sagen… leider…

Das wäre war für ein neues Thema…