Mein Lieblingsfilm (oder einer den ich empfehlen kann)

Dies ist ein Spin-Off des Themas Songs, die Menschen verbinden. Ich fand die Sammlung ganz nett. Es gab schöne Songs, die ich sonst nicht kennen gelernt hätte.

Der letzte Beitrag im anderen Thema war aber ein Film. Das brachte mich auf die Idee mit diesem neuen Thema.

In Anlehnung an „Das Leben des Brian“: Jeder nur einen Film :slight_smile:

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Zur Abwechslung mal kein Song, sondern ein Film (zum Sonntag), der Menschen verbindet:

Die Szenen im Trailer sind ein bisschen schwach, aber der Film hat eine echte Botschaft
(fiel mir gerade spontan ein)

Ich habe lange mir mir gerungen ob ich Everything everywhere all at once vorschlage, weil es der beste SF Film ist, den ich kenne. Aber dann bin ich doch wieder zurück zu dem Film, den ich bestimmt 10 mal gesehen habe:

Robert de Niro als Untergrund-Anarcho-Klemptner ist für mich einer der größten Helden der Filmgeschichte :joy:

Jacques Tati - Mon Oncle (1958)

Die Entfremdung des Menschen in einer technologischen Welt ist ein dauerhaftes Thema in Tatis Werk. Nostalgisch und modern zugleich, mit sehr viel Augenzwinkern und vielen kleinen Gags verziert.

Mon Oncle Jacques Tati as Monsieur Hulot 1958 Complete Meu Tio 1958 HD Legendas Português - YouTube

Echt - und ich hielt mich immer für einen Cineasten :+1: Kultureller geht es ja wohl kaum :wink:

Für mich ist es auch tolle Unterhaltung und wesentlich weniger anspruchsvoll als beispielsweise einem Nolan-Film mit den überlappenden Handldungs- und Zeitsträngen zu folgen, so genial ich ihn auch finde (Interstellar ist top 10 bei mir, Oppenheimer und Inception vielleicht auch top 20 oder 30).

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Für mich ist das Problem, dass es nicht den einen Lieblingsfilm gibt - allein, weil ich - im Gegensatz zur Musik - bei Filmen ein weitaus größeres Genere-Spektrum für mich nutze - eine supergeile Komödie mit einer ebenso supergeilen Tragödie zu vergleichen, und mich dann für eines von beiden entscheiden zu müssen (von Tragikömödien, Dramen, etc. ganz zu schweigen), überfordert mich - da bin ich leider definitiv raus …

Ich kann ja noch mal schreiben, warum mir der Film so spontan eingefallen war.

Eigentlich wollte ich euch damit etwas sagen:
Man muss besser seine Talente für die Menschen u.a. einsetzen, die da sind, als darauf zu hoffen, Teil von etwas Größerem zu werden.
Dann kann man auch selbst groß werden.

(Hat irgendwie mit diesem Forum zu tun, dass mir das eingefallen ist, und wer nicht versteht, was ich meine, kann ich den Film ja mal besorgen. Er bringt dieses Lebensgefühl sehr gut rüber und ist tatsächlich auch einer meiner Lieblingsfilme).

Mein Lieblingsfilm:

Im Rausch der Tiefe

Nicht von dieser Welt. Wie konnte man das nur verfilmen?
Und danke Éric Serra :smiling_face_with_three_hearts:

Ich finde den Gedanken sehr inspirierend - er zeigt, wie stark die eigene Geschichte - und die damit verbundenen Emotionen - mit der Frage nach Vorlieben verknüpft sind - und bei Filmen sind diese Hintergründe noch deutlich einfacher zu benennen als bei Musik, da bei Filmen immer auch etwas Gegenständliches (die Handlung) quasi plastisch vorliegt …

„Zufällig“ teile ich überdies das von @Biologin formulierte Konzept, das nicht der einsame Held ein faszinierendes Leitmotiv ist (der für mich allerdings (leider??) aufgrund meiner persönlichen Historie immer noch einen gewisse soghafte Attraktivität auch in Filmen besitzt) - sondern Geschichten/Filme, deren Thematik das Zusammenwirken von „Helden des Alltags“ ist, die erst im Kollektiv ihre „Erfolge“ (Drama) - aber auch ihr Scheitern (Tragödie) - entfalten.
Wenn ich mir nun meinen eigenen Filmkonsum der letzten Jahre vor Augen führe, so sticht dann eben doch ein Film unter all den vielen „Lieblingsfilmen“ heraus, weil er neben dem von @Biologin genanntem Punkt (als Gemeinschaftsleistung im Buch noch besser beschrieben als im Film) noch eine ganze Menge meiner Familiengeschichte aber auch eigenem Erlebens in sich trägt/mitbringt - deswegen - und nicht etwa aus kulturhistorischen Aspekten, die da natürlich ebenfalls mitschwingen - steht er auch - egal ob über das Fernsehprogramm oder die DVD-Konserve - relativ konstant 1-2x jährlich auf meiner Agenda …
Ich zögere allerdings ob des - überwiegend historisch auch belegten - unfassbaren Grauens - hier den Begriff „Lieblings“-Film zu vergeben …

Ganz anders sieht es hingegen im Bereich Kurzfilm aus - hier gibt es für mich einen ganz klaren - und eindeutig positiv besetzten - absoluten (oskarprämierten!) Favoriten: Schwarzfahrer

Der absichtlich - und passend zum Thema - in SW gedrehte Film zeigt (auch wenn der Protagonist im Grunde in Abweichung zu oben gesagtem ein „einzelner Held“ ist), wie man im Alltag mit einem - leider immer noch - aktuellen Problem auch anders umgehen kann als mit aggressiver Gegenrede (wie ich das wahrscheinlich in vergleichbarer Situation tun würde und auch schon getan habe) - für mich persönlich also eine sehr lehrreiche Horizonterweiterung - darüber hinaus überaus witzig, obwohl es sich um eine ganz normale Alltagssituation handelt - es muss schon extrem bitter für einen Rassisten sein, wenn - in diesem Falle: sie - einmal tatsächlich recht hat, und genau deswegen sich nicht durchsetzen kann…
Daraus erwächst für mich als Zuschauer eine viel tiefere „innere Befriedigung“ als durch simple Gegenrede oder gar durch Gewalt in der Auseinandersetzung - man lässt die Rassistin an ihrem eigenen Widerspruch scheitern. (Auch das übrigens hat für mich eine Analogie zu diesem Forum - so lange nachzufragen, bis ich selber entweder mich überzeugen lasse (was durchaus auch schon vorgekommen ist!) oder die Widersprüche des jeweils anderen zu eklatant für mich werden …

Es gilt trotz dieser Empfehlung, dass es für mich über alle Generes hinweg keinen wirklich einzigen Lieblings-Film gibt - wenn man mal von dem einen oben beschriebenen - in Bezug auf das Atribut „Lieblings…“ extrem ambivalenten - Film mal absieht - das ich nun doch mit diesem Beitrag auch wieder „drin“ bin, möge man mir nachsehen (zumal ich bei der grundsätzlichen Begründung bleibe, den Link hier aber trotzdem nicht vorenthalten wollte).
Überdies habe ich mich damit formal an die Vorgabe von @WitzelJo gehalten, wirklich nur einen Film (explizit) zu benennen :wink:

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… nur ein Film?
Oh je, das grenzt fast an Nötigung :smirk:
Wenn ich mein politisches Über-Ich ausschalte und mich ganz hedonistisch gebe, lande ich bei Filmen von Howard Hawks, Ernst Lubitsch oder Billy Wilder (altersgerecht, angesichts meines Baujahrs): ‚olle Kamellen‘, aber zeitlos witzig und mit unschlagbar spritzigen Dialogen. Die Kategorie der ‚Screwball‘-Comedies hatte eine Dialog- und Gag-Dichte pro Film, die heute für 3-4 Filme reichen würde und statt dessen durch geistlose Action-Szenen ersetzt werden.
Also, wenn es zum Schwur kommen muss: ‚African Queen‘ von Huston mit Bogard und Hepburn geht immer.

Die 12 Geschworenen, in der Version von Friedkin.

Es geht um einen jungen Angeklagten, der aufgrund anscheinend eindeutiger Indizien von 11 der 12 Geschworenen als schuldig angesehen wird. Aber

Dem Geschworenen Nr. 8 gelingt es in der zermürbenden Sitzung durch Beharrlichkeit, Logik, Redekunst und Einfühlungsvermögen, die anderen nach und nach auf seine Seite zu bringen, wobei die Beobachtungen der beiden Hauptzeugen sich als zweifelhaft herausstellen und ausnahmslos jedes Indiz entkräftet wird. Der Junge wird schließlich einstimmig für unschuldig erklärt.

Der ganze Spiel spielt ausschließlich in dem Beratungsraum der Geschworenen und lebt von seinen Dialogen. Hat auch sehr viel mit der aktuellen Thematik von Verschwörungstheorien und Fake News zu tun.

Ein ähnliches Thema und auch einer meiner Lieblingsfilme ist Eine Frage der Ehre. Ein junger Ankläger (Tom Cruise), zwingt einen Colonell der US Armee (Jack Nicholson) zu einem Geständnis , indem er ihn bei seiner seltsamen Soldatenehre packt. Der Film gipfelt in einem wahrlich packenden Rededuell vor Gericht.

Irgendwie habe ich einen Hang zu Gerichtsfilmen.

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Oh, den muss ich mir dann mal ansehen. Ich war immer ein Fan von James Stewart. Dem Protoyp eines ehrlichen aufrechten Amerikaners :slight_smile:

Das Remake klingt aber auch gut. Große Namen!

@OberdiUl @kappenlo - Ich habe mir erlaubt eure Beiträge mit Links auf die Trailer zu versehen. Ich hoffe das ist Ok.

@Kalo
die 12 Geschworenen sind definitiv auch einer meiner absoluten Favorites!
Ich kenne 3 Versionen - die ganz alte (mit Henry Fonda) eine mittlere (mit Horst Tappert - da wollte mir jemand einen Gefallen tun, das mal live auf der Bühne zu sehen - und die von Dir genannte - die Tappert’sche Version war eine einzige Katastrophe :frowning: Wen ich mich zwischen der alten SW - und der verlinkten entscheiden sollte, so würde ich mich allerdings immer für die alte entscheiden - aber das mag Gewohnheit sein, ist also keine direkte Kritik an der Neuverfilmung - meist gefallen mir Neuverfilmungen eher nicht - es gibt ein paar Ausnahmen - so kenne ich auch von Les Miserables 3 Verfilmungen - von denen mir nur die eine mit Liam Neeson gefällt, die damals die aktuelle war …

Auch hier sehe ich die Präferenz darin, inwieweit ich mich mit den Protagonisten und den Nuancen der verschiedenen Handlungsstränge persönlich identifizieren kann - wenn Du also beide Versionen kennen solltest, würde mich interessieren, warum Du hier die Neuverfilmung verlinkt hast :slight_smile:

Ups, du hast Recht, Wieso hatte ich James Stewart im Kopf - peinlich. :anguished:

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Also das mit dem

kann ich verstehen - spätestens nach „Spiel mir das Lied vom Tod“ ist Henry Fonda da raus :slight_smile:
Was natürlich eher für Fonda spricht, weil er eben die ganze Palette von Charakteren glaubhaft spielen kann …

ob das mein Lieblingsfilm ist, weiß ich nicht (wohl doch eher Forrest Gump), aber er ist sehenswert.

Falls Ihr ihn nicht kennt, bei Amazon heißt es dazu:

Das britische Kino hat sich in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts neu erfunden. Trieb es jahrelang im Winderschlaf, war plötzlich eine neue Generation von Filmemachern und Darstellern da, die neue Geschichten erzählen wollte. „Ganz oder gar nicht“ ist eine solche Geschichte, eine herrlich sympathische Komödie, die aus einer nur zu realen Ausgangssituation eine fast surreale Geschichte erzählt. Die Story von den Normalos, die als Stripper zum Erfolg kommen, ist nicht nur ein herrlicher Spaß, sie ist auch relativ düster, da auf so manche Frage keine einfache Antwort parat ist. Darüber hinaus lebt die Geschichte von den Figuren und deren sich entwickelnder Charakterisierung. Die Besetzung ist exzellent, das Ensemble verfügt über mächtig viel Chemie — und allen voran ist Robert Carlyle als Gaz. Fazit: Exzellente Komödie mit viel Herz und Gefühl

Moviemans Kommentar zur DVD: Das ist doch mal ein Lichtblick am Horizont des Filmoutputs. Ein wunderbarer Film mit dezentem, aber grossem Humor, der in hervorragender Besetzung den immer gleichen, gelackten Hollywood-Gesichtern die Show stiehlt. Hier werden die Gags nicht mit der Grossaufnahmen-Keule verbreitet, sondern mal eben, fast beiläufig, aus dem Handgelenk heraus gezeigt. Eine Regieleistung von hoher Sensibilität

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