Merz hat ein neues Fettnäpchen entdeckt

War das jetzt undiplomatisch oder eine gute Repräsentation von Deutschland im Ausland?

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Eigentlich typisch! Aufgrund seines selbstgerechten und selbstherrlichen Charakters denkt er jetzt, dass er alles sagen kann.

Er ist ja schließlich jetzt der Bundeskanzler von Deutschland.

Er sollte lieber besser aufpassen, was er sagt und sollte mehr über die Konsequenzen seiner Aussagen nachdenken.

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Das war zwar peinlich, weil er hier wieder mehrere Ebenen, die kontrovers sind, zeitversetzt befriedigen wollte - aber wir sollten nicht über jedes Detail herfallen - wenn ich mich an die Ära Kohl zurückerinnere (Einheit „1 Kohl“ = der kürzeste Abstand zwischen zwei Fettnäpfchen), dann hält sich Merz für einen CDU-Kanzler noch erstaunlich gut :joy:

Es ist natürlich keine gute Repräsentanz unserer Nation …

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Es könnte eventuell auch wieder Absicht gewesen sein.

Ich würde das auch wieder als Botschaft an die Wähler zu Hause betrachten.

Zwischen den Zeilen lese ich:
„Der Klimaggipfel interessiert mich einen Scheißdreck, Brasilien ebenfalls, und Deutschland muss genau so weitermachen wie wir es kennen.
Nur so kann es bei uns schön bleiben.“

Dass er überhaupt selbst zum Klimagipfel gefahren ist und dort niemanden als Stellvertreter hin geschickt hat, war sowieso schon eine Überraschung für mich. Wenn er jetzt noch mit einer Aussage zum Klimaschutz in den Medien erschienen wäre, wäre das wohl zu viel gewesen?

Warum wieder diese krampfhafte Überinterpretation?
ich sehe das genau umgekehrt:
die Bemerkung zu Belem zeigt doch, dass der Mann einfach ein loses Mundwerk hat und manchmal schneller spricht als er denkt (wobei er mit Belem bestimmt Recht hat, sowohl die Journalisten als auch er selber würden D vorziehen, keine Frage, ich auch; aber er hätte es halt für sich behalten sollen)

Wer ihm bei jedem Ausrutscher eine Riesenstrategie unterstellt, überschätzt ihn gnadenlos.
Der ist nicht der Typ, der stundenlang überlegt, welchen Begriff er verwendet, und ich vermute, da hat er auch keine Zeit zu.
Ich habe das Gefühl, der sitzt gedanklich immer noch in irgendeinem Aufsichtsrat und redet, was ihm so einfällt, man ist ja unter sich.
Das mit dem Kanzler und der Presse und dem verdammten Internet hat er einfach noch nicht verinnerlicht :slight_smile:
Und ich bezweifle, dass er das mit seinen zarten 70 Jahren noch lernt.

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Tatsächlich, lohnt sich da keine tiefe Diskussion und man kann ihm keine Strategie unterstellen. Das ist halt ein Kanzler mit schlichten Gemüt und sicher auch keiner von dem wir strategisches Denken erwarten können. Bei allem Vorbehalte gegen Merkel, die dürfte ihn aber schon richtig eingeschätzt haben.

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Er hat eine Rede gehalten.

na und?
hier schreiben manche sogar schneller als sie denken

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Wem sagst Du das? :rofl:

und manche völlig ohne zu denken

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Tja, und so etwas kommt von einem Moderator. :thinking:

Vielleicht passt man sich auch inzwischen dem allgemeinen Stil einiger anderer an?

Zwar finde ich die Sprüche von Merz auch nicht besonders prickelnd, aber was wollen wir für einen Kanzler? Einen Scholz, der gar nichts sagt, um in kein öffentliches Fettnäpfchen zu treten, hatten wir schon. Da haben auch alle gemeckert. Nichtssagende Politikerformeln wie bei Merkel?

Jetzt haben wir einen, der wenigstens mal was sagt und schon ist es wieder nicht recht. Ein Klügerer wäre sicher besser, aber wo wollen wir den hernehmen?

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Ach, wenn Merz wegen fortgeschrittenen Alters ähnlich wie Adenauer in der nächsten Legislatur den Stab weiterreicht, gibt es doch „wunderbare Nachfolger“! Ich denke da an Jens Span, Markus Söder oder Phillip Amthor - Andi Scheuer gibt’s leider nicht mehr :rofl: :rofl: :rofl:

Und - wie schon oben erwähnt - ist Merz nach meiner Auffassung immer noch besser als seinerzeit Helmut Kohl! Was natürlich nicht heißt, dass ich mit Merz zufrieden bin.

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Kontext matters

Diesem:

Damit es einfacher ist, hier der Kontext: " Wir sprechen hier in Wahrheit über die Zukunftsfähigkeit offener, liberaler, freiheitlicher Gesellschaften.""

DESHALB möchten die Leute nach Deutschland. Nicht wegen der braunen Brasilianer, die das zarte Auge rassistischer Europäer stören.

Ich lese den Kontext, in dem die Aussage steht.

" „Wir müssen aber auch dafür sorgen, dass die Debattenkultur in unserem Lande nicht völlig entgleist. Ja, diese Bundesregierung verdient Kritik, (…) aber wir wollen bitte auch gemeinsam Maß und Mitte halten (…). Meine Damen und Herren, wir leben in einem der schönsten Länder der Welt.“"

Ziemlich unglücklich, sich am gesamten Kontext zu orientieren?

Na, was soll’s. Empört euch gerne. Auch wenn es dem Inhalt nicht dienlich ist.

„In Deutschland ist die langfristige Arbeitsmarktsituation besser als in Brasilien, ebenso das Lohnniveau, die Altersversorgung, die medizinische Versorgung, das Bildungssystem, die Infrastruktur, die öffentliche Sicherheit. Das Wort ist freier, die demokratische Teilhabe größer, der Rechtsstaat gefestigter, die Korruption geringer. Belém, das offenbar noch durch des Kanzlers Kopf geisterte, ist wegen der hohen Zahl an Gewaltverbrechen eine der gefährlichsten Städte der Welt. Zehntausende leben in Hütten aus Holz und Wellblech.“

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Ich empöre mich doch gar nicht :thinking:

Ich teile Deine Interpretation vielleicht nicht - aber Empörung sähe bei mir anders aus :wink:

Sagen wir so: alleine der Titel hier (Fettnäpfchen) und die Beiträge hier im Forum zeigen doch, dass keiner (wenn ich nichts übersehen habe), nach dem gesamten Kontext gesucht hat.
Die Tatsachen interessieren keinen.
Das erschreckt mich.
Irgendwo haben wir über Quellen debattiert. Da ging es um Rohdaten, die man dann interpretieren kann.
Das macht hier niemand. Ich suche, finde aber nichts wirklich. Kein komplettes Video, kein Transkript.
Wir reden hier über Sekundär- und Tertiärquellen.

Wie kann man auf dieser dünnen Basis solche selbstgerechten Urteile fällen??

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Zunächst haben sich einige Repräsentanten Brasiliens empört (was zugegeben noch kein schlüssiger Indikator sein muss).

Die Frage, ob das nun „diplomatisch“ war, oder nicht, hängt sehr von seiner Rolle ab - für die Veranstaltung, auf der er das gesagt hat, war das wahrscheinlich diplomatisch - in Richtung Brasiliens wohl eher nicht.

Ich verstehe also Deine Kritik!

Anderseits ist die Frage, wie man (auch Du selbst) ganz allgemein mit Dingen, die so passieren, umgeht - zunächst stellt sich doch immer ein „Urteilsreflex“ ein (den brauchten wir im Dschungel, um zu überleben); dieses erste Urteil (oder auch Eindruck), ist nun natürlich kontextorientiert zu hinterfragen. Dabei ist das erste Problem, ob der Kontext, den man selber entwirft, überhaupt angemessen ist; damit ist zweitens verbunden, das ein anderer Kontext, den ein anderer herstellt, erst einmal ebenso Berechtigung hat. Im Dialog nun sollte man sich über die beinde unterschiedlichen Kontexte/Perspektiven unterhalten, ohne die jeweils andere allzu sehr negariv zu gewichten (sonst ist man wahrscheinlich nicht ganz ideologiefrei :thinking:

Die “dünne” Basis ist dabei also nur ein Grund, dem selbst hergestellten Kontext eher misstauisch gegenüber zu stehen, und verstärkt den Dialog zu suchen - aber nicht, dass dieser Kontext per se falsch ist.

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Den Punkt habe ich eh nicht verstanden. Ich dachte, Merz hat nach seiner Rückkehr eine Rede vor Wirtschaftsfuzzis gehalten?

Weiß hier jemand, oder ist das rauszufinden, was von der Rede über den Teich geschwappt ist?
Nicht einmal hier im eigenen Land ist der Kontext zur Gänze erhältlich.

Ich habe den Kontext nicht. In beiden Fällen nur Ausschnitte. Hast du den? Hat den hier übehaupt jemand? Ist er zugänglich?
Die Stadtbildrede ist nach meiner Kenntnis nicht im gesamten Wortlaut zugänglich.

Ja, das Würmli.
Mein Würmli sagt immer als erstes: „Kann das stimmen? Kommt das hin?“.
In beiden Fällen Merz ist die Antwort des Verstandes: „Infos fehlen. Kein Urteil möglich.“

Guter Punkt. Auf den Dialog warte ich. Es funktioniert nur, wenn alle beteiligten Parteien auf die Sachebene wechseln.
Die meisten sind empört, ich bin es nicht.
Solange die Empörten darauf beharren, dass ihr Gefühl end of pipe ist, war es das mit dem Dialog.

Wie gesagt: Für mich würde der Dialog beginnen können, wenn wir die Texte tutto completto vorliegen haben.
Die Texte gibt es nicht. Ich habe recherchiert und geteilt, was ich gefunden habe. Soweit ich sehe, ist niemand darauf inhaltich eingestiegen. Mal schauen, was am Wochenende kommt.