Merz hat ein neues Fettnäpchen entdeckt

man muss nur wollen, dann geht das schon :slight_smile:

Ich würde 2 Dinge trennen:
Inhaltlich hat er völlig recht, wenn er sagt, dass es sich hier besser lebt als in 90-95% der anderen Länder auf der Welt. Und das darf und sollte ein BK auch sagen, gerade im Inland, gegenüber einheimischen Unternehmensvertretern.
Aber … es wäre nicht nötig gewesen, Belem als Negativbeispiel zu erwähnen.
Die Botschaft wäre auch dann rübergekommen, wenn er D ohne negatives Gegenstück gelobt hätte. Oder er hätte von mir aus Russland nehmen können, da kann man diplomatisch nix kaputt machen.
Die Brasilianer vor den Kopf zu stoßen, war nicht nötig.
Da fehlen ihm die diplomatischen Reflexe, man merkt, dass er noch nie irgendwas regiert hat.
Gibt Schlimmeres, aber ideal ist es nicht.

Zum medialen und damit politischen Problem wird das ganze nur durch solche Unterstellungen und Übertreibungen

1 „Gefällt mir“

Merz IN Brasilien:

„Konkret sagte Merz: „Meine Damen und Herren, wir leben in einem der schönsten Länder der Welt. Ich habe einige Journalisten, die mit mir in Brasilien waren, letzte Woche gefragt: Wer von euch würde denn gerne hierbleiben? Da hat keiner die Hand gehoben. Die waren alle froh, dass wir vor allem Dingen von diesem Ort, an dem wir da waren, in der Nacht von Freitag auf Samstag wieder nach Deutschland zurückgekehrt sind.““

Aber was soll das?
" die Braslianerin Hosana Puruburá. „Ich will, dass er unser Brasilien etwas mehr respektiert. Wir haben nicht, wie die Europäer, andere Kulturen überfallen und haben dann behauptet, wir hätten sie entdeckt.“"

Wo ist der Zusammenhang?

1 „Gefällt mir“

Das ist auf der sog. „Sachebene“ schwierig. Jedes Land hat seine Vor- und Nachteile. Es gibt also auf der Sachebene keinen Zusammenhang. Allerdings stellt sich übrigens die von Merz gestellte Frage auf der Sachebene erst gar nicht

Natürlich nicht - wenn er Brasilianer die Frage vor einem brasilianischen Publikum gestellt hätte, wer gerne in Brasilien bleiben würde, hätten diese wahrscheinlich auch alle die Hand gehoben.

Die Frage ist also auf der Sachebene völlig unsinnig - es ist also bereits seine Frage, die die Sachebene verlässt.

Die Reaktionen sind ebenso eher unsachlich - warum auch nicht, da der Ausgangssatz bereits unsachlich war?

Der Zusammenhang besteht also darin, dass jemand auf eine unsachliche Aussage ebenso unsachlich geantwortet hat.

Das erinnert mich irgendwie an eine „Anekdote“ aus meiner Jugend - ein Freund von mir (der damals schon eine feste Freundin hatte) hat damals vor etwas größerer Runde (dazu gehörte auch besagte Freundin) die Aussage getätigt, dass seine absolute Traumfrau allein Claudia Schiffer sei. Einen Satz, der zu einem Eklat zwischen ihm und seiner Freundin vor offener Bühne führte, was - auf der Sachebene - überhaupt nicht notwendig gewesen wäre, da der Satz „keinen Zusammenhang“ aufweist (um mit Deinen Worten zu sprechen). Partnerschaft erfordert andere Qualitäten als „Traumfrauen“, die man nur aus den Medien kennt.

Kalt analysiert könnte man also sagen, dass es sich dabei um unangebrachte Eitelkeit auf Seiten seiner Freundin handelte. Trotzdem sollte man Verständnis für ihre Reaktion haben (vor allem in der Jugend :thinking:

Das Problem von der sog. „Sachebene“ ist, dass sie die Wichtigkeit und damit die Mächtigkeit von emotionalen Reaktionen unterschätzt/oft gar ignoriert.

1 „Gefällt mir“

Das ist die Stärke der Sachebene. Nicht das Problem.

Ich nicht.

Der Ausschnitt aus seiner Rede ist in dem Video im Eröffnungsbeitrags dieses threads zu sehen.

Meinst du jemand hat die Rede schnell für ihn geschrieben, und er liest sie ab?
Das kann natürlich sein.
Auf jeden Fall hat er aber sehr viel Pathos in der Stimme und redet alles andere als schnell.

Ich kannte mal einen, der hat die Reden für Roman Herzog gesehen.
So läuft es ab.

„Ich schreibe, was ich gut finde und Roman liest es vor.“

Das kann bei Merz ja auch sein. Das hatte ich beim „Stadtbild“ ja auch schon vermutet.

Das steht auch in einer meiner Quellen. Er las die Rede vor.

1 „Gefällt mir“

das sehe ich anders.
angesichts der massiven innerdeutschen kritik an den zuständen in D kann man schon mal fragen, wer es denn so schlimm findet, dass er auswandern will, zB nach Brasilien.
wenn ich in afghanistan frage, wer nach D auswandern will, wäre ich nicht sicher, dass alle ablehnen.
so ganz unsachlich ist die frage also nicht. bei dem addressatenkreis (journalisten im flugzeug) war die antwort aber vorhersehbar

er kann ja auch vom text abweichen oder die flapsigen bemerkungen hinzufügen