Müsste sich Deutschland zukünftig auf Minderheitsregierungen einstellen?

Noch können sich die sogenannten demokratischen Parteien eine Mehrheit bei der Bevölkerung verschaffen.
Zukünftig aber könnte das anders aussehen, vor allen Dingen mit Blickwinkel auf die Mehrheiten bei den Landtagsregierungen sieht man jetzt schon den Trend vor allem im Osten.

Deutschland ist auch nicht gerade dafür bekannt Minderheiten Regierungen zu stellen das hat man in den 90ern mal in Sachsen-Anhalt gehabt aber sonst fällt mir da gerade nichts ein.

Da drängt sich natürlich die Frage auf ob in Deutschland das bald ein Thema werden kann. Ein vielleicht interessantes Vorbild wäre hier Schweden denn dort gab es schon sehr oft Minderheitsregierungen doch für eine solche Konstellation braucht man natürlich auch entsprechend Partner die das dulden.

Während es auf der einen Seite Partner geben muss die sich dulden lassen, muss auf der anderen Seite auch Partner geben die diese dulden da stellt sich die Frage schafft das Deutschland?

Man sieht ja jetzt schon in einigen ostdeutschen Bundesländern das es ohne die Linke gar nicht mehr gehen würde bei den nächsten Wahlen.

Auf beiden Seiten wird es da wahrscheinlich unüberbrückbare Hürden geben, das heißt beide Seiten müssen erst einmal lernen wie das überhaupt gehen kann. Zum einen möchte die Linke ja eigentlich mitregieren statt zu dulden aber mindestens die Union hat ja eine derartige Abneigung gegen die Linke das sie sogar eine Unvereinbarkeitsregelung mit dieser Partei hat. Da stellst dich also auch die Frage würde sie sich von den Linken überhaupt dulden lassen.

(Kurioserweise hatte ja die Union sogar nachgedacht mit dem BSW zusammen zu arbeiten, obwohl gerade diese Partei noch viel weiter, mehr problematischer als die Linke ist, im Sinne dieser Union.)

Weitere Problematik die Linke würde immer eine Maximalforderung abgeben das macht es natürlich für die andere Parteien sehr problematisch irgendwie darauf einzugehen.

Und an dieser Stelle kommt Schweden ins Spiel denn wie hat es dort die Linkspartei geschafft ihre Themen ins politische Leben zu überführen. Diese haben keine Maximalforderung gestellt sondern haben regelmäßig Forderungskataloge erstellt, mit etwa 200 Punkten die zu erfüllen sind. Und die dortige sozialdemokratische Partei hat dann die Liste abgearbeitet und wenn die Linken einverstanden waren mit der Anzahl der Punkte die die Sozialdemokraten übernommen haben haben sie der Minderheitsregierung zugestimmt.

Oder seht ihr noch weitere Varianten wie eine überstarke AFD an der Regierungsbildung gehindert werden kann außer natürlich das bisher diskutiertes Parteiverbot?

(Dieser Text ist nicht KI generiert)

Minderheitsregierungen haben in Deutschland keine Tradition.

Ich habe mir diese Frage schon oft gestellt.

Die klassische Antwort darauf ist, dass dann keine Politik mehr „aus einem Guss“ möglich ist. Ich halte das für fragwürdig, solange alle demokratisch legitimierten Abgeordneten/Parteien ein echtes konstruktives Interesse daran haben, das eigene Land voranzubringen.

Freilich müsste sich vieles in den Köpfen der Parlamentarier, der Parteien, aber auch der Wähler dazu ändern.

Aktuell wird eine Minderheitsregierung es sehr schwer haben, überhaupt politische Beschlüsse zu fassen, da das Lagerdenken nach meiner Beobachtung noch viel zu präsent ist.

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Ja, so ist es leider.

Aber dann müsste man sich vielleicht mehr anstrengen, gute Arbeit leisten und gemeinsame Lösungen finden, als nur im Konkurrenzkampf auf sich rumzuhacken und natürlich über den eigenen Schatten springen.

Im Grunde ist es ja so, dass erstmal grundsätzlich alles abgelehnt wird, was eine gegnerische Partei beantragt, auch, wenn dies vielleicht absolut sinnvoll wäre.

Das „Problem“ ist hier der sog. „Fraktionszwang“, der eigentlich gar nicht existiert, weil jeder Abgeordnete nur seinem eigenen Gewissen verantwortlich ist.

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@anonymeNutzer zu deinem ?: natürlich ist es gut, wenn man zu seinen Forumsbeiträgen recherchiert und dann kann man auch mal die KI fragen. Daher mein Ausdruck “KI-informiert”. Nur die Originaltexte der KI einfach kopieren und reinposten ist etwas faul und hat dann auch nix mehr mit Diskussion zu tun.

Nachtrag: um auf das Threathema zurückzukommen: wie wäre es wohl, wenn eine KI regiert? :thinking:

  1. Versuch

danke

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Ich weiß nicht, ob du/ihr wisst, wei die Parlamente bei uns funktionieren. Es sind keine reinen Abstimmungsparlamente, sondern sog. Arbeitsparlamente. D.h., sie sind in die Erstellung von Gesetzen eingebunden („kein Gesetz verlässt den Bundestag so, wie es herein kommt“). Diese Arbeit findet hauptäschlich in den Ausschüssen statt. Dazu befassen sich Abgeordnete sehr intensiv mit den jeweiligen Themen, bekommen dazu Unterstützung von ihren persönlichen Mitarbeitern, Fraktionsmitarbeitern, evtl. aus ihrer Partei und vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestages.

Es sollte klar sein, dass das ziemlich arbeitsintensiv ist, und nicht für jedes Gesetz von jedem Abgeordneten zu leisten ist. Deswegen haben sich die Abgeordneten in den Fraktionen in fachspezifischen Gruppen organisiert. Aus diesen Gruppen kommen dann die Abstimmungsempfehlungen, die werden in der Fraktion intensiv diskutiert (siehe gerade Junge Union) und dann wird natürlich erwartet, dass sich jeder Abgeordnete an das Ergebnis dieser Diskussion hält (außer die Abstimmung ist freigegeben). Nur so kann unser Parlament in dieser komplexen Welt sinnvoll funktionieren, vor allem wenn es sich um Fraktionen handelt, die die Regierung tragen.

Mein Gewissen als Abgeordneter würde mir sagen, mich an diese Regeln zu halten.

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Das hat ja die AfD zuerst nicht kapiert.
Waren alle im Plenarsaal und stolz, weil angeblich alle anderen Parteien so faul waren.

Insoweit ist die Argumentation der Kritiker des „Fraktionszwangs“ m.E. auch etwas widersprüchlich:
Wenn der Angeordnete nur seinem Gewissen verantwortlich ist, kann ihm sein Gewissen auch „befehlen“, sich an die Fraktionsregeln usw. zu halten.
Aber das Argument ist andererseits etwas schwierig, weil er Sanktionen befürchten muss, wenn er das nicht tut.
Wiederum andererseits sind diese Sanktionen nicht von einer Qualität, dass sein Leben zu Ende wäre. Die Arbeit würde nur ungemütlicher und mühsamer.
Eine abschließende Beurteilung ist nicht so einfach …

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Das ist konzeptionell auch alles richtig - so lange es in den Ausschüssen tatsächlich um reine faktenbasierte Entscheidungen ginge (die Abgeordneten also unabhängig vom Parteienproporz unvoreingenommen um eine Gesellschaftspolitische Lösung bemüht wären (ausdrücklich Konjunktiv) - dann wäre übrigens auch eine Minderheitsregierung “gar kein“ Problem, da die Sachorientiertheit überparteilich funktionieren würde - tut sie das - m.E. nicht wirklich…

dafür brauchst Du andere Menschen, die müssen noch erfunden werden :slight_smile:

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Es sind weder reine faktenbasierte Entscheidungen noch gibt es eine totale Abhängigkeit vom Parteienproporz. Die aktuelle Rentendiskussion in der Union gibt doch einen hervorragenden Einblick in die funktionsweise unserer Demokratie.

Unsere Demokratie ist nie abgeschlossen, aber ganz ohne Fraktionsdisziplin sehe ich nicht, wie ein Regierung stabil funktionieren könnte.

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Nein, sie müssen nur an die Spitze kommen.

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Habeck ist einer und ist nicht an die Spitze gekommen

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Kommt von mir kein Widerspruch - die Rentendiskussion ist in der Tat ein gutes Beispiel, dass unsere Demokratie - was den Meinungsbildungsprozess angeht - immer noch hervorragend funktioniert!

Doch, an die Spitze des Wirtschaftsministeriums (für eine Weile).

wer zB?

In Brandenburg werden wir temporär eine Minderheitenregierung der SPD haben nachdem der Bruch mit dem BSW nun vollzogen ist das wird wahrscheinlich so lange gehen bis entsprechende Koalitionsverhandlungen mit der CDU abgeschlossen sind.

Das ist aber nur eine „fraktionale“ Minderheitenregierung - ist es nicht so, dass wenn die BSW-Austritte alle mit der SPD stimmen, und die Union sich auf eine Koalition einlässt, wieder eine stimmliche Mehrheit existiert?
Interessant ist die Frage trotzdem, wie es da weitergeht.
Es gibt übrigens Staaten, in denen Minderheitsregierungen nicht ganz so exotisch sind wie bei uns… freilich müsste sich bei uns in der politischen Kultur etwas verändern, um längerfristig mit Minderheitsregierungen regieren zu können…

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