Artur Rehi hat heute einen Spendenaufruf gemacht und im video erklärt, warum diese Geräte so ungemein wichtig sind.
Der gegen Ende des videos interwiewte Unternehmer hat in einer früheren Aktion schon mal ca. 30 gebrauchte (aber technisch einwandfreie) SUVs mit Tarnlackierung versehen und im Konvoi direkt in der Ukraine abgeliefert. Artur war damals dabei. Die SUVs werden z.B. dafür verwendet, Verwundete von der Front wegzutransportieren, haben allerdings im Frontbereich keine besonders hohe Lebenserwartung.
Wenn Ihr also etwas Geld übrig haben solltet, könnt Ihr später mal sagen, dass Ihr die Ukraine ganz konkret unterstützt habt. Der link zur Spende ist in der description des videos.
Nachtsichtgeräte sind nur eine Komponente, die in der Art der derzeitigen Kriegsführung wenig bringen wird.
Man sollte eher mal ein anderes Waffensystem überdenken, das aus verschiedenen bereits verfügbaren Komponenten zusammengesetzt, etwas Neues ergeben. Nach meiner Analyse verschiedener Frontvideos aus der Ukraine sind Panzer obsolet.
Aber es ist wie in der Industrie… verkaufen wir mal das, was wir seit 30 Jahren produzieren.
Hier irrst Du. Sie bringen sehr viel, weil die russischen Einheiten meist keine haben. Kleine ukrainische Einheiten kommen nachts ganz nah an russische Stellungen und überwältigen sie.
Gleichzeitig schützen bereits wenige Geräte eine ganze Kompanie vor nächtlichen russischen Gegenangriffen.
Obsolet wohl nicht ganz, aber Kampfpanzer haben tatsächlich ihre dominierende Rolle auf dem Schlachtfeld gemäß der alten Militärdoktrin eingebüßt. Schützenpanzer wie Marder und Bradley werden aber immer noch reichlich gebraucht.
Nachtsichtgeräte waren vergangenes Jahr ein durchaus wirksames Mittel, um sich an die feindlichen Stellungen anzunähern und diese zu bekämpfen. Seit sich jedoch beide Seiten eingegraben und mit Anti-Personen-Minen (bouncing Betties) umgeben haben, wirken die Nachsichtgeräte nur im Sommer, wenn die etwas wärmeren Minen im Nachtsichtgerät deutlich sichtbar sind, teilweise sogar die Stolperdrähte.
Nachtsichtfähige Drohnen haben da heute eine bessere Wirksamkeit.
Marder und Bradleys werden mit alter sowjetischer Taktik nach vorne geworfen. Entweder im großen Verband oder einzeln als wandelnde Zielscheiben ohne vorherige Minenaufklärung. Die großen Kampfpanzer bringen da auch wenig, da teilweise diese über Kilometer weite freie Felder ohne Deckung operieren müssen. Die schweren Kampfpanzer westlicher Bauart punkten durch Treffsicherheit und Geschwindigkeit. Beides ist in einem Minenfeld nutzlos.
Den taktischen Vorteil von Nachsichtgeräten kenne ich aus meiner Militärzeit, als wir ohne großes Backup durch andere Einheiten in gebieten operierten, wo uns der Gegner nicht erwartet hatte.
Anstatt die Standard-Artillerie-Munition mit Geschützen zu verschießen, wäre eine nachtsichtfähige Drohne mit dieser Munition mit gesteuerter Gleitfähigkkeit (die Granate ist sozusagen Teil eines Gleiters mit Steuerung) in Kombination mit einer Mini-E-Gun das Mittel der Wahl, um befestigte gegnerische Stellungen zu bearbeiten, bevor man unter großen Verlusten Infanterie und Schützenpanzer rein schickt.
Hier fehlt es den Ukrainern an entsprechenden Mitteln, solche Drohnen und Gleiteraufsätze in Serie herzustellen. Dann würde die eigentliche Artillerie auch nicht so stark abgenutzt werden.
Aber auch hier fehlt es den Ukrainern an der notwendigen Hardware: mesh-fähige Sendeeinheiten am Boden und an den Drohnen.
Das ist richtig. Aber die Ukraine hat jetzt eh alle Großoffensiven offiziell pausiert und die Geräte haben ja kein Verfallsdatum.
Das machen die Russen und bezahlen einen hohen Preis dafür. Die Ukraine ist da wesentlich vorsichtiger. Aber gerade die MKs von Marder und Bradley eignen sich natürlich hervorragend dafür, auch gegen eingegrabene Verbände vorzugehen.
Weiß nicht. Eine normale 155mm Granate wiegt 44kg. Dafür braucht man schon eine ziemlich große und teure Drohne.
Leider ist der modulare Gedanke bei der Wehrtechnik noch nicht wirklich umgesetzt worden. Ich kann mit einem modular aufgebauten Kleinstmotor Strom erzeugen, der dann einen Elektromotor antreibt. Ist ein Motor kaputt, wird er im Schubladenprinzip einfach ausgetauscht. Mehrere Motoren, größere Leistung. Fällt einer aus, haben die anderen noch genügend Leistung, um einen Totalverlust zu vermeiden. Baut man nun eine Drohne mit solchen Antrieben, kann man Schwerlastdrohnen in Serie bauen. Größe wäre wie ein Golf. Theoretisch könnte solch eine Drohne eine payload von etwa 650 kg tragen. Also 10 Granaten plus eine E-Gun.
Diese Motoren könnte man aber auch für Quads oder kleine Panzer wie den Wiesel/ Ozelot verwenden. Höhere Stückzahlen senken die Preise und vereinfachen die Wartung und Reparatur.
Meine Abneigung gegen Panzer mag ein wenig aus persönlicher Erfahrung heraus stammen. Beim Militär war ich eher schwimmend, fliegend oder zu Fuß unterwegs. (eigene) Panzer haben wir da eher selten zu Gesicht bekommen.
Aber zurück zum eigentlichen Thema: Nachtsichtgeräte und schusssichere Westen gehören heute eigentlich zum Standard Equipment der Infanterie… eigentlich… ist aber bei Bundeswehr auch noch nicht angekommen.
Die Frage ist, wer kauft was und wo?
Kauft ein Spendensammler en gros Nachsichtgeräte bei Aldi und schickt sie dann mit einem Hilfskonvoi in die Ukraine?
Würde ich sagen ja, wenn die Geräte bei der Territorialverteidigung ausgeliefert werden, die aus örtlichen Reservisten bestehen und „ruhige“ Frontabschnitte mit Maschinengewehren aus dem zweiten Weltkrieg verteidigen. Damit sind nächtliche Spähtrupps gut auszumachen.
Wenn militärisches Equipment, die auf Helmen an den Rails montiert werden, gekauft werden sollten, muss das Militär oder eine Fachperson diese kaufen. Hier habe ich Zweifel an den Beschaffungsstrukturen, ob da nicht ein großer Teil der finanziellen Spende in einer privaten Tasche verschwindet.
Deshalb würde ich hinterfragen, wer wem was spendet…
Aber im Prinzip ja…
Sorry, wenn mir die grundsätzliche Frage abhanden gekommen ist…
Der obige fundraiser ist längst abgelaufen. Wie @Dorfprojekt-Sarnow schon sagte, ist grad ‚nicht die Saison‘ für Nachtsichtgeräte. Derzeit geht es meist um FPV-Drohnen, SUVs und medizinisches Material.
Aber Artur Rehi schätze ich als seriös ein. Er war schon x-mal in Kiew, um das Zeug persönlich bei den Einheiten abzuliefern und finanziert sich selbst über (reichlich) patreons und Werbeeinnahmen aus seinem channel mit 670k subscribern. Da kommt genug rum.
Ein weiterer Kanal, den ich für sehr seriös halte, ist der von suchomimus. Seine fundraiser scheinen auch richtig Hand und Fuß zu haben. Sein heutiges video ist übrigens über den wohl ersten Einsatz von „Baba Yaga“ als Drohnen-Mutterschiff:
ich habe die letzten Tage überlegt, ob ich der Ukraine mit einer Spende was gutes tun kann. Aber wohin spenden?
An diverse Hilfsorganisationen habe ich gespendet, aber mir geht es auch darum., dass der Staat unterstützt wird, auch um Ausrüstung zu kaufen.
Es gab oder gibt eine offizielle Kontonummer der Regierung, aber wenn ich dann über die Korruption lese. Keine Ahnung.
Da finde ich die Enpfehlung Rehi nicht schlecht. Aber man weiß es wohl nie.
Hat jemand eine Einschätzung zu dem Regierungskonto?
das, was ich vorher beschrieben hatte: Mesh fähige Drohnen. Drohnen sind Sender und Empfänger um die Reichweite als Mesh Netzwerk zu vergrößern. Statt Kamikaze Drohnen kann man aus einer „dummen 155mm Granate“ einen Kamikaze Gleiter oder Gleitbombe machen.
Ich denke, dass Präsident Selensky hier ein waches Auge drauf hat. Schließlich muss er der EU beweisen, dass er gegen Korruption vorgeht.
Ich kann leider die offiziellen Seiten nicht abschätzen, dazu fehlen mir die Kontakte in die Ukraine.
Ich beobachte auf YouTube eine Truppe, die sich Terra Ops nennt. Die Jungs sind richtig gut geworden im Umgang mit Dronen. Die haben auch einen Link für Spenden.
Ansonsten kann man ja auch versuchen, private Initiativen hier im Lande zu unterstützen. Ich hatte mal bei der RTL Stiftung nachgefragt, weil wir hier eine Familie haben, deren 6 jährige Tochter an einem Hirntumor leidet. Leider Absage, da RTL nur institutionelle Initiativen unterstützt.
Wir haben uns hier im Dorf zusammen getan und privat Geld organisiert. Geld für ein 23 Jahre altes Auto, damit eine Familie die krebserkrankte Frau zu den Behandlungen fahren kann. Das Auto war von einem Rentner, der seit Jahren im Pflegeheim lebte und verstarb. Das Auto hat nur wenige Kilometer auf der Uhr und nach neuem TÜV und einigen Neuteilen haben mehrere Familien etwas davon, da in diesem Ort der ÖVPN sehr mager ist. Er zahlt in Raten das Geld zurück.
So füllt sich unser kleines Füllhorn immer wieder, um den nächsten helfen zu können.
Ich denke, solche privaten Initiativen gibt es auch in deiner Nähe. Frag mal bei der Kirche nach.
Leider kommen viele Frauen hier mit Krebs an. Zur Zeit habe ich eine krebskranke Frau, die noch in der Ukraine ist, mit einem 11 jährigen Sohn als Asperger Autisten. Mal sehen, ob wir sie in unserem Landkreis noch unterbringen.
Ich halte von dieser Art der Unterstützung mehr, als zu spenden. Ich habe mich für die aktive Hilfe entschieden.