Da in dem anderen Thread zuletzt die Periode der 1930er Jahre in der Ukraine tangiert wurde, hatte ich mich heute Morgen dafür nochmal näher interessiert.
Hier vorab die Quelle:
Geschichte der Ukraine – Wikipedia
Und einige anregende Geschichtsereignisse:
Am 16. Dezember 1917 (3. Dezember nach alter Zeitrechnung) verabschiedete die russische Regierung auf einer Sitzung der Volkskommissare in Moskau das „Manifest an das ukrainische Volk“. Das Manifest zusammen in Form von einem Ultimatum wird am nächsten Tag der Zentralrada vorgelegt.
Das Manifest enthielt Vorwürfe bezüglich des Abzugs ukrainischer Einheiten von der Front, der Entwaffnung sowjetischer Truppen in der Ukraine und der Unterstützung der Kosaken von Don und Kuban. Das Memorandum drückte die Weigerung aus, die Legitimität der Ukrainischen Volksrepublik anzuerkennen und bezeichnete sie als Feind der Revolution. Sie forderte die Rückgabe der Waffen an die Soldaten der Roten Garde in der Ukraine. Sollten die entsprechenden Maßnahmen nicht innerhalb der nächsten 48 Stunden ergriffen werden, würde sich die neue revolutionäre Regierung in Russland im Kriegszustand mit der Ukrainischen Volksrepublik befinden… Mitte Dezember 1917 organisierten die Bolschewiki einen Aufstand in Winnyza. Es begann die Eroberung ostukrainischer Gebiete durch russische und ukrainische Rote Garden. [4
Im Verlauf der Operation Faustschlag im Februar und März 1918 fiel nahezu die gesamte heutige Ukraine in die Hände der Mittelmächte. Am 9. Februar 1918 schloss die Volksrepublik Ukraine mit dem „Brotfrieden“ einen Separatfrieden mit den Mittelmächten. Die Mittelmächte setzten die Rada wieder ein und sorgten dafür, dass Sowjetrussland im Friedensvertrag von Brest-Litowsk die Ukraine anerkannte.
Im Osten der Ukraine existierten kurzzeitig mehrere Sowjetrepubliken, so die Sowjetrepublik Donezk-Kriwoi Rog, die Sowjetrepublik Odessa, die Sowjetrepublik Taurida (Krim) und die Ukrainische Sowjetrepublik.
Da die Mittelmächte mehr Lebensmittellieferungen erwarteten, setzten sie am 29. April 1918 die Regierung ab und verhalfen am 29. April 1918 in einem Umsturz den früheren zaristischen General Pawlo Skoropadskyj als Hetman an die Macht.
In Russland ist allgemeine Mobilisierung ausgerufen. Ihr Hauptziel ist jedoch nicht nur der Kampf gegen den äußeren Feind, sondern auch gegen den inneren Feind und mehr noch – der Kampf um Brot. Die Ukraine wurde traditionell als Kornkammer des Russischen Kaiserreichs betrachtet.
Am 22. Januar 1919 wurde auf dem Sofia-Platz in Kyiw eine Erklärung über die Vereinigung der Ukrainischen Volksrepublik und der Westlichen Ukrainischen Volksrepublik zu einer vereinigten Ukraine verabschiedet. Der Tag wird als Tag der ukrainischen Einheit gefeiert.
Im Januar 1919 eroberten die Bolschewiki Kiew noch einmal und gründeten die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik. Im März wurde die erste Verfassung verabschiedet. Bis 1920 kam das gesamte Territorium der östlichen Ukraine unter deren Kontrolle.
Im Rahmen der Industrialisierung der Sowjetunion wurden im Osten der Ukraine in den heutigen Millionenstädten Dnipro (u. a. Chemie), Donezk (u. a. Schwerindustrie, Kohlebergbau) und Charkiw (u. a. Flugzeuge) große wirtschaftliche Zentren mit Universitäten entwickelt.
Entwicklung bis einschließlich des Holodomor:
In der Zentral- und Ostukraine setzte sich die sowjetische Herrschaft durch. 1922 wurde die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik (USSR) offiziell Teil der neu gegründeten Sowjetunion, nachdem die Rote Armee unter Leo Trotzki die Machno-Bewegung in einem blutigen Kampf besiegt hatte.
Die Grenzen zwischen der Russischen und der Ukrainischen Sowjetrepublik fielen mit den in Volkszählungen ermittelten ethnischen Grenzen zusammen, auch wenn die Grenzziehung besonders im Donezbecken und in Südrussland schwierig war, weil die Städte russisch geprägt und die Dörfer gemischt ukrainisch und russisch besiedelt waren. Damit umfasste die USSR die Gebiete mit einer ukrainischen Bevölkerungsmehrheit.[48] Im Jahr 1926 hatte die Ukrainische Sowjetrepublik 29 Millionen Einwohner, davon waren 80 Prozent Ukrainer, 9,2 Prozent Russen, 5,5 Prozent Juden, 1,6 Prozent Polen und 1,4 Prozent Deutsche. Hauptstadt war bis 1934 Charkiw, danach Kiew.[49]
Nach der Einrichtung von Kolchosen im Rahmen der Kollektivierung wurden diese dazu verpflichtet, einen bestimmten Prozentsatz ihrer Ernte an den Staat abzuführen. Die Quote lag in der Ukraine bei etwa 30 %. Seit 1928 wurde die Quote von Jahr zu Jahr erhöht.[50] 1931 betrug die Steuerquote für Getreide bereits rund 40 %. Im Jahr 1932 kam es zu Problemen, das Getreide einzuziehen. Die ukrainische Landbevölkerung widersetzte sich der Getreideabgabe und versuchte, Teile der Ernte zu behalten, die sie hätte abgeben müssen. Daraufhin verschärfte die sowjetische Regierung die Repressionen. In den Städten wurden Stoßbrigaden kommunistischer Aktivisten zusammengestellt. Diese fuhren in die landwirtschaftlichen Gebiete und führten dort Beschlagnahmungen durch. Die Lage wurde für die Landbevölkerung immer bedrohlicher: Repressalien, angefangen von Verhören, Drohungen und Belagerungen von Bauernhöfen bis hin zu Verhaftungen mit oder ohne Verurteilung, waren an der Tagesordnung. Am 7. August wurde das „Ährengesetz“ verabschiedet. Dieses sah für jede „Verschwendung sozialistischen Eigentums“ eine Strafe von zehn Jahren bis zur Todesstrafe vor. In den folgenden anderthalb Jahren wurden 125.000 Menschen nach diesem Gesetz verurteilt, darunter 5400 zum Tode.[51] Das Gesetz brachte nicht den gewünschten Erfolg. Am 22. Oktober wurde eine Sonderkommission in die Ukraine entsandt. Ihr Auftrag war es, den Widerstand zu brechen, wozu sie weitestgehende Vollmachten hatte. Es folgte eine Verhaftungswelle, von der sowohl Bauern als auch örtliche Partei- und Verwaltungskräfte betroffen waren. Schwerer noch wogen die wirtschaftlichen Repressalien, die Beschlagnahme aller Ladenartikel und das Unterbinden jeglichen Handels. Die Landbevölkerung wurde von der Versorgung abgeschnitten.
Der nächste Schritt war die Anweisung, alle Getreidevorräte auf den Kolchosen zu beschlagnahmen. Diese Beschlagnahmungen wurden mit großer Härte durchgeführt, Folter und Tötungen inbegriffen. Am 27. Dezember 1933 wurden ein Inlandspass und für die Bewohner der großen Städte eine Meldepflicht eingeführt, um die Flucht der Landbewohner in die Städte zu stoppen. Am 22. Januar befahlen Stalin und Molotow der Geheimpolizei GPU, die Landbewohner am Verlassen der Hungergebiete zu hindern. Mehrere Hunderttausend Menschen, die es in die Städte schafften, wurden von dort wieder vertrieben. Tausende von Kindern wurden von ihren Eltern in die Städte geschafft und dort ausgesetzt in der Hoffnung, jemand werde sich ihrer annehmen. Zur Beseitigung der Kinder aus den Städten wurde daraufhin eine Sondereinheit gegründet. Diese sammelte die verhungernden Kinder auf der Straße ein und setzte sie auf freiem Feld zum Sterben aus. In der von Hunger geschwächten Bevölkerung brachen Seuchen aus. Im Frühjahr 1933 erreichte die Sterblichkeit ihren Höhepunkt. 1933 exportierte die Sowjetunion 1,8 Millionen Tonnen Getreide.
Die Geschichte bis 1933 ist sehr komplex. Ich habe nur die wesentlichen Ausschnitte herausgenommen, die einen Konflikt zwischen der kommunistischen Sowjetunion und der Ukraine abbilden.
An der Stelle nehme ich Bezug auf eine Diskussion in dem anderen Thread ab Beitrag 877:
ttps://das-gruene-forum.de/t/diesen-krieg-kann-keiner-gewinnen-kehrt-jetzt-vernunft-ein/1284/877
Wir hatten es im Vielvölkerstaat Jugoslawien nach dem Ende der Macht von Tito genauso erlebt wie nach dem Ende der Sowjetunion. Alte Feindschaften brachen wieder auf. Im ehemaligen Jugoslawien sehr schnell, zwischen Russland und der Ukraine gor es allmählich zu einem Konflikt, der ursächlich für diesen Krieg ist.
Es sollte doch daher im Interesse aller Beteiligten, insbesondere der 1945 gegründeten Vereinten Nationen sein, eine Zeitenwende zu schaffen, die ihren Namen verdient hat, weil sie die Ukraine und Russland integriert - nicht allein weil der von Russland eskalierte Krieg dadurch unsere Sicherheitsdenken und unsere Bemühungen nach mehr Sicherheit erhöht.
Mit diesem Hintergrund bin ich für eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine. Diese Mitgliedschaft der Ukraine in der Nato würde an die Stelle der Missverständnisse zwischen der Nato und Russland ab der Installation des Projektes National Missile Defense gesetzt werden.