Als ich Felix Banaszak wie kürzlich in einer Fernsehdiskussion mit dem Philosophen Richard David Precht erlebte (beide Positionen sind nur teilweise mit meiner übereinstimmend), erlebte ich den Sprecher der Partei Bündnis 90/ Die Grünen politisch resignierend gegenüber einer veränderten Weltlage, in der das Gesetz des Stärkeren zurück ist.
Richard David Precht schlug dagegen die KSZE 2.0 vor (die KSZE Verhandlungen führten in eine Entspannungsphase der Weltpolitik und in die sogenannte Schlussakte von Helsinki (die von Wissenschaftlern mit dem sogenannten Korb 3 als Grundlage für den späteren Fall des Eisernen Vorhangs gesehen wird).
Einen solchen internationalen Rahmen der Sicherheit brauchen wir, um wie damals für gewisse Zeit unter den machthabenden Politikern dieser Welt und für die Menschen in unseren Staaten, auch für den Fortlauf der Wirtschaft, das Vertrauen an Sicherheitsstandards zurückzugewinnen.
Felix Banaszak sieht die Lage m.E. realistischer wie sie ist. Aber ist es dann nicht erst recht, mit den Errungenschaften der letzten Jahrzehnte, die Gründung der Vereinten Nationen, die Europäische Integration nach dem 2. Weltkrieg und den Fall des Eisernen Vorhangs, der für uns im Fall der Berliner Mauer gipfelte, das einst geteilte Berlin war der Zankapfel, der den Kalten Krieg erst ausgelöst hatte, an der Zeit, die Ordnung nach dem 2. Weltkrieg einzusetzen?
Es gäbe im Nachfeld Zeit, die Vereinten Nationen zu reformieren. Aber ihre Funktion gleich in den Hintergrund zu drücken, wie es durch die Äußerungen des Grünen-Sprechers zwar nicht wörtlich gewählt, aber doch durch die Resignation - einst müssten vielleicht seine Tochter oder sein Neffe in einer Armee dienen - was ihm als Gedanke nicht leicht fallen würde, die bräuchten wir nicht, wo wir die Institution doch haben und dort über eine gescheite UN-Resolution im Sicherheitsrat auch mal länger dort gestritten werden könnte.
@bieserGu schreibt genauso wie Felix Banaszak zum Krieg gegen den Iran:
@HarmsCar hat an der Stelle recht. Es wäre nicht die einstige Option, und Ex-Kanzler-Kanditat Laschet hatte vor der Regierungsübernahme von Kanzler Merz eine strategische Vorgehensweise in Bezug (damals) auf den Einsatz des Taurus vorgeschlagen. Er nannte dabei den Nato-Doppel-Beschluss der späten 70er und 80er Jahre als Vorbild.
Ein Knall in der internationalen Politik, um wieder zur Vernunft zurückzukehren, wäre ein Nato-Doppelbeschluss 2.0. Es müsste noch ein größerer Knall sein, wie den, den Laschet mit seiner Analogie in Folge des möglichen Einsatz des Taurus vorgeschlagen hatte. Ein Knall, der ähnlich wie der Fall der Berliner Mauer am 09.11.1989 einschlägt. Es bräuchte einen Nato-Doppelbeschluss 2.0, der Russland zu ergebnisoffenen Verhandlungen und einen Waffenstillstand an der Seite der Ukraine aufruft, und die atomare Abrüstung durch neue Abkommen in Aussicht stellen würde, mit der Ankündigung, Russland ab dem Tag x ansonsten vor Ultimaten zu setzen, die bedeuten würden, andernfalls die Ukraine viel stärker als bisher zu unterstützen.
Dies wäre der politische Knall, der die Chance bieten würde, die Orientierung auf den Krieg dort, in einen Verhandlungsmodus in Folge eines Waffenstillstandes zu bekommen. Eine Wirkung auf den Iran und den Krieg im Nahen Osten halte ich für wahrscheinlich, denn die USA wären eingebunden.