Neonikotinoide vernichten unser gesamtes Ökosystem

Im Juli diesen Jahres habe ich diese sehr interessante und erhellende Dokumentation auf Arte gesehen:
Insektenkiller - Wie Chemieriesen unser Ökosystem zerstören

Kurz danach stand dann dort: Video leider nicht mehr verfügbar
Aber das ist ein anderes Thema.

Jetzt habe ich das Video wiedergefunden:
https://www.dw.com/de/insektenkiller-wie-chemieriesen-unser-ökosystem-zerstören/av-63441663
(Link ist wieder tod. Es ist ja auch nicht einzusehen, warum Bürger Zugriff auf Dokumentationen haben sollten, die mit ihrem Geld bezahlt wurden, oder?)

Update: Aktuell hat es jemand auf YouTube geladen:

Zitat:

Die industrielle Landwirtschaft verwendet zunehmend Insektizide, die die Umwelt massiv schädigt. Weltweit am häufigsten sind es die Neonikotinoide. Sie vernichten nicht nur Schädlinge, sondern sie beeinträchtigen auch die Gesundheit von Menschen.

Vor 30 Jahren musste ein Autofahrer im Sommer etwa alle zwei Stunden einen Halt einlegen, um die Windschutzscheibe von Insekten zu reinigen. Heute kann er ganz Europa durchqueren, ohne auch nur ein einziges Mal vom Scheibenwischer Gebrauch zu machen, denn seit den 1990er Jahren ist die Gesamtbiomasse der Insekten um 75 Prozent zurückgegangen. Schuld daran ist der massive Einsatz von Neonikotinoiden, sogenannten „systemischen“ Insektiziden, die sich in allen Pflanzenzellen ausbreiten.

All dieses Gerede über mehr Blumen im Garten; Weniger Steingärten; Weniger Zier-rasen usw. ist reine Ablenkung. Im Film wird sehr sehr eindrücklich belegt, was die wahre Ursache des Weltweiten Insektensterbens ist. Schlüsselmoment im Film war der Teil, in dem geschildert wurde wie Anfang der 1990ziger Jahre in Japan das erste Neonikotinoid für den Reisanbau freigegeben wurde. In einem nahegelegen riesigen See ging im Jahr darauf die Stint-Fischpopulation praktisch auf Null zurück. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis eine Forschungsgruppe in Japan die Ursache nachweisen konnte: Da Neonikotinoide wasserlöslich und extrem wirksam sind wurden Sie auch in den See gespült und dort in den Wasserpflanzen aufgenommen. Das wiederum führte zu einem Massensterben der Mikroorganismen von denen sich wiederum die Stint ernährten.

Hat eigentlich irgend jemand mal etwas von unserem Landwirtschaftsminister Cem Ödzdemir gehört?

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In Minute 54 geht es um Pflanzenschutzmittel.

„Das ist wie bei Tarifverhandlungen. Man fordert erst mal das Maximum und sieht dann zu, dass man einiges davon umgesetzt kriegt“.

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Die Debatte ist insgesamt interessant, danke für den link.
Mein Eindruck: Cem setzt sehr auf Verhandlung und Einigkeit mit den Bauern, und das scheint er sehr gut zu können. Ich würde mir aber mehr Eindeutigkeit wünschen. Es scheint, dass er in Europa Verbote von Neonicotinoiden ausbremsen will, die die Kommission vorgeschlagen hat, zB bei der Bedeutung von Schutzgebieten und der Referenzzeit für eine Minderung. Außerdem scheint er das Verbot von Glyphosat in den Mittelpunkt zu stellen, aber den Cocktail der anderen Neonicotinoide nicht so wichtig zu finden und das wäre ein Fehler.

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Hier noch ein passender Beitrag aus GEO:

Entomologen sind Insektenkundler. Mitglieder des Krefelder Vereins erfassen seit über 100 Jahren die heimische Insektenwelt. Ihre Funde bewahren sie hinter Glas: Käfer mit Körpern wie Juwelen, mumiengleiche Puppen von Faltern, schimmernde Prachtlibellen. Doch was früher eine Inventur der Vielfalt war, hat sich in jüngster Gegenwart zu einer Bestandsaufnahme des Schreckens gewandelt.

Der Bottich enthält 1,4 Kilogramm tote Insektenmasse – die Ausbeute einer Falle, aufgestellt im Jahr 1989. In der kleinen Dose befindet sich der Inhalt einer Falle, errichtet am selben Ort, über denselben Zeitraum, jedoch zwei Jahrzehnte später: Sie enthält noch ganze 294,4 Gramm.

Das Problem mit den Agro-Chemie Konzernen: Bei jedem Verbot eines Giftes haben Sie längst ein neues Entwickelt bei dem es dann wieder 20-30 Jahre dauert, bis zweifelsfrei nachgewiesen wird, das es auch verboten gehört. Wenn man überhaupt noch Forscher findet, die es wagen Untersuchungen in diesem Bereich zu machen (nicht gut für die Karriere).

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Wenn ich mir also diese Entwicklung ansehe, dann muss ich an die Diskussion über Windkraft denken, die im Dezember 2021 im offiziellen Forum lief:

Den Artenschutz bitte nicht für die Windkraft aufgeben! . Da geht es u.a. um Abschaltvorrichtungen für Windräder um Milane und andere Vögel zu schützen.

Doch seit 1990 ist die Insektenmasse in Deutschland um 75% zurück gegangen. Was passiert dann wohl mit den 6000 Arten von Insekten fressenden Vögeln? Alleine von September bis Dezember 2020 wurde ein beabsichtigtes Exportvolumen von fast 3900 Tonnen Neonikotinoid-Produkten angemeldet [1]

Goebels wäre fasziniert gewesen, von den eleganten Desinformationskampangen der großen Chemiekonzerne. Von wegen zu viele Steingärten oder englischer Rasen ist Schuld. Auch in meinem Garten gibt es jetzt Wildblumen-Bereiche für die Insekten. Angesichts von der tatsächlichen Ursachen fühle ich mich ziemlich verarscht.

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Verarscht fühle solltest du dich nicht. Es ist auch gut für deine eigene Gesundheit, wenn du keine Neonikotinoide in deinem Garten spritzt.

Es gibt auch grüne Politiker, die für ein Verbot kämpfen, zum Beispiel Martin Häusling (mein Lieblingspolitiker) auf EU-Ebene.

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Moment - ich habe noch nie in meinem Garten irgendwas gespritzt. Ich finde ein Beet mit Wildblumen auch schön. Doch der Effekt gegen das Insektensterben ist gleich Null. Neonikotinoide finden sich mittlerweile fast überall - vielleicht auch in deinen Haaren

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Nicht ganz. Oder leben dort keine Insekten?

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Wie ich schon sagte: Neonikotinodie sind mittlerweile überall. Natürlich kann man ein Glas Wasser in einen Großbrand schütten. Das hat auch eine Wirkung.

Ich diskutiere diesen Punkt übrigens auch häufiger mit @WitzelJu - Sind die privaten Maßnahmen die wir ergreifen nur zur Beruhigung unseres Gewissens oder nützt das nicht doch ein kleines bisschen?

Ich habe die These, das die notwendigen großen Veränderungen eher behindert werden, wenn wir uns zu viel mit dem „Was kann ich persönlich tun“ beschäftigen.

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Das musst du mir mal erklären, wie es eine große Entwicklung behindert, wenn du darauf verzichtest, deinen Garten in eine sterile Ödnis zu verwandeln.

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Ich lasse das mit der sterilen Ödnis mal so stehen. Aber wenn du mal in Frankfurt sein solltest kannst du mich gern auf einen Tee in Oberursel besuchen :slight_smile:

Der Gedanke ist der gleiche wie bei Berechnung des persönlichen CO2-Fussabdrucks. Die Last der Veränderung wird auf den einzelnen Bürger heruntergebrochen: Hör du erstmal auf zu fliegen oder verkauf dein Explosionsheizungsmotor-Fahrzeug, bevor du mitreden darfst. Du bist das Problem! Du musst dein Leben ändern! Der persönliche CO2-Fussabdruch wurde von einem Öl-Konzern erfunden.

Der CO2-Fußabdruck wurde als Teil einer Marketingstrategie des Energiekonzerns BP in Kooperation mit Ogilvy & Mather entwickelt und ging 2004 als Kalkulator auf der Website von BP online.[3]

Für mich ist Größe und Ausmaß des Insektensterbens offensichtlich auf die Erfindung der Neonikotinoide zurückzuführen. Die ganze Wirktstoffklasse muss weltweit verboten werden. Aber im Moment läuft der Export noch auf Hochtouren.

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Selbstgespräche? :wink:

120% Zustimmung :slight_smile:
Der Trick dabei scheint mir folgender zu sein: Wenn ich bei der Selbstoptimierung an meine Grenzen gekommen bin und mein Nachbar vielleicht sogar auch, habe ich viel eher Verständnis dafür, dass es insgesamt nicht weitergeht. Und die Industrie macht unbehelligt weiter.

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Ich denke, dass der Garten da ein schlechtes Beispiel ist, denn je weniger man dort tut, desto besser für die Insekten.

Darum kannst du dich ja kümmern, in der Zeit, in der du sonst die Wildkräuter im Garten beseitigt hättest.

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Tja, das ist so ein dickes Lobby- Problem, so leicht lässt sich das nicht verbieten. Es sei denn, es würde endlich ein Grundsatzurteil gefällt, dass Arbeitsplätze die den Zweck haben, unnötige Gefahrstoffe herzustellen, weniger wert sind als zum Beispiel in der Medikamentenherstellung. Dann kann eine Firma einfach verboten werden, die „Pflanzenschutzmittel“ herstellen. Solche Sachen müssten eigentlich Ökosphären- Gifte oder Umweltdrogen heißen. Das Intersessante an diesen die unangenehme ähnlichkeit zu Psychophrmaka. Jeder der Gemüse aus gebeizten Saatgut isst, verspeist täglich psychopharmaka- ähnliche Stoffe.

Diese Neonicotinoide sind auf den Menschen tatsächlich nicht unmittelbar stark toxisch, aber bei langzeit Kontakt erhöhen sie das Krebsrisiko, und verändern schleichend das Gehirn. Actylcholin kommt auch im Menschlichen Gehirn als wichtiger Botenstoff vor. das Gedächtnis wird von diesem Stoff geregelt, aber auch das System der Stresshormone und der kreislauf .deshalb sind Medikamente die diesen Botenstoff hemmen, für Herzpatienten äußerst gefährlich, weil es dann ganz plötzlich, ohne Warnzeichen zum Herzstillstand kommen kann oder zu tödlichen Kammerflimmern.

Die probleme durch neonics die bei Kindern auftreten, sind mit denen durch unsachgemäßen Gebrauch von Psychopharmaka vergleichbar. Kinder werden allgemein oft Verhaltensauffällig, wenn die solche Stoffe bekommen, da diese die Hirnentwicklung irreparbel schädigen. Weshalb Kinder sowas normalereise NICHT bekommen sollten, genauso wie illegale Drogen auch.

Typischerweise haben upps, vor allem Psychopharmaka der älteren Klassen diese gefähliche Nebenwirkung. Aber zu viel Acetylcholin ist auch problematisch. Es kann dazu führen dass die Neuronen geschädigt werden oder es kommt zu Verhaltensauffälligkeiten wie Unruhe, da es sic hierbei um ein Hormon handelt das mit Streesshormonen interagiert. extrem hohe mengen Acetycholin würde auch beim Mensch zu tödlichen Krämpfen führen wie zum Beispiel Überdosis bestimmter Aufputschmittel oder duch Kontakt mit Nervenkampfstoffen.
(z.B Sarin, Nowitschock)

Außerdem frage ich mich langsam warum sin die paar Arbeitsplätze bei Großkonuzernen überhaupt so verdammt wichtig? Die meisten Arbeitsplätze gibt es weder bei den Zulieferern noch den Großkonzernen selbst. Diese Zerstörungskonzerne abzuschaffen würde nur ein paar 10,000 Arbeitsplätze kosten.

Alle anderen Branchen beschäftigen hingegen VIELE Millonen Menschen. Mich interessieren diese Paat tausens Arbeitsplätze daher gar nicht. Über ein funktionoerendes Soziaslsysten ließ sich diese Zahl locker bewälitigen.

Die Arbeitslösigkeit würde nur um so ein oder 2 Prozent steigen. Völlig egal… Vor der Entlassung dieser Leute braucht man als Gesellschaft eigentlich keine Angst zu haben. Die bekommt man locker woanders unter. Es herrscht der Irrglaube, fast alle Menschen würden be idiesen Konzernen arbeiten. Das ist aber Quatsch! Man könnte diese Chemie- Fachleute für die Entwicklung von Medikamenten umschulen…

Ach ja, und Bauern, die unsere Ernährung nicht sichern ,weil die den Boden zérstören sowie vergiften und somit letzlich unsere Lebensgrundlage Zerstören sind entbehrlich, die brauchen wir nicht…

Wo liegt das Problem?

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Wieso sollt ich (oder jemand anders) das eigentlich? Ist Doch Arbeit!
Wildnis entsteht von selbst. Wenn ich nichts tu’.

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Damit die Nachbarn nicht schlecht von dir denken (ist, denke ich, der häufigste Grund). Einige verklagen sogar ihre Nachbarn, wenn von dort aus Wildkrautsamen zu ihnen rüber fliegen.
Das ist natürlich Qutsch.
Einen Teil zu mähen, um sich dort keine Zecken zu holen, ist aber sinnvoll.

Ohne die Neonikotinoide macht die Landwirtschaft halt mehr Arbeit, und kaum jemand will diese Arbeit machen, geschweige denn die höheren Lebensmittelpreise bezahlen. Wärst du dazu bereit?

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Es scheint für die Beurteilung wichtig zu sein, zwischen verschiedenen Pflanzenschutzmitteln zu unterscheiden. Auf diesen link bin ich im Grünen Fächer aufmerksam gemacht worden: WeinLetter #46: Begräbt die EU den deutschen Wein? - WeinLetter.
Wenn der Vorschlag daraufhin nochmal überarbeitet wird, ist zu befürchten, dass die Hersteller von Neonicotinoiden sich mit hinein drücken, wenn über eine Abstufung der Bestimmungen diskutiert wird. Über die Wirkungen und Nebenwirkungen der anderen Pflanzenschutzmittel weiß ich allerdings zu wenig, aber eine grundsätzliche Unterscheidung zwischen ihnen und den Neos scheint mir sinnvoll.
Weniger sinnvoll scheint es mir, die Definition der „sensiblen Gebiete“ aufzuweichen. Das sind vielleicht in Deutschland sehr viele, aber das kommt am Ende auch uns zugute. Ich frage mich auch, wie der Schutzstatus der nicht sensiblen Gebiete sein soll. Auch kann das Ziel einer Reduktion um 50% nur ein Etappenziel auf dem Weg zu einer Begrenzung in absoluten Zahlen sein.

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Das mit den sensiblen Gebieten ist Schwachsinn. Diese Gifte sind extrem wirksam und wasserlöslich.
Ein Fakt dazu: Wasserproben aus Gewässern werden von den Behörden nach einem bestimmten zeitlichen Raster entnommen und ausgewertet. Wissenschaftler haben stattdessen in einer Untersuchung die Wasserproben nur bei Regen entnommen! Und oh Wunder! Die wasserlöslichen Gifte waren bei Regen plötzlich und unerwartet deutlich höher konzentriert in den Gewässern (oberhalb der „Grenzwerte“)

Wie schon oben erwähnt: Man kann diese Gifte in den Haarproben von Menschen nachweisen. Das ist für uns vermutlich nicht gefährlich, zeigt aber das sich diese Substanzen einfach überall hin verbreiten.

Hauptproblem bei diesem Kampf gegen die Agrarkonzerne: Immer wenn man es geschafft hat endlich für ein Gift ohne jeden zweifel nachzuweisen, das es für die Umwelt schädlich ist, hat der Konzern schon zwei neue Substanzen in der Anmeldung.

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Ja allesdings das ist tatsächlich eine Hydra, der Ständig ein neuer Kopf nachwächst. Eine Hydra tötet man duch einen Stich ins Herz. Das heißt: Solche Konzerne müssen einfach verboten werden und fertig! Was anderes bringt nichts…

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Mich würde doch noch mal deine Antwort auf meine Frage interessieren:

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