Notstand in deutschen Kindertagesstätten

Wie wäre es wenn wir uns statt mit Quoten für Dax-Vorstände (und andern Mist) mal um den Notstand der Kindertagesstätten kümmern würden:

Unter diesen Umständen muss man sich nicht wundern, wenn viele Frauen nur in Teilzeit arbeiten.

als ehemaliger Alleinerziehender mit drei Töchtern habe ich die Auswirkungen der mangelnden Kinderbetreuung live erlebt.
Die daraus folgende Altersarmut habe ich noch vor mir.

Systemversagen? ja, aber nicht nur das System an sich, sondern die gesamte Gesellschaft. Denn mit drei Kindern gilt man ja als asozial…

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Aber nicht doch. Als Vater der drei Kinder großzieht bist du eine Stütze des Systems und allen ein Beispiel!

Leider nur in Sonntagsreden und nicht wenn es um Betreuungsplätze geht. :roll_eyes: :grimacing:

Genau das ist das Problem - es gibt viel zu tun - fangt schon mal an - aber bitte nicht bei mir und/oder von mir finanziert.
Es fehlt inzwischen das Bewusstsein, dass es nur miteinander geht - und das es nicht wichtig ist, ob es nun möglich ist, 2 oder 3 Urlaubsreisen pro Jahr machen zu können - und ob es sinnvoll, und wichtig ist, sich ein neues Handy zu kaufen - das könnte alles erst einmal in die Infrastruktur fließen, ohne die das alles ohnehin nichts ist.
Aber das ist wie mit der Ökologie - die Leute verstehen entweder nicht, wie herausragend wichtig solche Dinge sind - oder es ist so selbstverständlich, dass so etwas bereits vorhanden ist, dass erst gar kein Problem gesehen wird - wo es doch selbstverständlich ist, dass alles schon da ist…

also obwohl ich Mann bin, habe ich über 10 Jahre gebraucht, um wieder in den Job zurückzukommen.
Spezielle Programme für Mütter nach der Erziehungszeit zur Rückkehr in den Beruf blieben mir versagt, weil ich ja Mann bin…

Aber ich habe die Zeit sinnvoll genutzt, hab viel im Ehrenamt bewirken können und aus meinen Kindern ist etwas geworden. Die liegen mir später nicht auf der Tasche und ich ihnen nicht, da ich mich an das low budget gewöhnt habe.

Immerhin konnte ich mir mit den Kindern einen Urlaub leisten… in 12 Jahren…

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So kann man das eigentlich nicht sehen.

Die meisten Eltern möchten sich natürlich auch um ihre Kinder kümmern, deshalb arbeiten sie auch in Teilzeit.

Ich musste aus finanziellen Gründen (Abzahlung von Hypotheken) immer in Vollzeit arbeiten.

Manchmal hatte ich mich tatsächlich auch gewünscht, dass ich auch in Teilzeit arbeiten könnte, damit ich mehr Zeit für meine Tochter habe.

Damals fand die Betreuung im Kindergarten auch noch nicht täglich den ganzen Tag statt.

Allerdings wurde meine Tochter nachmittags durch meine im gleichen Haus wohnenden Eltern gut betreut und ich war bereits spätestens um 16.30 Uhr zu Hause.

Diese Möglichkeit haben allerdings nicht alle Eltern.

Allerdings habe ich auch oft genug mitbekommen, dass es teilweise sogar sehr schwierig ist, einen Kita-Platz zu bekommen,.

Wenn ich eines gelernt habe in unserer Eltern-Ini, dann dass, das die Betreuung im Kindergarten durch professionales Personal weder durch uns Eltern noch durch andere Familienangehörige hätte aufgewogen werden können - Und den größten Fehler machten die Eltern, die meinten, in Sachen Pädagogik dauernd rein reden zu müssen…

Ich bin jedenfalls froh, das sich meine Eltern/Schwiegereltern raushalten konnte, in jener Zeit.

Das setzt natürlich voraus, dass Kitas und Schulen tatsächlich professionelle Pädagogik betreiben können (all die bekannten Sachen wie Betreuungsschlüssel, Ausbildung der Fachkräfte etc.) und nicht reine Verwahranstalten sind…

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Da kann ich Dir nur zustimmen.

Ich habe des Öfteren nur noch mit dem Kopf geschüttelt, wenn ich an den Elternversammlungen zurückdenke und ich habe das Gefühl, es wird immer schlimmer.

Hinzu kommt, die Kinder bekommen dies zu Hause mit und der Respekt gegenüber den Pädagogen*innen geht langsam verloren.

Wer will da noch Lehrer*in werden, geschweige in einer Kita arbeiten.

meine Partnerin war Lehrerin… über 25 Jahre.
Sie hatte mal einen verhaltensorginellen Schüler, dessen Eltern sie auf das Verhalten aufmerksam gemacht hatte. Antwort der Eltern: damit müssen sie doch klar kommen, sie haben das doch studiert…

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Das ist innerhalb der Schule auch grundsätzlich richtig - dafür haben die Pädagog*Innen in diesen Einrichtungen (hoffentlich) auch die entsprechenden Instrumente und Ausbildungen - die Hinweise dieser Art dienen eher der Hilfestellung für die Eltern - wir hatten pro Halbjahr zwischen Eltern und Betreuern jeweils ein Einzelgespräch, wo es um die Entwicklung der Kinder ging - es ging darum, was beide Seiten so bei den Kindern wahrgenommen haben, um sich gegenseitig zu informieren, um nichts zu übersehen und bestmögliche Förderung durch konzeptionelle Anpassungen zu ermöglichen - auch hier wieder galt - es ist erstens nicht einseitig - und zweitens war das Ziel die Förderung der Kinder, nicht, es für Eltern und Betreuer möglichst einfach und pflegeleicht zu gestalten - im Gegenteil - die Aufwände stiegen eher (sowohl administrativ also auch bei der Anpassung des eigenen Verhaltens) - was nicht etwa bedeutete, dass die Kinder dadurch in Watte gepackt wurden!)

Praktisches Beispiel: bei uns vieren stand mal im Raum, dass unsere Kinder zu oft „verloren“ - das lag daran, dass meine Frau und ich a) uns sehr einig über Erziehungsziele waren und b) durch unsere Kommunikation - Handy macht’s möglich - ein einzelnes Nein immer ein - gemeinsames - Nein blieb - (éin manipulatives „..der andere hat es aber erlaut…“ gabs bei uns praktisch nicht) - durch den Tipp konnten wir daran trotzdem etwas ändern - nicht etwa, das gemeinsame Nein komplett aufzuweichen - sondern dadurch, das plausibler darzustellen und vor allem weniger konfrontativ zu vermitteln, sondern sich über einen Ausgleich zu verständigen.

Der Notstand in den Kindergärten und auch in den Schulen ist m.E. mitverursacht durch den Konflikt, dass einerseits die Eltern zunehmend Verantwortlichkeit dort „abladen“ - und anderseits in dubio darauf bestehen, dass sie es aber besser wissen, und weiterhin suboptimal reagieren, anstatt sich selbst zu hinterfragen …

früher hat ein Lehrer ein Machtwort gesprochen…
Heute kommen die Eltern gleich mit Schulamt und Rechtsanwalt…

Typisches Beispiel: Kevin, sei bitte leise… Kevin sei ruhig… Kevin… Kevin halt endlich deine verdammte Schnauze… Peng. darf man als Lehrer bei Rektor antanzen.
Wobei Kevin kein Name ist, sondern fast schon eine Diagnose

Schule ist noch mal ein ganz anderes Thema. Auch einfach zu hause bleiben, weil man lieber Zeit mit seinen Kindern verbringt, ist vollkommen legitim.

Aber wenn man von Seiten der Politik wirklich etwas an GenderPayGap und Altersarmut von Frauen unternehmen wollte, dann doch eher durch bessere Kinderbetreuung als durch Quoten. Zumal wir ja auf Zuwanderung angewiesen sind. Wenn Kinder in die Schule kommen, die noch nicht richtig Deutsch können,
weil halt zuhause immer die Sprache der Eltern gesprochen wurde, braucht man sich über die Folgen nicht zu wundern.