Ökonom Fratzscher fordert Pflichtdienst für Rentner

Irgendwie wird es immer verrückter!

”Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, fordert einen „neuen Generationenvertrag“. Der Ökonom regte gegenüber dem „Spiegel“ an, dass künftig alle Rentnerinnen und Rentner zu einem sozialen Jahr verpflichtet werden.

”Der Wirtschaftswissenschaftler Fratzscher spricht sich für ein „verpflichtendes soziales Jahr für alle Rentnerinnen und Rentner“ aus. Der Vorschlag stieß sofort auf Widerspruch: Der Sozialverband Deutschland bezeichnete ihn als „respektlos“.”

Mein Mann, Jahrgang 1945, ist im Alter von 63 mit den entsprechenden Abzügen in Rente gegangen, nachdem er nach 50 Jahren Arbeit tatsächlich “auf” war.

Er hat bereits im Alter von 13 Jahren eine Ausbildung angefangen (war damals so).

Auch ich hâtte, wenn ich bis 65 gearbeitet hätte, 51 Jahre Arbeitszeit auf dem Rücken gehabt.

Ich hatte Gott sei Dank einen Schwerbeschädigtenausweis und konnte eher gehen.

Ein Gerichtsvollzieher bei uns ist nach 51 Jahren Berufstätigkeit in den Ruhestand gegangen.

Das ist eigentlich tatsächlich eine Unverschämtheit, Menschen, die ihrer Pflicht nachgegangen sind und inzwischen ihr Leben lang gearbeitet haben, auch noch im Anschluss ein Pflichtjahr aufzubrummen.

Neben unserer Behörde steht ein Pflegeheim.

Ich erinnere mich, dass wir oft genug Witze darüber gemacht haben, dass wir demnächst mit dem Rollator rüber gehen müssen.

1 „Gefällt mir“

Ich habe einen Vorschlag wie wäre es mit organisierten Flaschen sammeln.

:partying_face::partying_face::partying_face::partying_face::partying_face::partying_face:

Aber wie ist das mit den Leuten die im Ausland im pflegeheim liegen kart man die montags nach Deutschland und am Freitag zurück oder wie läuft das?

Solche Provokationen sind es meiner Meinung nach nicht wert, diskutiert zu werden.
Solange Rentner Wahlrecht haben, wird sich keine Partei so einen Sommerlochscherz zu eigen machen.

Sollten wir diese “Provokation” nicht zum Anlass nehmen mal ernsthaft darüber nachzudenken, wie wir als Gesellschaft mit dem zunehmenden “Rentner/Pensionisten-Problem” umgehen? Wer glaubt denn noch, dass es mit den Renten/Pensionen so weitergeht wie in der Vergangenheit? Wie sollen diese dauerhaft finanziert werden? Immer Weniger, die arbeiten und immer mehr die gut davon leben wollen? Ich war 50 Jahre berufstätig und bin nun seit 2 Jahren ehrenamtlich vielfältig tätig. Das tut mir gut und hilft gegen Alterseinsamkeit. Das sollte aber keine Verpflichtung sein. Abgesehen von der politischen Durchsetzbarkeit wäre mit so einem Pflichtdienst ja auch eine Menge Bürokratie verbunden. Wie wäre es z.B., wenn wir für jene welche ihr Rentneralter haben, eine steuerfreie Zuverdienst-Möglichkeit schaffen würden? Meiner Meinung nach muss etwas im Bereich der Renten und vermutlich auch bei anderen Sozialleistungen getan werden! Übrigens die meisten Rentner in meinem Umfeld sind deutlich früher in den Ruhestand gegangen und sind noch fit! Anreize, dass diese noch etwas tun wäre auch eine Möglichkeit!

1 „Gefällt mir“

danke.
Damit muss jede Diskussion über das Thema anfangen: was ist nötig? was könnte helfen?
Einer muss das ganze bezahlen oder Leistungskürzungen hinnehmen.
Wenn man fragt wer, schreien alle „ich nicht!“ aber einen Plan hat keiner.

Auf diesem rein emotionalen (und leicht populistischen) Niveau kann man das Problem nicht lösen.
Wir werden alle etliche Ungerechtigkeiten, Zumutungen und Unverschämtheiten aushalten müssen, weil sie notwendig sind.
Was hilft es, wenn wir die demografische Enwicklung (oder den Ukrainekrieg oder Trumps Politik oder den Klimawandel) zur „Unverschämtheit“ erklären?
Gar nix, die Fakten bleiben die Fakten.

Das geht seit hundert Jahren gut, Stichwort Effizienzsteigerung, Roboter, KI. Man muss eventuell das System anpassen. Ob es hilft, wenn wir (vorübergehend) wirklich länger arbeiten, ist für mich noch nicht klar.

das ist mal sicher. aber wie?!

Es gibt ein paar Stellschrauben:
Auf der Einnahmenseite: Zahl der Einzahler (Beschäftigten), Höhe der Beiträge
Auf der Ausgabenseite: Zahl der Empfänger, Rentenniveau

Um mal zwei davon herauszugreifen:

  • Wenn sich perspektivisch die Produktivität erhöht, erhöht sich auch das Einkommensniveau und schafft Spielraum für Beitragserhöhungen, ohne das die Bechäftigten Wohlstand verlieren
  • Wenn sich das Einkommensniveau erhöht, eröffnet das Spielraum, um das Rentenniveau zu senken, ohne das die Rentner Wohlstand verlieren.