Mit „kritisch betrachten“ hatte ich nicht „esotherisch betrachten“ gemeint.
Mir ging es eher darum, dass es schwer ist, unter den aktiven Wissenschaftlern einen Experten auszusuchen, der allein ein ausgelostes Entscheidungsgremium von Laien berät.
An der Anzahl seiner Veröffentlichungen zu dem Thema in bestimmten journals würde ich die Entscheidung nicht allein festmachen wollen.
Ich halte Deine These leider für falsch - in eine Wahldemokratie bekommen wir endlich genau die Personen, die wir (mehrheitlich) haben wollen - es ist also nicht entscheidend, ob ich persönlich dazu eine andere Haltung habe (auch wenn ich meine Ablehnung dadurch begründen kann) - ich aakzeptiere, dass derzeit das Kriterium „moralische Integrität“ kein Selektionskritierium ist, sondern für viele eher der Erhalt „ihres“ Arbeitsplatzes (egal wie überholt dieser z.B. im Braunkohletagebau oder im AKW inzwischen ist) oder ihrer beruflichen Restlaufzeit (s. Frankreich) - überall ist das oberste Selektionskriterium für politische Ämter, ob plausibel der eigene Status Quo Erhalt im Fokus steht - und zwar auf einer reinen Verwaltungsebene… (zugegenben etwas erkürzt dargestellt) - als Demokrat akzeptiere och diesen Wunsch der Mehrheit - auch wenn mein eigenes Engagement in eine andere Richtung geht…
Ich bleibe also bei der oben genannten Position: wir haben/ bekommen genau die Politiker, die wir haben wollen (nicht im Einzelfall sondern in der Mehrheit - so gesehen ist gesellschaftlich „alles gut“ …
Ja, ich stimme dir in diesem Punkt vollkommen zu. Aber das ist ja genau meine Hypothese:
Wir entscheiden uns aufgrund unserer Veranlagung als Homo Sapiens bei Wahlen für genau die „Menschen die wir haben wollen“. Aber die Menschen, die in der Lage sind diesen Eindruck bei uns perfekt zu erzeugen, sind überzufällig häufig nicht in der Lage, die Aufgabe sie bewältigen sollen zu erfüllen.
Der Selektionsprozess der Wahldemokratie filtert Menschen mit festen Überzeugungen heraus. Je besser dein Auftreten und je besser du Lügen und „drum herum reden“ kannst desto eher wirst du gewählt. Bestes Beispiel: Die Grünen. Seit dem sie „eine ganz normale Partei“ sind, klappt es auch prima mit den Wahlerfolgen.
Es ist auch logisch, daß jede, die sich diesem Selektionsprozess 8 bis 10 Jahre unterworfen hat, auch hinterher etwas davon haben will. Das ist vollkommen menschlich.
@WitzelJo
Wenn wir uns darin einig sind - was ist daraus die Ableitung?
Der Mensch wird seiner Aufgabe nicht gerecht (daran ändert weder die Diktatur noch das von Dir präferierte Losverfahren zur Auswahl der Entscheidungsträger etwas)
Es bleibt imm3r bei dem Problem hängen, dass Menschen nun mal die Eigenschaft haben, sich in dubio für rel. kurzfristige Interessen einzusetzen, die noch dazu nicht globalen Ansprüchen genügen, da vieles bei der Entscheidungsfindung (bewusst oder unbewusst) ausgeblendet wird, was nicht Bestandteil der „eigenen Blase“ ist…
Die eine - theoretische - Möglichkeit, die ich sehe, wäre, die Lenkung staatlicher Geschicke der Wissenschaft zu überlassen - die hat aber in einer Demokratie keine Akzeptanz, da sie völlig unempathisch nur statistisch richtige (ganz schwieriger Begriff!) Entscheidungen trifft - überdies birgt dieser Ansatz ein hohes Risiko, in eine Autokratie abzugleiten…
Die andere - theoretische - Variante, die ich sehe, wäre, wieder nur noch auf regionaler Ebene Entscheidungen zu treffen, mit denen sich sowohl die Entscheidenden als auch die, die damit leben müssen/können, sich wirklich - auch auf der empathisch zugänglichen Ebene - auskennen…
Das ist aber wohl auch nur graue Theorie, da sich die Globalisierung nicht zurück drehen lassen wird - ausser vielleicht durch einen apokalyptischen globalen Nuklarkrieg, der nur noch ein paar wenige auf vereinzelten und unzusammenhängenden „Überlebensinseln“ übrig lässt - was trotzdem natürlich alles andere als erstrebenswert ist!!
Das ist selbstverständlich nur eine reine „Privateinschätzung“ - ich bin - wie schon oft betont - kein Soziologe
Ich habe meine und deine Beiträge in das richtige Thema verschoben. Es ist immer etwas problematisch das zu tun, wenn man gleichzeitig mit diskutiert (Löschungen würde ich in einem Thema in dem ich selbst mit diskutieren auch niemals machen). Wenn dich die Verlagerung stört sag es, dann schiebe ich die Beiträge zurück.
Aber jetzt zum Thema:
Nein, da stimme ich dir auch zu: Das ist keine gute Idee. Auch diese Personengruppe ist nicht repräsentativ. Das wäre von einer Dikatur kaum zu unterscheiden.
Das ist in jedem Fall eine gute Regel. Schönes Beispiel: Es gibt Städte in denen es eine klare Mehrheit für Tempo 30 in der ganzen Stadt gibt. Doch aktuell wäre das gesetzwidrig (frag mich nicht nach dem Paragraph). Warum? Gemeinden die Probleme unterschiedlich lösen, sind das beste was einem Staat passieren kann. Denn damit erprobt man neue Konzepte im kleinen.
Der Hauptunterschied zwischen uns ist, daß ich daran glaube, daß Menschen im Allgemeinen in der Lage sind zum Wohle der Gemeinschaft zu urteilen. Das dies nicht der Fall sei, ist das Lieblingsargument aller Führer die wir in der Menschheitsgeschichte hatten.
Vorausgesetzt man gibt einer beliebigen Gruppe nicht vorbestrafter Menschen eine Aufgabe und alle Informationen über die möglichen Lösungen, so ist das Ergebnis erstaunlich gut.
„Urteilen“ und eine gute Lösung finden können alle ganz gut, aber nicht danach handeln, wenn es zu ihrem Nachteil ist.
Wobei „Nachteil“ idR „kurzfristiger Nachteil“ bedeutet, langfristige Folgen werden ausgeblendet.
Die Diskussion hatten wir schon mal.
Es läuft daraus hinaus, dass die Menscheit es halt riskiert.
Wir wollen es heute warm haben, was morgen ist, sehen wir dann.
Die letzten 300.000 Jahre hat das super funktioniert … ganz ohne Ironie.
Das sind genetische Verdrahtungen, die niemand in einer oder zwei Generation auflösen kann.
zufällig geloste Bürgerräte sind aktuell in aller Munde. Manchmal wird kritisiert, dass die dort erarbeiteten Empfehlungen von der Politik nicht umgesetzt werden müssen. Deswegen beschäftigen wir uns mit der Frage: Sollten Bürgerräte Entscheidungsgewalt haben? Zuletzt hat die Letzte Generation mit ihrer Forderung nach einem gelosten Rat zur Klimapolitik, dessen Empfehlungen die Politik verpflichten sollen, heftige Debatten ausgelöst.
Sind verbindliche Bürgerräte ein möglicher Ausweg aus der Demokratiekrise? Darüber wollen wir mit Ihnen am kommenden Dienstag (18. April) ab 20 Uhr in einer Online-Veranstaltung diskutieren.
Merken Sie sich den Termin jetzt schonmal vor, den Link erhalten Sie rechtzeitig vor der Veranstaltung.
Zuerst stellt der Journalist Hugh Pope das Buch „The Keys to Democracy“ vor, das sein Vater bereits in den 80er-Jahren geschrieben hatte, dafür aber seinerzeit keinen Verleger fand. Jetzt liegt das Buch endlich in den Buchläden. Maurice Pope hat darin ein neues Regierungsmodell entwickelt, das ganz auf die Macht der Bürgerinnen und Bürger setzt.
Ebenfalls zu Gast ist der polnische Experte für deliberative Demokratie und Nachhaltigkeit, Marcin Gerwin. Er hat ein Modell für Bürgerräte mit Entscheidungsgewalt entwickelt, das er im Rahmen unserer Veranstaltung erklärt.
Wir selbst haben in den vergangenen Jahren zwei bundesweite Bürgerräte organisiert und beraten seitdem u.a. Initiativen, Kommunen und Regierungen bei der Vorbereitung und Durchführung von Losversammlungen. Bürgerräte und Volksentscheide können an mehreren Stellen miteinander verknüpft werden. Davon, wie diese Verknüpfung aussehen könnte, berichtet unser Bundesvorstandsmitglied Sarah Händel.
Sind Bürgerräte mit Entscheidungsmacht ein Ausweg aus der Demokratiekrise? Diskutieren Sie am 18. April mit uns darüber! Die Diskussion findet auf Englisch statt und wird simultan ins Deutsche übersetzt.
Liebe Demokratie-Interessierte,
heute Abend findet um 20 Uhr unsere Veranstaltung zur Frage „Sollten Bürgerräte Entscheidungsgewalt haben?“ statt. Hier kommt der Einwahllink:
Zoom-Link zur Veranstaltung: Launch Meeting - Zoom
Wann: Heute, 18.04.2023, von 20:00-21:30 Uhr
Wo: Online, über Zoom
Mit: Hugh Pope, Marcin Gerwin und Sarah Händel
Zufällig geloste Bürgerräte sind in aller Munde. Manchmal wird kritisiert, dass die dort erarbeiteten Empfehlungen von der Politik nicht umgesetzt werden müssen. Deswegen beschäftigen wir uns heute mit der Frage: Sollten Bürgerräte Entscheidungsgewalt haben? Diskutieren Sie heute Abend mit uns darüber! Die Diskussion findet auf Englisch statt und wird simultan ins Deutsche übersetzt.