In den „zivilisierten“ und „entwickelten“ Ländern des globalen Nordens ist Armut kein Problem fehlender finanzieller Mittel. Vielmehr handelt es sich um einen Zustand geistig-seelischer Verwahrlosung, einem Gefühl des Mangels und Nicht-Genug-Habens und -Bekommens bei gleichzeitiger Allverfügbarkeit all jener Güter, die für ein gutes Leben in materieller Hinsicht erforderlich sind. Damit ist angesprochen, woran es uns im Wesentlichen mangelt. Es sind die immateriellen Güter und das meine ich nicht in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern in Zwischenmenschlicher. Die Gesellschaften des globalen Nordens sind kalt, es herrscht ein Klima des Gegeneinanders, der Distanz zum Mitmenschen. Sie sind brutal und erbarmungslos wenn es um Einzelschicksale geht. „Komm, lass mich in Ruhe, ich hab selbst genug eigene Probleme“, das denken sich doch die meisten Menschen unserer Breiten, wenn sie auf der Straße von einem Fremden angesprochen werden. Augenkontakt wird vermieden, die Menschen gehen „selbstbewussten“ Schrittes ihrer Wege und interessieren sich nicht für den Kontakt mit dem Fremden. Ich verallgemeinere hier und vielleicht dramatisiere ich auch. Natürlich ist nicht jeder so, aber doch ist es mein Eindruck und ich frage mich woran das wohl liegen mag. Warum kapseln sich die Deutschen so sehr von ihren Gegenübern ab, wovor suchen sie sich zu schützen und woher kommt überhaupt dieses Bedürfnis? Was ist da vorgefallen, welche Wunde klafft im Kollektiv der Deutschen und welche in dem des Westens? Darauf möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen. Worauf ich hinaus will ist: Wir brauchen hier Klimaerwärmung. Eine Erwärmung des gesellschaftlichen Klimas. Mitgefühl auch für all die Menschen, die uns unsere zügellose Wut entgegen geschleudert haben oder es heute noch tun. „Liebe deine Feinde“, sagte Jesus und hat damit gesagt, dass der Feind im Grunde nur ein Scheinbarer ist und dass wir unter unseren harten Panzern des Schutzes, welche Flagge auch immer darauf aufgedruckt sein mag, Freunde sind, die für einander da sind bzw. es sein sollten, die einander zuhören, die nicht verurteilen, die geduldig sind und die einander in ihrer Unterschiedlichkeit annehmen und respektieren.
Warum nicht mal Größe zeigen und als Grüne jene zu einem Gesprächskreis einladen, zu denen die Distanz am Größten ist? Ich denke ihr wisst was gemeint ist. „Nein, natürlich wollen wir nicht, dass Menschen sterben, aber ich bin gegen Flüchtlinge in Deutschland, weil ich finde, dass diesen Menschen in ihrer Heimat mit geringerem Mitteleinsatz viel effektiver geholfen werden könnte“… Sowas würde man dann vermutlich zu hören bekommen, und man wäre sich doch schonmal darin einig, dass das Leben geschützt werden sollte. Es mag jetzt offtopic rüberkommen, aber genau in dieser Spaltung der beiden Lager sehe ich die größte Herausforderung für unser Zusammenleben in Deutschland. Hier ist die Spannung am Größten und genau hier sollte m.E. mutig und selbstbewusst der Austausch gesucht werden. Natürlich ohne auf Anschuldigungen zurückzugreifen und den Anderen als „Menschenfeind“ oder „Unmensch“ zu stigmatisieren. Wir haben doch genug schlüssige Argumente, oder etwa nicht? Dann haben wir doch nichts zu befürchten. Und überhaupt: Was wäre so schlimm daran, in einzelnen Punkten dem Gegner zuzustimmen, zumindest teilweise? Es könnte ein „Ja, zum Teil gebe ich Ihnen Recht, aber ich finde, Sie haben den folgenden Aspekt hier nicht ganz zuende gedacht und ich möchte zu bedenken geben, dass…“. Gesprächskreise, Podiumsdiskussionen, sowas eben, und das würde von sich hören lassen und ganz gewaltig Eindruck machen beim politischen Gegner. Wer so selbstbewusst, so sicher und so kompetent sich verhält, der kann doch nicht im Unrecht sein, oder? Das sind die Prozesse, die sich dann abspielen könnten und die m.M.n. dazu führen würden, dass die Menschen auf den Straßen weniger Misstrauen haben und offener miteinander umgehen. Einfach, weil „die da oben“ vorleben und zeigen, wie es gemacht wird.
Ich halte das für einen guten Ansatz. Viele derjenigen, die den Flüchtlingsstrom begrenzen möchten, sind keine Unmenschen sondern genauso emphatisch wie wir. Ich vermute, das gilt sogar für einen großen Teil der AfD-Wähler.
Das Problem sind die Politiker, wie z.B. Merz, die mit ihren Stammtisch-Parolen die Menschen gegen Flüchtlinge aufwiegeln.
Du klingst ja gerade so als sei die Westliche Welt eine Art Vampirgesellschaft, Brutal (wie Blutsauger eben sind) gefühllos und kalt wie ein (untoter) Vampir. Meinst du das Wirklich?
So ganz kann ich dir nicht zustimmen… bis auf die Ausnahme das bestimmte Machtmenschen wie Vampire sind, wie etwa Putin, der sein eigenes Volk quasi aussaugt weil er die Russen im Krieg verheizt nur um seine Wünsche nach einer neuen UDSSR zu fröhnen.
Ok, was unsere Ausbeutung des Planeten betrifft sind wir vielleicht tatsächlich Vampire, weil vor allem diee Westliche Welt den Planeten derzeit bis zum letzten tropfen auslutscht.
Aber so wie du das meinst stimmt das nur bedingt. Wobei mir allerding sschon aufgefallen ist das der Gesellschaft etwas mehr wärme sozialer Art guttun würde.
So schlimm Vampire ist es noch nicht, abgesehen von gewissen Ignoranten Politikern die tatsächlich totale Kälte auf der sozialen Ebene haben, also so ein bisschen Vampir sind.
Die echten Vampire sind schlimme Menschen wie Puten die gerne viel Blut vergießen.
Das betrifft sowohl bestimmte unglaubwürdige SPD Politiker wie auch die Führung der CDU.
Wenn du den Westen als „Vampirgesellschaft“ hinsichtlich Flüchtlingen betrachtest , dann wäre das aber anders als in diversen Vampirfilmen eher so dass man nicht zum Vampir wird indem man von einem solchen gebissen wurde sondern dass der Flüchtling sich quasi bewerben muss Vampir werden zu dürfen…
Ich denke aber die tatsächliche Realität sieht anders aus. Die Leute sind erschöpft, und es ist kein ausreichender Wohnraum mehr da um auch noch zusätzliche Menschen aufnehmen zu können.
Dazu kommet die Anstrengende Herausforderung der Sozialen Integration der Flüchtlinge.
Zum Glück sind böse Menschen bisher nicht unsterblich… ![]()
kann aber noch kommen… durch die Altersforschung und durch die Cyborg technik…
obwohl… wenn ich nachdenke, es hat im kleinen schon angefangen. Ich habe bereits na ja, immerhin Unsterbliche Ohren. die gehen zumindest Theoretisch nie mehr kaputt…
Durch die Möglichkeit bei Taubheit Hörprthesen zu benutzen…
aber das ist ein anderes Thema…
Kennst Du „Deutschland spricht“ ?
Man beantwortet ein paar politische Fragen und bekommt dann einen Gesprächspartner aus der Nähe mit einer möglichst gegenteiligen Auffassung zugelost, mit dem man sich dann in einem Cafe oder so trifft und ein paar Stunden plaudert oder diskutiert.
Ich habe da vor ein paar Jahren dran teilgenommen. Leider waren die Fragen so unpräzise, dass wir uns beide nicht mehr daran erinnern konnten, wie wir sie beantwortet hatten. Im Gespräch stellte sich dann heraus, dass wir in fast allen Punkten ziemlich gleicher Meinung waren.
Aber in anderen Paarungen sind tatsächlich Linke auf AfD-Anhänger getroffen und haben dann festgestellt, dass die anderen auch keine Unmenschen sind.
da bin ich bei manchen Themen nicht mehr so sicher, zB bei der Migration.
Ist manchmal nicht einfach
Ich finde diese Idee sehr spannend, besonders in Bezug auf den kommenden Kommunalwahlkampf.
Hast du eine konkrete Idee, wie das glimpflich ablaufen könnte?