Kubicki ist ja wirklich ein schwieriger Vertreter der ohnehin schwierigen FDP, aber hier zeigt er in jeder Hinsicht Format: rhetorisch, juristisch, politisch, menschlich.
AfD und CDU wollten Petra Pau aus dem Präsidium des BT entfernen, weil die Fraktion der Linken nicht mehr besteht.
Kubicki zerlegt die Anträge nach allen Regeln der Kunst und verteidigt dabei die Linke, weil es ihm um die rechtsstaatliche Sache geht, nicht um die Person (ich glaube ihm das in dem Fall, u.a. weil er Anwalt ist, und weil er keine politischen Gründe dafür hat, die Linke zu verteidigen).
Guter Auftritt.
Reden von der Sorte könnten wir mehr gebrauchen.
Die Rede ist natürlich super (ist übrigens nicht das erste Mal, dass mit Kubicki diesbezüglich positiv auffällt)
Das es ihm ausschließlich
sei mal dahin gestellt (gerade als Anwalt
Ich finde es schade, dass es nicht mehr Redebeiträge gibt, die die Lächerlichkeit - bzw. die lächerlichen Aspekte einer Sache - nicht besser herausarbeiten - dazu gehört auch z.B. die aktuelle Tatsache, dass weiterhin „keine Steuern“ erhöht werden (damit die FDP als ihr Wort einhaltend dastehen kann) - durch die Streichung von Subventionen, die die Steuerlast - in welcher Form auch immer - abfedern, bleibt als Resultat, das die Last der Steuern höher wird (auch wenn sich nummerisch am Steuersatz gar nichts ändert.
Wo ist hier die Rede von Kubicki, in der sich mit der lächerlichen rhetorischen Ummantelung für diese faktische Erhöhung der Steuer- und Abgaben- (und vor allem der damit verbundenen Teuerungs-)Entgelte seiner eigenen Partei auseinandersetzt - es ist eben doch eine einseitige Parteinahme und nicht leicht humoristische Aufklärung, die er da betreibt.
Ich will K. hier nicht verteidigen, aber das ist viel verlangt.
Im BT die eigene Partei der Lächerlichkeit preisgeben?!
Das wäre ja geradezu parteischädigend.
Hast Du das schon mal erlebt?
Das könnte ja gerne mal jemand aus der CDU machen, kann aber in der Form eben auch nicht jeder.
Gut fand ich übrigens, dass sogar Brandner beim ersten Gag selber lachen musste, obwohl der auf seine Kosten ging („täuscht juristische Kompetenz vor, wo keine ist“ oder sowas in der Art). Nachher ist ihm das Lachen dann vergangen.
Wenn der, den Du beleidigst, trotzdem lachen muss, dann ist das schon ein Kunststück.
Naja, das war so ein wenig Kabarett - ist Kabarett beleidigend?
Es deckt nur humoristisch die Dinge auf, die eigentlich so offensichtlich widersprüchlich sind, dass sie nur noch durch eine entsprechende Gestik/Mimik/Rhetorik zusammenzuhalten sind - ich habe mich bei Polt/Hildebrandt/Loriot und in jüngerer Zeit auch durch Bosettti/Wagner/Utthoff durchaus sehr (gut) getroffen gesehen - ohne mich beleidigt zu fühlen - und ich fand auch Kubicki nicht beleidigend in seinen Ausführungen.
Die Frage ist, inwieweit Menschen - ja, auch Politiker! - den Humor haben, über sich selbst (in der Öffentlichkeit?!) zu lachen…
Das ist für mich die wahre Form von Humor - über sich selber lachen zu können - egal, ob nun als Individuum oder als Partei …
Zum besseren Verständnis der Situation würde mich noch interessieren, was genau er für die CDU beantragt hatte. Den Antrag der AFD hatte Kubicki ja verständlich zusammen gefasst und erläutert, warum er abgelehnt werden muss. Den Antrag der CDU hatte er aber nur kryptisch angedeutet.
„Sie fordert daher eine Klarstellung der Sachlage seitens des Ausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung. Dabei sei sicherzustellen, so die Fraktion, dass mit Verlust der Fraktionszugehörigkeit die Mitgliedschaft im Präsidium des Deutschen Bundestages endet. Abgeordnete, die keiner Fraktion angehören, könnten den im Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 22. März 2022 (Aktenzeichen: 2 BvE 2 / 20) formulierten Anforderungen nicht entsprechen. (hau/ste/vom/13.12.2023)“
Das klingt seltsam, denn „Prüfung“ und dabei gleichzeitig „Sicherstellen“ passt ja nicht zusammen.