Russisches Gas fließt weiter in die EU und nach Deutschland

Ich war ziemlich erstaunt als ich diesen Artikel gelesen habe. Ganz unabhängig von der durch die Ukraine gesprengten Pipeline, dachte wir hätten Sanktionen gegenüber Russland beschlossen. Aber anscheinend nicht für Erdgas?

In Belgien und den Niederlanden kommt nach wie vor russisches Flüssigerdgas (LNG) an. 2023 sind die russischen LNG-Importe nach Belgien sogar um 41 Prozent gestiegen, wie der belgische Umweltverband [Bond Beter Leefmilieu]

In den beiden Ländern wird das Flüssigerdgas wieder in Gasform umgewandelt und über Pipelines auch nach Deutschland geliefert. Insgesamt stammten 2023 etwa 26 Prozent der deutschen Pipeline-Importe aus den Niederlanden und 22 Prozent aus Belgien.

ich habe schonlänger gehört dass immer noch viel Russisches Gas nach Deutschland importiert wird und Russlands Krieg bezahlt.

Ich nenne dieses Gas daher schon lange Putingas. Gaszprom gehört dem russ. Staat. Russland gehört derzeit quasi Putin, daher gilt Gazprom = Putingas…

Wobei die Bezeichnung War Finance Gas besser wäre…

Leider ist schon lange bekannt dass die Sanktionen nicht wirken, ich bin nur entsetzt dass die Politik dagagen nix macht.

Na ja wenn man sieht wie ich die Regierung mit dem Taurus Thema verzettelt ist das kein wunder…

es kommt sogar dazu das deutche Millitärgeheimnisse öffentlich wurden was gegen unsere Sicherheit ist… :see_no_evil: :speak_no_evil:

Putin lacht sich schlapp…

da wird nix gutes draus werden… es sei denn endlich würde geschickter gehandelt werden. Und Herr Scholz ist da eine ziemliche Lachnummer, dass er erstens, nicht gelaubwürdig auftritt und dann auch noch zulässt dass wichtige Sachen ausgespäht werden können …

Na ja unsere Regierung hält zwar den Datenschutz hoch, Datensicherheit aber eher wenig…

Wie oft wurde schon die schlechte Sicherheit der IT der Regierung bemängelt… du als Profi weißt das bestimmt…

Alles Dinge die eigentlich ziemlich peinlich sind… und das Gas kommt immer noch aus Russland weil irgednjemand da gepennt hat richtige Sanktionen zu machen oder zu viel Angst davor hat.

Es gibt aber keine Risikofreie 100 Prozent Sichere Sanktionsmethode… Typsch Deutsches Vollkasko denken ist da ds Problem…

Gilt nur für Pipelinegas direkt aus Russland.
Österreich und Ungarn machen z. B. nicht mit.

Vorsicht mit solchen Zahlen. Dis suggerieren einen riesigen Anteil russischen Gases in Deutschland.
41% von was? 22% von welchem Gas?

„Demnach bezieht Deutschland schätzungsweise noch vier Prozent seines Gases aus Russland.“

Also gar nicht so wild in Deutschland.
Die deutsche Regierung hat da auch nicht viel Möglichkeiten was zu machen, da man dem Gas in der Leitung aus BENELUX ja nicht ansieht woher es gerade kommt.

Dennoch sollten die Sanktionen auf ganz Europa und alles Gas und Öl aus Russland zu 100% ausgeweitet werden.
Davor haben die Politiker aber Angst, weil dann die Preise steigen und es Ärger mit Ländern geben würde die als Zwischenhändler fungieren.

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Tja, das erschwert das Vorhaben das „Putingas“ loszuwerden… wenn es über Drittstaaten zu uns kommt :frowning_face:

Ist ja nicht nur das Gas.
Beim Öl dreht sich das Karussell noch schneller.

Es geht mir nicht um Deutschland sondern um die EU! Ich habe den Titel entsprechend angepasst.

Dennoch sind diese Zahlen alleine nicht aussagekräftig.
41% von was? wenn statt 2 Tanker nun drei ankommen sind das auch 50% mehr.

Lt. dieser Quelle sind 6,1% des LNG in EU aus Russland.
Russisches Pipelinegas ist auf 8% gefallen.
Die m3 sind da auch genannt (Mauszeiger auf das entsprechende Feld).
Das sind Zahlen für 2023.
https://www.consilium.europa.eu/de/infographics/eu-gas-supply/#:~:text=Im%20Jahr%202023%20importierte%20die,m³)%20LNG.

Und ja, jeder Dollar den Putin noch bekommt ist einer zu viel.

Mal sehen wie es sich entwickelt. Österreich will ja auch aus russischen Pipelinegas aussteigen. Ungarn ist eher hoffnungslos solange Orban am Ruder ist.

Hier mal eine neue Quelle, die auch Zahlen nennt.

Nun ist es aber nicht so, dass kein russisches Gas mehr nach Europa gelangen würde, bloß weil Nord Stream 1 unbrauchbar ist. In der Zwischenzeit hat Europa an seinen Häfen eilig die Kapazitäten ausgeweitet, um mehr Flüssiggas (LNG) importieren zu können. Man lässt weiterhin einen LNG-Tanker nach dem anderen mit russischer Fracht einlaufen. Nachdem der Anteil russischen Gases am gesamten Verbrauch in der EU nach Kriegsausbruch von knapp 40 auf rund neun Prozent gesunken ist, liegt er mittlerweile wieder bei gut 15 Prozent.

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Ich war auch ziemlich überrascht und frustriert, als ich das erste Mal davon gelesen hatte, wie viel russisches Gas noch nach Europa und Deutschland verkauft wird und wie viel Einnahmen dies für den russischen Staat und damit die Finanzierung des Angriffskrieges gegen die Ukraine bedeutet.

Auf der anderen Seite muss man aber auch die Realität akzeptieren. Und da sieht es nun einmal so aus, dass bei weitem nicht die ganze Welt den russischen Angriff auf die Ukraine so scharf verurteilt oder gar mit starken Sanktionen reagiert wie die EU oder die USA. Russisches Öl zum Beispiel fließt statt nach Europa nach China und Indien. Wenn nur die Hälfte der Welt Sanktionen verhängt, haben sie nur ein Viertel der Wirkung - oder sogar noch wesentlich weniger.

Vor diesem Hintergrund finde ich es verständlich, dass die Regierungen der EU-Länder versuchen einen Mittelweg zu finden: russische Aggression verurteilen und sanktionieren, sowie die Ukraine in ihrem Verteidigungskampf unterstützen auf der einen Seite und die eigene Bevölkerung nicht überfordern auf der anderen Seite. Wir alle haben erlebt, wie die Gas- und Benzin-Preise 2022 deutliche Sprünge nach oben machten, sodass eine grüne Regierungsbeteiligung Preisrabatten auf fossile Brennstoffe zugestimmte.

Die internationale Politik und Weltwirtschafft funktioniert leider nicht Schwarz und Weiß sondern ist immer sehr viel unterschiedliches Grau.

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Russland darf darüber hinaus auch weiterhin die europäischen Häfen als Umschlagplatz für seine Gasgeschäfte mit Asien nutzen. Vor allem Spanien, Belgien und Frankreich verdienen gut an ihrer Transitrolle. Praktisch für Putin: Die einzige Alternative, die Ostroute über die Arktische See, gilt als die teuerste im Schiffsverkehr. Sie ist das halbe Jahr lang vereist und außerdem ziemlich lang.

Ohne Worte.

Es kommt darauf an wie die Sanktionen aussehen. Die EU hätte es in der Hand den Ostseeverkehr für Schiffe von und nach Russland komplett zu sperren und damit die Öl- und Gashäfen rund um St. Petersburg praktisch lahmzulegen. So eine Blockade hätte den russischen Export ganz erheblich getroffen. Denn auch wenn sich andere Abnehmer fänden, bauen sich Pipelines quer durch Asien (oder auch nur bis zur Barentssee) nicht mal eben über Nacht.

Das ist der springende Punkt.
Man hat Angst, dass die Gaspreise zu stark steigen und dass es zu einer Mangellage kommt.

Ja, das ist ein Skandal.
Da will man aber jetzt endlich ran.

Es ist ja auch unglaublich, dass weiterhin Getreide aus Russland und Belarus nach Europa importiert wird und gleichzeitig die Bauern gegen ukrainisches Getreide demonstrieren (und manche Staaten den Import einschränken) weil es die Preise verdirbt.

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Wie stark die Auswirkungen wirklich wären, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber ansonsten kann ich dir nur zustimmen. Es ist mir auch unverständlich, warum es da bisher keine praktische Handhabe gibt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es zwei Jahre lang übersehen wurde.

Ich hoffe es funktioniert.

Da redest Du von einer ziemlich drastischen Maßnahme, die sicher einigen internationalen Verträgen zuwider liefe. Auch wenn sie sich vor dem Hintergrund des Überfalls auf die Ukraine sicher rechtfertigen liefe, hielte ich es für einen schweren Fehler, internationales Recht zu brechen, nur um Russland zu schädigen. Das gilt ähnlich für die Beschlagnahme russischen Geldes bei EU-Banken. Wir würden damit Präzedenzfälle schaffen, die irgendwann auf uns zurückfallen.

Die einzige Lösung ist leider, die Ukraine jetzt endlich ausreichend mit Waffen/Munition zu versorgen und die Beschränkungen (Einsatz nur auf ukrainischem Territorium) aufzuheben. Mit Sanktionen werden wir den Krieg nicht beenden.