Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass eine Zukunft für Europa am besten dann gelingen wird, wenn Russlands Streben nach Weltmacht gelenkt wird. Allein die Größe des Landes, von Europa bis tief nach Asien, spiegelte sich im politischen Befassen und in der nachfolgenden Behandlung der vergangenen Jahrzehnte kaum wieder.
Vergleichbar ist Russlands Streben nach größerem Einfluss und unsere Inakzeptanz dafür, mit dem Mißtrauen welches der BRD als wiedervereinigtes Deutschland entgegengebracht wurde, ein Staat der mit einem Mal wieder viel größer geworden war.
Hinzu kommt die Furcht, in Polen, im Baltikum und anderswo, vor einer militärischen Expansion Russlands oder einer Eskalation, die ich für wahrscheinlicher halte, wenn die heutigen beiden Blöcke der von Europa aus und doch in amerikanischen Abhängigkeiten geführten Nato auf russische Imperialismusvorstellungen und Revanchismus treffen.
Für Russlands Einbindung nach Europa ist nie eine Lösung geschaffen worden, und mit Blick auf den Krieg in der Ukraine, die auch eine Folge dieses Versäumnises ist, hilft es nur, Russland als “erwachten Riesen” zu lenken.
Mit einem Misstrauen und einer Blockhaltung gegenüber das Russland nach dem Kalten Krieg, kommen wir nicht weiter, das hat uns in diese Lage hineingebracht - Misstrauen in Polen, im Baltikum und in Finnland, Blockhaltung der Nato insgesamt, vorangetrieben durch die EU und die westlichen Staaten der Nato. Daran haben auch die Interventionen Trumps wenig ändern können, die nur das bilaterale Verhältnis zwischen den USA und Russland betrafen und darüber einen Versuch beinhaltet hatten, den Krieg in der Ukraine ein friedliches Gewand zu geben, um schließlich Frieden zu schaffen.
Wir sollten anerkennen, dass die amerikanischen Bemühungen gescheitert sind und dass es ganz neu auf Europa ankommt, Russland zum internationalen Recht der Staaten (Völkerrecht) zurückzubringen. Erst dann profitiert auch Europa wieder von der verbesserten Atmosphäre zwischen den USA und Russland, die es unter Joe Biden so nicht gegeben hatte.
Schmeißen wir uns aber plump wie zuletzt immer wieder an den amerikanischen Präsidenten ran, wird es auf kurz oder lang wahrscheinlich Krieg geben. Die Atomkriegsuhr ist von Experten soweit vorgestellt worden, Kriege kamen immer plötzlich über die Zivilbevölkerungen, sie rissen aus dem normalen Alltagsleben der Menschen, wo sie keiner gebrauchen konnte, trotzdem kamen sie. Russland besitzt das größte Atomwaffenarsenal weltweit, wäre aber mit konventioneller Kriegsführung der Nato klar unterlegen.
Dass der Mensch zur Bereitschaft des Bösen fähig ist, haben die beiden Abwürfe von Nagasaki und Hiroshima gezeigt, die etwas aus der Vergessenheit geraten sind, nachdem das Selbstverständnis einer ganzen Generation gewesen war, nie wieder Atomwaffenangriffe.
Auch vor dem 1. Weltkrieg haben Staatsmänner, wie zuletzt - kürzlich war es mit Frau von der Leyen eine Frau, von Frieden geredet, aber zu wenig wirklich dafür getan, dass dieser hergestellt wird, denn eine wirkliche Friedenssituation haben wir nicht mehr - allerdings in Wirklichkeit noch die größere Ruhe gegenüber der Ukraine und Russland, diese Friedenssituation möglichst schnell wieder herzustellen - nicht weil es uns selber treffen könnte, sondern in Verantwortung für die Ukraine und weitergehend auch Russland, erreichen wir selber Frieden. Abschreckung, wie im Kalten Krieg wird in der Lage mit einem Krieg, anders wie damals, heute direkt vor den NATO-Grenzen und mit bereits heute, deutlich erkennbaren Verflechtungen in die Nato-Staaten hinein, die noch weiter ausgebaut werden sollen, nicht reichen.
Mit Besonnenheit und Nachsicht auf eigene Fehler, dazu bräuchten eigene Fehler der Nato nicht gänzlich aufgearbeitet werden oder diskutiert werden, sondern lediglich nicht ausgeschlossen werden, lässt sich wahrscheinlich ein Weg der Moderation mit Russlands Regierung dafür finden.