Sind Einschränkungen der Meinungsfreiheit nötig, um den sozialen Zusammenhalt zu retten?

Die Lösung ist nicht eine Einschränkung der Meinungsfreiheit, sondern das Verbot von Plattformen, die sich durch den Verkauf von Nutzerprofilen finanzieren und deren Algorythmen darauf optimiert sind, die Nutzer möglichst lange auf der Plattform zu halten.

Das letztere Ziel führt dann wiederum dazu, daß extreme Meinungen und Lügen häufiger verbreitet werden, weil halt mehr Leute es lesen.

Man kann auch ohne diese Plattformen im Internet kommunizieren.

Wenn immer man ein Verbot fordert, sollte man ein paar Gedanken daran verschwenden, wie man das Verbot durchsetzen kann.

Alleine das Kriterium

dürfte nur sehr schwierig rechtssicher nachweisbar sein.

ja, das könnte funktionieren.
Ist rechtlich aber nicht einfacher.
Auch das ist ein mittelbarer Eingriff in die Meinungsfreiheit (denn das ist das Ziel der Maßnahme), und es ist zusätzl. ein Eingriff in die Berufs- und Gewerbefreiheit der Betreiber, Art. 12 GG.
Und in die allg. Handlungsfreiheit der Bürger, Art. 2 GG, die solche Dienste nur noch gegen Entgelt nutzen können, nicht mehr gegen Preisgabe ihrer Daten.
Was machen die, die kein Geld für sowas haben? Bürgergeldempfänger zB?

Im Ausland würde alles weitergehen wie bisher.
Wir müssten dann auch verhindern, dass die Leute auf ausländische FB-Seiten usw ausweichen.
Ist das technisch machbar?

Dazu haben wir hier schon eine Diskussion:

https://das-gruene-forum.de/t/faelscht-keine-menschen/5406?u=biologin

Das dient doch nur als ein Besipiel für die Diskussion in diesem Thread.

Es ist aber ein unpassendes Beispiel.

Ich hoffe auf das europäische Projekt, solche Plattformen als Dienstleistung bereitzustellen.
Die sollen mal in die Pötte kommen. Angelaufen ist es, aber ziemlich unbekannt.

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Weißt du, wie das Projekt heißt?

Ich hatte eine andere Seite gefunden, auf der das Projekt ausführlich beschrieben wurde, aber die finde ich nicht.
Hier Zwei neue Social-Network Plattformen EU-VOICE und EU-VIDEO am Start und EDPS launches pilot phase of two social media platforms | European Data Protection Supervisor aber Info über aktuelle Schritte.

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sind wir einer Antwort auf die Ausgangsfrage irgendwie näher gekommen?

@WitzelJo hat eine Alternative vorgeschlagen.
Ich selber bin bei der Ausgangsfrage nach wie vor gespalten, würde es aber auf einen Versuch ankommen lassen. einfach weil der Ist-Zustand so gefährlich ist

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Ich traue mir bislang kein Urteil zu. Ich lese zwar immer mal wieder Beiträge auf Netzpolitik und ähnlichem, auch Nachrichten aus der Europapolitik zum Thema, und selbst bin ich eher vorsichtig, wieweit ich mich im Netz exponiere oder meine Daten weitergebe, aber ich finde die Materie sehr schwierig und mich nicht informiert genug.
Den Hass im Netz insgesamt, aber speziell gegen Politiker, finde ich hochgradig besorgniserregend, dazu kommen noch gezielte Aktionen aus Quellen mit dem erklärten Ziel, die Demokratie zu destabilisieren.
Ich wünsche mir deutlich mehr Wehrhaftigkeit dagegen, aber was zielführend und legal ist, kann ich nicht einschätzen. Ich schaue mir dann eher die Leute an, von denen Vorschläge und Einschätzungen kommen, und versuche einzuschätzen, wie kompetent und vertrauenswürdig sie sind.
Ich hatte aber immer mal vor, mich etwas einzulesen. Das braucht dann aber viel Energie und Konzentration. Mal sehen.. :wink:

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Und Nerven …:downcast_face_with_sweat:

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Nun, zum Glück muss man nicht so weit gehen, die Algorhytmen zu analysieren. Das Geschäftsmodell „Verkauf Werbung anhand von Nutzerprofilen“ ist jetzt schon nach DSGVO in der EU illegal.

Statt Facebook und X brauchen wir halt Diskussionplattformen wie diese hier. Selbstorganisiert und bezahlt von den Nutzern. Bei Nachrichtenmagazinen hat die Umstellung ja schon begonnnen.

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kannst Du das mal genauer erklären?
was genau ist illegal und woraus ergibt sich das?
Unter "Verkauf Werbung anhand von Nutzerprofilen“ kann ich mir nichts vorstellen.

Zunächst zur Frage, was ist illegal:

Und dann: Woraus ergibt sich das?

Das hier ist eine ganz gute Zusammenfassung des Geschäftsmodells: Netz-Experte zu Facebook: Bessere digitale Zukunft möglich - ZDFheute

Warum „Facebook-Begleiter“ wie Hetze, Hass und Fake-News nicht lösbar sind

„Das ist Teil des ganzen Problems“, sagt Markus Beckedahl. „Wenn man da konsequent gegen Hass und Hetze vorgehen würde, dann müsste man an das Geschäftsmodell ran. Dann müsste man ganz klar personalisierte Geschäftsmodelle verbieten“.
Das befördere Mechanismen, die wiederum Populismus, Hass und Hetze befeuern - und das wolle keiner. „Die starke Lobby der Unternehmer, der Verleger weigert sich, das zu verbieten.“

Zur Erläuterung: Die Algorythmen werden darauf trainiert, daß sie die Nutzer mit den angezeigten Inhalten möglichst oft dazu bringen, auf einen weiteren Beitrag zu klicken. Auch auf Youtube kann man das selbst beobachten: Wer hat sich noch nicht dabei erwischt, wg. EINEM Video auf Youtube gewesen zu sein und dann rechts auf ein weiteres Video geklickt zu haben?

Dieses Training erfolgt nur mit dieser einen Absicht ohne jede Wertung der Inhalte. Doch das Ergebnis ist: Menschen bleiben länger, wenn man ihnen immer extremere, radikalere Aussagen oder Videos präsentiert. Das wurde schon häufig wissenschaftlich nachgewiesen.

Näheres dazu z.B. hier: Die Macht der Algorithmen: Wie Social Media unser Denken und Handeln beeinflusst