So, nun ist die Ampelkoalition Geschichte. Meiner Meinung nach war der Wendepunkt, die Klage vor dem Verfassungsgericht und das Urteil zur Verfassungswidrigkeit, dass Geld aus der Corona-Zeit in den Klimatransformationsfonds genommen wurde.
Die Union hatte im Zuge ihrer Klage vor dem Verfassungsgericht begründet:
Dieses Verschieben der Gelder von der Corona-Krisenbewältigung zum Klimaschutz sei unzulässig. Denn: Für die 60 Milliarden Corona-Krisengelder musste ja extra die Schuldenbremse außer Kraft gesetzt werden.
Die Corona-Krise war sicher so eine Notsituation, bei der die Schuldenbremse ausgesetzt werden könne. Aber die Klimakrise, meint die Unionsfraktion, sei eine langfristige Krise. Und die Bewältigung der Klimakrise müsse aus dem normalen Bundeshaushalt finanziert werden.
Quelle: Bundesverfassungsgericht: Grundsatzurteil zur Schuldenbremse erwartet | tagesschau.de
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Ist der Grund der nicht vermassungsgemäßen Umschichtung der Corana-Gelder daran festzumachen, dass es sich bei der Klimakrise um eine langfristige Krise handelt?
Das Verfassungsgericht hatte sich dieser Begründung nicht angeschlossen. Und ich sage nein weil die Krise der erdweiten Erwärmung jetzt besonders bedrohlich ist, weil wir am Anfang stehen und zudem noch bedrohlich bleiben wird. Also ein doppelter Grund, jetzt etwas massiv in die Wege zu leiten - zumal die Wirtschaft darauf wartet, dass die Politik handelt.
Ich habe mal drei Sätze herausgenommen, die mir wichtig erscheinen:
Die Ampel-Regierung habe nicht schlüssig begründet, was die Corona-Krise, also der Grund für die in Notlagen erlaubte Kreditaufnahme, und die Klimaprogramme miteinander zu tun hätten. Außerdem könne man in Notlagen aufgenommene Kredite nicht einfach unbegrenzt weiternutzen, ohne dass sie auf die Schuldenbremse angerechnet würden. Und zuletzt: Der Beschluss sei zu spät gekommen. Ein Nachtragshaushalt müsse vor Jahresende beschlossen werden.
Quelle: Was das Urteil zum Nachtragshaushalt für die Klimapolitik bedeutet | tagesschau.de
Meine Meinung dazu: Nur weil die Klimakrise eine langanhaltende Krise sein wird, bedeutet das noch nicht, dass die Finanzierung so lange anhaltend allein aus dem Bundeshaushalt gestemmt werden muss. Wir sollten doch mit der Klimatransformation zunächst erst mal vor die Welle kommen, und am Anfang daher hohe Investitionen leisten, die nicht mal eben durch den normalen Bundeshaushalt gestemmt werden können. Die an der Stelle führenden Wirtschaftszweige benötigen anfangs Impulse, z.B. bei der E-Mobilität in der deutschen Autoindustrie. Ein Analog gibt es doch auch beim Sonderhaushalt für die Bundeswehr. Das ist doch genauso eine langfristige Aufgabe. Aber genauso sind jetzt erstmal hohe Investitionen nötig.
Zur Generationengerechtigkeit: Die junge Generation hatte doch vor dem Verfassungsgericht Erfolg, mit dem, dass nicht genug für die Klimatransformation getan wurde!
Warum also nicht einen Sonderhaushalt auf Grund der Mittel für die Klimatransformation, um auch insbesondere in diesem Zuge die Wirtschaft voranzubringen, beantragen? Wenn, muss doch jetzt, wegen dem Klima und der Wirtschaft investiert werden. Wenn nicht jetzt, wann dann? Es geht um die Wirtschaft, das Wirtschaftswachstum jetzt und auch jetzt um die zukünftigen Generationen.
Darüber könnte man doch die nächsten Wochen im Bundestag mit der Union und der abtrünnigen FDP debattieren, um dann für Neuwahlen sich dem Wähler gegenüber auszustellen (meines Erachtens sollte der Wahlkampf nicht unmittelbar schon zum Jahresbeginn, wenn die Bürger sich gerade auf das neue beginnende Jahr allmählich einstellen, sondern maximal frühestens im Februar/ März 2025 stattfinden, um genügend Profilschärfe der Parteiprogramme dem Wähler bieten zu können).
Werden die Investitionen gezielt getätigt, gibt es auch kein Problem mit einer Inflation, wie es Lindner stets bemüht war zu erklären. Und die Richtlinien der EU zur Preiswertstabilität, darüber wird man mit der EU in Brüssel reden können.
Wie instabil werden die Preise erst sein, wenn es in wenigen Jahren auf einmal haufenweise Investitionen in die Beseitigung von Kosten der Katastrophen und nicht mehr in die Prävention einer deutlichen Abmilderung der Auswirkungen der erdweiten Klimaerwärmung geben kann?
Schaut euch die Bilder in Spanien kürzlich an!
Oder die Sturmflut von der Ostsee vor einiger Zeit:
Quelle: Rekordhochwasser an Ostsee - Millionenschaden erwartet | NDR.de - Nachrichten - NDR Info
Vielleicht wäre es auch eine Möglichkeit die Haushaltsbegrenzungen/ Schuldenbremsen der Länder zu reformieren (gar kein Spielraum, noch weniger wie im Bundeshaushalt), damit der Bund am Ende auch mehr Spielraum hat. Sowas ähnliches hat glaube ich der Friedrich Merz vor (Zukunftsmusik). Aber das hilft natürlich nicht, bei den Projekten, die jetzt finanziert werden sollten.
Also lasst Euch nicht die Butter vom Brot wegnehmen! ![]()