Systemisches Konsensieren (SK)

Systemisches Konsensieren (SK)

Kennt dies jemand?

Ich persönlich finde es sehr kompliziert und aufwendig.

Es ist eine Form der Entscheidungsfindung, um gerade bei größeren Gruppen und komplexen Problemen vergleichsweise schnell den größtmöglichem Konsens mit den entscheidenden Lösungen herbeizuführen.

Vor allem bei komplexen Problemen, die nicht mit einfachen Ja/Nein-Abstimmungen gelöst werden können und bei denen der Mangel an alternativen Abstimmungsmöglichkeiten zu Frustwahl oder Wahlverweigerung führen kann.

Das demokratische Mehrheitsprinzip zwingt dazu, um die Macht zu kämpfen. Politischer Machtkampf ist existenziell (für Politiker), wer ihn verliert ist weg vom Fenster.

Das SK ist eine Methode, um Entscheidungen in einer Gruppe herbeizuführen . Es handelt sich hier um mehr als eine Abstimmung, die auf Mehrheiten basiert. Es geht vielmehr darum, eine Lösung zu finden, für die in der Gruppe möglichst wenig Widerstand besteht.

Systemisches Konsensieren: Entscheidungen in der Gruppe treffen - Methoden - Material - wb-web.

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Interresantes Konzept, kann viele Problme besser lösen. Denn faule Kompromisse wegen Machtverhältnissen haben oft mehr Nachteile…

Kannte ich noch nicht. Passt gut zu Scrum, werde ich mal mit ins Büro nehmen :slight_smile:

Ich vermute es ist auch ein gutes Verfahren für Bürgerräte.

Innerhalb des Bundesverbandes ist dies natürlich sehr aufwendig, aber die Anwendung in den BAG’s könnte ich mir durchaus vorstellen.

Könnte sein, dass das auf Bundesebene auswendig wird. aber langfristig wird auch die Bundespolitik so laufen müssen. Das Problem ist ja dass die heutige Demokratieform an ihnre Grenzen kommt. Wegen des Hindernisses der Machverhältnisse sind komplexe Problme kaum lösbar. Schwirige Reformen etwa wegen dem Klimawandel oder solzialer Misstände funktionieren deshalb nicht. wenn einer sich seiner Macht entzogen fühlt bricht dann jedes mal ein Streiterei Chaos aus mit faulen Kompromissen als Ergebnis, die allen schaden. Ja das dürfte das Problem sein warum wichtige Reformen nicht passieren oder schlecht umgesetzt werden. Sich mit diesem Konzept der Demorkatie mehr zu befassen macht Sinn.

Ja, ist mir schon mal über den Weg gelaufen.
Das mag für eine kleine, überschaubare Gruppe mit halbwegs homogenem Wissensstand funktieren, aber das System skaliert nicht.

Das Problem ist, dass sich jedes (teilnehmende) Mitglied der Gruppe mit jedem Vorschlag befassen muss, um ihn bewerten zu können. Stell Dir das mal auf einer BDK mit > 1000 Anträgen (plus ÄA) vor. Das wird nicht funktionieren.

Das System kennt zwar auch die Enthaltung, wenn man keine Ahnung hat (wie jedes demokratische System), und eine Enthaltungskultur kann zu qualifizierteren Entscheidungen führen, kann aber auch durch Aktivisten unterlaufen wehrden.

Da bevorzuge ich dann doch Liquid Democracy. Da kann man sich ‚ein bißchen enthalten‘.

Na ja, die Bildung wäre sowieso dringend zu verbessern, das macht vieles einfacher und wird das Problem zum Teil entschärfen. Es gibt ja immer noch die Möglichkeit, unabhängige Expertenräte zu befragen, dann klappt das durchaus…

Danke Ellen, damit hast du den Terminus für ein Verfahren hier publik gemacht, das ich u.a. hier an einem praktischen Bsp. beschrieben habe (es ist nicht ganz das gleiche):
https://das-gruene-forum.de/t/grundsatzdebatte-welche-art-von-demokratie-wollen-wir-eigentlich/483/39?u=spielem0

Laut Eigenauskunft von Andreas Baum (dieBasis) soll das die Methode sein, mit der die Partei zur Konsensfindung/Entscheidung gelangt (s. wikipedia-Artikel zu Basisdemokratische Partei Deutschlands). Damit ist die Idee natürlich nicht diskredidiert, es ist nur Schade, dass nicht B90/GRÜNE zuerst darauf gekommen sind…

Die FIFA (ja, genau die) bestimmt so ähnlich übrigens schon lange den nächsten WM-Austragungsort. Nach jeder Abstimmungsrunde reduziert sich das Kandidatenfeld um jenes Land, dass die wenigsten Stimmen erhalten hat. Wenigste Stimmen = Kandidat mit dem höchsten Widerstand

OK, es ist natürlich nicht ganz das selbe wie SK, aber die „Reihung nach Gesamtwiderstand“ kommt dem einigermaßen nahe.

Könnte man gerne bei den Grünen einführen. Wohl wissend, dass damit auch manche „Innovation“ verhindert würde, denn Konsens kann leider auch „kleinster gemeinsamer Nennen“ heißen, womit viele von Jörgs @WitzelJo „Verrückten Ideen“ leider abgeschossen würden, vermute ich… :frowning_face:

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hm, ziemlich genaus so machen wir das bei den Strategietreffen in unserem Büro seit den 90er Jahren … Thema erklären, Stichworte/Unterthemen/Lösungsvarianten auf die gute alte Pinwand schreiben, jeder klebt einen Punkt auf seine bevorzugte Variante und die meisten Punkte „gewinnen“.
Den Begriff SK kannte ich aber nicht.

Andersherum läuft es: Ihr würdet erst ein mal die Themen abhängen, die die WENIGSTEN Punkte haben und die darauf klebenden Punkte müssten neu vergeben werden für die noch verbliebenen Themen. Das ganze wiederholt ihr ein paar mal. Es ist nicht ganz das gleiche wie SK, kommt dem aber nahe.

Oder ihr macht ein negativ-Voting: JedeR darf Punkte kleben für das Thema, das man am unwichtigsten/blödesten findet. Dieser „Sieger“ wird abgehängt. Das wiederholt ihr, bis irgendwann nur noch ein (oder eine definierte Anzahl) Thema übrig bleibt, das ist dann das Thema, das in Summe am wenigsten Bauchweh verursacht. Funktioniert aber m.E. v.a. in Abstimmungen innerhalb EINES Themas, bei dem es um die Maßnahmen dazu geht. Völlig unterschiedliche Themen in einen gemeinsamen Topf zu werfen und auf diese Weise gegeneinander auszuspielen, ich weiß nicht, ob das so klug ist.