Der Grad ist wahrscheinlich oft – ohne dass wir das bewusst erkennen – schmal.
Das mit dem Risiko ist so eine Sache – wahrscheinlich warst Du leichter als der Mann; Dein individuelles Restrisiko, einzubrechen, ist also bei gleicher Eisdecke schon allein deswegen kleiner.
Das ist m.E. auch etwas, das den Profi vom Laien unterscheidet.
Das tatsächliche Risiko vom „pauschalen Risiko“ zu unterscheiden.
Das Ganze ist auch etwas von bisherigen Lernerfolg abhängig - je größer meine Vorkenntnisse/-fähigkeiten sind, desto kleiner wird mein persönliches Risiko bzw. desto klarer kann ich mein individuelles Risiko abschätzen.
Hier wird es übrigens in Bezug auf Erziehung sehr interessant. Denn wenn mir meine Erfahrung sagt, dass mein individuelles Risiko in Bezug auf etwas Bestimmtes rel. gering (oder auch manchmal hoch) ist, dann bedeutet das noch lange nicht, dass das auch für mein Kind gilt (UND UMGEKEHRT!)
Eine gute Anekdote dafür ist, dass ich mal meiner Tochter, die partout auf dem Spielplatz bleiben wollte, bei der wilden Einfang-Verfolgungsjagt auf die Rutsche (ver-)folgte, die sie mit 4 Jahren noch spielerisch nicht nur über die Leiter hinauf sondern auch auf der Rutschbahn wieder hinunterlief, während ich - mit einem völlig anderen Schwerpunkt und kaum Übung im Hinunterlaufen von Rutschen - den Lauf mit einem Sturz beendete, der in einem Oberarmbruch mündete.
Eine krasse Fehlbewertung des individuellen Restrisikos also.
Ob das nun ein schönes oder unschönes Erlebnis war – schwierig, da der Sturz zwar sehr schmerzhaft war –, aber letztlich für uns alle auch etwas Positives hatte.
Ich habe daraus viele verschiedene Lehren gezogen, mein Kind hat erfahren, dass es in einem funktionierenden Sozialsystem (vom gipsenden Arzt über die Hilfe aus der Großfamilie - meine Mutter war anwesend und hat uns zum Arzt gefahren und sich in der Folge um viel gekümmert - bis hin zu der Tatsache, dass ich mich viel mehr über mich selbst denn über sie geärgert habe, auch wenn sie die Auslöserin war) vieles gar kein Beinbruch ist (sondern ein Armbruch
, und so nach 20 Jahren schrumpft die Episode mehr zu einer spaßige Anekdote und gleicht keiner Katastrophe (auch wenn der Urlaub völlig neu geplant werden musste).
Es war zumindest nicht traumatisch und damit eindeutig negativ.
Ist das nun schon ein Beispiel für „hard way“?
Ich würde eher sagen, es war ein gelungenes Beispiel für Unachtsamkeit.
Hier gilt wieder
Wobei hier der Vater seine Tochter nachahmte 
Allerdings mit dem gleichen Problem des unbewussten Nachahmens.
Ich finde das gar nicht so schlimm, dass vieles unbewusst abläuft – es gibt uns Zeit und Kraft, die wichtigen Dinge in den Fokus unseres Bewusstseins zu heben – nur manchmal passieren bei der – unbewussten – Einschätzung eben Fehler. Und meistens geht das doch auch gut, wenn man sich die Zahl der schweren und der leichten Unfälle, aus denen bei marginalen Unterschieden in den Ausgangsbedingungen auch schnell ganz schwere Unfälle hätten werden können, gegenüberstellt.