"The Top 1% of Americans Have Taken $50 Trillion From the Bottom 90%"

Interessanter Artikel im TIME-Magazin:

Eine „trillion“ sind eine Million Millionen also 1,000,000,000,000 Dollar also sind die 50 Trillons bei uns 50 Billionen. Wenn man eine Billion besitzt und jeden Tag eine Million davon ausgibt, dauert es knapp 2,740 Jahre das Geld komplett auszugeben.

Der Bericht ist auch deshalb interessant, weil die Zahlen nicht abstrakt in Prozent oder so ausgedrückt werden sondern in Dollar:

For example, are you a typical Black man earning $35,000 a year? You are being paid at least $26,000 a year less than you would have had income distributions held constant. Are you a college-educated, prime-aged, full-time worker earning $72,000? Depending on the inflation index used (PCE or CPI, respectively), rising inequality is costing you between $48,000 and $63,000 a year.

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Nee, Billionen.

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Was bedeuten diese Zahlen für das Leben der Menschen in den USA? Heute morgen gelesen:

Wie etwa im Fall des 21-jährigen Kobe Hatch aus Chicago, der eines Morgens im Dezember vor seine Haustür trat und vergeblich nach seinem fast zehn Jahre alten Dodge Journey Ausschau hielt. Er habe gleich gewusst, dass der repo man es geholt habe, sagte er der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Denn er hatte seit Monaten seine Raten nicht bezahlt. Die Folge: Ohne Transportmittel konnte er nicht zu seinem Job als Amazon-Kurier kommen. Das Unternehmen feuerte ihn prompt. Ohne Lohn bleibt er nun die Miete schuldig und hat trotz food stamps, dem staatlichen Essenszuschuss, Mühe, Lebensmittel zu kaufen. Die Zahl der Autokäufer, die mehr als 60 Tage mit ihren Raten im Verzug sind, ist inzwischen auf knapp sechs Prozent gestiegen.

Hatchs Rate war auch deshalb so hoch, weil der Zinssatz des Autokredits 26 Prozent betrug. Zwar gibt es in einigen Bundesstaaten ein Limit für den Zinssatz, den ein Kreditgeber verlangen kann, doch das wird nicht immer eingehalten.

Willkommen im Land der Freien!

Wenn jemand 26 % für einen Kredit bezahlt, sollte er nicht zur Arbeit, sondern zurück zur Schule.

Ich wollte mich erst über deinen Spruch aufregen @Duke. Aber es ist letztlich ein guter Einwand:

Warum akzeptieren die Menschen in den USA solche Verhältnisse?

Weil sie es gewohnt sind, auf Pump zu leben. Sowohl die Bürger als auch die Regierung.

Hm, ich hätte jetzt gern eine Statistik zur Entwicklung der Zahl der Obdachlosen in den USA ergänzt. Aber das ist wohl wie Corona in China: „Besser man misst es nicht.“ :frowning:

Von den absoluten Zahlen abgesehen- so viel anders ist es bei uns leider auch nicht. Wobei- bei uns sind es vlt 0,5% statt 1% …

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Ich finde auch die Formulierung „have taken“ sehr unpassend/gefärbt/populistisch. Das war ja kein Raubüberfall oder Diebstahl.

Wenn die Leute z.B. bereit sind, für ein iPhone über 1000 $ zu zahlen, das in der Herstellung bei FoxConn geschätzt etwas über 50 $ kostet, dann haben sie das Geld Apple freiwillig gegeben.

Natürlich gibt es sehr viele Einzelpersonen, die in bestimmten Situation keine andere Wahl hatten, als den hohen Preis für Nahrung, Miete etc. zu bezahlen. Aber auf der Ebene der Gesellschaft gibt es genügend Alternativen.

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Und sie haben bestimmt auch freiwillig darauf verzichtet das die Besitzer der Firma auf die Gewinne Steuern zahlen, richtig? Und bitte erklär mir jetzt nicht das Apple natürlich Steuern zahlt.

Es sind nicht die teuren Waren, die das Ungleichgewicht verursachen sondern die Steuersenkungen für Reiche!

Es ist beides. Irgendwo müssen die Gewinne ja herkommen, die dann (nicht) versteuert werden.

Aber selbst wenn sie alle Gewinne mit 50 % versteuert hätten, wäre das Ungleichgewicht zwar kleiner, aber immer noch wachsend.

Wenn Du die Anhäufung von Reichtum unterbinden/stoppen willst, musst Du Gewinn ganz verbieten. Und das wäre, als ob man beim Motor unseres Wirtschaftssystem den Zündschlüssel zieht.

Ketzerische Frage: Was wäre denn da ein Gleichgewicht??

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Ne, der entscheidende Faktor ist, daß Einkommen aus Kapital die Einkommen aus Arbeit in unserer Gesellschaft übersteigen (so habe ich es jedenfalls verstanden). Solange das so ist häuft sich das Kaptial immer weiter an. So wie wir es z.B. in den USA in Reinform beobachten können. Aber der gleiche Mechanismus gilt auch für Europa.

Sobald man z.B. über eine Vermögenssteuer dafür sorgt, das Kapital langsamer wächst, kann man die Akkumulation bremsen oder ganz aufhalten.

Dadurch verschwindet nicht der Reichtum, aber der extreme Mega-Reichtum würde stark gebremst.

Andere Möglichkeit einer Gesellschaft ohne extremen Reichtum: Alle Regeln das Kapitalismus bleiben wie sie sind. Aber es gibt keine Erbschaften. Alle Vermögen fallen nach dem Tod an den Staat, der diese dann verkauft und mit dem Erlös wird jedem Einwohner zu seinem 18 Geburtstag eine gleich große Erbschaft zugeteilt. Klngt verrückt? Ja klar. Gibt es irgend einen physikalischen oder biologischen Grund, warum eine solche Gesellschaft nicht existieren könnte? NEIN.

Das einzige was man dafür braucht sind genug Menschen, die an diese Gesellschaftsform glauben. Und der Mensch kann an alle möglichen Sachen glauben.

Hier die Zahl der Milliardäre für ganz Europa:


Der Mensch macht übrigens lauter so tolle Karten für alles Mögliche.

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Das Thema Erbschaftsteuer habe ich mal vor die Klammer gezogen:
https://das-gruene-forum.de/t/erbschaftsteuer-auf-100/1304

Was bitte sollen „Gewinne aus Arbeit“ sein?
Das hast Du falsch verstanden bzw. die falsche Quelle richtig verstanden :wink: Klingt mir jedenfalls etwas nach der Marx’schen Akkumulationsthese.

Richtig ist: die Anhäufung von Kapital beginnt mit der Sparquote.
In einer Gesellschaft, in der alle ihre gesamten Einnahmen wieder verkonsumieren, gibt es keine solche Anhäufung. Es entsteht noch nicht mal Kapital. Dafür müssen einige einen Teil ihrer Einnahmen dauerhaft zur Seite legen.

Solange sie diese Überschüsse in einer Schatztruhe verwahren, ist es noch kein Kapital, sondern nur gehortetes Gold. Zu Kapital wird es, wenn damit Ertäge in Form von Produktivitätssteigerungen erwirtschaftet werden. Früher konnte man das sehen: Tischler baut Sägewerk, Müller baut Windmühle. Heutzutage fließen die Erträge indirekt als Zinsen, Gewinnbeteiligungen und Dividenden, aber letztlich steht immer noch eine Investition dahinter.

Solange jetzt nicht ein Kapitaleigner plötzlich anfängt, seine gesamten Erträge und auch Teile seines Kapitals zu verprassen (‚das Erbe durchgebracht‘), geht die Anhäufung immer weiter.

Die Karte ist nett, zeigt aber auch nur begrenzt das Problem. Die beste Zahl wäre, wenn man dann noch die Vermögenskonzentration für das dazu bekommen könnte - also der Anteil für die obersten 0,01% sowie für die untersten 50% und sich dann fragt, wie es passieren konnte, dass da ?? 20…30…40% ?? und in Russland vlt. sogar noch mehr zusammen kommen.

Auch spannend wäre der zeitl. Horizont - wie stark sind die Vermögen gewachsen.

Es geht mir nicht darum, das Eine ( Kapital) und das Andere ( Arbeit ) zu verteufeln. Es wäre schon toll, wenn beides gleich behandelt würde und die Progression nicht bei 48% aufhört - bereits bei einem mittleren Einkommen ( unter Akademikern ).

Nicht unbedingt. Wir haben früher oft Monopoly gespielt, aber uns eigene Regeln dafür ausgedachtt, damit es am Ende nicht ganz so unfair wurde.

Allerdings: Wenn es richtig fair zugeht, nimmt das Spiel kein Ende, und man muss mit Zeitbegrenzung spielen, wenn unbedingt jemand gewinnen und jemand verlieren soll.

Ich will nicht die Anhäufung von Reichtum verbieten, da legst du mir Worte in den Mund. Ich will nur die Anhäufung von EXTREMEN WAHNSINNIGEN REICHTUMS JENSEITS ALLER VORSTELLUNGSKRAFT verhindern. Weil dann eine Demokratie ungleich stabiler ist, als wenn man das erlaubt. Niemand hat vor Dir deine 10 Mio wegzunehmen @Duke :wink:

Neu. Eine 5% Steuer auf Kapital pro Jahr würde es schon schaffen. Gewinn kann man damn weiterhin machen.

Die meiste Menschen die gegen Umverteilung sind, sind gegen Umverteilung von oben nach unten. Umverteilung von unten nach oben finden sie prima.

Die meisten großen Unternehmen sind froh, wenn sie 2-3 % Gewinn machen. Die liquiden Mittel liegen auch meist im niedrigen einstelligen Bereich. Spätestens nach 2 Jahren mit einer solchen Steuer sind die also alle insolvent.

btw warum habe ich den Eindruck, dass alle Linken nicht rechnen können? Hat da mal wieder unser Bildungssystem versagt?

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