Das Thema Erbschaftsteuer habe ich mal vor die Klammer gezogen:
https://das-gruene-forum.de/t/erbschaftsteuer-auf-100/1304
Was bitte sollen „Gewinne aus Arbeit“ sein?
Das hast Du falsch verstanden bzw. die falsche Quelle richtig verstanden
Klingt mir jedenfalls etwas nach der Marx’schen Akkumulationsthese.
Richtig ist: die Anhäufung von Kapital beginnt mit der Sparquote.
In einer Gesellschaft, in der alle ihre gesamten Einnahmen wieder verkonsumieren, gibt es keine solche Anhäufung. Es entsteht noch nicht mal Kapital. Dafür müssen einige einen Teil ihrer Einnahmen dauerhaft zur Seite legen.
Solange sie diese Überschüsse in einer Schatztruhe verwahren, ist es noch kein Kapital, sondern nur gehortetes Gold. Zu Kapital wird es, wenn damit Ertäge in Form von Produktivitätssteigerungen erwirtschaftet werden. Früher konnte man das sehen: Tischler baut Sägewerk, Müller baut Windmühle. Heutzutage fließen die Erträge indirekt als Zinsen, Gewinnbeteiligungen und Dividenden, aber letztlich steht immer noch eine Investition dahinter.
Solange jetzt nicht ein Kapitaleigner plötzlich anfängt, seine gesamten Erträge und auch Teile seines Kapitals zu verprassen (‚das Erbe durchgebracht‘), geht die Anhäufung immer weiter.