Thema Juni : Krisen sind Chancen: "Germany is Suddenly Becoming INSANELY Powerful Again"

Hier die Sicht eines US-Journalisten, der Deutschlands Zukunft sehr positiv sieht.

Soweit ich das erkennen kann, ist der seriös.

Zusammengefasst zeichnet er folgendes Bild:

  1. Die USA fallen als globaler Sicherheitsfaktor aus.
    Niemand vertraut mehr darauf, dass sie im Ernstfall helfen, nicht mal die Israelis.
  2. Deutschland hat die Mittel, sie teilweise zu ersetzen.
  3. Die deutsche Wirtschaft muss den Niedergang ihrer Autoindustrie kompensieren
  4. Die EU muss sich gegen die militärische Bedrohung durch Russland und die wirtschafltiche Bedrohung durch China wehren.
  5. Die EU muss unabhängig(er) von den USA werden.
  6. Deutschland wird daher seine Rüstungsindustrie massiv aufbauen und zu einem der (dem?) führenden Rüstungsanbieter der Welt werden.
  7. Das ist wirtschaftlich sinnvoll. Die Arbeitsplätze der Autoindustrie können zT in die Rüstungsindustrie „verlagert“ werden.
  8. Es ist militärisch sinnvoll. Ddie USA können uns dann nicht -wie die Ukraine- erpressen mit der Verweigerung von Waffenlieferungen.
  9. Es ist politisch sinnvoll. Es stärkt die EU (das kommt in dem Video aber nicht vor), sowohl wirtschaftlich als auch militärisch als auch geopolitisch.
  10. Deutschland kann so dazu beitragen, der EU zu einer geopolitischen Stellung zu verhelfen, die es erlaubt, sich gegen die USA, Russland und China zu behaupten.
  11. Deutschlands Nachbarn begrüßen das, sie sehen uns nicht mehr als Bedrohung, sondern erwarten von uns, dass wir Verantwortung für und Führung in Europa übernehmen.

meine Ergänzungen:

  1. Deutschland ist gerade wegen seiner unseligen Geschichte geeignet für eine solche Konzentration auf die Rüstungsindustrie. Es dürfte kaum einen anderen Staat geben, der für so einen Kurs soviele innere Bedenken überwinden muss. Bei uns ist die Gefahr gering, dass das in eine aggressive Militarisierung ausartet.

  2. Wir reden zu wenig über solche Grundsatzentscheidungen.
    Diese Entwicklung kann/wird Deutschlands und Europas Schicksal während der nächste 50 Jahre maßgeblich bestimmen.
    Die politische Diskussion dreht sich dagegen fast immer ums Kleinklein.
    die Aufweichung des 8-Stunden-Tages, „woke“ Sprachregeln und „rechte“ Sprachfehler („Stadtbild“), das Schicksal echter oder angeblicher Totalverweigerer, die Fehler des ÖRR, sterbende Wale, ob Merz ein Flugzeug hat oder zur Mittelschicht gehört, ob Habeck Kinderbücher schreibt, ob Dachdecker mit 70 noch arbeiten können, ob der Spitzensteuersatz um 1 oder 2 %-Punkte steigt, ob das D-Ticket 50 oder 55 EUR kosten darf (Zahlen beliebig), ob wir mit Israel kooperieren sollten, usw usw.
    Das ist alles scheissegal und wird uns weder retten noch zerstören.
    Die oben unter 1.-11. beschriebenen Dinge können uns aber retten.
    Oder zerstören, wenn wir sie verschlafen.

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Wie immer ist die derzeitige Situattion Bedrohung oder Chance - je nachdem, was man daraus macht…

Was „insane“ bedeutet, wisst ihr?

Ja, wahnsinnig, wie etwa in „wahnsinnig gut“. Ein Oxymoron.

Ich würde noch ergänzen:

Ich weiß, icg stoße damit in ein Wespennest, aber wir müssen auch über das Thema der nuklearen Abschreckung diskutieren. Wir dürfen hier nicht den gleichen Fehler machen, wie bisher, einzig auf den Schirm eines evtl. unzuverlässigen Partners zu vertrauen.

und…

Ich werde mit dir nicht über die Feinheiten der englischen Sprache diskutieren. Aber wenn du schon googeln bist, google mal nach Oxymoron.

@lawandorder @Kalo @Biologin @HarmsCar
Wie wäre dieses Thema als Thema des Monats Juni?

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Ich habe eigentlich schon alles dazu geschrieben, was ich dazu zu sagen hatte.

Ich auch …

Ich weiß nicht, was ein Thema des Monats ist, aber ich finde das ist das wichtigste Thema dieses und des kommenden Jahrzehnts, zusammen mit ein paar verwandten Themen, wie Energietransformation und Digitalisierung (inkl. KI)

Die Frage ist, ob Energietransformation und Digitalisierung nicht ein Sub-Thema dieses „großen“ Themas sind…

eine neue Kategorie: Über die Kategorie Thema des Monats

euer ernst ?
2 einzeiler?!
ich vermute also, ihr stimmt dem beitrag zu :innocent:
bzw. @Biologin ist zwar dagegen, weiß aber nicht wie sie es begründen soll :grinning_face:

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Mist aber auch- das ist doch ein interessantes Thema.

Bei der Formulierung „insanely powerful“ erscheint vor meinem geistigen Auge Donald Trump. Ja, Genie und Wahnsinn liegen eng beieinander, aber ich hoffe, Deutschland bleibt besonnener.

Und jetzt ist für mich wirklich Schluss hier.

Die Grundaussage und deine @lawandorder Ergänzungen sind schon ok, die Nähe der Technologien zwischen Automobilproduktion und Rüstungsproduktion ist mir woanders schon mal untergekommen.

Ich würde aber die ganzen Superlative nicht mitgehen.

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Okay, wenn kein Interesse besteht, dann lasst uns weiter über Erbschaftssteuer, Silbertabletts, Tagessschau24, Menschen auf dem Weg zum Mond, Grüne Satzung, Gartenvögel, Verlogenheit der EU, Rentenkassen, Wale auf Sandbänken usw. diskutieren.

Scheint ja alles wichtiger zu sein als die Bedeutung Deutschlands und der EU in einer neuen, multipolaren Welt, mit egomanen Playern wie China, Russland, die USA und vielleicht demnächst auch Indien.

Gute Nacht.

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nee, muss man ja auch nicht.
Der Mann muss halt auch sein Video pushen.
„very“ statt „insanely“ hätte auch ereicht :slight_smile:
Aber das sind B-Noten, Stilfragen.

Der Wert des Beitrags liegt doch darin, dass er in unserer Misere eine große Chance entdeckt und diese überzeugend beschreibt und begründet.
Und D ist der entscheidende Faktor dabei, die Probleme mit Russland und den USA zu lösen (oder zumindest zu reduzieren), die Wirtschaft in Gang zu bringen und die EU auf ein globales Niveau zu heben. Das ist eine (für mich) neue, positive Perspektive.

Aber ich habe es befürchtet:
ob die Probleme gelöst werden, ist zweitrangig, wichtiger ist mal wieder die moralische Beurteilung der Lösung.
Igitt, die Rüstungsindustrie soll uns retten?! Da gehen wir lieber zugrunde.
Wollen wir gar nicht drüber reden.
Das ist wirklich „insane“.

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Man kann das Prinzip auch weiter ausdehnen und fortspinnen:

Die EU-Staaten brauchen vielleicht den Druck aus den USA und aus Russland, um ihre Egoismen und ihre Behäbigkeit zu überwinden und endlich was zu ändern.

Gleiches gilt mit Sicherheit für die Nato und natürlich auch Deutschland.
Der Beitritt der Finnen und Schweden hätte ohne Putin nicht stattgefunden.
Frankreich bietet anderen Staaten atomaren Schutz an

Die EU verweigert sich Trumps Wunsch nach einem Einsatz in der Straße von Hormuz.
Wenn die EU hart bleibt, scheitert Trump vielleicht an seiner dämlichen Zoll-Politik.
Deutschland will wieder eine funktionsfähige Armee aufbauen.
Das alles kann man auch als Aufbruch sehen, als einen Neubeginn auf mehreren Ebenen.
Ja, es kann auch alles schiefgehen, aber so ist das bei Licht betrachtet immer, über kurz oder lang. Die Menschen gucken nur manchmal einfach lange weg und glauben dann, sie seien in Sicherheit. Damit ist seit Trump und dem Ukraine-Krieg Schluss.
Wir sind wieder kollektiv im echten Leben angekommen.

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Schuldig: so ein Gefühl habe ich auch. Ich lehne aber das Ganze nicht ab, sondern habe nur ein paar Warnzeichen.

Ich sehe das Ganze deutlich europäischer. Die Beschaffung muss europäisch koordiniert ablaufen, und es gibt ein paar Staaten, die dazu beitragen können. Wenn die Lage zur Zusammenarbeit zwingt, ist das imo gut.

Die Sache mit der Infrastruktur, die er im Beitrag auf eine gute Strategie schiebt: Ich musste etwas lächeln. Der Ausbau hilft jedenfalls zivil wie militärisch.

Den Aufbruch in der EU sehe ich schon länger. Was ich wirklich wünsche, ist, dass Deutschland kein Bremser mehr ist.

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