Nachdem es Kanzler Merz um mehr Flexibilität ging, legt Wirtschaftsministerin Katharina Reiche nach:
Aha wenn Deutschland Wirtschaftsmacht Nummer eins in Europa ist und Nummer drei in der Welt dann…
(hinkt) Deutschland (…) beim Wirtschaftswachstum hinterher.
Also wir dürfen gerne ein wenig auf die Bremse treten damit die anderen uns ein wenig wieder einholen können denn nur dann funktioniert ein Markt auf gleicher Augenhöhe.
was soll das denn sein?
ein Markt, in dem einer „auf die Bremse tritt“ und nicht richtig arbeitet, ist kein Markt, weder auf Augen- noch auf sonstiger Höhe.
Und wenn wir dann dank des Bremsens 30% Marktanteile verlieren, bist Du bereit, 30% von Deinem Lohn abzugeben? Hast Du zuviel Geld?
oder müssen das die bösen Arbeitgeber alleine ausbaden?
natürlich müssen wir mehr und länger arbeiten, aus mehreren (zT rein mathematischen) Gründen
- Ersatz für fehlende Arbeitskräfte aufgrund demografischer Effekte
- Sicherung des Rentensystems und der Krankenversicherung
- Erhalt/Wiederherstellung der Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft
Eigentlich sind das Banalitäten.
Wie sollen diese Probleme sonst gelöst werden?
Aber im Bildungsbereich? Wie soll das da gehen?
Schüler sind irgendwann voll, Lehrer alle.
Da noch eine Stunde mehr dran hängen, wird nicht funktionieren.
Funktioniert es bei Anwälten? Werden deine Texte besser, wenn du Freitags erst um 17 Uhr nach Hause gehst statt um 16 Uhr?
Uralter Stundenplan zeigt, was an deutschen Schulen 2025 schiefläuft Uralter Stundenplan zeigt, was an deutschen Schulen 2025 schiefläuft
„„Der Druck in der Schule ist hoch“, stellt der 47-jährige Schulberater fest. Es gehe darum, den Lehrplan und die Lernziele „durchzubringen“ – um jeden Preis. Die Erholungszeiten seien dadurch stark verkürzt. Dies führe zu überlasteten Lehrkräften, Schulverweigerung und psychischen Problemen bei vielen Kindern. Frey betont die Bedeutung eines sportlichen, musischen oder praktischen Ausgleichs für Kinder.“
Die würden dann vermutlich die Produktion in ein Ausland verlegen, wo die Arbeitsbedingungen schlechter sind als in Deutschland. Zum großen Teil machen sie das ja sowieso schon.
Ich denke mal, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun und es gibt Gott sei Dank nicht nur „böse“ Arbeitgeber*innen.
Aber viele Unternehmen sind grundsätzlich auf die Steigerung ihres Gewinns ausgerichtet, was manchmal zu Entscheidungen führt, die die Interessen der Arbeitnehmer in den Hintergrund treten lassen.
Unternehmen stehen unter steigendem Druck, wettbewerbsfähig zu bleiben, was zu Kostensenkungen, auch auf Kosten der Arbeitnehmer, führen kann.
Die zunehmende Flexibilisierung kann zu unsicheren Arbeitsverhältnissen und prekären Beschäftigungsbedingungen führen, was sich negativ auf die Arbeitnehmer auswirkt.
Gesetze und Vorschriften zu lockern oder gar abzuschaffen, die Arbeitnehmer eigentlich schützen sollten, gäbe den Unternehmen natürlich mehr Spielraum bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen.
Eigentlich sollte es wichtiger sein, ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichem Erfolg und sozialer Verantwortung zu finden, um sicherzustellen, dass die Vorteile des wirtschaftlichen Fortschritts gerecht verteilt werden.
Es geht dabei auch um die Frage, inwieweit Unternehmen ihre Gewinne auf Kosten der Arbeitsbedingungen ihrer Beschäftigten erzielen.
Wir müssen dann nicht mehr arbeiten wenn unsere Produktivität entsprechend höher ist als die Konkurrenz. Da gibt es den Begriff der Lohnstückkosten.
Das ist aber nicht mehr der Fall. Ob wir das wieder hin kriegen ist zweifelhaft.
Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:
- Wir arbeiten mehr fürs gleiche Geld
- Wir arbeiten gleich viel für weniger Geld
Was darfs den sein?
Oder das passiert:
Von den steigenden Kosten bei Gemeinschaftsaufgaben will ich erst gar nicht anfangen.
Wenn wir uns schon bei der Flexibilisierung der Arbeitszeit verweigern sehe ich schwarz.
Siehe https://das-gruene-forum.de/t/merz-will-8h-tag-abschaffen-faules-ei/5820/159
Dann gibt es auch noch das Feld der Innovationen.
Die kommen aber auch weniger aus dem Umfeld wo auf einen 8h Tag und 40 oder weniger Wochenstunden bestanden wird.
Nein.
Der Gedanke setzt voraus, dass es wirtschaftlichten Erfolg und Fortschritt gibt.
Bei Dir geht es dann nur noch um die Verteilung dieser Vorteile.
Das setzt zu spät an.
Es geht darum, ob wir weiterhin überhaupt wirtschaftlich erfolgreich sind und Fortschritte erzielen.
Wenn wir das nicht schaffen, gibt es keinen Fortschritt, an dem irgendjemand beteiligt werden kann.
Ja, das ist so.
Und fehlende Wettbwerbsfähigkeit kann zu Insolvenzen und Massenentlassungen, zu sinkenden Steuereinnahmen und sinkendem Wohlstand führen. Zu Kürzungen im sozialen Bereich, Kürzungen bei der Krankenversorgung, zu niedrigeren Renten.
Das könnte sich auch negativ auf die Arbeitnehmer auswirken.
Wir müssen langsam begreifen, dass die Bewältigung unserer Probleme schmerzhaft wird, egal was wir tun. Wir werden Opfer bringen müssen, um mit all den Krisen fertig zu werden, das ist mal sicher.
Wenn alles verboten ist, was weh tut, sind wir handlungsunfähig und können einpacken.
Der Vergleich hinkt, aber nach dem 2. Weltkrieg hat auch keiner gefragt, ob das jetzt vielleicht zu anstrengend ist der unangenehm, den Schutt wegzuräumen und den Staat wieder aufzubauen.
Und wenn die Leute in den 50er Jahren (oder wann auch immer) 48 Stunden die Woche arbeiten konnten, warum geht das jetzt nicht?
Kann sein, dass die durchschnittliche Lebenserwartung dadurch 1 oder 2 Jahre sinkt, na und?!
Wir können doch deswegen das Land nicht vor die Hunde gehen lassen.
Es gibt keinen schmerzfreien Ausweg.
Schüler verbringen m.W. 4-6 h pro Tag am Smartphone.
Lass es 3 sein.
Da wäre vielleicht noch Luft.
Bei Lehrern verstehe ich, dass die nicht einfach mehr arbeiten können. Ich möchte den Job nicht für viel Geld machen.
Aber es ist ja auch nicht so, dass alle immer überall mehr arbeiten müssen.
Wenn es nicht geht oder nicht sinnvoll ist, dann eben nicht.
Stattdessen könnte man vielleicht die Stundenpläne entrümpeln und mehr Geld in die Bildung stecken, die Kulturhoheit der Länder abschaffen und anderes.
Mir geht es mehr um die Haltung zum Thema
wie schon geschrieben
https://das-gruene-forum.de/t/merz-will-8h-tag-abschaffen-faules-ei/5820/80?u=lawandorder
Ja. Da ist meiner Meinung nach die Luft drin. Es ist Körperverletzung, die mit dem gesamten Internet alleine zu lassen, oder?
Es ist wirklich schlimm.
Das ist grundsätzlich richtig, aber ehrlich gesagt, werden wir nicht mehr wie bisher produzieren können. Aber eindeutigsten ist das z.Bsp. in der Autoindustrie, Firmen wie BYD werden nicht verschwinden, also wird „unsere“ ( also die tatsächlich in Deutschland produzierten Autos) nicht mehr den alten Anteil am Weltmarkt erhalten. Ich glaube auch nicht, dass wir noch Stahl im bisherigen Umfang exportieren können. Das trifft vile Märkte. Es nützt da gar nichts, wenn in diesen schrumpfenden Branchen die Leute mehr arbeiten würden ( im Gegenteil es wird in diesen Bereichen weniger gearbeitet werden- es wird Kurzarbeit geben und Betriebsschliessungen mit Kündigungen).
Tatsächlich hat VW auch mit der IG Metall einen Notlagentarifvertrag geschlossen, wonach die Mitarbeiter auf Sonderzahlungen und Tarifanpassungen etc. verzichten.
Die Tendenz können wir aber nur kompensieren, wenn in anderen Bereichen neue Arbeitsplätze entstehen (die müssen jetzt nicht mehr gleich viele sein, weil wir ja eher einen Arbeitskräftemangel haben). Diese neue Arbeitsplätze müssen natürlich entsprechend produktiv sein, dabei sind natürlich auch die Personalkosten ein Thema. Allerdings glaube ich nicht, dass der Abbau von Fachkräften in den Krisenbetrieben den Bedarf an neuen Fachkräften kompensieren kann ( zumal branchenfremd).d.h. der Kampf um Fachkräfte geht weiter und die Arbeitgeber werden weiterhin gute Arbeitszeiten und Löhne bieten müssen. Die Produktivität lässt sich aber auch durch eine hochtechnisierte Arbeitswelt steigern. Aber diskutiert werden auch Modelle, die durch weniger Arbeitsbelastung und mehr Produktivität erreichen wollen Die sinkende Produktivitätsquote ist in Deutschland definitiv ein Problem, die Zukunft muss sein produktivere Arbeitsfelder im Land zu fördern zu sichern und auszubauen. Da ist natürlich einfacher gesagt, als gemacht.
Genau diese z. T. ausufernde Kurzarbeit hat mit viel staatlichem Geld notwendige Anpassungen verschleppt, was uns jetzt auf die Füße fällt.
Die notwendigen Anpassungen z. B. In der Autoindustrie hätte man schon vor Jahren anfangen können, nein müssen. Aber wir haben Millionen an Kurzarbeitergeld in der Hoffnung gezahlt, dass alles wieder so wird bzw. bleibt wie früher.
ja, sehr lustig, alle wollen in die Vergangeneit.
Die Linken und die SPD in die 70er Jahre, die AfD in die 30er oder bestenfalls die 50er Jahre.
Und alle meinen, sie repräsentieren die Zukunft ![]()
Die Bereitschaft zu zukunftsorientierten grundlegenden Änderungen kann ich nur bei CDU/CSU und den Grünen erkennen. Auch lustig.
Bei der Union? ![]()
Sorry, echte zukunftsorientierte, nachhaltige und klimafreundliche Politik konnte ich leider bisher nur bei den Grünen finden, die durch das Grünen-Bashing seitens AfD und Union verhindert wurde und durch die FDP blockiert wurde.
Wo hast du denn das bei der CDU/CSU entdeckt? Dort ist doch das Denken von gestern stark verbreitet. Aus für Verbrennerverbot, Atomkraft ist wieder diskutabel, Glyphosat in der Landwirtschaft ist o.k. Förderung der Wirtschaft im Giesskannenproínzip und dannoch glauben man kann die Wirtschaft retten, wenn in Deutschland mehr gearbeitet wird.
Was die Autoindustrie betrifft, gebe ich die vollkommen recht. Das Kurzarbeitergeld hat aber gerade in der Coronazeit viel geholfen. Es ist ja auch gerade eine Voraussetzung für das KUG, dass es sich um ein unabwendbares Ereignis handelt, dass nur vorübergehend ist. Mag sein, dass dies Voraussetzungen nicht immer eingehalten wurden.
ja, durch bewusste Falschzitate kann man alles verargumentieren.
Du lernst es nie.
xxxxxxxxxxxxx
ja, das ist richtig.
Aber in Sachen Ukraine und Verteidigung halte ich die CDU-Politik für zukunftsgerichtet.
Sie entspricht weitgehend der Politik der Grünen.
Und ich kann mir sogar vorstellen, dass wir irgendwann mal anerkennen werden, dass auch der grds. restriktive Ansatz der Migrationspolitik der CDU besser war als das vorherige Gemurkse.
Aber da bin ich noch unsicher.
Ich habe nicht behauptet, dass die CDU gute Klimapolitik macht oder durchgehend zukunftsorientiert denkt. Gott bewahre!
Meine Formulierung (s.o.) war bewusst gewählt, da ich wusste, was kommt ![]()
Sehe ich etwas anders, aber hat jetzt mit dem Thema hier überhaupt nichts zu tun. Ich sage ja nicht, dass die CDU nur falsche Ansichten vertritt, aber hier geht es erstmal um das Thema Arbeitszeit. Das kann man natürlich ausweiten auf die Wirtschaftspolitik allgemein, weil Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen ein Teil der wirtschaftlichen Struktur sind. Und die hängen auch mit dem wirtschaftlichen Erfolg zusammen. Ich denke wir sind uns sogar einig, dass es jetzt darum geht die wirtschaftliche Transformation zu fördern und den Wirtschaftstandort hier zu sichern. Aber nochmals, Arbeit wird in Deutschland im internationalen Vergleich teuer bleiben. Nur durch Qualität und Technischer Qualität auf hohem Niveau wird die deutsche Produktionswirtschaft konkurrenzfähig bleiben. Und mich nervt, dass einige wohl meinen, wenn die Deutschen jetzt mehr arbeiten würde, wäre das Problem ( zumindest weitgehend) gelöst. Das ist eben typisch populistisch und da sind doch Teile der CDU nahe bei der AFD, einfache Scheinlösungen auf komplexe Probleme.
wenn wir mehr arbeiten fürs gleiche Geld, wird Arbeit billiger.
Nur mal so als Idee.
sehe ich auch so. Ich kenne auch niemand, der das anders sieht.
wer meint das?
Ich glaube, Du hörst das nur raus, wenn über das Thema Arbeitszeit geredet wird.
Mehr Arbeiten ist ein Teil der Lösung, aber wohl nicht der zentrale Punkt.
Es ist daher weder populistisch noch eine Scheinlösung.
Es ist ein Baustein von mehreren.
In manchen Bereichen wird Mehrarbeit aber vielleicht die wesentliche Lösung sein.
In der Pflege sehe ich nicht, wie wir Mehrarbeit durch
ersetzen können. Es sei denn, wir setzen Roboter ein (was wahrscheinlich auch ein Teil der Lösung sein wird, irgendwann mal).
Den Vorwurf
finde ich seinerseits ziemlich flach und populistisch.
Dieser Reflex, dass alles, was Merz vorschlägt, per se Scheisse ist, ist dümmlich.
Der Zwang zur Mehrarbeit lässt sich doch rein rechnerisch begründen, wenn die Sozialsysteme nicht zusammenbrechen sollen:
Die meisten hier im Forum sitzen in 5 -10 Jahren im Heim und werden sich freuen, wenn alle Pflegekräfte eine 3-Tage-Woche haben, keine richtige Ausbildung haben und an jedem Arbeitstag pünktlich um 16.30 den Löffel fallen lassen. Dann gibt es eben Zeiten, in denen keiner kommt, wenn Du klingelst. Entweder hast Du dann nette Kinder oder ein lebensgefährliches Problem.
Dasselbe Spiel bei der Rente:
Eine ehrliche Regierung müsste Rente und Pensionen sofort um 10-20% kürzen (Zahl beliebig, jedenfalls zweistellig).
Wir wissen alle, dass das System über kurz oder lang an die Wand fährt.
Aber die Alten denken sich „für mich reichts noch“, und sie sind wahlentscheidend.
Daher Kopf in den Sand und eine Rentenerhöhung nach der anderen.
Und von links wird das als gute Sozialpolitik und „Respekt“ verkauft. Ekelhaft.
Ich bitte um Vorschläge, wie diese Probleme verhindert oder gelöst werden können.
Ein Pflichtjahr im Sozial- oder Umweltbereich wäre eine gute Lösung. Das kann man machen, wenn man jung ist, oder wenn man es noch nie gemacht hat, eben entsprechend später, also z.B. auch, wenn man im Ruhestand und noch fit ist.
Das würde nur leider Geld kosten, daran scheitert es. Selbst die freiwilligen BuFDi-Plätze wurden ja gekürzt.