DasThema Migration ist ja heftig gestern auf der BDK diskutiert worden. Mir fehlt nur seit langem die Diskussion über die Ursachen von Fluchtbewegungen. Aus Afghanistan und Syrien, da wissen wir die Gründe. Wie sieht es aber mit den ökonomischen?, politischen? Beweggründen in den verschiedenen afrikanischen Staaten aus? Gibt es Hinweise in die Richtung, daß europäische Importe die ökonomische Grundlage der einheimischen Bevölkerung tangieren? Mir fallen ein: Importe von Tomatenprodukten, Altkleider. Gibt es andere z.B. landwirtschaftliche Produkte, vielleicht sogar gefördert mit EU- Geldern, die zur Vernichtung von Existenzen oder zur Verhinderung derselben führen.Wäre schön, darüber mehr zu erfahren.
Wieso beschränkst du deine Frage auf europäischen Importe? Spielen Importe aus anderen Weltregionen keine Rolle?
Sinnvoller wäre doch die allgemeinere Frage, welche Teile des globalen Handels die Lage der Einheimischen verschlimmern und welche sie verbessern, auch das könnte ja sein.
Mir gehts um die Benennung europäischer Importe, um sie in einen Zusammenhang mit der Förderung durch EU - Gelder politisch zu bewerten.
Importiertes Hühnerfleisch machte in Westafrika die lokalen Produzenten platt.
Das stell ich mir gruselig vor…
Ja ist es.
Da liegen die halb aufgetauten Blöcke mit Hühnerteilen auf dem Markt in der Sonne.
Die Keime freuen sich.
Böse EU.
Hier ein interessanter Artikel bei Krautreporter. Da ich Mitlgied bin, darf ich diesen Link mit euch teilen:
Menschen migrieren schon immer, und sie werden es auch weiterhin tun. Das hat einen zentralen Grund: Migration funktioniert. Auch, wenn sie unerlaubt und gefährlich ist.
Migration ist keine Verzweiflungstat, sondern eine Investition in die Zukunft
Es gibt einen Mythos, der unsere Debatten bestimmt: Nur die Ärmsten der Armen kommen zu uns. Die Verzweifelten, die im Elend leben, keine Schule besuchen und vom Hunger getrieben, massenhaft nach Europa ziehen. Aber das stimmt nicht. Sie können es sich nicht leisten.
Wer über Belarus die EU erreichen möchte, muss rund 12.000 Euro an Schmuggler bezahlen, eine Überfahrt von der Türkei nach Italien kostet rund 8.500 Euro. Migration ist teuer. Besonders, wenn es nach Europa geht. Und je strenger die Grenzkontrollen, desto höher der Preis.
Ich könnte noch mehr zitieren, aber lest einfach den Artikel. Das ordnet die ganze Aufregung bei uns historisch ein, finde ich.
Wer von uns möchte in so einem Land leben?
Die Taliban spinnen jetzt total.
Taliban: Medien sollen keine Lebewesen mehr zeigen
In der nordafghanischen Provinz Tachar sollen staatliche Medien auf «Empfehlung» der Taliban keine Bilder von lebenden Wesen mehr zeigen. Das teilte ein Sprecher des Tugendministeriums der Islamisten der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Anweisung folgt den sogenannten Tugendgesetzen der Taliban, die im August dieses Jahres erlassen wurden und bezieht sich mutmaßlich auf die Abbildung von Menschen und Tieren.
Die in Afghanistan herrschenden Taliban schließen Frauen immer stärker aus dem öffentlichen Leben aus. Das neue „Tugendgesetz“ verbietet ihnen zu singen und laut zu sprechen. Manche Vorschriften betreffen auch Männer.
Die weibliche Stimme habe etwas Verführerisches, so die Taliban. Männer sollen demnach nicht in Versuchung gebracht werden. Selbst wenn Frauen zu Hause singen, und man sie draußen hört, drohen ihnen hohe Geldstrafen oder sogar Gefängnis.
Seemas Alltag spielt sich fast nur noch in ihren vier Wänden ab. Nach draußen darf sie nur mit männlicher Begleitung. Seit dem Erlass kontrolliert die Sittenpolizei des „Tugendministeriums“ noch strenger. Das betrifft selbst Taxifahrer. Wenn sie unbegleitete Frauen mitnehmen, droht ihnen eine Geldstrafe.
Auch die Männer, die sich für die Rechte der Frauen einsetzen, werden bestraft.
Und wie sieht es jetzt eigentlich mit den damaligen Ortskräften aus, denen man versprochen hatte, dass sie nach Deutschland geholt werden?
Das ist bereits ein Artikel aus dem Jahre 2023:
Bundesregierung weist gefährdete Ortskräfte ab
Unbürokratisch wollte die Bundesregierung mit afghanischen Ortskräften umgehen. Doch Recherchen vom NDR, WDR, SZ und Lighthouse zeigen: Immer wieder wird ihnen die Aufnahme in Deutschland verwehrt - obwohl sie als gefährdet gelten.
Zwei Jahre nach der Machtübernahme durch die Taliban in Afghanistan und der militärischen Evakuierung durch die Bundeswehr warten noch immer Tausende gefährdete Afghanen auf ein Visum zur Einreise nach Deutschland.
Seit dem wird das Thema totgeschwiegen und man spricht sogar überwiegend mehr über Abschiebungen nach Afghanistan.
die Taliban sind irre und die zustände dort furchtbar.
aber wir können deswegen nicht die gesamte bevölkerung als asylberechtigt anerkennen. das wären 30 oder 40 mio. flüchtlinge.
das asylrecht ist nicht die lösung für eine durchgeknallte regierung die ihr gesamtes eigenes volk unterdrückt
Das es nicht die Lösung ist, ist klar. Aber wurde das Asylrecht nicht genau für Menschen geschaffen, die darunter leiden.
Es ist auch klar, dass das Asylrecht ein hehrer Gedanke ist, ein hoher moralischer Anspruch, aber dass die Bevölkerung in Europa und den USA nicht in der Lage oder Willens ist, eine hohe Zahl Asylanten aufzunehmen. Da ist natürlich auch viel Schwarzmalerei und Beeinflussung durch rechte Parteien dabei, dennoch, das Problem ist real. Es hilft nichts, das zu beschönigen.
Also müssen wir uns ehrlich machen und zugeben, dass das Schutzversprechen durch Asylrecht, Flüchtlingsschutz und subsidiärem Schutz, in diesem Ausmaß nicht haltbar ist, weil unsere Bevölkerung da nicht mitzieht. Als Demokrat muss ich das, wenn auch mit viel Bauchschmerzen, akzeptieren.
Dazu kommt dann aber noch die praktische Frage, wie man mit Menschen umgeht, die an unsere Grenzen, vor allem Seegrenzen, kommen und nicht ohne Anwendung von physischer Gewalt unter Verletzung elementare Menschenrechte zurückgewiesen werden können. Das ist das eigentliche Problem in meinen Augen.
Ganz so ist es nicht, es muß schon eine individuelle politische Verfolgung dazu kommen. Der EUGH hat allerdings jetzt ziemlich nachvollziehbar entschieden, dass allein " Frau zu sein in Afghanistan" ein Ayslgrund dargstellt.
Stimmt, aber die Ortskräfte haben wir durch die Beschäftigung bei unsereren Soldaten schwer in Gefahr gebracht und sind damit in der Pflicht.
Nicht nur direkte Ortskräfte, sondern auch Mitarbeiter von Firmen, die Dienstleistungen bei den Stützpunkten erbrachten wurden von den Taliban bedroht.
Ein Afghane, mit dem ich beruflich zu tun hatte, arbeitete in Afghanistan bei einer Autoverleihfirma, deren Kunden hauptsächlich Europäer waren. Die Taliban hatten schon seinen Kollegen mit einem Leihwagen in die Luft gesprengt und dann ihn bedroht, ihn zu ebenfalls ermorden, wenn er nicht sofort seinen Job kündigte. Er floh nach Deutschland und bekam hier kein Asyl, weil er kein direkter Mitarbeiter der Militärs war.
Im zweiten Fall wartete ein Afghane die Kühlgeräte in den US-Stützpunkten für eine amerikanische Firma. Auch er floh vor einem Mordversuch durch die Taliban, bekam aber kein Asyl in Deutschland. Zum Glück hat ihn die US-Firma hier in Deutschland aufgespürt und ihm in den USA Asylrecht besorgt.
Wenn wir also 20 Jahre lang mit NGOs und Militär dort im Einsatz waren und dann alle afghanischen Mit- und Zuarbeiter im Stich lassen und sie dem Tode oder der Folter aussetzen, ist das eine große Sauerei.
meine prognose kennst du.
ganz europa wird am ende seine grenzen auch mit gewalt schliessen. die richtung erkennst du schon in polen, NL, ungarn UK.
Ich lehne Gewalt an der Grenze nicht in jedem Fall ab, ich sprach von Gewalt unter Verletzung elementare Menschenrechte. Wenn der Grenzschutz jemand festhält, der illegal einreisen will, ist das zwar Gewalt, aber es kann unter Beachtung der Menschenrechte geschehen.