Verrohung der Weltlage. Sind wir in der BRD gewaltblind?

Liebe Mitdiskutierenden!

Deutschland ist gewaltblind? Viele kennen wahrscheinlich den Thread, der vor einiger Zeit hier zur Diskussion eröffnet wurde. Bestimmt stand dahinter die Intention, dass wir aus Deutschland zu blauäugig auf die veränderte, von neuen Kriegen in Nahost und in der Ukraine geprägten Weltlage schauen!

Neues Nato-Ziel auf 5 %. 3,5 % in die reine Verteidigung, 1,5 % in die militärische Infrastruktur? Ist das gut? Findet Ihr das gut? Kommt es nur noch drauf an, dass die Kriegsbereitschaften Anderer an uns herangetragen werden.

Hierzu die Aussage von der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katharina Dröge vor ein paar Tagen im TV bei Markus Lanz:

In seiner Sendung offenbarte Markus Lanz, dass ihn eine Frage schon seit längerer Zeit umtreibt. „Haben Sie Angst vor Krieg, Frau Dröge?“, wollte der ZDF-Moderator wissen. Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge antwortete ehrlich: „Es wäre aus meiner Sicht sehr unvernünftig, diese Sorge nicht zu haben. Das ist eine reale Bedrohung, die Russland ausspricht.“

Wenn Ihr wollt, könnt ihr selber in die Quelle schauen:

„Haben Sie Angst vor Krieg?“: Grünen-Politikerin schockt Lanz mit Antwort | WEB.DE

Lanz reagierte sichtlich überrascht und hakte nach, ob die Politikerin tatsächlich Angst vor einem Raketenangriff auf Deutschland habe. Dröge nickte: „Natürlich habe ich diese Sorge!“ Die Grünen-Politikerin weiter: „Wenn man Putin ernst nimmt mit dem, was er sagt, (…) dann sagt er uns, dass er nicht vorhat, bei der Ukraine Schluss zu machen.“

Ich musste ein wenig recherchieren, um die ganze Aussage des Ex-Diplomaten Andreas Reinicke dazu zu finden:

Diese findet ihr in dieser zweiten Quelle:

(Grünen-Chefin macht Lanz mit Kriegs-Aussage sprachlos)

Ex-Diplomat Andreas Reinicke sah dies etwas gelassener. Er teilte zwar die generelle Sorge, stellte jedoch klar: „Ich finde den Begriff Angst nicht gut. Deswegen würde ich auch nicht von Kriegsangst sprechen.“ Laut Reinicke sei ein Krieg zwar denkbar, er plädierte jedoch für mehr Selbstbewusstsein: „Das kommt auf uns zu - (…) damit können wir auch umgehen.“

Ich fand die Aussage von Andreas Reinicke passend, weil sie lösungsorientiert ist.

Das alles als Kontext zur aktuellen Politik. Friedrich Merz gewinnt in der Bevölkerung an Zuspruch. Klare Aussagen, eine lockere Umgangsform auf dem internationalen Parket, die man vom Altkanzler Olaf Scholz nicht kannte. Aber der Konflikt um Gaza war lokal einzuordnen gewesen, der Konflikt in der Ukraine ebenfalls.

Der Krieg zwischen dem Iran und Israel, und die Herangehensweisen der Politiker heute, von Friedrich Merz über Mark Rutte, über Peter Hegseth, Donald Trump, Benjamin Netanjahu bis Wladimir Putin erkennt heute einen Militarismus als normal an. In dem Sinne spricht sich auch unser neuer Kanzler in den letzten Wochen so aus!

Sind wir daher gewaltblind?! Ein solcher Militarismus ist auf den Schlachtfeldern alles andere als normal. Die Zerstörungen und die Opfer in der Zivilbevölkerung sind anders als normal.

Das Weizmann-Institut für Wissenschaften in Rechovot, Israel, wurde bei einem iranischen Raketenangriff beschädigt. Mehrere Gebäude auf dem Campus wurden in Mitleidenschaft gezogen, darunter Labore, wichtige Geräte und Unterlagen. Es gab keine Verletzten, laut Deutschlandfunk und tagesschau.de.

Eine Meldung aus dem Krieg in Israel, die nicht nur als einfache Pressemeldung abgetan werden darf. Sollte es nicht die Hauptaufgabe der BRD sein, aus dem 2. Weltkrieg heraus und in der Wiedervereinigung gewachsen, die Welt, aus der derzeit verrohten Weltlage wieder friedfertiger zu machen, anstatt sich in Sachen Militarismus an die Spitze, auf Platz 2 hinter den USA begeben zu wollen? Wäre es dann nicht mehr wert, die BRD zu verteidigen? ES kommt dabei auf die Schwerpunktsetzung an und diese ist aktuell falsch!

Ich glaube, dass wir in der Bevölkerung gewaltbind sind, aber nicht in dem Sinne, dass wir blauäugig uns noch im Frieden sehen, sondern weil wir die Konzentrationen auf den neuen Militarismus in einer unbequemen Weltlage unterschätzen.

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Das ist ein Sekundärquelle. Man kann sich die gesamte Sendung Markus Lanz vom 25. Juni in der ZDF Mediathek anschauen, übrigens eine hochinteressante Sendung.

Lanz hakte nach, war aber wirklich nicht geschockt, das ist wieder so eine reißerische Headline, mit der um Clicks gebuhlt wird.

Dröge hat, genau wie Reinicke, nicht von Angst, sondern von Sorge geredet und das auch gut begründet.

Ich habe Lanz noch nie sprachlos erlebt, auch in dieser Sendung nicht. Was sollen diese Fake News hier! Welchen Spin möchtest du damit erreichen?

Natürlich kann man das. Was ich herausstellen wollte, dass wir, sagen wir mal nach dem Abschiedsspruch jeder Tagesthemensendung von Ingo Zamperoni, zuversichtlich bleiben sollten. Dieses hat man bei Dir nicht immer im Kopf, sobald Du den Namen Putin gebrauchst. :wink:

Klar, darum ging es mir aber nicht. Es geht mir mit diesem Thread darum, die Weltlage verantwortungsorientiert anzugehen und nicht in einer Gesinnung zu verharren, die uns immer mehr Angst ableiten lässt - um dann aus dieser Angst zu reagieren.

Sorge ist gerechtfertigt, dazu müssen aber Handlungen kommen. Ich bleibe dabei, dass allein der Besuch der Vier vor einigen Wochen in Kiew, Merz, Macron, Tusk und Starmer und die damit verbundenen Drohungen von neuen Sanktionen, Putin beeinflusst haben, so dass er dann die damaligen Verhandlungen in Istanbul vorschlug, um das Ruder weiter in der Hand zu behalten.

An der Stelle hätten die Vier auf einen Waffenstillstand nachdrücklicher aus sein müssen, und Russland dementsprechend vor konkreteren Forderungen stellen müssen. Anstatt Putin hätte Europa das Ruder in die Hand genommen, und genau darum geht es. Es ist wichtig, dahinzuführen, wo Russland sich anders gebärdet, um dort nicht hinzumüssen.

Ich hatte lediglich die Quelle als Link benannt, bleib sachlich! Der Spin ist doch aus dem Eingangsbeitrag klar abzulesen!

Ich glaube die missverstehst Ingo. Ich bleibe zuversichtlich, dass wir Putin mit Aufrüstung ausreichend abschrecken können.

Weil Putin ein eiskalter, rücksichtsloser, menschenverachtender, verbrecherischer Lügner ist. Wie Trump und Netanyahu. Steck sie alle in eins von Musks Starships und zünde.

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Du hast dir ganz offensichtlich die verzerrte Darstellung zu eigen gemacht. Da war keine Spur von Distanz zu erkennen. Selbst zu einer ordentlichen Kenntlichmachung der Zitate hat es nicht gereicht. (Nein, Fettdruck ist keine Methode zu zitieren)

Ich habe die Sendung mit dem Auftritt von Katharina Dröge nun gesehen. Ihren Eintritt für das Völkerrecht im Zusammenhang mit der Vermeidung des amerikanischen Angriffs auf den Iran teile ich. Ich würde anstatt Völkerrecht für eine progressive Umbenennung in Internationales Staatenrecht plädieren, der Völkerbegriff trifft es ungenau und kann an der Stelle missbraucht werden, wie man es in der Ukraine wiederum an der Vorgehensweise der Regierung Putin sieht.

Was die Abschreckung betrifft ist die Sendung auch interessant. Wovor schrecken wir Russland ab? Zündeln an der Nato-Ostflanke z.B. in Narva, in Estland!

Aber wodurch entsteht unsere Sorge? Das ist einerseits das Vorgehen der russischen Armee, bis auf Syrien, wo es Russland um die Machterhaltung des Assad-Regimes gegangen war und Teile Afrikas, hat es Russland bisher nur auf Gebiete abgesehen gehabt, die in der Nähe Russlands waren. Also, dass russische Panzer demnächst an der Oder stehen, dies wurde auch in der Sendung betont, davon ist nicht auszugehen. Wovor haben wir noch Angst? Wir beliefern die Ukraine mit Waffen. Lieferten wir zum Beispiel das Taurus-System und diese Waffe zerstört die Krim-Brücke, die dann in sich einkrachen würde, im Worst-Case Szenarium mit 150 Touristen auf dem Weg in den Urlaub auf dieser Brücke tödlich verletzt, dann würde ich dem Tenor von Sönke Neitzel widersprechen, dass unsere Städte dann keine Angst vor russischen Raketen zu haben brauchen. Ich denke da sollte mal die Angst beim Namen genannt werden.

Gibt es dazu eine feste Regel, die das besagt?

Mir geht es in diesem Thread darum, eine verrohte Weltlage nicht als solches stehen zu lassen. Und an der Stelle sehe ich die BRD in der Hauptverantwortung, nicht darin:

Gleichzeitig können wir über Abschreckung, und dadurch bedingte Aufrüstung reden. Aber die Zielvorgabe sollte sein, die Welt insgesamt sicherer zu machen, dann und das war in der Sendung auch angesprochen, werden wir in der Welt auch so wahrgenommen.

Schon im ursprünglichen Thema fand ich diese Wortwahl dämlich und beim zweiten Thread wird es nicht besser. Ich weis überhaupt nicht, was dieses Wort bedeuten soll? Es ist jedenfalls ein plumper Versuch von Framing. Und es stimmt nicht.
Ich glaube die Gesellschaft in Deutschland war noch nie so sensitiv gegenüber Gewalt wie heute.

Es geht nicht um Blindheit es geht auch nicht um Angst, wie Herr Lanz fragte und blöder weise auch noch eine Antwort bekam. Ich hätte nein geantwortet und auch Frau Dröge hat auf eine Frage geantwortet, die gar nicht gestellt wurde: „Ist ein Angriff auf Deutschland oder die EU durch Russland eine reale Gefahr?“

Ich sage nein. Wenn die EU angegriffen wird, gibt es hier bei uns genügend weitreichende Systeme die vermutlich in ganz Russland einschlagen können. Warum sollte Putin so etwas anfangen? Mit welchem Ziel?

Es geht mir in diesem Thread nicht um die Sensibilität gegenüber der Gewalt nach innen. Gegenüber der steigenden Willkür der Anwendung der Gewalt nach außen scheinen wir allerdings, was führende Politiker betrifft, der Gewalt weniger besorgt um unsere Gesellschaften gegenüberzustehen, wie noch vor Jahrzehnten. Alleine der Umstand, dass wir in der Menge noch nie Waffen, in eine Kriegssituation geliefert hatten, zeigt dieses schon.

Das gilt in einem noch höheren Maße für andere Staaten, aber bis vor einiger Zeit waren es zumindest noch die BRD, die zusätzlich zum Begriff, Made in Germany, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch mit einem ordentlichen Maß von Friedensorientierung in internationalen Konflikten aufgetreten waren. Dafür wurden wir in der Welt geschätzt und das hatte uns nach dem 2. Weltkrieg Reputation gebracht.

Putin könnte Angriffe mit konventionellen Raketen damit verbinden, dass er uns gleichzeitig atomar bedroht. Das Ziel wäre, seinen Krieg in der Ukraine für ihn sicher vor unserem Einfluss mit Waffenlieferungen zu machen!

Wir haben festgestellt, wie leichtfertig Israel und der Iran, zuletzt auch die USA, mit Raketenbeschuss aufeinander losgegangen waren - Opfer mit einkalkuliert. Du sagst es ja. Und Russland hat wahrscheinlich nicht ausreichend konventionelle Sprengköpfe mehr…

Baltikum

Ein Zitat sollte eindeutig als solches erkennbar ein, z.B. Anführungszeichen oder noch bisher das entspr. Markup. Fettdruck bedeuet i.A. eine besondere Hervorhebung einer Aussage, aber kein Zitat.

Das kam auch zur Sprache, auch anderswo. Das Ziel Putins könnte die Destabilisierung von EU und NATO sein. Was ist wenn russische Truppen (natürlich alle im Urlaub) in Narva einmarschieren. Werden NATO Truppen dann die russischen Soldaten angreifen, wenn Putin gleichzeitig mit Atom droht? Werden die USA wegen Estland Moskau nuken? Und wenn die NATO stillhält, wie geht es weiter?

Wir müssen also überall die Grenzen so sichern, dass so etwas nicht passieren kann und wenn doch brauchen wir eine jeweils adäquate Antwort (flexible response).

Man kann sich tausend solche Szenarien ausmalen, aber ihr hantiert immer nur mit dem Strohmann eines massiven Angriffs mit Panzerdivisionen. Das wird natürlich nicht passieren

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Ich habe Zweifel, dass @maassand verstanden hat, was mit „gewaltblind“ gemeint war.
Er verwendet ihn jedenfalls völlig anders als er in meinem thread gemeint war.
Und Du sagst, Du weisst nicht, was der Begriff bedeuten soll, sagst aber dann, dass er unrichtig ist und plumpes framing. Wie kannst Du das beurteilen, wenn Du nicht weißt, was das Wort bedeutet?

Um mal zurückzugehen, woher stammt der Begriff:

In Deutschland ist ein Phänomen zu beobachten. Es sieht aus wie Friedenssehnsucht, ist aber eigentlich ein Wahrnehmungsphänomen: Viele können keine Gewalt sehen - sie scheint unsichtbar. Es scheint unvorstellbar, dass ein Mensch einem anderen einfach so bedingungslos Gewalt antut. Wir erkennen so etwas daher nicht als das an, was es ist, und suchen nach Rechtfertigungen. Nach dem Motto: Es wird schon Gründe geben. Man könnte dieses Phänomen Gewaltblindheit nennen.

Darum geht es nicht. Natürlich erkennt jeder, dass es Gewalt ist, wenn A den B schlägt.
Und es wird mehr über Gewalt gesprochen als je zuvor, keine Frage (bis zu dem Punkt, dass es angeblich auch „verbale Gewalt“ gibt).
Aber die Reaktionen darauf sind merkwürdig lahm und mutlos.
Darum geht es.
Gewalt wird rationalisiert und entschuldigt (je nachdem, wer sie ausübt), anstatt dass sie (notfalls mit Gewalt) bekämpft wird.

Beispiel Putins Gewalt:
„Ja, es ist ein Angriffskrieg, OK, aber die Nato hat ihn auch provoziert!“
D.h. die Gewalt wird erkannt, aber um nicht zurückschlagen zu müssen, wird sie rationalisiert und halbwegs legitimiert. Dann muss man nicht kämpfen, sondern nur verhandeln.

Das ist mit Gewaltblindheit gemeint.
Ob der Begriff so geschickt gewählt ist, sei dahingestellt.
Vielleicht sollte man einfach Feigheit sagen.

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Das ist eine sehr simple Sichtweise, die es leicht machen soll, so ein Szenario als unwahrscheinlich abzutun.

ich habe es mehrfach erklärt, @kalo jetzt wieder:
Natürlich wird Putin nicht mit 1000 Bombern und 2000 Panzern Deutschland angreifen.
Er wird irgendeine unklare Operation mit „grünen Männchen“ im Baltikum starten und austesten, ob und wie die Nato reagiert.
Kommt eine harte Reaktion, war es halt ein bedauerliches Versehen.
Kommt keine oder eine pflaumenweiche Reaktion, wartet er 6 Monate und tut dann den nächsten Schritt. Dann ist die Nato aber ohnehin am Ende und er kann tun, was er will.

Warum ist es so schwer zu verstehen, dass das eine reale Gefahr ist?
Niemand riskiert damit einen Atomkrieg, das passiert alles zunächst auf einem niedrigen Eskalationsniveau.

Siehe schon hier, November 2024:
https://das-gruene-forum.de/t/wie-geht-es-in-der-ukraine-weiter-bzw-fortsetzung-von-diesen-krieg-kann-keiner/4366/179?u=lawandorder

„Russland bereitet sich auf einen Krieg mit dem Westen vor“, sagt BND-Chef Bruno Kahl. Möglich sei ein begrenzter russischer Angriff, mit dem Ziel, die Nato zu zerstören.
"Mit einem großflächigen Angriff auf die europäischen Nato-Länder ist laut Kahl dabei nicht zu rechnen. Russland könnte demnach eher versuchen, die im Nordatlantikvertrag festgeschriebene Beistandsverpflichtung auszuhebeln – und das westliche Bündnis damit scheitern zu lassen.

Russland zweifelt laut BND an Bestand von Nato-Artikel 5

Kahl zitierte Einschätzungen des BND, wonach hochrangige russische Regierungsvertreter inzwischen Zweifel daran hegen, „ob die Beistandsverpflichtung nach Artikel 5 im Ernstfall halten würde“.

Als mögliche Szenarien nannte Kahl einen kurzen Angriff auf die norwegische Arktisinsel Spitzbergen zur „territorialen Geländebereinigung“ oder eine begrenzte Intervention mit „kleinen grünen Männchen“ in baltischen Staaten unter dem Vorwand des Schutzes russischer Minderheiten. Russland gehe es um ein Scheitern der Nato als Verteidigungsbündnis, sagte Kahl. „Das wäre aus russischer Sicht erreicht, wenn der Artikel 5 bei einem Angriff ohne Wirkung bliebe."

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und Du glaubst, dass die Weltlage sich dadurch ändert, dass Du sie „nicht stehen lässt“?
Du beschreibst selber die Tatsache, dass weltweit zunehmend mit Gewalt agiert wird, plädierst aber dann dafür, dass wir das ignorieren sollen und weiter so tun sollen, als wäre die Welt noch wie vor 10 oder 30 Jahren.

Das ist vorsätzliche Gewaltblindheit im Sinne meines threads, vom Feinsten.
Du schaust die Welt an, sie gefällt Dir nicht, also ziehst Du Dir die Mütze über die Augen.

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Das ist einfach: unklare Bedeutung meint, dass ich nicht weiß, was die Autoren der Beiträge mit diesem Wort sagen wollten. Unter den ersten Google-Treffern, ist dieser hier:

Aber auch diese über Verschwörungen:

Oder diese über Wissenschaft: Gewalt macht blind - DER SPIEGEL

Also finde ich den Begriff „gewaltblind“ blöd. Nicht mal meine Rechtschreibkorrektur kommt damit zurecht. :slight_smile:

Das ist keine Antwort auf die Frage nach dem Ziel. Das beschreibt nur die mögliche Art des Angriffs!

Israel, welches von einem rechtsradikalen regiert wird, hat den Iran angegriffen und der Möchtegerndiktator der USA hat dann geholfen. Die sind nicht „aufeinander losgegangen“.
Und Netanjahu hatte ein klares Ziel, welches er auch erreicht hat: Von den verhungerten Palästinensern im Gazastreifen abzulenken.

Ein Angriff würde eher das Gegenteil erreichen.

@maassand könntest du bitte den Titel ändern, sonst ärgere ich mich jedes Mal, wenn ich hier antworte.

Ein großer Angriff: ja. Kleine Nadelstiche schon. Stell dir vor, Estland beruft sich wegen Varna auf Artile 25 und niemand kommt zur Hilfe, weil alle sagen: nur keine Eskalation. Dann wäre es vorbei mit der Glaubwürdigkeit.

Übertreibst du da nicht etwas? Verhungert sind Leute im Biafrakrieg. Aber in Gaza? Hab ich noch keine Bilder gesehen.
Kennst du den alten Witz: Was macht ein Biafrakind, wenn es vom Baum fällt?

Welcher Beiträge (Plural)?
der erste (n-tv) ist der einzige Beitrag, in dem das Wort vorkommt.
Es ist der Beitrag, den ich in meinem thread verlinkt habe, und den ich hier oben wieder verlinkt habe. Darin wird erklärt, was mit dem Begriff gemeint ist.
Ich bin sicher, dass Du das verstehen kannst. Es ist gut erklärt.
In den anderen von Dir gegoogelten Beiträgn kommt das Wort „gewaltblind“ gar nicht vor.
Warum suchst Du dort die Bedeutung?
Wenn Du bei der Sachlage nicht weißt, was mit dem Wort gemeint ist, kann ich das nur auf Deinen Unwillen zurückführen, Dich mit dem Begriff zu befassen.
Da kann außer Dir niemand was dafür.

Das habe ich verstanden.
Aber was soll der Rest der Welt damit anfangen?
Entweder Du versuchst, den Sinn des Begriffs trotzdem zu erfassen, oder Du ignorierst das Thema.
Oder Du schlägst einen besseren Begriff für dasselbe Phänomen vor.
Den Inhalt bewusst nicht zur Kenntnis zu nehmen, aber dennoch ein Urteil zu fällen, finde ich … sagen wir: widersprüchlich.

Das habe ich noch zu dem Thema gefunden:

Worin sich eine Haltung offenbart, der es weniger um die Selbstbehauptung oder gar den Sieg der Ukraine geht. Und die sich die Folgen eines russischen Siegs einfach nicht vorstellen mag. Wichtiger ist die Bewirtschaftung des eigenen guten Gewissens, wichtiger ist die Friedensrhetorik, mit der man Wähler zu gewinnen hofft.

Und hier ein „gutes“ Beispiel für Gewaltblindheit. Der Soziologe Hartmut Rosa findet die Ausssicht Gewalt anzuwenden, um sich zu verteidigen „verstörend“. Vermutlich würde er am liebsten mit Wattebällchen auf einen Aggressor werfen. Nur niemanden verletzen.

„Wenn eine Gesellschaft sich entscheidet, kriegstüchtig werden zu wollen, dann muss sie ihr Verhältnis zur Gewalt auch ändern. Genaugenommen muss sie Tötungsbereitschaft herstellen. Wenn ich sage kriegstüchtig kommt da ein Aggressionsmoment ins Spiel, eine innerliche Umkehr in der Bereitschaft zu töten und zu verletzen und zu zerstören und zu verstümmeln, die ich sehr verstörend finde und die natürlich die potentiell andere Seite, die anderen Seiten auch als eine Aggressionshaltung interpretieren müssen“, erklärt Hartmut Rosa.

Aus der letzten Sendung ttt

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Erstaunliche Aussagen.

  • Krieg setzt Tötungsbereitschaft voraus.
  • Beim Krieg kommt ein Aggressionsmoment ins Spiel, eine Bereitschaft zu töten und zu verletzen.

Aggression, Töten, Verletzten - das ist geradezu die Definition des Krieges.
Wie kann dieser Zusammenhang jemanden verstören? insb., wenn er sich scheinbar beruflich mit dem Thema beschäftigt.
Hat er bislang geglaubt, Kriege fänden gewaltlos statt?
Diese Aussagen sind schwer zu verstehen, und ebenso schwer fällt es mir, sie ernst zunehmen.
Ich weiß gar nicht worauf er hinaus will.

Hartmut Rosa hat Recht: Eine Gesellschaft verändert sich, wenn Töten für Verteidigung wieder in das Bewusstsein gerät. Man zahlt auch einen psychologischen Preis für die Verteidigungsfähigkeit, und das läuft nicht unter „ferner liefen“. Es ist nicht einfach, Menschen zu Soldaten zu machen, davon kann @Dorfprojekt-Sarnow berichten. Und wenn der Fall wirklich eintritt, so ist auch der psychologische Preis gerade bei den Soldaten sehr hoch.

Allerdings ist der Wille, sich zu verteidigen, nicht zu verurteilen. Schon bei Selbstverteidigungskursen für Frauen ist der größte Schritt, diesen Willen zu wecken und es sich zu erlauben. Viele sehen es als „verboten“, oder sie kennen schlicht nicht diesen Teil in sich, der sich mit allen Kräften zur Wehr setzt. Dieser Teil kann beängstigend sein, und man muss lernen, ihn zu steuern. Das anzunehmen verändert einen Menschen, aber nicht unbedingt zum Schlechten. Das scheint H.Rosa fälschlicherweise anzunehmen.

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So pauschal möchte ich das nicht stehen lassen. Mit dieser Aussage hat er nicht Recht:

die natürlich die potentiell andere Seite, die anderen Seiten auch als eine Aggressionshaltung interpretieren müssen

Wenn man sich kriegstüchtig zur Verteidigung macht, muss das niemand als Aggression interpretieren. Er versucht hier, die russische Haltung mit der europäischen Haltung auf die gleiche Stufe zu setzen. Das ist rhetorisch unredlich und ich vermute, dass weiß er ganz genau.

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