Liebe Mitdiskutierenden!
Deutschland ist gewaltblind? Viele kennen wahrscheinlich den Thread, der vor einiger Zeit hier zur Diskussion eröffnet wurde. Bestimmt stand dahinter die Intention, dass wir aus Deutschland zu blauäugig auf die veränderte, von neuen Kriegen in Nahost und in der Ukraine geprägten Weltlage schauen!
Neues Nato-Ziel auf 5 %. 3,5 % in die reine Verteidigung, 1,5 % in die militärische Infrastruktur? Ist das gut? Findet Ihr das gut? Kommt es nur noch drauf an, dass die Kriegsbereitschaften Anderer an uns herangetragen werden.
Hierzu die Aussage von der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katharina Dröge vor ein paar Tagen im TV bei Markus Lanz:
In seiner Sendung offenbarte Markus Lanz, dass ihn eine Frage schon seit längerer Zeit umtreibt. „Haben Sie Angst vor Krieg, Frau Dröge?“, wollte der ZDF-Moderator wissen. Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge antwortete ehrlich: „Es wäre aus meiner Sicht sehr unvernünftig, diese Sorge nicht zu haben. Das ist eine reale Bedrohung, die Russland ausspricht.“
Wenn Ihr wollt, könnt ihr selber in die Quelle schauen:
„Haben Sie Angst vor Krieg?“: Grünen-Politikerin schockt Lanz mit Antwort | WEB.DE
Lanz reagierte sichtlich überrascht und hakte nach, ob die Politikerin tatsächlich Angst vor einem Raketenangriff auf Deutschland habe. Dröge nickte: „Natürlich habe ich diese Sorge!“ Die Grünen-Politikerin weiter: „Wenn man Putin ernst nimmt mit dem, was er sagt, (…) dann sagt er uns, dass er nicht vorhat, bei der Ukraine Schluss zu machen.“
Ich musste ein wenig recherchieren, um die ganze Aussage des Ex-Diplomaten Andreas Reinicke dazu zu finden:
Diese findet ihr in dieser zweiten Quelle:
(Grünen-Chefin macht Lanz mit Kriegs-Aussage sprachlos)
Ex-Diplomat Andreas Reinicke sah dies etwas gelassener. Er teilte zwar die generelle Sorge, stellte jedoch klar: „Ich finde den Begriff Angst nicht gut. Deswegen würde ich auch nicht von Kriegsangst sprechen.“ Laut Reinicke sei ein Krieg zwar denkbar, er plädierte jedoch für mehr Selbstbewusstsein: „Das kommt auf uns zu - (…) damit können wir auch umgehen.“
Ich fand die Aussage von Andreas Reinicke passend, weil sie lösungsorientiert ist.
Das alles als Kontext zur aktuellen Politik. Friedrich Merz gewinnt in der Bevölkerung an Zuspruch. Klare Aussagen, eine lockere Umgangsform auf dem internationalen Parket, die man vom Altkanzler Olaf Scholz nicht kannte. Aber der Konflikt um Gaza war lokal einzuordnen gewesen, der Konflikt in der Ukraine ebenfalls.
Der Krieg zwischen dem Iran und Israel, und die Herangehensweisen der Politiker heute, von Friedrich Merz über Mark Rutte, über Peter Hegseth, Donald Trump, Benjamin Netanjahu bis Wladimir Putin erkennt heute einen Militarismus als normal an. In dem Sinne spricht sich auch unser neuer Kanzler in den letzten Wochen so aus!
Sind wir daher gewaltblind?! Ein solcher Militarismus ist auf den Schlachtfeldern alles andere als normal. Die Zerstörungen und die Opfer in der Zivilbevölkerung sind anders als normal.
Das Weizmann-Institut für Wissenschaften in Rechovot, Israel, wurde bei einem iranischen Raketenangriff beschädigt. Mehrere Gebäude auf dem Campus wurden in Mitleidenschaft gezogen, darunter Labore, wichtige Geräte und Unterlagen. Es gab keine Verletzten, laut Deutschlandfunk und tagesschau.de.
Eine Meldung aus dem Krieg in Israel, die nicht nur als einfache Pressemeldung abgetan werden darf. Sollte es nicht die Hauptaufgabe der BRD sein, aus dem 2. Weltkrieg heraus und in der Wiedervereinigung gewachsen, die Welt, aus der derzeit verrohten Weltlage wieder friedfertiger zu machen, anstatt sich in Sachen Militarismus an die Spitze, auf Platz 2 hinter den USA begeben zu wollen? Wäre es dann nicht mehr wert, die BRD zu verteidigen? ES kommt dabei auf die Schwerpunktsetzung an und diese ist aktuell falsch!
Ich glaube, dass wir in der Bevölkerung gewaltbind sind, aber nicht in dem Sinne, dass wir blauäugig uns noch im Frieden sehen, sondern weil wir die Konzentrationen auf den neuen Militarismus in einer unbequemen Weltlage unterschätzen.