Verteidigen mit oder ohne Waffen

Anregung und Lage:

Ich bin gerade in einer freiwilligen Mitlebezeit innerhalb einer katholisch ausgerichteten Gemeinde. Innerhalb dieser Gemeinde wird energisch und kontrovers über Waffenlieferungen diskutiert, und es gibt Mitte November wieder einen Diskussionsabend: „Verteidigen - mit oder ohne Waffen.“

Ich bin der Meinung, dass wir „Verteidigen ohne Waffen“ anders verstehen müssen, als Soldaten mit weißen Friedensfahnen, die einen einstweiligen Waffenstillstand herstellen. Verteidigen wir uns nicht selber und die Ukraine im kompletteren Sinne als nur mit dem Zuliefern von Waffen und dem Aufbau militärischer Infrastruktur, wenn wir aus unserer Freiheit ein Stück für die Ukraine abschneiden?

Hierzu Anregungen:

Scholz im Sommerinterview: Kanzler über Verhandlungen im Ukraine-Krieg – „zügiger zum Frieden kommen“

Quelle: Scholz im Sommerinterview: Kanzler über Verhandlungen im Ukraine-Krieg – „zügiger zum Frieden kommen“ (merkur.de)

Dabei sollte eine künftige Friedenskonferenz mit Russland stattfinden. Darüber sei er sich mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj einig.

Man höre Erklärungen aus verschiedenen europäischen Ländern. „Aber wir hören dazu nichts aus dem Land, das diesen Prozess steuert, das den kollektiven Westen dirigiert“, sagte Peskow mit Blick auf die USA.

Ich glaube keiner wünscht sich, wenn demokratisch ausgerichtet, einen Wahlsieg Trumps im Spätherbst. Ist es nicht gerade jetzt die Aufgabe der BRD, und können die Grünen nicht mit dieser Intention mitgehen, die verfahrene Situation zischen den USA und Russland, im Sinne der Ukraine und Europa zu lösen, um einen Friedensprozess abzubilden, der rote Linie für die von Scholz und Selenskyj angesprochenen Verhandlungen mit Russland sein kann. Letztendlich wäre das Aufrichten eines nachhaltig angelegten Friedensprozess ein Mehrgewinn für Alle, auch für die USA.

Ich freue mich auf Meinungen von Euch :slightly_smiling_face:

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Und was ist das wenn du darauf nicht weiter eingehen möchtest ist auch okay aber dann lass es bitte weg.

Zum Thema

Die Ukraine nicht weiter zu unterstützen bedeutet was?
Es bedeutet das Aufgeben dieses Landes mit dem Resultat dass die Kultur der Ukraine verschwindet die Sprache verschwindet die Bevölkerung rusifiziert wird zwangserzogen etc.
das kommt einem Genozid gleich.
Das ist zum einen kein Frieden und zum anderen unvereinbar mit christlichen Werten.
Kultur wie diese…
https://das-gruene-forum.de/t/songs-die-menschen-verbinden/2190/21?u=matthias
Extrem Themen nah siehe ab 37:22 und ließ auch was im Video geschrieben steht.

Wie man in Publikum und der Jury übrigens sehen kann waren die Ukraine in großer Zahl zu dieser Zeit bereits durch die Geschehnisse ab 2014 schon traumatisiert.
Dadurch entstand auch ein sehr starkes Nationalbewusstsein.

Naja, der Hintergrund ist wirklich eher privat. Aber der Umstand, dass ich in einer Kirchengemeinde bin, und die das Thema diskutiert, ob man mit Waffen oder anders verteidigen kann, ist ja deswegen interessant, weil es in der Gesellschaft selber einen Stellenwert hat (ich glaube es gibt in dieser Gemeinde auch Gläubige, die für Waffenlieferungen plädieren) und vorrangig ging es mir um das Thema für die Diskussion im November in der Kirchengemeinde, als Neuauflage bereits energischer Kontroversen, wie ich hier mitbekam, in jüngster Vergangenheit:

„Verteidigen ohne Waffen“

Denn das klingt erstmal unlogisch.

Nicht dann, wenn die BRD und die USA, die Ukraine nicht alleine lassen. Ich finde das Diskussionsthema der Gemeinde ist weltlich und durchaus auf die Grünen übertragbar.

Dafür plädiere ich nicht. Ich bin nicht dafür, die Ukraine im Stich zu lassen. Es geht um die Freiheit und Feinheit dessen, wie man sich außer Waffen auch verteidigen kann, wenn wir uns 1:1 an der Seite der Ukraine sehen.

Dem widerspreche ich nicht. Aber ich habe die Auffassung, dass wir erstmal über uns und die eigentlichen Vorteile unser Demokratie nachdenken sollten, um dann aus dem Mehrgewinn der Erkenntnisse, dass es uns gut geht, wir in einem freiheitlichem System uns befinden, in einer weitestgehend gelebten Demokratie zuhause sind, mit den USA eine politische Lösung zusätzlich zu den Waffenlieferungen anzustreben. Diese sollte gut für die Ukrainer und diskutabel für den Kreml sein.

Hinsichtlich unserer starren Haltung, Waffenlieferungen bis zum bitteren Ende für den Kreml, bis zum bitteren Ende für vielleicht doch die Ukraine, oder für wenn dann zusätzlich, habe ich diesen Berichtsauszug einzubringen:

Der Westen müsse aufpassen, nicht andauernd „neue rote Linien“ zu überschreiten und schließlich an einen „Point of no Return“ zu kommen.

Interessant für mich dabei ist, diese Aussage auf Sicht des Westens. Diese (vom ehemaligen Generalinspekteur der Bundeswehr, Kujat), ist ja nicht geprägt durch irgendwelche Drohungen Moskaus, sondern beschreibt eine Annäherung an eine Kriegsbeteiligung des Westens, weil der Westen letztendlich Entscheidungen treffen könnte, die dem Westen selber signalisieren könnten, dass ein Krieg der NATO an der Seite der Ukraine gegen Russland, die einzig wahre Lösung sein muss.

Quelle: Kujat warnt vor Lieferung weitreichender Waffen an Kiew (msn.com)

Zur Person: Harald Kujat – Wikipedia

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Ich wollte die Gemeinde nicht erwähnen, wo ich bin, weil ich nicht weiß, ob diese das gut fänden. Aber was ich mache - ist so etwas wie eine freiwillige Ordenszeit. Meine Mitlebezeit für einen Monat, ist über einen Orden entstanden, nachdem ich für drei kurze Zeiten, innerhalb von etwa zwei Jahren, Gast in einem Kloster gewesen war.

Meine Anregung zu dem Thema „Verteidigen mit oder ohne Waffen“ kommt aus dem Musikalischen. Das Lied kam heute hier in der Gemeinde, in der ich zurzeit bin, bei der Abendmesse vor:

Da berühren sich Himmel und Erde (youtube.com)

Interessant ist der Text:

Da berühren sich Himmel und Erde Text

1 Strophe. Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen, und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns, da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns.

„Wo Menschen sich vergessen“: Der erste Impuls ist natürlich der, Russland ist schuld - und den finde ich auch richtig. Ich finde nur auch, man darf diesen ersten Impuls nicht als einzige Basis für eine dauerhafte Lösung der Waffenlieferungen stehen lassen. Sondern man sollte dann über seinen Schatten springen (sich selber vergessen) und Beiden, aus dieser Kriegssituation, also der Ukraine und Russland, heraushelfen und einen Weg zum Frieden anleiten.

  1. Strophe. Wo Mensch sich verbünden, den Hass überwinden, und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich …

Es ginge aus Sicht der USA und des Westens, einschließlich der BRD und der Ukraine darum, sich die Sicht Russlands anzuhören, sich Mühe zu geben, diese Sicht zu verstehen.

  1. Man braucht diese Sicht natürlich nicht selber annehmen.
  2. Verbünden, kann erstmal nur heißen, Punkte der Annäherung zu suchen und diese Punkte in den Vordergrund zu stellen.

Ich hatte von der Absichtserklärung der Nato-Russland-Grundakte gesprochen. Wofür hat man denn 1997 eine solche Grundakte geschaffen, wenn sie nicht Bestandteil einer solchen Auseinandersetzung - wie jetzt wird, wofür sie genau gedacht gewesen war.

Text: Thomas Laubach, Musik: Christoph Lehmann © tvd-Verlag Düsseldorf

Quelle: Gemeindelied / Kirchenlied: Da berühren sich Himmel und Erde Playback (musikundfilm.com)

Da eine Kirchengemeinde immer eine Kombination aus dem Religiösen und dem Weltlichen ist, finde ich, sollte man als Grüne das Ohr an dem anlegen, was aus der Gesellschaft kommt, in denen Kirchengemeinden u.a. immer noch Orte des sozialen Miteinander, Treffen der unterschiedlichsten Gesellschaftsmitglieder sind. Die Gesellschaft ist nicht dumm und macht sich genauso, wie die Politiker, zu diesem Allerweltsthema, Krieg und Frieden, ein Meinungsbild. Es beschäftigt die Gesellschaft, die von den Politikern vertreten wird. Es ist überhaupt nicht so kompliziert, wie z.B. das Thema Klima.

Und was möchten unsere Politiker für die deutsche Gesellschaft mit Blick auf den Angriffskrieg Russlands in der Ukraine?

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