Wachstumschancengesetz - auch für die Kommunen?

Wachstumschancengesetz: Städte und Gemeinde befürchten hohe Steuerausfälle - Politik - SZ.de (sueddeutsche.de)

Ich hatte vor einigen Monaten eine Steuer auf gehobene Waren vorgeschlagen und mich dabei auf die Mehrwertsteuer bezogen. Dieses hatte zwar Anklang gefunden, aber fast nur Zweifel hervorgehoben. „Wenn Händler Waren anpreisen, werden Sie wohl kaum freiwillig, denn das war mein Plan, Waren mit einem erhöhten Mehrwertsteuersatz auszeichnen.“ Das war eines der Hauptargumente gegen eine freiwillige höhere Mehrwertsteuer. Freiwillig deshalb, weil außerhalb einem praktikablen Ausschluss von bestimmten Waren für so eine Steuer, nicht staatlich festgelegt werden kann, welche Waren nun gehobene Klasse haben.

Dieses könnte nur der Handel alleine festlegen und auch von Zeit zu Zeit verkaufsstrategisch variieren.

Meine neue Idee wäre eine Investier-Basis- Steuer auf gehobene Waren zu ermöglichen, für einen vitalen Finanzkreislauf, von denen die Kommunen unabhängig einer wirtschaftlichen Gesamtlage profitieren, für Ausgaben, wichtig für Bündnis 90/ Die Grünen, aber auch für SPD und FDP, in kommunale Bildungseinrichtungen, Kultureinrichtungen, Sozialeinrichtungen.

Steckenpferd sind für mich immer Aufwertungen bestimmter Stadtquartiere durch Stadtbegrünung, Kühlung über Wasserverdunstung durch Brunnenbetrieb und kleine Wasserläufe in den Gemeinden und Städten, Ruhebänke, ansprechende, angenehme und sicherheitsgebende Illumination. Teilweise vereinigen sich private Geschäftsinhaber bereits in sogenannten BID´s um das Umfeld eigener Geschäfte angenehmer zu gestalten, Fördertöpfe der Kommunen würden dafür zusätzliche Möglichkeiten geben.

Quelle: Business Improvement District – Wikipedia

Es braucht also Geld in den Kommunen, gerade wenn zukünftig Gewerbesteuereinnahmen noch zusätzlich zu den Bedarfen, die es bereits heute gibt, wegfallen. Die Mehrwertsteuer ist eine Steuer, die den Mehrwert innerhalb der Kette des entstehenden Endproduktes abgreift und am Ende vom Endkonsumenten alleine gezahlt wird. Die Mehrwertsteuer gehört zu allen Steuern, die dem Nonaffektionsprinzip unterliegen. Das ist das normale Wesen einer Steuer.

Durch die finanziellen Auswirkungen auf alle Bürger und die komplexe Steuergesetz­gebung sind Steuern und andere Abgaben allerdings ein fortdauernder politischer und gesellschaftlicher Streit­punkt.

Quelle: Steuer – Wikipedia

Eine Investier-Basis-Steuer würde nach meinen Vorstellungen aus dem Prinzip der Non-Affektion heraustreten und zum Zusammenhalt der Gesellschaft auf Basis der Vitalisierung der Kommunen als Lebensmittelpunkt aller Bürger beitragen. Ich sehe das durchaus als Konkurrenz zu einer schwierig umzusetzenden und auf Länderbasis nur umzusetzenden Vermögenssteuer.

Der Vergleich zur Luxussteuer in dem Zusammenhang ist nicht zutreffend, da ähnlich wie bei einem gesellschaftlichen Engagement für Spenden bei einer Investier-Basis-Steuer der Deal zwischen Händler und Konsument für ein gesamtgesellschaftliches Engagement in den Vordergrund treten würde. Aus Wikipedia Luxusteuer ( Luxussteuer – Wikipedia ) habe ich allerdings eine Einschätzung zu dem marktwirtschaftlichen Effekt gefunden, die eine Investier-Basis-Steuer (Investier an der Basis) haben würde. Und mit meinem Verständnis für Marketing würde ich dem zustimmen.

Zitat: Der Nutzen des Luxusguts ist es, dass Luxuswaren so teuer sind, dass sie sich nicht jeder leisten kann. Damit führen Preiserhöhungen nicht zwingend zu einer Reduzierung der Nachfrage: Der Status des Käufers steigt durch den Erwerb, weil das Luxusgut teurer geworden ist, und damit steigt die Nachfrage.

Gerade Letzteres würde meinen Vorschlag nicht gegen das Wachstumschancengesetz stellen, sondern sogar mit zum Wirtschaftswachstum sowohl bei Ausgaben auf kommunaler Ebene beitragen, wie auch durch einen zusätzlichen Impuls für den Handel mehr Wachstum bringen.

Denn Sinn sehe ich auch in einem dauerhaften, äußerlichen wirtschaftlichen Einflüssen ausgesetzten, vitalen, daher wehrhaften Finanzkreislauf, der uns in der BRD ein Stück wirtschaftliche Unabhängigkeit von z.B. dem Außenhandel oder wirtschaftlichen Krisen bringen würde.

Mit dem Wachstumschancengesetz werden zielgerichtete Maßnahmen ergriffen, die die Liquiditätssituation der Unternehmen verbessern und Impulse setzen, damit Unternehmen dauerhaft mehr investieren und mit unternehmerischem Mut Innovationen wagen können. Dies ist wichtig, um die Transformation unserer Wirtschaft zu begleiten sowie die Wettbewerbsfähigkeit, die Wachstumschancen und den Standort Deutschland zu stärken.

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Gesetzestexte/Gesetze_Gesetzesvorhaben/Abteilungen/Abteilung_IV/20_Legislaturperiode/2023-07-17-Wachstumschancengesetz/0-Gesetz.html#:~:text=Mit%20dem%20Wachstumschancengesetz%20werden%20zielgerichtete,unternehmerischem%20Mut%20Innovationen%20wagen%20können.

Auf dieser Seite befinden sich auch der Referentenentwurf und der Regierungsentwurf.

1-Referentenentwurf (1).pdf (1,3 MB)

2-Regierungsentwurf (1).pdf (1,3 MB)

Aus obigem Link:
Mit einem Bündel von Maßnahmen will die Bundesregierung die Wirtschaft ankurbeln, Bürokratie abbauen und den Klimaschutz vorantreiben. In den Kommunen wächst die Sorge, den Preis dafür bezahlen zu müssen.

Leider wäre es nicht das erste Mal, dass Entscheidungen der Bundesregierung die Kommunen in Schwierigkeiten bringen.

Ja, das stimmt, gefühlt klagen Kommunen über Geldknappheit bereits jahrzehntelang.

Aber warum sollte dort, wo das Leben stattfindet, immer wenn die Wirtschaft Belebung braucht, gespart werden?

Deshalb meine Steueridee. Ich stelle mir immer den reichen Ostsee-Urlauber vor, der sich in seinem Urlaub eine tolle Anschaffung leisten möchte. Der würde auch bei ein paar Prozent mehr den Kaufpreis bezahlen, vor allem wenn er weiß, es ist für eine gute Verwendung.

Möglich wäre es doch diese Idee noch dem Wirtschaftschancengesetz zuzuführen, damit einerseits noch ein weiterer Impuls für den Handel entsteht und anderseits Kommunen durch den dauerhaften Wegfall von Gewerbesteuereinnahmen, trotzdem dauerhaft gestärkt werden.

Ehrlich gesagt, ist der Regierungsentwurf noch so unbestimmt, dass man sich kein richtiges Bild machen kann. In anderen Teilen betrifft es stuerliche Elemente, deren wirtschaftliche Auswirkung ich nicht beurteilen kann.

Ist für mich nicht nachvollzeihbar. Welche Produkte ? welche Händler? welche Kunden und wieso soll damit die Nachftrage unverändert sein?

Nochmal kurz die einzelnen Begriffe, gerade weil es neu wäre:

Welche Produkte = gehobene Waren
Welche Händler = alle die nur oder auch gehobene Waren, Güter an Endkonsumenten verkaufen, z.B. die teure Segelyacht, der besonders hochwertige Brilliant für die Ehepartnerin etc.

Unveränderte Nachfrage: Wenn ein Konsument mit gutem Einkommen nicht auf den letzten Cent schauen muss, und für gehobene Waren ein bisschen mehr zahlen muss, ist nicht davon auszugehen, dass er die Ware dann nicht mehr kauft, während jemand mit geringerem Einkommen weniger finanziellen Spielraum hat und er dann gewisse „teure“ Produkte nicht mehr kaufen würde.

Konsument mit niedrigem und mittleren Einkommen: Preise steigen, Nachfrage geht zurück.

Konsument mit hohem und sehr hohem Einkommen: Preise steigen, Nachfrage bleibt konstant oder steigt sogar an.

Hierzu mein Zitat aus meinem vorherigen Beitrag:

  1. Nach meinem Vorschlag, einer Investier-Basis-Steuer auf gehobene Waren, die einer gesamtgesellschaftlichen Verwendung zu Gute kommen würden, gebe es einerseits eine Verstärkung des Status des Käufers, weil er würde sich in seinem Status befindlich (weiß, dass er nicht auf den letzten Cent gucken muss, sogar gut betucht ist) mit dem Kauf wohl fühlen.

  2. Über die Zeit würde sich so eine an die Verwendung in den Kommunen geknüpfte Steuer etablieren und würde die Nachfrage, der oberen Einkommensbevölkerungsschichten, fortwährend in einem wetterfesten, unabhängig zu anderen wirtschaftlichen Einflüssen, gestandenen Kreislauf, insgesamt ankurbeln, so dass auch marktwirtschaftliche Einflüsse, bessere Umsätze und höhere Preise, unabhängig von einer solchen Steuer ermöglichen würden.

  3. Vom gesamtgesellschaftlichen Engagement würden die Konsumenten selber profitieren. Zum Beispiel hatte ich die Illumination, sicherheitsbringend, in unseren Innenstädten u.a. Aspekten erwähnt. Wenn der Ehemann mit seiner Gattin hoffentlich auch durch fähiges und angenehm nettes Sicherheitspersonal einen angenehmen Aufenthalt in den ÖPNV-Zügen aus der Vorstadt auf dem Weg zu Oper hat und aussteigt, sollte er sich sicherer fühlen. Daher würde diese Steuer nicht wie gewöhnlich als Last bezeichnet werden können, sondern eher ein Beitrag für mehr Lebenswertgefühl aller in der Gesellschaft, insbesondere auch für den Konsumenten.

Der meistens als Steuereintreiber verstandene Gesamtstaat (im Grunde sind wir das doch alle), wird damit sozusagen auf den Kopf gestellt. Steuern können ja, oder sollten im Grunde auch was Gutes bewirken können.

War dieses die Denkbarriere bei Dir, oder die Sache mit der Nachfrageentwicklung bei höheren Preisen?

Zu dem Wachstumschancengesetz: Es ist bereits geplant, siehe den Bericht der SZ, dass die U. im Bereich der Gewerbesteuer Entlastungen zu erwarten haben, was aber die Kommunen vor Finanzierungsschwierigkeiten stellen würde. Wie die Finanzlagen der Kommunen insgesamt zurzeit in der BRD sind - müsste jemand anderes referieren?

Es ist auch nicht logisch.
Wir hatten das Thema schon mal, da hieß die Steuer noch anders, glaube ich.
@maassand glaubt, dass wohlhabende Menschen einfach freiwillig mehr zahlen für bestimmte hochwertige Güter, weil sie damit ihr Renommee oder ihr Selbstwertgefühl steigern.
Aus diesen Mehreinnahmen sollen dann allerlei gesamtgesellschaftliche Wohltaten finanziert werden.
Es sind also letztlich Spenden, nur komplizierter verpackt.

Wir entwickeln ein Modell, bei dem Konsumenten ein auffälliges Gut kaufen, um ein hohes Einkommen zu signalisieren und dadurch einen höheren sozialen Status zu erreichen. Im Gleichgewicht hängt der Signalwert des auffälligen Konsums in identifizierbarer Weise von der Anzahl der Konsumenten ab, und das Konsumverhalten ist entweder durch Snobismus oder Konformismus gekennzeichnet. Die Marktnachfragekurve für das auffällige Gut kann eine positive Steigung aufweisen, wenn die Verbraucher konformistisch sind. Wir leiten einige unkonventionelle politische Implikationen in Bezug auf die Besteuerung von Luxusgütern und die freiwillige Bereitstellung öffentlicher Güter ab.

Quelle: Auffälliger Konsum, Snobismus und Konformismus - ScienceDirect

Also warum nicht?

Von Wohltaten konnte bei meinen Vorschlägen für die Verwendung keine Rede sein. :laughing:

Ich sprach vorher von einer höheren Mehrwertsteuer, da aber die Mehrwertsteuer den Mehrwert, der während einer Produktionskette entsteht, abgreift, wäre das aus meiner Sicht das falsche Signal an die Wirtschaft.

Investier-Basis-Steuer würde bedeuten an der Basis (Kommune, Gemeindeeinrichtungen, urbane Einrichtungen, Verbesserungen von Stadtquartieren, Begrünung, Befeuchtung durch Brunnen, Wasserläufen, mehr Sicherheit durch Beleuchtungen, Spielplätze, auflockernde Gestaltung von Plätzen und Wegen) zu investieren. Es wäre in dem Sinne keine Belastung der Wirtschaft sondern eine Win-Win-Konstellation zwischen Wirtschaft, Konsumenten und den Kommunen.

Wo wohnst Du? Ist in Deiner Kommune, wo Du zuhause bist, alles watcha?

Immer diese Herabwürdigungen auf das Banale! Es wäre mehr als eine Spende. Allerdings sieht man im Advent in den öffentlichen rechtlichen Fernsehen an Hand der Spenden, dass die Gesellschaft nicht habgierig ist. Ein weiteres Indiz dafür, dass eine freiwillige Steuer, als Deal zwischen Händler und Konsumenten, die Diskussionen um eine Vermögenssteuerwiedereinführung je nach Erfolg und Steueraufkommen beenden könnten. Ich finde an dieser Stelle, dass die Politik ruhig mal mehr Marketing für spezielle politische Umsetzungen bei den Bürgern betreiben sollte.

Ich finde diese Idee eigentlich ganz cool, das geht ja auch ganz ohne Gesetze. Man muss nur ein solches Gut auf den Markt bringen, ungefähr so wie eine Wohlfahrtsbriefmarke, und dann den zusätzlichen Erlös in Projekte stecken.

Hast du eine gute Idee für Produkte, die sich dafür eignen?

Dann einfach loslegen mit geeigneten Partnern.

ist keine Steuer, sondern eine Spende.
ist ja auch nicht schlimm, Geld ist Geld.
jetzt musst du halt den porschehändler dazu bringen, dem kunden eine zuzahlung von 1000 euro vorzuschlagen, wenn er ein auto kauft.
zahlbar an die Gemeinde.
aber ohne spendenquittung?
hm …
und du musst dem käufer erklären, warum er das zahlen soll, obwohl er bei einer regulären spende einen steuervorteil hätte.

und der porsche bekommt dann einen aufkleber der besagt, dass der käufer 1000 euro gespendet hat, damit der käufer auch den gewünschten imagevorteil erhält.

das ganze dann noch bei mercedes, cartier, gucci, prada usw.

Vielleicht wäre Beitrag besser?

Der Konsument bekäme den Bon oder die Quittung. Es sollte schon einem Konto des Staates zugeführt werden. Bund, Gemeinde, Länder, wer sich am besten auskennt, wo Geld in den Kommunen gebraucht wird. Am besten können das wahrscheinlich Gemeinden vor Ort und auch die Identifikation wäre dann größer. Der Vorteil für Bund und Länder wäre allerdings, dass die Einkommen unterschiedlich verteilt sind. Den Bürgern von München rechnet man mehr Einkommen zu, als den Bürgern von Castrop-Rauxel, aber vielleicht wird gerade in Castrop-Rauxel mehr Geld gebraucht als in München. Dem Konsumenten wäre das egal, weil die Gesamtbeiträge auf ein Konto des Staates wandern und nach Bedarfsanmeldung der Kommunen verteilt werden könnten.

Der Staat sollte diese Idee mittels Marketing mit Leben füllen.

Jau, so ähnlich wie früher, wenn Du im Phantasialand warst. Finanzier Basis Beitrag und ein Schmetterling am Stadtbrunnen wäre meine Idee!

Beitrag: [regelmäßig] zu zahlender Betrag an einen Verein, eine Organisation, Versicherung u. a.

Der Staat (die BRD) wäre dann die Organisation!

Also ich finde die Idee prima! Und mal ehrlich, die Diskussion um die Vermögenssteuer findet vor jeder Wahl immer mal wieder von links forciert statt, führte aber bisher zu nichts? Finde ich auch unfair, da auf dem Weg zum Aufkommen von Vermögen bereits besteuert wurde. Oft sind auch Lebenswerke dahinter stehend!

Offenbar habe ich vergessen, meine Hirngespinste mit dem Porschekäufer usw. als Ironie zu kennzeichnen …

Muss natürlich schön aussehen, zum Porsche…

Wenn Du da nicht mitmachen würdest weil Du es lächerlich findest, ich gehe davon aus, dass bei einem überlegten Marketing des Staates, einige mitmachen. Die Welt ist nicht so einfallslos wie Deine Phantasie.

Ist irgendwo niedergeschrieben, dass eine Steuer einem Zwang in sich begriffen zur Auferlegung haben muss? Meine Idee war schon, Investier-Basis-Steuer ohne Auszeichnung für den Konsumenten zu etablieren, so dass dieses für bestimmte vom Verkäufer festzulegende Waren Usus werden würde. Der Staat könnte mit Gründen für die Verwendung in Gemeinden und urbanen, städtischen Lebensbereichen Werbung für so eine Steuer machen. Spende oder Beitrag sollte es vom Grundgedanken her nicht heißen. Es sollte schon auch als Eingriff und Lenkung des Staates begriffen werden - nur weniger belastend von der subjektiven Wirkung her, wie herkömmliche Steuern oft empfunden werden. Eine gewisse Verbindlichkeit für den Handel würde Voraussetzung für die Implementierung in unseren Staat in Klimawandelzeiten sein.

Das ist eine sehr gewagte Aussage. Gibt es hierzu Quellen? Preise werden auch im Luxusbereich nicht willkürlich gemacht, sondern kalkuliert. Der Verkäufer versucht immer seine Ware zu einem höchstmöglichen Preis an möglichst vile Kunden zu verkaufen. Es mag sein, dass wenn eine Breitling - Uhr 100- 200 € mehr kosten würde viele sie dennoch kaufen würden, andere überlegen es sich dann aber doch, weil auch viele reiche Leute wirtschaftlich denken ( und auch die Preise kennen) oder man kauft die Uhr dann gleich im Ausland bei dem nächsten Aufenthalt ( ist ja bei Schmuck und Uhren jetzt schon oft der Fall). Ich wüßte jedenfalls nicht, dass die Gesetze des Marktes bei Luxusartikel nicht gelten sollen. Weitere Bedenken hätte ich mit der Bewertung von Statussymbole, weil diese nicht mehr so eindeutig sind und eigentlich eher ein Tremd zum Understatement besteht. ( Vorurteile : Porschefahrer = Raser, der noch nichts von der Klimakrise gehört hat; Tendenz der Smart Watches statt Rolex etc.) Und wenn der Reiche was für das Gemeinwesen machen will, kann er tatsächlich immer noch spenden.

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Ich hatte als Quelle bisher nur, ein Kommentar zu der ähnlich liegenden Luxussteuer (die Luxussteuer war aber nicht mein Ansatz) gefunden, der eine Fußnote in Wikipedia trug.

Hier der Text aus Wikipedia: Der Nutzen des Luxusguts ist es, dass Luxuswaren so teuer sind, dass sie sich nicht jeder leisten kann. Damit führen Preiserhöhungen nicht zwingend zu einer Reduzierung der Nachfrage: Der Status des Käufers steigt durch den Erwerb, weil das Luxusgut teurer geworden ist, und damit steigt die Nachfrage.[14]

Die Fußnote 14 dazu:

Abstrakt

Wir entwickeln ein Modell, bei dem Konsumenten ein auffälliges Gut kaufen, um ein hohes Einkommen zu signalisieren und dadurch einen höheren sozialen Status zu erreichen. Im Gleichgewicht hängt der Signalwert des auffälligen Konsums in identifizierbarer Weise von der Anzahl der Konsumenten ab, und das Konsumverhalten ist entweder durch Snobismus oder Konformismus gekennzeichnet. Die Marktnachfragekurve für das auffällige Gut kann eine positive Steigung aufweisen, wenn die Verbraucher konformistisch sind. Wir leiten einige unkonventionelle politische Implikationen in Bezug auf die Besteuerung von Luxusgütern und die freiwillige Bereitstellung öffentlicher Güter ab.

Ich habe aber ein Denken dazu, was dem gar nicht entspricht:

Das wirtschaftliche Denken der Reichen würde ich gar nicht konterkarieren wollen mit Einführung so einer freiwilligen Steuer und der Frage, diese Steuer beim Kauf einer solchen Breitling-Uhr anzusetzen. Innerhalb dieses wirtschaftlichen Denkens sollte durchaus eine Abwägung den Kaufinteressenten erlaubt sein, möglicherweise sich auch gegen einen solchen Kauf zu entscheiden. Der Wert solcher Waren ist aus meiner Sicht weniger nur der Herstellungswert + Gewinnmarge für den Käufer unter Einbezug marktbezogener Überlegungen. So ein „gutes Stück“ verbinde ich mit einem Stück Lebenswert. Analog verspräche dann die Steuer bei der Verwendung auch mehr Lebenswert. An diesem „mehr an Lebenswert“ durch die Steuer würden die Konsumenten solcher Waren selber Interesse haben, den diese bewegen sich in Gemeinden und Städten, in denen die Lebensqualität mittels dieser Steuer steigen soll. Das wäre ein neuer gesellschaftlicher Deal, den wir, glaube ich fest, brauchen.

Da würde sogar diese Steuer eine Hebelwirkung für mehr Konsum haben, denn dass Understatement (auf Grund einer vielleicht zurzeit wegen der wirtschaftlich schlechten Lage und keinen rosigen Zukunftserwartungen, evtl. auch Reiche mit Sicht auf Ärmere) nimmt diese Steuer bei politischer Umsetzung.

Da gebe ich Dir Recht. Aber damit würde die Gesellschaft nicht wie nach Robert Habecks Redeinhalt (Antrittsrede als vormaliger Parteichef) zusammengeführt, sondern es nur Tropfen auf die heißen Steine gegeben. Es ginge auch darum, der Kölner würde sagen „Leck mich en de Täsch.“, um eine Brandmauer gegen wirtschaftliche Außeneinwirkungen (z.B. Schuldenkrisen, Kriege, Eurokrise, wirtschaftliche Krise) zu errichten und trotz dieser Einflüsse, von denen kann sich der Handel ja auch nicht gänzlich entziehen, einen vitalen Finanzkreislauf hin zu den Kommunen, dort wo das Leben stattfindet, im Staat (respektive in unsere Gesellschaft - der BRD) zu errichten.