Klar finde ich mich da wieder - ich gönne mir auch den Luxus einer privaten Weltenrettung 
Deswegen ist der Impuls, den er da verbreitet, durchaus für mich interessant.
Auch wenn ich das mit alten Tagen (die guten, alte Zeiten eben) vergleiche, stelle ich fest, dass ich noch vor wenigen (ca. 40) Jahren deutlich engagierter war als heute, und das ist nicht dem Alter geschuldet.
Allerdings war es bereits früher so, dass die damaligen Veranstaltungen und Aktivitäten, die ich mitgemacht habe, ähnlich wie heute neben dem Engagement für eine “gute” Sache auch gleichzeitig eine Alibifunktion hatten - wenn auch eine andere als heute.
Wenn ich auf die Frage zurückkomme, wie wir es schaffen, an einem Strang zu ziehen, statt unsere zersplitterten Privatinitiativen durchzuziehen, so ist das eng verknüpft mit der Frage nach dem Verzicht. Auf eine Demo zu gehen (auch bei übelstem Wetter und mies gelaunten Polizisten
ist eben ein geringerer Aufwand (=Verzicht) als einen 3wöchigen Badeurlaub ersatzlos zu streichen.
Allerdings ist mir noch nicht so klar, was denn die wesentlichen Themen wirklich sind, auf die wir uns alle fokussieren sollte, und was dazu die entsprechenden Maßnahmen sind.
Nach meiner eigenen Logik kommt das Klima/die Umwelt als oberstes, da das die Basis für unsere Existenz ist. Das bedeutet in erster Linie für mich (aber auch das ist derzeit nur “Einzelaktion”) Konsumverzicht, bis es ökoverträglichen Ersatz gibt - Beim Strom sind wir da zwar auf einem guten Weg - allerdings gibt es Begehrlichkeiten (wie den elektrischen Individualverkehr) der so viel Strom fordert, wie wir gerne haben würden.
Interessant finde ich auch den Gedanken, der weiter oben (oder an anderer Stelle im Forum schon gepostet wurde) den Verzicht als Bereicherung darzustellen - auch wenn ich das für mich ganz gut hinbekomme, so bin ich offensichtlich der Falsche, wenn es um die Motivation anderer geht
Diese (rel. späte) Einsicht führt dazu, dass ich hier auf einen anderen Messias warte 