jeden Tag überlegt sich die halbe Republik, was man gegen die AfD tun kann.
Ignorieren/Ausgrenzen? „Inhaltlich stellen“? vom Verfassungsschutz beobachten und für rechtsextrem erklären lassen? Verbieten?
Ignorieren hat bisher nicht geholfen.
„Inhaltlich stellen“ ist nahezu unmöglich, weil die AfD-Vertreter in einer anderen Welt mit anderen „Fakten“ leben und an einem rationalen Gespräch nach meinem Eindruck nicht interessiert sind.
Verfassungsschutz etc.: scheint der AfD nicht zu schaden, den Wählern ist es offenbar zunehmend egal, ob die rechtsextrem sind.
Verbieten: scheint politisch nicht zu gehen, wir wissen nicht, ob ein Verfahren Erfolg hätte, und wir wissen nicht welchen Effekt ein Verbot hätte (Argument: die Wähler verschwinden ja nicht usw).
Warum ist das so?
Warum fruchtet das alles nicht?
Warum wächst die AfD, egal was Staat und Gesellschaft versuchen?
Wie erklärt Ihr Euch das?
Oder was sind Eure Hypothesen oder Theorien?
d.h. es gibt aus Deiner Sicht sachliche Gründe für den Erfolg der AfD, nämlich schlechte Politik der Regierung und mangelnde Transparenz (von was? des Regierungshandelns?)?
Wie bereits mehrfach erwähnt würde ich die AFD trotz teilweise berechtigter Kritik an der derzeitgen und den voran gegangenen Regierungen nicht wählen, weil ich denke, dass mit der AFD vieles noch schlechter wird, aber diese ständige allgemeine Fragerei nach den Gründen ist doch irgendwie verpeilt, wenn man die Antworten gar nicht wirklich hören will.
Hier haben wir ja nun die seltene Gelegenheit, mit jemandem zu diskutieren, der/die die AFD tatsächlich wählen würde, wenn es seine/ihre Lieblingspartei nicht auf den Stimmzettel schafft. Diese Gelegenheit würde ich nutzen, ohne diese Person direkt in die Flucht zu schlagen.
Naja, wenn wir davon ausgehen, dass „schlechte Politik“ die Ursache für den Aufstieg der AfD sei, was ist daraus die Konsequenz?
Wie sieht eine „gute Politik“ genau aus? Wenn wir beispielsweise, um langfristig Kosten zu sparen, um diese dann in „gute“/„bessere“ Dinge zu investieren, dann stellt sich die Frage, ob nicht genau durch solche Maßnahmen noch mehr Leute AfD schon gewählt hätten, oder demnächst wählen würden.
Steuern rauf für die Einnahmenseite? schon verliert man die davon betroffenen Wähler, die - AfD-affin - lieber an den Geldern für Ausländer oder Menschen mit Migrationshintergrund sparen würden. Das Problem ist dabei weniger die Frage, wo das Geld landet - als vielmehr die Frage, das es ihnen selbst dann fehlt.
Es bliebe natürlich zu klären, ob man damit mehr Wähler gewinnt als verliert - da bin ich zugegeben pessimistisch, aber das ist eine rein persönliche Einschätzung. Die Frage ist so ein bisschen wie die Frage, warum derzeit ökologische Themen ihren Reiz verloren haben - jeder ist vielleicht noch der Meinung, es müsse etwas getan werden - aber bitte nicht allzu hart und zu sehr bei einem selbst damit anfangen.
Du magst zwar recht damit haben, dass mangende Transparenz mit eine Ursache dafür ist, dass dabei das Vertrauen in etablierte Strukturen schwindet - aber das diese Transparenz nicht nur eine Bringschuld ist, sondern auch eine Holschuld der Wähler - der Souverän sollte schließlich seine Vertreter kontrollieren - tritt bei vielen zu oft dabei in den Hintergrund.
Auch beantwortet der Verweis auf „schlechte Politik“ nicht die Frage, warum nicht nach Alternativen gesucht oder selbst organisiert wird, die tatsächlich zu den bestehenden Missständen eine durchgängig grundgesetzkonforme Lösungen anbietet.
Es nützt nichts, einen netten Nachbarn, der (nebenbei) Parteimitglied der AfD ist, „die Stimme zu geben“, wenn man dabei gar nicht den netten Nachbarn ins Parlament verhilft - sondern einen Extremisten wie Höcke.
Aus der in vielen Punkten durchaus nachvollziehbaren und z.T. berechtigten Unzufriedenheit mit bestehenden Verhältnissen resultiert doch nicht die Sinnhaftigkeit der Wahl einer in Teilen oder ganz als gesichert rechtsradikal geltenden Partei?
Die Notwendigkeit von Reformen und die Tatsache, dass diese von den etablierten Parteien im Auge der Wähler immer weniger glaubhaft gegebenen „Antworten“ ist doch keine Begründung für die Wahl einer Partei, deren Lösungskonzepte entweder nicht verfassungskonform sind.
Da bin ich wieder bei der Frage, ob e sinnvoll ist, bei Kopfschmerzen den Kopf abzuschlagen?
Wenn staatlich alimentierter „Protest“ sich in offener Gewaltandrohung, Gewaltanwendung, selbstgefälliger Selbstjustiz, Nötigung etc., äußert, dann relativiert sich die Empörung so ein bisschen und auch das worüber „man kotzen“ könne.. - Aber natürlich nur dann, wenn man nicht die Deutungshoheit besitzt wer oder was sich mit „Generation Deutschland“ verbunden ist zu verbinden sei.
Systemmedien wie Staats–TV, SPD-kontrollierte, ach so superfaire Medien und Medienhäuser die durch Spenden von Milliardären superjournalistisch agieren, Gewaltandrohung und Gewaltanwendung, Nötigung etc. ungestraft perfide manipulativ als „Protest“ etikettieren tun ein übriges. - Die diversen von Kartellparteien mit Staatsgeld einseitig und einseitigst geförderten NGOs haben auch ihre „Rolle“.
Es ist für viele unverändert etwas wie Nothilfe die AfD zu unterstützen, auch und gerade aus den Reihen der klein gehalten Parteien; deren Stimmen massenhaft zugunsten der AfD gehen so lange FILZ und eine 5 % Kartellerhaltungsblockade-Hürde und eine im zweiten Jahrzehnt des 21sten Jahrhunderts papierhafte Unterstützerunterschriftensammlungen auf „gesiegelten Vordrucken“ etc. in anachronistischer Weise gemobbt werden.
Ich denke, die Konsequenz ist, dass die AFD dann auch wieder abgewählt wird, wenn sie schlechte Politik gemacht hat, oder das man zumindest davon ausgeht, man könne das jederzeit tun.
ich rede mit jedem, aber @MehrDemokratieLeben hat isher auf meine Fragen nie geantwortet und seine Antworten waren alles andere als konstruktiv.
Er schlägt sich (verbal) selbst in die Flucht, kommt aber immer wieder zurück
und es fehlt halt die gemeinsame Faktengrundlage, das macht es schwierig.
Diese immergleichen Versatzstücke kommen dann, ohne auf die Sache einzugehen.
Wenn das so wäre, so würde ich die AfD als entweder vorübergehendes Phänomen betrachten (dann nämlich, wenn sie mit ihren politischen Angeboten genauso scheitert), oder - sollte sie wider meiner persönlichen Einschätzung tatsächlich Änderungen bewirken, die das Land weiterbringen - meine Vorbehalte fallen lassen und in meiner Einschätzung über unser politisches System wieder etwas dazu gelernt haben.
Wir sehen allerdings in Ungarn und in Italien (eigentlich auch in Amerika), wie schnell demokratische Strukturen so umgebaut werden können, dass viele dieser Strukturen nicht mehr zum konstruktiven Erhalt der Demokratie beitragen können. Damit steigt das Risiko von der Demokratie wesensfremden Machtstrukturen.
Es könnte also sein, dass
sich als Trugschluss erweisen könnte - was ist also gewonnen, wenn diese Option bald nicht mehr zur Verfügung steht?
Interessant wäre in diesem Zusammenhang die Frage an die Soziologie, in wieweit die aktuellen Wähler die Stärken der Demokratie für die Hoffnung, mit einer anderen Herrschaftsform (Autokratie, Diktatur) würde sich vieles zum besseren wenden, aufzugeben bereit wären.
Aus meinen Gesprächen mit AfD-Anhängern meine ich, so eine Tendenz herauslesen zu können - das ist aber selbstredend weder repräsentativ noch objektiv!
das ist alles nachvollziehbar, aber es geht am Thema vorbei. Die Frage ist, warum die Leute trotz allem die AfD wählen, nicht, ob Du oder sonst jemand das sinnvoll oder legitim findet.
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Zurück zur Ausgangsfrage:
Wenn keine denkbare Gegenstrategie hilft, wenn die Partei wächst und wächst, egal was Staat und Gesellschaft dagegen unternehmen, dann liegt die Vermutung nahe, dass immer mehr Wähler davon überzeugt sind, dass die AfD bestimmte ihrer Interessen vertritt, um die sich die anderen Parteien nicht ausreichend kümmern.
So ungefähr.
Die andere Erklärung wäre, dass immer mehr Wähler die AfD aus reiner Blödheit wählen, d.h. dass sie sich Probleme einbilden, die es objektiv nicht gibt und glauben, die AfD würde diese lösen.
Ich vermute, es ist eine Mischung aus beidem und die Trennlinie ist dabei unscharf.
Das Migrationsproblem zB, das die AfD beklagt, ist zT real, zT aber auch nur „gefühlt“ oder erfunden und es wird übertrieben aufgebauscht.
Teile der Politik bestreiten aber, dass es überhaupt ein Problem mit der Migration gibt.
Genau dieses Leugnen der Realität und der Widerwille dagegen könnte der Grund dafür sein, dass die AfD „nicht zu stoppen“ ist.
Mir fällt jedenfalls keine bessere Erklärung ein.
Wenn das so ist, erklärt sich das Wählerverhalten recht einfach: Leugnet die Regierung das betreffende Problem, gewinnt die AfD, weil den Wählern dieses Leugnen auf den Keks geht. Erkennt die Regierung das Problem irgendwann zähneknirschend an, gewinnt auch die AfD, weil die Wähler dann sagen „siehste, AfD-Wählen lohnt sich!“
Das ist leider genau der Zustand, den wir gerade haben. Wenn das richtig ist, ist das „Bekämpfen“ der AfD durch Demos und Brandmauern völlig sinnlos.
Dann hilft nur die Beseitigung der Probleme.
Ist das unmöglich, weil wir keinen Einfluss darauf haben, wird es erst besser werden, wenn die AfD regiert und die Wähler merken, dass sie nicht liefern kann.
Ob dann die Demokratie noch zu retten ist, weiß ich nicht.
INSA sieht die AfD 2,5% vor der Union !
Das Ergebnis lässt aufhorchen, weil INSA offenbar dazu neigt, Schwarz zu über- und Blau zu unterschätzen.
Der deutliche Überhang von Blau ist neu. Offenbar sind im Laufe der Rentendebatte Sympathisanten der Union zur AfD übergelaufen.