Kann man natürlich machen. Dann kannst Du allerdings dort keine Nahrungsmittel mehr anbauen.
Problematisch v.a. bei Umnutzung / Überbauung (und Versiegelung) wertvollen, hochwertigen Ackerbodens.
Stimmt. Deswegen habe ich ja auch geschrieben
Bei nach Risiko gestaffelten Tarifen werden dann aber die Elementarversicherungen für die Grundstücke in Risikogebieten extrem hoch. Die (bisher nicht umgesetzten) Überlegungen zur Einführung verbindlicher E-Versicherungen machen aber im Interesse einer „Risikostreuung“ nur Sinn, wenn Du auf eine solche Individualisierung der Tarife verzichtest.
Und was das Ahrtal angeht - im Augenblick machen die Leute dort genau das
Ähnlich m.W. auch in Sachsen, wo es vor ca. 10 (?) Jahren bei vergleichbarer Topographie ähnliche Überschwemmungsschäden gegeben hat.
Und ob die breite Masse der Steuerzahler (also der Bürger und -innen, denn Steuern, mindestens Verbrauchssteuern, zahlen wir ja alle) auf Dauer dazu bereit sein wird
… klaglos zu übernehmen, das darf zumindest bezweifelt werden.
so so. Und durch eine politisch konsequente, strikt wissenschaftlich orientierte und wenig kompromissbereite Haltung der Grünen würden die Probleme gelöst?
Das ist Wolkenkuckucksheim und moralische Selbstbefriedigung.
„Ich war aber einer von den Guten!“
Nur geholfen hat es nicht.
„Ja, weil die anderen so dumm waren.“
Na, gratuliere.
Auch hier wieder - ich verstehe Deinen Einwand - aber was hat dieser Pragmatismus für - vor allem langfristige - Konsequenzen?
So lange jedem - insbesondere dem Wähler - die langfristigen Probleme bekannt sind, die er durch die gewählte Verschleppung bekommt, ist alles OK - so, wie der Raucher, der genau weiß, dass seine Lungenkrebswahrscheinlichkeit dramatisch steigt, und mit Mitte 60 dann sagt, das der Krebs schon OK ist - schließlich hatte ich ein genussvolles Leben.
Ich fürchte nur, dass das im überwiegenden Teil unserer Gesellschaft so nicht verankert ist.
Das ist dann Deine Form “zu den Guten” zu gehören, indem Du den kurzfristigen Verlangen der Wählerschaft nachgibst, und den kommenden Generationen, die uns verfluchen werden, sagst, dass es doch einfach darauf ankam, die Leute damals “mitzunehmen” auf dem Weg zu den kurzfristigen Annehmlichkeiten.
Diese “Art der Selbstbefriedigung” hat - wie die tatsächliche auch - einen nur sehr begrenzten Spaß-Horizont.
Es gibt also zwei arten der Selbstbefriedigung, von der Du eine unterschlägst
Es geht doch nicht nur um ein paar Annehmlichkeiten. Es geht um den ganzen Lebensstil, an dem die Menschen hängen.
Die Umstellung auf Klimaneutralität wird jedensfalls nicht durch Verzicht stattfinden, sondern durch Technik. Aber das wird auch nicht so schnell gehen wie notwendig, um die 2° Grad-Marke zu halten. Egal welche Partei(en) in Deutschland regieren. Das wissen bzw. spüren die Leute, auch deswegen werden wir nicht mehr gewählt.
nein. bei meiner Politikvariante können wir mitregieren und was tun. Bei Deiner können wir nur reden und besserwissen.
beide varianten werden die klimaprobleme nicht lösen oder verhindern, meine variante versucht aber zumindest das schlimmste zu verhindern.
Das ist durchaus knifflig - und vielleicht auch ein Missverständnis - ich bin kein grüner Hardliner - ich bin durchaus dafür, Leute “mitzunehmen”, und Politik zu betreiben, die die Menschen so weit in ihnre gewohnten Bahnen lässt, dass sie nicht auf zu vieles Verzichten müsen, da sie dies eben - wie Du selber sagst - nicht akzeptieren und uns damit auch nicht wählen würden.
Hir wirds dann aber knifflig. Wenn wir also den Menshen erzählen, dass das 2°-Ziele einerseits (naturwissenschaftlich) notwendig ist, damit bestimmte Dinge, die sonst mit hoher wahrshceinlichkeit passieren werden, eben nicht passieren, wir aber anderseits ihnen Maßnahmen vorschlagen, mit denne wir bei 3,5°- 4° landen, dann fühlt sich der Wähler vielleicht noch mitgenommen, da wir ihn nicht überfordern - gleichzeitig werden viele das Gefühl haben, dass in unseren Aussagen etwas nicht stimmt, da wir einerseits das 2° anmahnen - aber das 4° umsetzen wollen.
Das ist so ähnlich wie einem/r glatten Mathe-6er-SchülerIn vorzuschlagen, nachhilfe in Mathe zu kriegen - aber nur für eine Stunde im Monat, damit sie dann von einer 6 auf eine 5 kommt. damit ist das Vorrücken zwar immer noch sehr gefährdet - insbesondere, wenn es noch andere potentielle 5erfächer gibt - aber der/die Jugendliche muss weniger Freizeit opfern (was in dem alter oft das Motto für den Lebensstil ist.
Und selbst wenns für die schuliche Karriere damit gerade so reicht - viel Lehrberufe (als langfristiges Ziel) sind schwierig zu bekommen, wenn in Mathe die 5 bleibt (darunter hat meine Schwester eine zeitlang etwas gelitten).
Da wir beim Wähler zweifelsfrei keinen Erziehungsauftrag haben, ist das Angebot mit der Nachhilfe einmal im Monat sicher etwas, das besser ankommt. es muss nur klar sein, dass hinterher sich keiner beschwert, oder das Gefühl bekommt, dass zwischen der mahnenden Aufklärung und dem politischen Ziel keine zu große Lücke klafft.
Der Naturwissenschaftler tut sich da etwas leichter, weil er keine Wähler hat. Er/sie kann einfach an Hand der Klimamodelle wahrscheinliche Szenarien entwickeln, und es spielt keine Rolle, ob die Prognose ergibt, dass die Norddeutsche Tiefebene bei Abschmelzen der Polkappen 2-5 m (wenn nicht noch höher - ich kenne die aktuellen Zahlen nicht) unter Wasser steht.
Wie ist aber ist der Vorschlag eines Politikers/einer Partei zu bewerten, die einerseits im Zuge der Aufklärung genau diese Zahlen liefert, nur um im gleichen Atemzug vorzuschlagen, Maßnahemn zu ergreifen, die genau auf dieses Szenario als wahrscheinlichste Variante hinausläuft, aber gleichzeitig vermittelt, dass man da schon eine “technische Lösung” zu gegebener Zeit entwickeln wird, dass es schon irgendiwe trotzdem geht? Wird der noch als glaubhaft wahrgenommen?
Ein echtes Dilema, dass ich durchaus anerkenne, da ich eben kein Hardliner bin …
Bist Du sicher? wenn wir statt der 1,5° bei 3° landen dann dauerst es eben etwas länger als mit 4°, bis die Polkappen schmelzen - das Schluss-Szenario, das weite Teile Norddeutschlands, Holland, Benelux etc. im Meer versinken, ist immer das gleiche - egal, obs nun 100 oder 150 Jahre dauert.
Das einzige, was Du veränderst, ist die Zeitskala, in der sich der Prozess abspielt - verhindern tust Du das schlimmste also nicht - Du zögerst nur den Zeipunkt des Eintritts etwas hinaus.
Politiker können zwar anmahnen, aber die Menschen entscheiden. Und auf die Handlungen anderer Staaten haben wir wenig oder keinen Einfluss.
Wenn du schon so eine Analogie wählst, dann bitte richtig. Verzicht für die Klimaziele zu fordern ist etwa so, wie von einer Klasse mehr Anstrengung in Mathe zu verlangen, damit der Abi-Schnitt in Deutschland verbessert wird.
Das ist doch schon etwas. Und wenn ich mir anschaue, wie die heutige Jugend CO2 verprasst, frage ich mich langsam, warum ich mir Gedanken um das Wohlergehen derer Urenkel machen soll.
Wenn die Mehrheit das so will, dann machen wir das so - so weit, so gut, den Pragmatismus teile ich durchaus.
Aber das machen wir doch sowieso, denn die Mehrheit wählt die Repräsentanten, die genau das so machen. Und offensichtlich ist eine striktere Umweltpolitik derzeit nicht mehrheitsfähig (dazu gehört auch der Lebensstil vieler Jugendlicher, von denen Du da sprichst. Resultiert daraus zwingend ein Konfomismus unseres Angebots?
Kommt von mir kein Widerspruch! Ist aber m.E. eine andere Aussage als “dauerhaft das schlimmste verhindern”, denn das wäre nur möglich, wenn wir die Chancen auf Machtoptionen nicht nutzen, da die Chancen auf Machtoptionen nur dann bestehen, wenn wir das schlimmste eben nicht verhindern - sondern “nur” hinauszögern. Alles andere ist nicht mehrheitsfähig und damit auch nicht mit einer Machtoption verbunden.
Erschwerend hinzu kommt noch, das das Problem gar kein regionales sondern ein globales ist - das ist zugegeben zwar ein weiteres “Argument” das Ziel ob der globalen Unerreichbarkeit fallen zu lassen bzw. Machtoptionskonform zu gestalten. Es bliebe aber immer noch bei dem Widerspruch zwischen naturwissenschaftlich fundiertem skizzierten Szenario und dem machterhaltenden/-fördernden Programmatik, die evtl. nicht gut ankommt.
Ich denke, hoffe die Energiewende bekommt durch das derzeitige Schlamassel mit dem Erdöl neuen Schub. Die Menschen scheinen lamgsam zu verstehen, nicht nur rein rational sondern auch emotional ein Gefühl der Dringlichkeit zu entwickeln. Mal schauen, wie weit das trägt.
So pervers es klingt, Trump und der Iran wären also unsere Chance auf dem Silbertablett.
Aus Sicht der Logik von @lawandorder ist es so, dass dies in der Tat in der kurzfristigen Betrachtung unsere Chance auf eine Machtoption wäre. Die Abhängigkeit vom Öl in Verbindung mit der Kostenexplosion im Krisenfall führt zu der Erkenntnis, dass der eigene Wohlstand mit dem bisherigen Konzept nicht länger vereinbar ist. Die Folge könnte also eine Wende in der Elektromobilität sein.
Problem dabei: wenn in 10 Jahren sich der nahe Osten enstpannt (und - wer weiß - zu einer Insel der Demokratie und Menschenrechte gewandelt hat, mit der Folge, dass Öl wieder billig und langfristig verfügbar ist) hingegen es wegen Taiwan zu einem amerikanich-chinesischen Krieg kommt, mit der Folge, dass die seltenen Erden und weitere Komponenten, die zur Erzeugung des notwendigen Stroms nicht mehr zur Verfügung stehen, dann führt das zu der “neuen” Erkenntnis, dass man wieder zum Öl zurückkehrt, weil alles andere plötzlich nicht mehr finanzierbar ist und damit den Lebensstandard akut gefährdet.
Da bin ich wieder bei meiner Verschleppungstheorie angelangt. So lange die Erkenntnis nicht da ist, dass man, wenn man - mit welchen Mechanismen (Fossil oder erneuerbar) auch immer - immer nur so viel dem (Öko-)System entnimmt, wie sich auch wieder regeneriert, statt auf den eigenen akuten Lebensstandard zu blicken, ist die Frage, in welcher Abhängigkeit wir uns gerade befinden und welche Konsequenzen diese Abhängigkeit hat, viel wichtiger als die Frage, welche Konsequenzen der Verbrauch von Ressourcen an sich hat.
Der Lernprozess also, nicht über die eigenen Verhältnisse zu leben (als Individuum wie als Gesellschaft wie auch als Weltbevölkerung) wird also durch diese aktuelle Krise (zumindest nicht zwingend) wirklich gefördert.
Damit stellt sich wieder die Frage, welche Chance dieses aktuelle Szenario eröffnet.
Kurzfristig gebe ich Dir recht, und wir sollten das in der Tat auch in diesem Sinne unbedingt nutzen - es wäre dumm, es nicht zu tun!
Das eigentich viel existenziellere Problem ist damit nicht behebbar. Sollte es also zu einem Crash infolge der sogar noch größer werdenden chinesischen Abhängigkeit kommen, so könnte es sein, dass das Nutzen dieser “Chance” für einen schnellen machtpolitischen Aufstieg schnell zu einem ebenso schnellen Niedergang führt.
Und wo soll die Fläche herkommen?
Ganze Hochkulturen wie die Maja und die Ägypter sind untergegangen, weil sie die Fruchtbarkeit ihres Bodens und damit ihre Lebensgrundlagen aufgegeben haben..
Wir hatten und haben ja das Missverständnis, ob die Fläche relevant ist für die Biodiversität (ist sie nicht 1 zu 1) und nun kommt noch das Missverständnis hinzu, man könne noch mehr Äcker und „sonstige“ Flächen versiegeln?
Das ist so veraltet wie die Idee, noch größere SUV mit Dieselantrieb zu bauen.
„In Deutschland sei die Hauptursache für Bodendegradierung die Versiegelung: Etwa alle halbe Stunde werde laut Umweltbundesamt ein Hektar Boden in Siedlung und Verkehrsfläche umgewandelt.“
Sehr schön! Danke
Erspart mir längeres Suchen nach den von Dir eingestellten Fundstellen.
(Offenbar sind wir doch zu recht in der selben Partei - soviel mit Blick auf frühere Differenzen zwischen uns in anderen Fragen. Diese Fragen jetzt sind aber nach meinem Verständnis zentral.)
" „Der Landwirt ist zwar Eigentümer des Bodens, doch der gehört eigentlich allen Menschen,
denn die Zivilisation selbst beruht auf dem Boden.“
Thomas Jefferson
[image]
Der Befund der Europäischen Kommission ist eindeutig: „Die Bodendegradation kostet die EU jedes Jahr mehrere Zehnmilliarden Euro.“ Zwei Drittel der Böden auf dem Kontinent gelten als geschädigt."
Ich bin sehr entspannt, dass dieses Problem nicht eintreten wird.
Wenn du also sagen willst, wir sind immer von anderen Staaten abhängig, entweder vom Nahen Osten bzw. Russland für Fossile, oder China für Solarzellen oder Taiwan und USA für Chips, so ist das sicher richtig.
Wenn du das als „über unsere Verhältnisse leben“ bezeichnest, wir also, um das zu vermeiden, nur auf Ressourcen innerhalb Deutschlands oder der EU zurückgreifen sollten, dann habe ich ein schlechte Nachricht. Da mache ich nicht mit, da wird kaum jemand mitmachen. Dann wären wir wieder in der vorindustriellen Zeit angelangt.
Nein, wir müssen mit Abhängigkeiten leben, wir können sie aber reduzieren und/oder besser streuen.