Ich bin heute auf folgenden Artikel gestoßen.
Das ist ein Thema, dass mich seit langem schon umtreibt.
Sehr interessant fand ich zwei Aspekte:
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Es liegt nicht am fehlenden Wissen (zumindest nicht allein). Natürlich muss das Wissen um Zusammenhänge weiterhin geschult werden, um überhaupt die Information vorliegen zu haben, um eine Entscheidung überhaupt treffen zu können. Aber offensichtlich hängt de Entscheidungsfindungsprozess nicht allein an dem Wissen um die Fakten (soviel zu “rein faktenbasierten” Entscheidungen
, sondern eben auch daran, wie die Verschaltungen zwischen bestimmten Hirnregionen verschaltet sind -
die Verschaltungen im Gehirn sind ein dynamischer Prozess - das bedeutet, dass wir sie ändern können. Was also ist zu tun (für uns als einzelne aber auch für uns als umgebende Gesellschaft), um die Änderungen zu begünstigen, die ein Messen mit zweierlei Maß zumindest unwahrscheinlicher zu machen?
Ich befürchte, das ein Fundament bereits in der Kindheit dafür gelegt wird. Ich sehe das gerade an meinem 1jährigen Enkel, wie er die Unterschiede erkennt, dass ich den Kühlschrank aufmachen kann/darf und er nicht. Er sieht das als schreiende Ungerechtigkeit, als “Messen mit zweierlei Maß”. Ich habe bei der Erziehung meiner Kinder die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, bestehende Unterschiede gut zu begründen, damit der (berechtigte) Unterschied so verständlich ist, dass es nicht als Messen mit zweierlei Maß rüberkommt, und eine einem kindlichen Chema mündet, das eine solche Struktur begünstigt.
Wie sieht das nun im Politischen Umfeld aus. einer der Dinge, die an der Glaubhaftigkeit der der Politik zunehmend Zweifel aufkommen lassen ist, dass Politiker sich selbst (und auch die ihnen nahe stehenden Lobbyisten) anders behandeln, als den Rest der Bevölkerung. Wo dieser Vorwurf begründet ist, sollte man den entsprechenden Politiker natürlich aus dem Verkehr ziehen. Wo das nicht so eindeutig ist, müssen unsere politisch Handelnden (bis runter zu uns Fußvolk, das an Infoständen ihr Unwesen treiben, in einen echten Dialog treten, der diese Unterscheide (so sie bestehen) entsprechende Begründet, dass ist z.T. sehr mühsam - aber wenn das verlinkte stimmt, dann wird kein Weg daran vorbei gehen.
Das ist also ein Paradigmenwechsel vom “Die da oben werden schon wissen, was sie tun” hin zu “die da oben müssen sich - zu recht - für das was sie tun auch rechtfertigen”.
Und: wir müsse mehr darauf achten, durch unsere Regelungen einen Mechanismus zu etablieren, der effektiver als bisher Fehlverhalten - vor allem von Mandatsträgern, aber auch in unseren Bildungseinrichtungen - negativ zu sanktionieren.