Was für eine Gruppe von Menschen soll FLINTA definieren?

Der Begriff FLINTA liefert mittlerweile 1.350.000 Treffer auf Google. Allein in der taz sind es 14.900.

Also Wikipedia erläutert: FLINTA* (alternativ auch FLINTA oder FLINT) ist ein Akronym, das für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, transgeschlechtliche und agender Personen steht.

Nun frage ich mich was das eigentlich soll?

  • Lesben sind per Definition Frauen, also eine Teilmenge von „F“
  • Intergeschlechtlich ist im Gegensatz zu Lesbisch keine auf Sexualität bezogene Kategorie. Es wird sogar explizit dagegen abgegrenzt.
  • Nicht-Binär - Was Nicht-Binär von Intergeschlechtlich abgrenzt, habe ich trotz Wikipedia nicht verstanden.
  • Agender ist laut Wikipedia Teil von nichtbinär

Homosexuelle Männer gehören aber auf jeden Fall nicht dazu, oder?

Obwohl die Definition von FLINTA* doch alle Personen umfassen soll, die aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität von Marginalisierung betroffen sind. .

Ist die Todesstrafe eine Art von „Marginalisierung“? Ich frag ja nur mal so. Denn dann fehlt doch das H, oder?

Aber drei Dinge sind für mich klar:

  • Das Ganze ist einfach Stuss.
  • Menschen, die diesen Begriff verwenden, sind keine Freunde von Logik und Mengenlehre. Gehören aber natürlich zu den Guten und Gerechten.
  • Die Grünen werden mit Begriffen wie FLINTA oder FLINTA* nie aus ihrer Nische rauskommen.
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So richtig das ist - kennst Du Menschen, die so sehr “Freunde von Logik und Mengenlehre” sind, dass sie ihr persönliches Leben strikt danach ausrichten? Allein, wenn man sich die Probleme der Überalterung der Gesellschaft ansieht, so würden Logik und Mengenlehre einen haufenweisen sozialverträglichen Suizid der betroffenen Altersgruppe fordern.

Da wird Logik und Mengenlehre auf der sozialen Ebene ganz schnell ganz zynisch.

Und in vielen Sachen (z.B. der Ökologie) stellt es eine offenkundig kollosale Überforderung der Menschen dar (ich sagen nur: 80 Tiefgaragenstellplätze, die alle voll sind, und nur 2 “brauchen” das Auto tatsächlich aus beruflichen Gründen).

Ich kenne (mich natürlich auch definitiv eingeschlossen) keinen, dem es gelingt, allein seinen Konsum strikt (im Sinne Freund) nach Logik und Mengenlehre auszurichten.

Ist also der menschliche Freund von Logik und Mengenlehre am Ende eine Fiktion? Dann kann man damit aber auch nicht argumentieren.

Es geht nicht um alle Probleme dieser Welt. Es geht lediglich um einen dämlichen Begriff, der elitär klingt und auch so gemeint ist. Dabei aber voller Unlogik steckt.

Das ist insbesondere ein Problem für eine Partei, die gern gewählt werden möchte. Und die auch gute und wichtige Dinge in ihrem Programm hat. Das sollte man nicht vergessen.

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Ähh?

Es gibt einen großen Unterschied zwischen den Lösungen eines Mr. Spock (großer Freund von Logik und Mengenlehre) und dem eines gewöhnlichen Menschen - Logik und Mengenlehre allein degradieren bei konsequenter Durchdeklinierung den Menschen zu einem Objekt eben dieser Logik und Mengenlehre.

Daher ist auch

kein wirkliches Argument - denn die Tatsache, dass in Bayern immer noch seit 70 Jahren eine CSU regiert, und wir 16 Jahre einen Kanzler Helmut Kohl hatten (“freie Fahrt für freie Bürger”), die ihre politischen Aussagen eben nicht primär an logischen Strukturen anlehnen, sondern an populistische Thesen, zeigt doch, dass dämliche Begriffe durchaus hoffähig sind.

Das ist also eher eine Einzelfallfrage, ob die verwendeten “dämliche Begriffe” zu den “dämlichen Wählern” passen (was bei “freie Fahrt für freie Bürger” offensichtlich der Fall war, denn dafür wurde die Union seinerzeit nicht abgestraft) - oder ob die Dämlichkeiten zu unterschiedlich sind, und daher nicht kompatibel sind. Das könnte natürlich bei “Flinta” der Fall sein … :thinking:

das ist einfach:
FLINTA = alles außer Männern.
Deswegen sind schwule Männer auch nicht dabei, obwohl sie von ihrem Minderheitenstatus und ihrer Schutzbedürftigkeit her durchaus reinpassen würden.

.. sagen nichts über die gewünschte Altersstruktur einer Gesellschaft aus. Das war mein Punkt.

Intersexuelle sind Menschen mit angeborenen zweierlei Geschlechtsmerkmalen - umgangssprachlich „Zwitter.“
„Nicht - binäre“ sind Menschen, die sich per Selbstdefiniton keinerlei Geschlecht zuordnen lassen wollen, fallen also eher in die Kategorie Transfrauen oder Transmänner.

Bis auf Transfrauen und Transmänner. Die werden beide „FLINTA“ zugeordnet. Transfrauen, weil sie sich als Frauen fühlen, auch wenn sie XY sind und bei Transmännern, die ja biologisch XX sind, kenne ich den Grund nicht, warum sie weiterhin in der Frauengruppe zugeordnet werden, denn sie wollen ja Männer sein.

Offiziell ist die Begründung, dass all diese geschlechtlichen Identitäten aufgrund patriarchaler Strukturen Diskriminierung erfahren und nicht männlich (cis) sind.

Transmänner wollen doch dem Patriarchat angehören. Nicht-binäre Menschen wollen gar keine Geschlechtszuordnung, wieso werden sie dann in die Frauenbewegung gesteckt.

Man könnte bis auf die Frauen und Lesben auch alle der Männergruppe zuordnen und hätte dann „MINTA“.

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Warum eigentlich - ist das nicht inkonistent?

Naja, das ist ein “schwieriges” Argument - ich verstehe die Überlegung - aber was bedeutet das in Bezug auf die grundsätzliche Frage, wie Entscheidungsprozesse Entscheidungen “generieren”?

Bleiben wir bei dem Satz

Wenn ich Deine Aussage auf dieses Zitat anwende, dann gilt: je nach der gewünschten Ausrichtung kann es durchaus einer “inneren Logik” folgen, diesen Begriff zu verwenden, ohne sich dem Vorwurf mangelnder Logik und/oder Mengenlehre auszusetzen.

Ich bin im Grunde Deiner Meinung - dadurch wird die Aussage aber inhaltsleer. Je nach Kontext findet sich gemäß Deiner eigenen Aussage immer eine “interne Logik”.

Man muss also immer in der Argumentation einen Kontext entwickeln und der ursprünglichen “Logik” entgegensetzen, statt ihn einfach nur zu “verunglimpfen”.

Als Diskussionsstil ist es natürlich berechtigt, gerade den schwächsten (und unwichtigsten Teil meines Fazits als „Angriffspunkt“ zu nutzen. Aber es waren drei Aussagen. Der Teil mit Mengenlehre der Guten und Gerechten (was eher humoristisch gemeint war) und

Um es nochmal zu wiederholen, wir haben auch echte Probleme.

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stimmt, die habe ich übersehen.
Eine der beiden Gruppen sind Männer.
Welche, sei dahingestellt :slight_smile:

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Die Gruppe „FLINTA“ definiert sich selbst als „unter der Diskriminierung des Patriarchates Leidende“, nicht als marginalisiert.
Frauen sind nicht marginalisiert!
Dann müssten aus der Logik heraus auch Schwule zu Flinta gehören, weil grad sie besonders stark im Patriarchat diskriminiert werden, bis zur Todesstrafe in muslimischen Ländern.

Mich nervt FLINTA, weil die Frauenbewegung einfach einkassiert wurde zugunsten zahlenmäßig kleinerer Sondergruppen, die dort mit ihren Sonderproblemen dominieren, schon weil sie sich nicht um eigene Kinder kümmern müssen und Zeit für diese Treffen haben.
Ich hab noch nie eine Transfrau erlebt, die sich für bessere Kinderbetreuung, Erhalt der Entbindungsstationen in kleineren Krankenhäusern, höhrere Hebammenhonorare, mehr Abtreibungskliniken, höhreren Kindesunterhalt oder kostenlose Anti-Babypille eingesetzt hat. Alles dringende Themen „gebärender Menschen“, die dann doch fast 50% der Bevölkerung ausmachen. Während „Transidentitäten“ geschätzt 0,3- 0,5 % der Bevölkerung ausmachen.
Ich meide jedenfalls alle „FLINTA“ Veranstaltungen, weil ich keinen Bock habe, mir das Gejammer von Transfrauen anzuhören, weil es keine Stöckelschuhe in Gr. 44 mit Glitzer zu kaufen gibt …

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Dieser sehr schöne Beitrag verdient ein extra
:heart:
und etwas:
:confetti_ball:

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Trotz deinem Applaus: Die Anliegen von Intersexuellen, Transmenschen, Homosexuellen, Agender und Nicht-binären Menschen sind wichtig und müssen auch politisch Gehör und Vertretung finden.
Ich wehre mich nur dagegen, dass diese Gruppen automatisch der Frauenbewegungen zugeteilt wurden und wichtige feministische Themen in den Hintergrund gerückt sind.

klarer Fall von Pueriphobie :innocent:

die SPD zerbröselt gerade, weil sie sich zuviele Gedanken über solche Splittergruppen macht.

ja, das müssen sie.
Aber das Maß muss stimmen, wenn man die Mehrheit nicht vor den Kopf stoßen und verlieren will.