Im Diskurs "China Taiwan Konflikt bin ich auf die folgende Passage gestossen
Das ist nun etwas her - da ich dazu keinen eigenen Diskurs gefunden habe, die Frage aber durchaus - zumindest für unser Selbstverständnis - erachte, hole ich das hiermit nach…
Das erste, dass mir in besagtem Thread aufgefallen ist, ist das Zitat von Churchill („Es gibt zwischen Staaten nur Interessen“)
Auch wird dort diverse Male darauf hingewiesen, das insbesondere wirtschaftliche Interessen eine große Rolle - zumindest in der Außenpolitik - spielt…
Die erste Frage, die ich mir in diesem Zusammenhang gestellt habe, ist, worin genau der Unterschied zwischen „Interessen“ und „Werten“ besteht
Nun stelle ich - leider - erneut fest, dass ich wieder mal kein Soziologe bin …
Die harte Konfrontation, wie sie Erich Fromm in „Haben oder Sein“ formulierte, ist einerseits faszinierend - die Frage ist, in wieweit das Haben als notwendige „sinnstiftende moralische“ Voraussetzung doch - zumindest auf der existenziellen Ebene - normativ notwendig ist…
Da es ganz offensichtlich bei jedem Wertesystem Inkonsistenzen gibt, ist es notwendig, diese Konflikte zum einen durch Setzung von Prioritäten zu strukturieren - anderseits durch kulturelle Ab-/Ausgrenzung zu stabilisieren … Hier landen wir dann im Konkreten bei der Aussenpolitik …
Werte stellen, wenn ich oblige Quelle richtig interpretiere - quasi das Gerüst dar, aus dem sich Interessen ableiten, die in konkrete Umsetzung durch - auf der gesellschaftlichen Ebene - politisches Handeln flankiert werden …
Da Werte und die daraus resultierenden Normen einem ständigen Wandel unterzogen sind, ist es logischerweise notwendig, auch politische Anpassungen vorzunehmen…
Wie es mir scheint, ist in unserer Gesellschaft der Fokus immer mehr auf materielle Aspekte fokussiert - und das, obwohl wir materiell weit entfernt vom Existentiellen sind…
Sollten wir ins also - gerade als Grüne - nicht daher überlegen, ob diese Fixierung jenseits des existenziellen Habens die richtige Strategie ist - damit verbunden ist sicherlich die Frage, in wieweit wir die psychologische Angst weiter Teile der Gesellschaft vor dem Abrutschen in genau diese existentielle Facettee des Materialismus bekämpfen können - oder ob das nicht doch ein sehr tief sitzender „Urinstinkt“ ist, den wir akzeptieren müssen?
Das Thema hat sicherlich unglaublich viele Facetten, die ich hier noch gar nicht im Eingangsstatement formulieren konnte - wichtig erscheint mir allerdings, dass nicht nur auf einer rein theoretischen Ebene zu diskutieren…