Was man mit den 385 Milliarden Euro die uns Individualverkehr pro Jahr kostet machen könnte

  • Dass wir Vermögen und Grosseinkommen nicht fair besteuern ist doch allgemein in „unserer Blase“ bekannt - ist ja nicht das FDP-Forum hier.
  • Dann leisten wir uns ein Dienstwagenprivileg, welches ein Vielfaches des D-Tickets kostet.
  • Flugbenzin wird nicht/wenig besteuert.
  • Der Mythos um die schwarze Null: Als wir Minizinsen, gar Minuszinsen hatten, hätte man „fast kostenlos“ Geld aufnehmen können. Davon losgelöst, ist es ja ein Irrglaube, mann könne Geld bei Infrastruktur einsparen oder sparen. Man kann sich nur gegen oder für eine gute Infrastruktur entscheiden. Sollte man eine weniger gute wollen, wäre der Ansatz schon obsolet, weil dann Wartung teurer ist oder der Zweck nicht bedient wird. Überzogenes Bsp: Wenn man statt einer Strassenbrücke nur zwei Bohlen kauft, ist es sehr günstig, erfüllt aber nicht den Zweck. Demnach sind nicht getätigte oder verspätete oder falsch getätigte Investitionen auf längere Sicht teurer. Sehen wir ja aktuell bei den Brücken.
  • Es gibt ein Milliardenpaket für die Bahn. Doch die Gelder verschwinden zum Grossteil in einer überbordeten, miteinander verflochtenen Konzernstruktur. Vorstände werden überbezahlt, Planung wird zersplittert, ausgegliedert, wieder eingegliedert, letztlich doch anders gemacht und so dauert der Tausch einer Standartweiche drei Jahre statt drei Monate - und wird auch teurer.
  • Man kann die Liste bis zum Seitenende weiterführen. Wir sind unter den Top 5 der reichen Wohlstandsländer und haben kein Geld um Menschen mit dem Bus fahren zu lassen?

Es geht um den Willen, Gelder richtig zu lenken und über längere Perioden als eine Legislaturperiode zu verplanen und zu verwalten. Es braucht nicht unbedingt mehr Geld, sondern die vernünftige Investition.

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Mit obigem Geld könnten wir in jeden noch so winzigen Dorf mehrere Rufbusse betreiben.

Das ist mit ein Grund, warum ich mal diesen Thread gestartet haben: Um einfach mal zu überschlagen, was wir aktuell in unser Transportsystem investieren und vielleicht mal zu überlegen, was man mit diesem Haufen Geld auch realisieren könnte.

Übrigens hat bisher noch niemand meine Zahlen krtisiert? :smiley:

PS: Coole Disktussion.

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Das mit dem Geldhaben oder Nichthaben ist theoretisch einfach, aber praktisch schwierig.

In D gibt es irgendwelche 7 Billionen EUR Privatvermögen.
D.h. ja, „wir“ haben Geld wie Sau.
Es ist also genug Geld da, um nahezu alles zu bezahlen, was das Herz begehrt.
Und wenn man dann fragt, warum eine so reiche Gesellschaft es nicht schafft, dieses oder jenes Problem zu lösen und zu finanzieren, fällt einem keine richtig gute Antwort ein.

Aber es gibt natürlich Gründe.
Dass das Geld irgendwo vorhanden ist, ist schön, aber nicht ausreichend.
Man muss auch rankommen. Und da wird´s schwierig.
Steuererhöhungen sind unbeliebt und politisch schwer durchsetzbar.
Übertreibt man es, gefährdet das uU die Wirtschaftsentwicklung und die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Usw usw.
Was fehlt ist eigentlich die Bereitschaft der Vermögenden, freiwillig etwas abzugeben und jetzt mitzuhelfen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen.

Das war on-topic Beitrag von Gerald und ich hatte etwas nicht verstanden. Um Muttis ging es zu keinem Zeitpunkt.

Das sehe ich anders. Dass Geld „verschwendet“ oder falsch investiert wird, ist wohl richtig. Das ist aber in jeder Bürokratie, auch in der Privatwirtschaft in größeren Unternehmen so. Man kann da besser werden, vor allem bei der Bahn, was man so hört, aber es nie ganz abstellen. Das auf überbezahlte Vorstände zu schieben, ist zwar populär, wird der Sache aber nicht gerecht.

Aber das ist eigentlich OT und OT wird von den Aufpassern streng geahndet.

Und du meinst, Rufbusse können den IV komplett ersetzen?

Ein Teil davon hat der Staat schon, über Staatsanleihen. Das Geld liegt nur zum kleinen Teil frei verfügbar herum, überwiegend ist es schon investiert.

Wenn du schon darum bittest, ich habe andere Zahlen:

von Kosten von Mobilität: Haushalte geben im Schnitt 233 Euro monatlich fürs Auto aus, 33 Euro für Bus, Bahn und Co. - Statistisches Bundesamt

Das drittelt schon mal die Zahl der Rufbusse.

Es ging ja nicht (nur) um Privatvermögen, aber auch.

Wenn ich einen Multimilliardär vergraule, der eh kaum Steuern zahlt und sich am Allgemeinwohl beteiligt, dann verliere ich nix - ausser einen Asozialen.
Als Staat darf ich bspw. Amazon mit denselben Steuersätzen belegen, wie einen Handwerker. Wenn der Laden dann ⅓ weniger Umsatz in Deutschland macht - so what.
Wenn dessen Artikel dann teurer werden und der Einzelhandel nicht/weniger eingehet - so what.

Doch, es wird der Sache gerecht. Es ist ein Punkt von vielen, das ist richtig, aber es ist eben einer. Für eingesparte Boni und in Summe 3-stellige Millionen-Gehälter, kann man wunderbar zwei Dutzend Facharbeiter bezahlen die Oberleitung reparieren oder Bahnsteige sanieren.

Aber richtig, es geht hier um den Individualverkeher. Nur der muss ja iwie woanders hin. Und dann sind wir halt wieder bei Bahn & Co, die ihren Job täglich vergeigen.

Und der Ansatz warum man eine desolate Autobahnbrücke 1:1 saniert, statt nicht mal zu überlegen, ob es nicht sinnvoller wäre, den Schwerlastfernverkehr mittel- bis langfristig auf die Schiene und das Schiff zu „verbannen“, muss doch erlaubt sein.
Dachlatten von Finnland nach Italien mit dem LKW - das ist bekloppt. Das muss nicht JustInTime sein und gehört nicht auf die Strasse.
Das Geld kann somit in gute Verkehrswege und -mittel um Privat-PKW zu ersetzen.

Sind ja alles nur Beispiele oder Aufzählungen. Aber es gibt eben Lösungen, sehr viele sogar. In Summe bringt es was und so muss man da auch herangehen.

Du meinst also, die Bahn könnte auch ohne Management funktionieren?

Natürlich ist das sinnvoll, aber bitte nicht „statt“. Die Autobahnbücke muss trotz des Nachdenkens saniert werden.

Ich will aber nicht, dass jemand meinen PKW ersetzt, ich brauche ihn. Nicht oft, aber wenn, dann dringend. Außer natürlich durch einen selbstfahrenden elektrischen Privat-PKW.

Warum verdrehst Du meine Aussagen oder ziehst sie aus dem Kontext?

Nein, aber wenn ein Vorstandsposten NUR 1 Mio Jahressalär bekäme, hätte dieser 16 x mehr als eine Fachkraft, welche den Laden sichtbar in Ordnung bringt. Für Entscheidungsträger ohne echte Verantwortung halte ich das für durchaus angemessen.

Nichts anderes habe ich behauptet. Aber nicht unter denselben Vorgaben wie vor 50 Jahren. Damals gab es einen Bruchteil an LKWs. Niemand will die verdammen. Es geht darum, sinnvoll die Transporte zu verlagern.

Same - auch aus dem Kontext des Threads gerissen. Behalte den PKW - will ich mit meinen auch so handhaben. Glücklich wäre ich jedoch, wenn ICH und ein paar weitere Leutchen, ihn einfach viel seltener bräuchten.

Wenn man dafür einen guten Vortsand bekommt, hätte ich nichts dagegen. Aber es hilft nichts, bei fast jeder Diskussion um Geld mit den gleichen Stereotypen zu argumentieren. Das geht am Kern des Problems vollkommen vorbei, aber es schmeichelt der grün-linken Seele.

Naja, du hast „statt“ geschrieben. Aber ich hänge wieder mal zu sehr an den Wörtern. Verzeih mir.

Und schon ist das Thema weitestgehend erledigt.
Das denken alle so und schon wird es nix mit den 385 Milliarden.

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Am Anfang jeder großen Veränderung steht erstmal eine Idee. Häufig hilft es auch, wenn es eine passende Krise gibt, die den Status Quo infrage stellt. Wenn man in der Menschlichen Geschichte zurückblickt, hatten wir schon viele fundamentale Umwälzungen.

Und in der größten von allen leben wir gerade.

Aber am Ende der meisten Ideen steht: Nichts.

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Nein, @WitzelJo, es geht überhaupt nicht um schlecht reden, aber ich frage mich, was du mit der Phrase

aussagen willst? Dass jede Idee gut ist, weil aus einer Idee unter 100 Milliarden eine große Veränderung erwächst?

Ich diskutiere halb lieber über verrückte Ideen, statt nur rumzumecken wie Waldorf.
Und das Gemecker von Waldorf war wenigstens lustig.

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Ich diskutiere noch lieber Ideen, die Hand und Fuß haben und nicht beim ersten Realitätscheck wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen.

Ist halt Geschmackssache :wink:

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Eigentlich habe ich hier gar keine Idee geäußert, sonder nur eine Rechnung aufgemacht.
Ist die denn falsch, @Kalo?

Keine Ahnung, aber sie ist unvollständig. Es fehlt der zweite Teil:

Hast Du ausgerechnet, was das kosten würde?

Aber die Summen selbst scheint Dir plausibel? Das wäre dann ja tatsächlich eine Diskussionsgrundlage, auf deren Basis man über den zweiten Teil diskutieren könnte, oder?

Ich meine natürlich rein hypothetisch diskutieren. Denn „finanzierbar“ ist nicht das gleiche wie „umsetzbar in unserer Gesellschaft“.

Nein, du nimmst die Kosten eines Kleinwagens und eines Luxuswagen und mittelst das. Das sind aber nicht die durchnittlichen Flottenkosten, weil billigere Autos viel häufiger sind als teure. Auch wird das Alter der Fahrzeuge anscheinend nicht berücksichtig

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