Was soll das dämliche BLA BLA- müssen PolitikerInnen wirklich so was sagen?

In der Nacht zum Freitag wurden der Polizei zufolge an drei Stellen im Hamburger Stadtgebiet Kabelschächte an Bahnstrecken in Brand gesetzt. Auf der linken Plattform Indymedia tauchte ein Bekennerschreiben auf. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) forderte ein konsequentes Durchgreifen des Rechtsstaats. „Solche Anschläge sind eine Form von Terrorismus“, sagte Wissing.

Ok, da haben ein paar linke Möchtegern-Terroristen „antikapitalistische“ Brände gelegt. Soweit so blöd.

Aber jetzt kommt es:

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte der Bild am Sonntag, die Bahn-Infrastruktur müsse besser geschützt werden. Bis zum nächsten Jahr würde die Zahl der Kameras an Bahnanlagen von 9.000 auf 11.000 erhöht.

Ich meine klar. Kameras an Bahnhöfen helfen total gegen Sabotage an knapp 33.500 Kilometer Gleis (Stand 2022). Einen dämlicheren Spruch habe ich diesen Monat noch nicht gehört. Wie kann man nur so geil auf Schlagzeilen in der Blöd-Zeitung sein?

Mal allgemeiner gefragt: Ist es wirklich für PolitikerInnen notwendig bei jeder sich bietenden Gelegenheit Schwachsinn von sich zu geben?

Sie sprach nicht von Bahnhöfen sondern Bahnanlagen. Ob man mit Kameras wirklich schützen kann und falls ja, ob die 11.000 reichen, halte ich auch für fraglich.

Hast Du eine bessere Idee?

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Sie hätte sagen können: „ein lückenloser Schutz gegenüber Sobatoge ist utopisch und die Ausfallsicherheit durch Redundanz zu verbessern ist uns zu teuer. Die Realität ist, dass jeder mit etwas Baumarktmaterial und dem Studium von drei Wikipediaartikeln die Bahn großflächig lahmlegen kann.“ Das hätte die Bild sicher auch liebend gern verwurstet, für Faesers politische Karriere (nicht nur im Hinblick auf die hessische Landtagswahl) wäre das aber wohl eher schlecht gewesen. Also sich besser mit etwas sinnlosem Aktionismus und großen Zahlen ohne jeden Bezug zumindest ein Stück weit als „starker Macher“ inszinieren.

Was kann Faeser dafür, dass die Bahninfrastruktur vulnerabel ist?

P.S. Sie hat bereits ein Gesetz dazu vorgelegt:

Wie wäre es mit hohen Belohnungen für Hinweise, die zu den Tätern führen? Incl. Straffreiheit für Whistleblower?

Wie wäre es erst mal damit der BLÖD-Zeitung keine Interviews mehr zu geben. (ok ich träume, ich weis das). :wink:

Ich sehe das eher wie @XXXX

Das Problem ist hier wieder einmal nicht primär die Politik - sondern die Wähler, die ein rundrum-sorglos-Paket von der Politik erwarten - und dann kommt es zu solchen haarsträubenden Gute-Nacht-Geschichten - vielleicht sogar in schriftlicher Form im Märchenbuch der Gesetzestexte …

Was soll also die Politik Deiner Meinung nach tun - aus mangelnder technischer Machbarkeit offen heraus das Ansinnen der Wähler zu verwerfen? Dann riskierst Du als Politiker aber nicht nur Deinen Job - sondern riskierst eben auch, dass sich radikalere Märchenerzähler durchsetzen - wichtig wäre hier, die Leute genug mitzunehmen, damit sie dabei bleiben, aber eben auch ein Bildungssystem, dass langfristig diesen Notnagel überflüssig macht/machen könnte, um irgendwann auch so ein Satzgefüge, wie es @XXXX vorschlägt, sagen zu können; oder - noch besser - erst gar nicht mehr sagen zu müssen, weil das „Restrisiko“ ohnehin jedem klar ist …
Ich fürchte nur, dass wir alle das immer noch nicht als einen wichtigen Teil der Bildung begreifen, und somit auch diesbezüglich keine Forderung an unsere politische Dienstleister (Parteien) formulieren - geschweige denn überprüfen …

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Gegen den Schwachsinn, den ich hier manchmal lese, ist das gar nichts.

Nun, du magst Recht haben. Aber wir wählen doch unsere Politikerinnen aufgrund ihere Kompetenz oder?

Übrigens ist die Aussage von Dir ein klassischer Whataboutism. :stuck_out_tongue_winking_eye:

Ich halte gar nichts von pauschalem Politiker*innen.Bashing. Da sind sehr intelligente Menschen dabei. Ich erwarte von ihnen Kompetenz in der Führung eines Ministeriums, in der Vermittlung von Politik, usw. Fachkompetenz dann auf den Ebenen der Staatssekretäre und abwärts.

Nicht alle werden diesem Anspruch voll gerecht. Das liegt auch daran, dass sie oft nach Proporzregeln und Eitelkeiten (sehr menschlich) ausgesucht werden.

Und abgesehen davon, selbst der klügste Minister macht mal eine dumme Bemerkung. Diese Leute stehen quasi 7x24 unter Beobachtung.

Ja!! Manchmal liebe ich Whataboutism :grin:

In dem Fall wird sie doch dem Anspruch gerecht - dieser lautet: „sag was beruhigendes“ - sie hat genau das gemacht, was wir - in der Mehrheit - von ihr erwarten - genau dafür bezahlen wir sie …
Das könnte natürlich jetzt auch Wählerbashing sein :stuck_out_tongue_closed_eyes:
Ist aber „nur“ auf die Mehrheit und nicht auf alle Wähler gemünzt :innocent:

Das ist bei de Maziere mal ziemlich in die Hosen gegangen.

Eine solche romantische Verklärung geht langfristig so gut wie immer in die Hose - das langfristige interessiert nur leider viel zu wenige (-> Bildungsproblem) …:frowning: :sob: