Die SPD hat viele Wähler im Rentenalter.
Um die nicht zu verlieren, will sie das Rentenniveau hochhalten.
Das geht aber auf Kosten der jüngeren Bevölkerungsteile und ist finanziell wohl auch nicht durchzuhalten. Nötig wäre eine gründliche Rentenreform, die die Alten vermutlich schlechter stellt als bisher (das unterstellen wir mal als richtig).
Frage:
Soll die SPD sich an den Notwendigkeiten und Fakten orientieren, und das „Richtige“ tun?
also Rentenreform, mit dem Risiko, dass sie ältere Wähler verliert (aber vielleicht vielleicht neue, jüngere gewinnt?)
Oder ist es legitim und richtig, dass sie für ihre Wähler arbeitet, auch wenn das für die Gesamtgesellschaft nachteilig ist?
Es geht mir bei der Frage nicht um die SPD und nicht um die Rente, sondern um die Grundsatzfrage. Die Kombi SPD/Rente ist nur ein Beispiel, das mir heute beim Hören der Nachrichten einfiel.
Man kann das vielleicht auch mit den Grünen und dem Klimaschutz machen, oder mit der CDU und der Wehrpflicht. Das Frage wäre da ähnlich.
Wie weit darf eine Partei ihr Eigeninteresse verfolgen, auch wenn das gesamtgesellschaftlich erkennbar zu Schaden führt? Ich unterstelle auch, dass der SPD das Problem und der Zusammenhang bewusst ist.
Wenn ich sehe, wie meine Zimmergenossen bald das Zeitliche segnen werden. Ihnen sei ihre Rente gegönnt.
Aber machen wir uns nicht vor. Die Rente ist auf Grund der demagogischen Entwicklung gar nicht mehr finanzierbar.. Während der Wende wurde von der CDU die Rentenkasse für den Aufbau Ost geplündert worden. Keiner hat zurückbezahlt. Unter Schröder wurden die Beitragszahler in Minijobber umgewandelt, somit konnte VW und andere Konzerne mit billigen Leiharbeitern Kasse machen, während die Rentenkasse wieder mal leer blieb. Dann kamen unter Merkel noch die vielen geladenen und ungeladenen Gäste hinzu.
Heute haben wir kaum noch Beitragszahler, da unsere Jugend zu doof zur Ausbildung und zum Arbeiten ist….
Die SPD wird weitermachen, wie bisher…. dem Wähler das Blaue vom Himmel versprechen bis sich die Balken biegen.
Wie dumm ist die Politik? Ich würde dem Wähler knallhart ins Gesichts sagen: es geht so nicht mehr weiter. Ich würde die eigene Partei mit einer richtigen Sozialreform knechten. Nicht mit einem Reförmchen….
Aber Politiker sind Fähnchen im Wind, ohne eigene Meinung, ohne Rückgrat und Moral.
Deshalb wird das ganze politische System kollabieren müssen, bevor endlich was brauchbares draus wird.
Du bist ja wieder finster drauf
Na ja, im Krankenhaus ist das mit der guten Laune und dem Optimismus ja auch nicht immer leicht.
Ich wünsche Dir erstmal gute Besserung.
Mir ging es um das Dilemma, ob die SPD das langfristig richtige tut (geringere Rentensteigerungen) und dabei weitere Stimmenverluste riskiert,
oder ob sie das kurzfristig für sie leichtere tut.
Die Frage selbst klingt schon etwas eigenartig.
Muss aber, so wie sie hier gestellt wird, klar mit “nein” beantwortet werden.
Die Partei soll keine Eigeninteressen verfolgen, sondern die Interessen der Wähler. Sonst brauch ich sie nicht wählen.
Die deutsche Wirtschaft wuchs in der Vergangenheit mehr oder weniger kontinuierlich.
Und das mit immer weniger produktiv Tätigen.
Solange das Bruttosozialprodukt steigt oder zumindest nicht gravierend fällt, ist keinerlei Grund ersichtlich, warum irgendjemand auf Einkommen verzichten sollte.
Dass heute weniger Menschen nötig sind, um das gleiche oder sogar mehr zu produzieren als vor 50 Jahren, ist Folge von drastisch gesteigerter Produktivität.
Die Produktivität steigt, durch Arbeitsteilung, Spezialisierung, Mechanisierung, Automatisierung, Digitalisierung in Verbindung mit viel Energie.
Die dazu nötige Technik haben uns die “Alten” erarbeitet und hinterlassen.
Deshalb sind wenige “Junge” heute in der Lage, das gleiche und mehr in besserer Qualität bereitszustellen, wie früher viele heute “Alte”.
”Demographischer Wandel” ist eine einzige Nebelbombe (richtiger: Lüge), die alle unüberlegt als gesetzt nachplappern. Es ist genug da und es kann von den wenigen genug nachproduziert werden und mit Hilfe der sogenannten KI und Robotik wird es noch einfacher.
Es liegt “nur” am Verteilungssystem, an den Regeln, und die kann man ändern.
Und dann lautete die Antwort - Ja - Parteien müssen auf Veränderung beharren, denn es ist eben nicht alternativlos. Es gibt kein demographisches Problem.
Richtig, es gibt den demographischen Wandel seit es die Rente gibt. Und schon Blüm musste vor 50 Jahren darauf hinweisen.
Allerdings, auch wenn das prinzipiell richtig ist, bleiben doch die aktuellen Probleme. Die werden auch dadurch verursacht, dass die Produktivität in den letzten Jahren nicht gewachsen ist (soviel ich weiß). Auch deswegen wird ein zunehmender Teil der Rente aus Steuern finanziert. Das muss noch nicht schlimm sein, aber dann müssen wir die Steuereinahmen erhöhen, mit allen nachteiligen Folgen für die Wrtschaft.
Es gibt noch andere Stellschrauben, die alle Pro und Cons haben, aber aktiv werden müssen wir. Das System generell in Frage stellen, müssen wir nicht.
Das sehe ich auch so. Wir werden in Deutschland zukünftig sogar noch produktiver werden müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Arbeitskraft ist in Deutschland teuer. Aber klar, das Thema Rente muss völlig neu gedacht und überarbeitet werden. Aber das ist weder von SPD noch von CDU wirklich erwartbar. Immerhin wird das Problem gesehen, ich fürchte aber es wird nur ein Reförmchen geben, das wenig Zukunft bietet.
Dafür besteht keinerlei Notwendigkeit.
Richtig wäre, Beiträge zu den Sozialsystemen auf die gesamte Arbeitsleistung zu beziehen, anstatt nur auf die Arbeitsentgelte, die nur einen Bruchteil der Arbeitsleistung ausmachen und prozentual ständig, eben durch Produktivitätssteigerungen, sinken.
Eben nicht. Es gibt nichts Neues. Kapitaldeckung ist letzten Endes auch nichts anderes. Die Brötchen, die der Rentner heute isst, müssen von der heute arbeitenden Generation gebacken werden. (Brötchen steht hier stellvertretend für die meisten Wirtschaftsgüter)
Das ja.
Das ist eine Scheinlösung. Wenn du die Beitragsgrenze bei der RV aufhebst, steigerst du automatisch die künftigen Ansprüche (Rentenpunkte). Momentan mag das Entlastung bringen, aber es ist nicht nachhaltig.
Eigentlich wäre da vielleicht tatsächlich die Einführung eines BGE plus Einzahlung aller in die KV (vielleicht auch aus dem BGE) und aller arbeitenden Menschen in die RV inkl. Abschaffung des Bürgergelds etc., Wiedereinführung der Vermögenssteuer u.a., die richtigen Lösungen?
Aber dafür braucht man echte Reformen und man muss sich auf gewisse Veränderungen einlassen.
Abstrakt betrachtet ist das natürlich die naheliegende Antwort.
Aber praktisch machen das alle anders:
alle Parteien reden ihren Zielgruppen nach dem Mund und fordern öffentlich Dinge, die sinnlos sind oder unerreichbar oder Scheinlösungen oder gesamtgesellschaftlich schädlich - die aber gut ankommen bei der jeweiligen Wählergruppe.
AfD: Ausländer raus und alles wird gut.
CDU: Sozialleistungen kürzen und wir sparen Milliarden
SPD: Einschnitte bei der Rente sind nicht nötig, kann alles weitergehen wie bisher
Grüne: wir müssen und können jeden Flüchtling aufnehmen, das ist kein Probem;
oder zB das Abschalten der letzten 3 AKWs.
Im Falle der SPD und der Rente steckt die Angst vor dem völligen Absturz bei den nächsten Wahlen dahinter, die verständlich und begründet ist.
Rechtfertigt das aber das Ignorieren des Veränderungsbedarfs bei der Rente?
Meinst Du damit, dass nicht nur das Gehalt des Arbeitnehmers, sondern auch der Wert der von ihm geschaffenen Produkte mit Sozialbeiträgen belastet wird?
Also zB der Verkaufspreis der hergestellten Autos?
Die Abgaben für die Sozialversicherung, also auch die vom Arbeitgeber zu entrichtenden Anteile, werden (in Deutschland) als ein prozentualer Anteil vom Bruttolohn (begrenzt durch die Beitragsbemessungsgrenze) erhoben.Diese Berechnungsgrundlage belastet aber einseitig den Produktionsfaktor Arbeit bei der Finanzierung der Sozialversicherung und erschwertdaher tendenziell die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Mit einer Wertschöpfungsabgabe soll dieBemessungsgrundlage für Sozialabgaben verbreitert und Kapitaleinkommen für dieFinanzierung der Sozialversicherung herangezogen werden.
Die Wertschöpfungsabgabe weist Ähnlichkeiten zur Wertschöpfungsteuer auf, die ebenfalls die Wertschöpfung als Bemessungsgrundlage verwendet. Die Wertschöpfungsteuer wird jedoch als Alternative zur Gewerbesteuer diskutiert.
Berechnung
Um eine Belastung der Faktoren nach ihrem Beitrag zur Wertschöpfung des Betriebes zu erzielen, wurde vorgeschlagen, die Wertschöpfung eines Unternehmens als Bemessungsgrundlage zu nehmen. Unter der Wertschöpfung eines Unternehmens versteht man den durch die Unternehmenstätigkeit erzielten Zuwachs an Werten des Endprodukts über die Werte der Ausgangsprodukte.
Die Berechnung kann additiv oder subtraktiv erfolgen. Das einfachste Verfahren ist die subtraktive Methode. Bei dieser werden vom Umsatz des Unternehmens die Summe der gegenständlichen Vorleistungen, die über den Markt bezogen werden, abgezogen (daher Differenzmethode). Der verbleibende Betrag ist die Bruttowertschöpfung des Betriebes.
Die Wertschöpfungsabgabe wird fälschlicherweise auch oft als Maschinensteuer betitelt.
Denn hierbei geht es darum dass in Unternehmen wo der Anteil an Belegschaft bedingt der Art und Weise was diese Unternehmen erwirtschaften sehr gering ist, ein Ausgleich geschaffen werden soll zur Einkommensteuer.
Dabei ist noch nicht ganz klar wie das Konstrukt aussehen soll wie die Abgabe berechnet werden soll. Oft werden 10 bis 30% (Staffelung) der Wertschöpfung als Abgabe diskutiert.
Ich glaube nicht dass sie das meint denn dieses Thema hört man ja auch oft genug in den Medien dass es hier oft um andere Sachen geht im Sozialbereich wie z.b Betreuung der kinder, Pflege eines familienmitgliedes oder des Ehrenamt ich denke mal @Sophia meint das in diese Richtung.
Nicht der Verkaufspreis, aber die Wertschöpfung.
Der Angestellte eines Unternehmens erarbeitet auch das Anlagevermögen, die Zinsen, die Pachten, die Mieten, die Dividenden, die Stromkosten usw. usw.
Alles Arbeitsleistung - und nichts davon nimmt am Sozialsystemteil.
Ich weiß vovon ich spreche, ich hab zwei Firmen.
Und ich erarbeite das nicht, sondern meine Leute - Mir gehört der Industrieroboter nachher nur, mit Hilfe dessen ich einige dann raussetzen kann.
Ich finds toll.